TV-Tipp - Nachtcafé - Wenn die Seele Hilfe ruft
Nachtcafé - Wenn die Seele Hilfe ruft
3sat, Donnerstag, 06.12., Show/Talkshow 10:15 - 11:45 Uhr

Ängste, Depressionen, Essstörungen... Die Zahl psychischer Erkrankungen soll sich seit 1990 verdoppelt haben. Waren Seelenkrisen vor wenigen Jahrzehnten noch tabu, finden heute immer mehr Deutsche den Weg auf die Couch.

Der Pianist der Schauspielerin und Chansonsängerin Eleonore Weisgerber nahm sich im vergangenen Jahr das Leben – er war manisch-depressiv. Fast zwei Millionen Deutsche leiden unter diesen Stimmungsschwankungen, viele wissen jedoch nicht, dass ihnen Medikamente helfen könnten.

Deswegen möchte die 59-Jährige mit Hilfe ihrer Stiftung aufklären, denn: „Wäre die Krankheit bei meinem Pianist erkannt worden, würde er heute noch leben“.

Über Jahre hing Annika Fechners Leben an einem seidenen Faden: Sie leidet seit ihrer Pubertät an Magersucht und Bulimie. Einsamkeit und Selbstzweifel trieben sie in die Essstörung, bis sie nur noch 35 Kilo wog.

Nach mehreren Klinikaufenthalten geht es ihr heute deutlich besser. Dank verschiedener Therapien lernte die Studentin langsam, wieder normal zu essen. Doch sie weiß: „Therapie hilft, aber den großen Part muss man selbst bewältigen.“

Margareta Weitzig litt unter schweren Depressionen. Die Psychoanalyse, in die sie sich begab, wurde für sie zum Leidensweg: Sie fühlte sich missachtet und rutschte Stück für Stück zurück in alte Kindheitsmuster, die sie fatalerweise immer enger an ihren Therapeuten banden.

Ihr Weg aus der emotionalen Abhängigkeit war schmerzhaft und lang: „Das war wie ein schwerer Drogenentzug.“ Heute klagt sie gegen ihren ehemaligen Therapeuten.

Timm Flemming erlebte in seiner Kindheit den Selbstmord beider Eltern. Er konnte den Schmerz kaum verarbeiten, hörte auf zu essen und begann, sich die Arme aufzuschneiden. Psychotherapie bekam er immer wieder – ohne Erfolg, dafür mit der Diagnose Borderline.

Am absoluten Tiefpunkt halfen ihm statt Therapeuten seine Freunde: Sie nahmen ihn auf und ließen ihn sein, wie er war. Schließlich verarbeitete der heute 22-Jährige seine Erfahrungen in einem Buch. Sein Fazit: „Auf Psychotherapeuten vertraue ich nicht mehr!“

Prof. Ulrich Sachsse, einer der renommiertesten deutschen Psychoanalytiker, konnte schon vielen Menschen mit schweren traumatischen Erfahrungen helfen. Er sagt: „Die Kunst besteht darin, den Menschen so aus seiner Krise hinaus zu begleiten, dass es ihm hinterher tatsächlich besser geht!“

Er kennt auch die Schwächen in der eigenen Zunft, wie etwa Machtmissbrauch in Therapien: „Das Vertrauen zwischen Therapeut und Klient ist entscheidend. Aber gerade darin liegt auch die Gefahr.“

Marita Küpper-Ludwig bietet esoterische Hilfe für nahezu jede Lebenskrise an, ob krankhafte Angst, Magersucht oder Depression. Angeblich verfügt die 55-Jährige über medial-psychologische und auch geistheilerische Talente.

Sie lässt Energien fließen, praktiziert Mondrituale und Familienaufstellungen nach Hellinger – und legt Tarot-Karten, denn: „Die Karten sind ein hochempfindliches Medium zur Vermittlung psychischer Inhalte.“

Silvia Faucks Klienten können nicht mehr schlafen, nicht mehr essen und kaum noch arbeiten. Sie sind von einem einzigen Thema beherrscht: Der Trennung vom geliebten Partner. Dass Liebeskummer so schlimm sein kann, hat die psychologische Beraterin selbst erfahren.

Das Wissen um diesen Schmerz nutzt die 53-Jährige heute, um anderen in ihrer Not zu helfen. Ihr Beistand dauert meist nur wenige Monate, denn: „Ich bin die Feuermelderstation, bei mir ist schnelle, konkrete Hilfe gefragt!“

Quelle: http://www.swr.de/nachtcafe/-/id=200198/nid=200198/did=2436042/582dkp/index.html
 
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