Neuausrichtung in der Psychiatrie Süd in Liechtenstein
REGION - Die psychiatrische Versorgung in der Region wird umstrukturiert. Ziel ist es, die Patienten vermehrt ambulant zu behandeln. Die neuen Strukturen wurden nun in die Wege geleitet.

Eine Bedarfserhebung führte zum Kurswechsel in der Psychiatrie Süd Christoph Eicher, Vorsitzender der Geschäftsleitung/CEO zu den Gründen für diesen Schritt: «Wir wollen mit unseren Unterstützungsleistungen näher beim Patienten sein, seine soziale und berufliche Lebenssituation stärker als heute in die Arbeit mit einbeziehen. Ganz wichtig ist auch, dass die Zusammenarbeit mit den lokalen Leistungspartnern noch enger wird.» An den drei regionalen Standorten Trübbach, Heerbrugg und Uznach werden Regionale Psychiatrie-Zentren aufgebaut. Geplant ist es, dass diese Zentren mehr Verantwortung für ihre regionale Bevölkerung übernehmen und dabei eine umfassende ambulante psychiatrische Grundversorgung leisten. Konkret soll nicht mehr die stationäre Psychiatrie mit der Klinik St. Pirminsberg in Pfäfers im Zentrum stehen, sondern die ambulante Psychiatrie in den Regionen. Die Psychiatrie soll für Menschen da sein, welche sich in einer schwierigen psychischen Situation befinden. Die Hilfe soll nun auch dort präsent sein, wo die Patienten ihr soziales und berufliches Umfeld haben. Dazu will die Psychiatrie Süd eng mit Spitälern, Gemeinwesen und Hausärzten zusammenarbeiten.
«Wir hoffen, mit der Neuausrichtung den Bedürfnissen der Patienten besser gerecht zu werden. Die Menschen sollen länger in der gewohnten Umgebung behandelt und betreut werden,» so Christoph Eicher. Klinikaufenthalte sollen künftig verkürzt oder gar vermieden werden. Für ihre Arbeit haben die Psychiatrischen Dienste Süd einen Leistungsauftrag und erhalten vom Kanton einen Globalkredit. Für den CEO wird die Neuausrichtung nicht mehr kosten, wenn der bisherige Weg konsequent weitergeführt wird. Im Bereich der Stellen hofft Christoph Eicher, dass die Anzahl Mitarbeitender in den Zentren wachsen wird. Um die Neuausrichtung zu verwirklichen, sind drei Ebenen nötig. Die Dienstleistungsebene, die Strukturebene sowie die Entwicklungsarbeit mit der Integration in die regionalen Gesundheitsnetze. Mit dem neu definierten Versorgungsmodell erhoffen sich die Verantwortlichen der Psychiatrie Süd, dass auch ein gesellschaftlicher Mehrwert geschaffen wird. Die Sichtweise der öffentlichen Gesundheit wird deutlich stärker mit einbezogen. Für Christoph Eicher steht bei allen Bemühungen die Reintegration der kranken Menschen im Vordergrund. Weiter möchte er mit der Entstigmatisierung der Psychiatrie und der nach wie vor anzutreffenden Vorverurteilung entgegenwirken. Auch dazu soll die Neuausrichtung beitragen. Christoph Eicher: «Es ist zu hoffen, dass es uns gelingt, die Ängste, die mit einer Erkrankung verbunden sind, abzubauen. Wir wollen möglichst allen betroffenen Menschen ein eigenständiges privates und gesellschaftliches Leben ermöglichen.»

Quelle: http://www.volksblatt.li
 
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