Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI): Borderline-Persönlichkeitsstörung - Klinische Forschergruppe arbeitet an der Entwicklung neuer Therapien

Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI): Borderline-Persönlichkeitsstörung - Klinische - Forschergruppe arbeitet an der Entwicklung neuer Therapien


Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine häufige und schwerwiegende psychische Störung, die unbehandelt oft einen chronischen und schweren Verlauf nimmt. Die Betroffenen leiden unter starken Gefühlsschwankungen und haben große Schwierigkeiten, ihre Emotionen zu kontrollieren, was auch zu Selbstverletzungen führen kann. Wissenschaftler des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit und des Universitätsklinikums Heidelberg erforschen jetzt gemeinsam neue Therapieansätze.

Wie nehmen die Betroffenen Gefühle anderer Personen wahr? Wie bewältigen sie ihre eigenen Emotionen? Die Klinische Forschergruppe 256 (KFO 256) am ZI und am Universitätsklinikum Heidelberg hat das Ziel, die Mechanismen der gestörten Emotionsregulation aufzuklären, mit einem besonderen Fokus auf Störungen der sozialen Interaktion bei Menschen mit Borderline-Störung. Die KFO 256 unter der Leitung von Professor Christian Schmahl (Klinik für Psychosomatik und Psychotherapeutische Medizin am ZI) bringt verschiedene Fachkompetenzen ihrer Mitglieder zusammen: Klinische Fachkompetenz für die Borderline-Persönlichkeitsstörung bei Erwachsenen und Jugendlichen sowie die Fachkompetenz in Neuropsychologie, Bildgebung, Genetik und Tierforschung.
Gefördert wird sie seit 2012 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft für einen Zeitraum von drei Jahren.
Eine Besonderheit der Klinischen Forschergruppe ist die Anwendung moderner experimenteller Ansätze zur Verbesserung des Krankheits-Verständnisses und der Therapie. So lernen beispielsweise Betroffene ihre Gefühle zu regulieren, indem ihnen die Aktivität ihrer gefühlsverarbeitenden Zentren im Magnetresonanztomographen (MRT) direkt zurückgemeldet wird (sogenanntes Neurofeedback). In einem anderen Projekt werden zwei Personen gleichzeitig in zwei MRTs untersucht und können währenddessen miteinander kommunizieren und Aufgaben bearbeiten. Die MRTs sind miteinander verbundenen, was eine gleichzeitige Erfassung der neuronalen Aktivität der Probanden ermöglicht.
Diese Methode wird Hyperscanning genannt und ist zurzeit in Europa außer am ZI nur an wenigen psychiatrischen Forschungsinstitutionen möglich. Ein weiteres Projekt untersucht zwischenmenschliches Verhalten beim Zusammentreffen mit anderen Menschen in einem virtuellen Raum. Für diese Studie zur Virtuellen Realität wurde speziell ein virtueller Konferenzraum entwickelt.
An der Studie teilnehmen können Frauen und Männer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Alter von 18 bis 40 Jahren mit einer aktuellen oder zurückliegenden BorderlinePersönlichkeitsstörung sowie Frauen im Alter von 15 bis 17 Jahren mit einer aktuellen BorderlinePersönlichkeitsstörung.

Quelle: http://www.zi-mannheim.de/...
 
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