Psychische Störungen nehmen zu – Therapeutische Strukturen müssen ausgebaut werden, um Versorgung zu verbessern

PRESSEMITTEILUNG

Psychische Störungen nehmen zu – Therapeutische Strukturen müssen ausgebaut werden, um Versorgung zu verbessern


Sehr geehrte Damen und Herren,

Professor Manfred Beutel35 bis 50 Prozent der psychisch Erkrankten erhalten keine professionelle Hilfe. Wie sich die Versorgungsstrukturen u. a. wandeln müssen, erläutert Professor Manfred Beutel (Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz) in der Plenarveranstaltung „Die Zukunft der Psychotherapie in der Psychosomatischen Medizin“, die im Rahmen des Deutschen Kongresses für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie am 31.3.2012 von 8:45–10 Uhr an der Technischen Universität München (Audimax) stattfindet.

In der Gesellschaft kommt den psychischen Belastungen wie den psychischen und psychosomatischen Störungen eine immer größer werdende Bedeutung zu, die sich in steigenden Krankschreibungen und Frühberentungen niederschlägt. Professor Manfred Beutel beobachtet zudem, dass sich das Krankheitsspektrum wandelt: „Folgen berufsbezogener Belastungen nehmen ebenso zu wie Suchterkrankungen bezogen auf die neuen Medien – Computerspiel- und Internetsüchte. Um diesen Herausforderungen gerecht werden zu können, sind die psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgungsstrukturen auszubauen, inhaltlich weiterzuentwickeln und zu differenzieren sowie die Schnittstelle zwischen den Behandlergruppen genauer zu definieren.“

Denn obwohl allmählich ein Umdenken in der Bevölkerung stattfindet und Erkrankte nach der Erstbetreuung durch den Hausarzt zunehmend eine spezialisierte ärztlich-psychotherapeutische Versorgung suchen, erhalten 35 bis 50 Prozent keine professionelle Hilfe – dies gilt insbesondere für somatoforme Störungen mit ca. 60 Prozent. Somatoforme Störungen sind körperliche Beschwerden, die sich nicht oder nicht hinreichend auf organische Erkrankungen zurückführen lassen und zählen neben Depressionen und Ängsten zu den häufigsten Erkrankungen, für die therapeutische Hilfe gesucht wird.

Warum sind Erkrankte zum Teil auf sich allein gestellt?

Die Gründe für die mangelnde oder späte Inanspruchnahme von Hilfsangeboten sind einerseits bei den individuellen und sozialen Behandlungsbarrieren, wie die mangelnde Kenntnis und Motivation des Patienten, ein somatisches Krankheitskonzept, Schonungsverhalten, Stigmatisierungsangst, interkulturelle Probleme und hohes Alter zu sehen. Andererseits zeigt sich hier eine Schnittstellenproblematik, die bedingt sein kann durch Nichterkennen der psychosomatischen Störung, durch das Fehlen niederschwelliger psychosomatisch/psychotherapeutischer Angebote oder regionaler Versorgungsunterschiede bezüglich ambulanter Angebote. Hier bestehen laut Professor Beutel viel zu lange Wartezeiten: „Zirka 2 Monate kann ein Patient auf ein Erstgespräch warten müssen, auf einen Behandlungsplatz je nach Region stellenweise mehr als 4 Monate.“

Können Internettherapien die Wartezeiten kompensieren?

 „Derartige Ansätze nehmen stark zu. Sie sind aber noch nicht hinreichend gründlich untersucht, hier fehlt vor allem der persönliche und direkte Kontakt zum Therapeuten, der ein entscheidender Wirkfaktor jeglicher Psychotherapie ist“, weiß Professor Beutel. „Ich sehe gegenwärtig diese Ansätze als vielversprechende Ergänzungen zu herkömmlichen Behandlungen, z.B. um Schnittstellen zwischen Versorgungssystemen zu überbrücken. In Mainz untersuchen wir beispielsweise in einer randomisierten kontrollierten Studie, ob wir die berufliche Wiedereingliederung bei Patienten mit kardiologischen, orthopädischen oder psychosomatischen Erkrankungen nach einer stationären Rehabilitationsbehandlung durch eine internetbasierte Therapie fördern können.“ [3.645  Zeichen (inkl. Leerzeichen). Abdruck frei. Beleg erbeten.]

Im Anhang finden Sie unsere Pressemitteilung als PDF. Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung!

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Terminhinweis:

Im Anschluss an die Plenarveranstaltung „Die Zukunft der Psychotherapie in der Psychosomatischen Medizin“ von Professor Manfred Beutel findet am 31.3.2012 von 10:30–11:45 Uhr die Podiumsdiskussion „Die Zukunft der Psychosomatik“ unter der Moderation von Journalist und TV-Moderator Gert Scobel statt, zu der alle Pressevertreter herzlich eingeladen sind.
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Weitere Informationen/Akkreditierung
Weitere Informationen unter: www.deutscher-psychosomatik-kongress-2012.de
Unter stefanie.albert@schattauer.de können Sie sich für den Kongress (28.–31.3.2012) akkreditieren, zur Pressekonferenz (30.3.2012, 12–13 Uhr, Senatssaal, Technische Universität München 1. OG, Arcisstraße 21) und zur Podiumsdiskussion (31.3.2012, 10:30–11:45 Uhr) anmelden oder eine Interviewanfrage schicken.

Mit den besten Grüßen aus Stuttgart
Ihre Stefanie Albert


 
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