Krisenpension in Nauen eröffnet / Neuer Bus dem Psychiatrie-Verein „Lichtblick“ gespendet
NAUEN - Drei Jahre wurde konzipiert und geplant, sechs Wochen renoviert und gestern offiziell Einzug gefeiert: Mitten im Nauener Stadtzentrum steht jetzt eine Pension für psychisch kranke Menschen zur Verfügung. Sie wird vom Verein „Lichtblick“ betreut, weist vier Plätze aus und ist für jene gedacht, die vorübergehend eines Schutzraumes bedürfen – zum Beispiel nach häuslichen Konflikten, die im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung stehen.

Diesen Schutzraum bot und bietet in dieser Region gewöhnlich die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der Havelland Kliniken GmbH an. Aber oft müssen gar nicht die aufwändigen diagnostischen oder therapeutischen Möglichkeiten in Anspruch genommen werden. Die „Hotelkosten“ belaufen sich dennoch pro Nacht auf rund 200 Euro, rechnete Werner Schütze, der Leiter der psychiatrischen Fachklinik, gestern am Rande der Eröffnung der Krisenpension im Nauener Stadtzentrum vor.

Die ist also nicht nur bedeutend preisgünstiger als ein Klinikaufenthalt. Sie ist vor allem ein patientenfreundliches Angebot, indem sie jene anspricht, die weder der stationären noch der Tagesklinik bedürfen. Diese Menschen finden dort auf Wunsch auch Beratung und Behandlung, denn die Pension wird durch die Psychiatrische Institutsambulanz unter Leitung von Oberarzt Peter Böhmer begleitet. Dennoch können die Bewohner in dieser Pension völlig selbstständig leben und auch weiterhin zur Arbeit gehen – so weit sie noch im Arbeitsprozess stehen. Denn oftmals verlieren psychisch kranke Menschen durch ihre langwierige Beeinträchtigung ihren Arbeitsplatz.

Folglich bietet das Netzwerk der Havelland Kliniken GmbH auch in dieser Hinsicht Hilfen an, indem sowohl in Nauen als auch in Falkensee Arbeitsprojekte laufen, um psychisch Kranken wieder eine sinnvolle Tätigkeit in und für die Gemeinschaft zu ermöglichen. So kümmern sich unter anderem Rita Wienholtz und Katharina Roy in der Pension um die täglichen Obliegenheiten. „Insgesamt wurden vier Arbeitsplätze geschaffen“, erklärte Ulf Brandenburg vom Sozialdienst der Klinik. Und er erklärte auch, warum sich die Eröffnung – ursprünglich für April vorgesehen – verzögert hat: Der Möbellieferant hatte überraschend Insolvenz angemeldet.

Jörg Grigoleit, Geschäftsführer der Havelland Kliniken GmbH, dankte allen, die diese Pension ermöglicht haben: den Spendern, dem Ministerium in Potsdam, der Kreisverwaltung, dem Verein „Lichtblick“, dem Vermieter – der Wohnen & Service GmbH Nauen –, und nicht zuletzt den eigenen Mitarbeitern. (Von Hiltrud Müller)

Quelle: http://www.maerkischeallgemeine.de/
 
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