Aktuelle Problemmitteilung

Einschränkungen beim Mail-Versand zu Microsoft-Postfächern

Aktuell ist die Zustellung und Weiterleitung von E-Mails, die von STRATO Postfächern zu Microsoft-Postfächern gesendet werden, eingeschränkt. Das betrifft zum Beispiel E-Mailadressen mit „@live“, „@outlook“, „@msn“ oder „@hotmail“.

Die Ursache hierfür sind kurzfristig geänderte Richtlinien bei Microsoft. Diese führen aktuell dazu, dass die Server von Microsoft einige unserer IP-Adressen nicht zulassen. Wir stehen bereits mit Microsoft im Austausch, um diese Einschränkung zeitnahe zu beheben.

Wir bedauern die Unannehmlichkeiten.

 
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Schizophrenie braucht Aufklärung
Andreas
Presseinformation

Schizophrenie braucht Aufklärung – mit Wissen und Begegnung für Früherkennung und gegen Stigma und Diskriminierung

Es gibt kaum eine Erkrankung über die so viele Missverständnisse und Fehleinschätzungen in der Bevölkerung existieren wie bei der Schizophrenie. Häufig wird diese zugegebenermaßen schwere psychische Erkrankung mit einer „gespaltenen Persönlichkeit“, mit Gewalttätigkeit, geistiger Behinderung gleichgesetzt, ja oft als Synonym für Verrücktsein bzw. Wahnsinn schlechthin verwendet. Es ist wenig bekannt, dass eine Schizophrenie mit 1% etwa so häufig ist wie die am weitesten verbreitete Form des Rheuma, die chronische Polyarthritis, dass die Krankheit in der Regel gut behandelbar ist, dass nur bei etwa einem Drittel die Erkrankung chronisch verläuft und mit einer zunehmenden Beeinträchtigung einhergeht, dass Menschen mit Schizophrenie häufiger Opfer von Gewalt werden als sie selbst gewalttätige Übergriffe vollziehen. Auch wissen viele nicht, dass Schizophrenie meist kein plötzlich auftretendes Krankheitsereignis ist, sondern sich über mehrere Jahre schleichend entwickelt. Hierbei sind die ersten Anzeichen eher unspezifisch: sozialer Rückzug, Antriebslosigkeit, zunehmendes Misstrauen. Erst wenn so genannte Positivsymptome, also Wahnerleben und/oder Halluzinationen, auftreten wird diese Form der Psychose augenfällig. Dennoch zögern viele Betroffene den Gang zum Facharzt hinaus. Nicht zuletzt weil sie selbst die verbreiteten Vorurteile über die Psychiatrie im allgemeinen und die Erkrankung Schizophrenie im besonderen internalisiert haben. Das verzögerte Hilfesuchverhalten und das internalisierte Stigma haben jedoch einen negativen Einfluss auf die Prognose. Schizophrenie rechnet zu den zehn Erkrankungen mit der höchsten Anzahl durch Behinderung verlorener Lebensjahre. Deshalb ist es unverzichtbar, alles Erdenkliche zu unternehmen, um Betroffene möglichst früh einer adäquaten Therapie zuzuführen sowie das verzerrte Bild der Schizophrenie in der Öffentlichkeit gerade zu rücken und die Bevölkerung für die Frühsymptome zu sensibilisieren.
Denn anhand prädiktiver Basissymptome können viele Patienten im psychosefernen Prodrom identifiziert werden und es kann ggf. frühzeitig – u.U. auch medikamentös – interveniert werden. Solche Anzeichen für das Risiko, eine Schizophrenie zu entwickeln, sind Gedankeninterferenzen, -drängen, -jagen, -blockierung, Störungen der rezeptiven Sprache, mangelndes Unterscheidungsvermögen zwischen Vorstellung und Wahrnehmung bzw. Phantasien und Erinnerungen, Eigenbeziehungstendenzen, Derealisation sowie optische und akustische Wahrnehmungsstörungen. Von den Personen, die diese Symptome zeigen, entwickeln 19% nach 12 Monaten eine Schizophrenie, nach 4,5 Jahren sind es 65%. Ein besonders hohes Risiko haben solche Menschen, bei denen mehrfach oder für mindestens eine Woche abgeschwächte psychotische Symptome auftreten oder kurzzeitig psychotische Symptome wie Wahn, Halluzinationen, formale Denkstörungen vorhanden sind, die sich spontan zurückbilden, nicht länger als 7 Tage anhalten und maximal zweimal pro Monat auftreten. Auch eine Kombination aus genetischen Risikofaktoren, d.h. es gibt einen Angehörigen ersten Grades mit einer Schizophrenie, einem plötzlichen Rückgang des Leistungsniveaus oder Geburtskomplikationen erhöht deutlich das Risiko für die Entwicklung einer Psychose. Man geht von einer durchschnittlichen Übergangsrate von etwa 38% aus. Um diesen Übergang – im optimalen Fall – zu verhindern, werden mit verschiedenen Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie das Symptom- und Stressmanagement sowie die Problemlösefertigkeiten und die kognitiven Fähigkeiten trainiert. Eine Studie des Kompetenznetz Schizophrenie untersucht die Wirksamkeit dieses Ansatzes – einer speziell entwickelten multimodalen Kognitiven Verhaltenstherapie – bei Menschen im psychosefernen Prodrom. Erste Ergebnisse zeigen eine deutliche Verbesserung des Funktionsniveaus und der Frühsymptome. Auch für eine medikamentöse Prävention im psychosenahen Prodrom scheint sich in einer entsprechenden Untersuchung ein positiver Effekt abzuzeichnen. Früherkennung und damit Frühintervention bedeutet damit nicht nur eine bessere Prognose, sondern auch eine bessere Lebensqualität.
Psychische Erkrankungen betreffen laut Grünbuch zur Psychischen Gesundheit der Europäischen Union vom 14.10.2005 mindestens einmal im Leben jeden vierten Erwachsenen Europäer. Sie sind der häufigste Grund für Krankmeldungen am Arbeitsplatz. Die Tendenz ist steigend. Dennoch werden psychische Erkrankungen tabuisiert. Der Grund liegt in dem den Krankheiten und den Ärzten und Einrichtungen anhaftenden Stigma. So entsteht ein Teufelskreis von zunehmenden Erkrankungszahlen und inadäquater Behandlung. Diesen gilt es zu durchbrechen, zum Wohl des Einzelnen wie der Gesellschaft, die die direkten und indirekten Folgen (nicht nur die Kosten) dieser Erkrankungen erheblich belasten.
Die psychische Erkrankung Schizophrenie ist in besonderer Weise von der Stigmatisierung betroffen, wird sie doch fälschlicher Weise als besonders bedrohlich angesehen und ist entsprechend ein beliebtes Sujet in der Literatur und im Film, aber auch in der Medienberichterstattung. Das in diesem Kontext vermittelte Bild der Psychiatrie – der Ärzte wie der medizinischen Einrichtungen – ist ebenfalls falsch und arbeitet mit den Klischees der alten „Irrenhäuser“. Durch Aufklärung über die Häufigkeit der Erkrankung (1%), die Ursachen, die Symptome, die in der Regel guten Behandlungsmöglichkeiten einerseits und den Abbau der sozialen Distanz zu Betroffenen andererseits kann sukzessive eine Destigmatisierung erfolgen. Dass dies möglich ist zeigen die Erfahrungen aus gezielten Aktionsprogrammen, wie Open the Doors und das Nationale Bündnis für Seelische Gesundheit, und die Resonanz auf Veranstaltungen wie die Informationsbörse Schizophrenie des Kompetenznetzes.

Pressekontakt
Kompetenznetz Schizophrenie
Dr. Viktoria Toeller
Wissenschaftskommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 0211-922-2773
FAX 0211-922-2780

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