Die Vermessung der Seele

Die Vermessung der Seele


Kaum anderthalb Jahrhunderte ist es her, dass Philosophen, Physiologen und Physiker ein neues Forschungsgebiet ausriefen – die empirische Seelenkunde. Mit Hilfe exakter Messungen und Experimente wollten sie die Grundlagen des menschlichen Geistes erkunden, über den zuvor immer nur spekuliert und theoretisiert worden war.

Ein Ansatz, der seither in immer neuen Varianten Karriere gemacht hat. Doch schon viel früher beschäftigten sich Künstler und Gelehrte mit der geheimnisvollen Masse unter der Schädeldecke, dem Hort von Denken, Fühlen und Wollen. Dieses fünfte G&G-Basiswissen-Heft blickt jedoch nicht nur zurück. In der Standortbestimmung "Psychologie im 21. Jahrhundert" wagen einflussreiche Forscher einen Ausblick auf die Zukunft ihres Fachs.

Inhaltsverzeichnis
Innenansichten des Seelenorgans
Die geheimnisvolle Masse unter der Schädeldecke faszinierte Naturforscher von jeher. Mit ihren Skizzen und Beschreibungen schufen sie Werke von großem ästhetischem Reiz. Eine Bilderreise durch fünf Jahrhunderte.

Die Leiden des jungen M.
"Fakten statt moralisches Geschwätz" forderte Karl Philipp Moritz (1756 – 1793) bei der Erkundung der menschlichen Seele. Ein Porträt des Goethefreunds und Begründers der ersten empirisch-psychologischen Zeitschrift.

Anatom mit dramatischer Ader
Der revolutionär gesinnte Dichter Georg Büchner (1813 – 1837) leistete auch als Hirnforscher Erstaunliches. Doch seine Leidenschaft für die Neuroanatomie kostete ihn tragischerweise das Leben.

"Das Gehirn ist ein Irrweg"
Gottfried Benn und Alfred Döblin – zwei Literaten von ganz unterschiedlichem Temperament – waren im Brotberuf beide Ärzte. Das schlug sich auf besondere Weise in ihren Werken nieder.

Stimulus Inspirans
Vor mehr als 100 Jahren untersuchten die ersten experimentell arbeitenden Psychologen, wie wir Sinnesreize subjektiv wahrnehmen. Doch wie lässt sich Geistiges messen und in Formeln fassen?

Dämonen lassen mit sich reden
Sigmund Freud wird gemeinhin als Vater der Psychoanalyse angesehen. Den Grundstein zu jener epochalen Seelenlehre legte jedoch ein anderer. Die Eroberung des Unbewussten war in Wirklichkeit eine Kollektivleistung.

Ganz oder gar nicht
Ob Wahrnehmung oder Gedanke – sie sind mehr als die Summe ihrer Teile. Auf diese Feststellung legten die Gestaltpsychologen zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders großen Wert.

Psychologie ohne Psyche
Als strenge Wissenschaft gefeiert, als "Rattenpsychologie" gescholten: der Behaviorismus. Ein klassischer Forschungsansatz, der bis heute in der Lerntheorie nachwirkt.

Einblicke in die Dynamik des Denkens
Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckten Psychologen das Bewusstsein wieder – und begründeten eine neue Forschungsdisziplin: die Kognitionswissenschaft.

Hinter den Kulissen des Geistes
Die Neuropsychologie gilt als jüngste der großen Schulen der Seelenkunde. Sie untersucht, wie Denken, Fühlen und Handeln im Gehirn entstehen.

Rebellen am Schalthebel
Schon das berühmte Milgram-Experiment in den 1960er Jahren ergab: Zwei von drei Menschen sind bereit, auf Befehl andere mit Elektroschocks zu bestrafen. Eine Neuauflage dieses Aufsehen erregenden Versuchs brachte nun ans Licht, wer Zivilcourage beweist und wer autoritätshörig ist.

Jenseits des Bösen
Der Sozialpsychologe Philip Zimbardo ergründete jahrzehntelang die dunkle Seite der Psyche – etwa mit seinem Stanford-Gefängnisexperiment. Nun will der 79-Jährige das Gute im Menschen fördern.

Wer sucht, der findet
Meldeten sich von vornherein eher gewaltbereite Probanden zur Teilnahme an Zimbardos legendärer Gefängnisstudie?

Psychologie im 21. Jahrhundert
Um den Menschen zu verstehen, braucht es mehr als den Blick ins Gehirn. Doch welche Rolle spielen psychologische Theorien und Modelle in Zeiten des Neurobooms? Wird die Seelenkunde durch die Erklärungsmacht der Hirnscans bald überflüssig? Ganz im Gegenteil, erklären sechs namhafte deutsche Psychologen in einer gemeinsamen Standortbestimmung.

Hirnforschung und Psychologie – eine schwierige Beziehung
Ein Kommentar der Psychologen Franz Petermann von der Universität Bremen und Lutz Jäncke von der Universität Zürich.

90 Seiten, ISBN 978-3-941205-98-7, € 8,90

Quelle: Gehirn&Geist Basiswissen 1/2012
 
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