Betroffene melden sich erstmals zu Wort
Betroffene melden sich erstmals zu Wort


Seelische Gesundheit: Psychose-Seminar soll nach starker Resonanz fortgesetzt werden ERBACH. Die Initiatoren des ersten Odenwälder Psychose-Seminars haben nach dem Ende der auf sechs Abende angelegten Veranstaltungsreihe im Landratsamt in Erbach eine durchweg positive Bilanz gezogen. Vertreter der gemeindepsychiatrischen Institutionen des Odenwaldkreises wie das Diakonische Werk, das Gesundheitsamt und die Integra sowie Teilnehmer der Angehörigengruppe hatten die von Ärzten und weiteren Experten begleitete Reihe organisiert, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

Überrascht waren alle über das starke Interesse aus der Bevölkerung: Bis zu 100 Bürger nahmen die Abend-Angebote wahr. Dies war insoweit nicht ungewöhnlich, als man rein statistisch im Odenwald von mehr als 5000 direkt oder indirekt von Psychose Betroffenen ausgehen kann. Als ungewöhnlich durften jedoch das große Interesse und die Bereitschaft angesehen werden, über die eigene Betroffenheit zu sprechen. Etliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer bekannten sich erstmals öffentlich zu ihrer Erkrankung. Als außerordentliche Bereicherung empfanden sie den Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen, die mit der Erkrankung „Psychose“ konfrontiert sind – Betroffene selbst oder Angehörige, aber auch solche, die von ihrem Beruf her mit erkrankten Menschen arbeiten.


Erkennbar kritisch betrachtet wurde vor allem auch in den Reihen der Angehörigen und Betroffenen der gesellschaftliche Umgang und die falsche Darstellung von Schizophrenie in der Öffentlichkeit, die nicht selten Ausgrenzung und Isolation zur Folge haben. Die Beteiligten problematisierten die Tatsache, dass Betroffene und Angehörige oft nicht einbezogen werden, wenn neue Einrichtungen der Gemeindepsychiatrie geschaffen oder bereits bestehende Einrichtungen verändert werden. Beide Seiten wünschten sich hier zudem insbesondere auch Alternativen zu bisherigen Behandlungsmethoden.


Auch vor diesem Hintergrund bildete das Psychose-Seminar einen hilfreichen Baustein im Rahmen der Versorgung psychisch Kranker und ihrer Angehörigen. So herrschte abschließend Einigkeit darüber, die Reihe gemeinsam weiterzuführen. Wer in dem Kreis mitwirken möchte, der bereits an der Seminar-Fortsetzung arbeitet, erhält
Informationen unter der Nummer 0170 4582119.

e
14.4.2007

Quelle: www.echo-online.de/suedhessen/template_detail.php3?id=456858

 
Es wurden noch keine Kommentare verfasst.
Kommentar schreiben
Name:

Sicherheitscode:
Sicherheitscode


 
Bewertungen
Bitte logge dich ein, um eine Bewertung abzugeben.

Es wurden noch keine Bewertungen abgegeben.
 
Werbung
cleverALLNET