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Im Laufe des Lebens erkrankt ca. 1% der weltweiten Bevölkerung an einer schizophrenen Störung. Dabei ist es unerheblich welcher Religion oder Nationalität die Menschen angehören. Dies lässt den Schluss zu, dass die Schizophrenie eine weit verbreitete psychische Störung ist und dem Gesundheitswesen Milliarden Euro im Jahr kostet. Fast jeder hat in seinem Umfeld (Verwandte oder Bekannte) die an einer Schizophrenie erkrankt sind. Immerhin hat einer von hundert einmal im Leben eine schizophrene Erfahrung. Im Verlauf dieser Krankheit kann es immer wieder zu Akutphasen kommen, welche aber durch eine regelmäßige Einnahme von Medikamenten (Neuroleptika) sowie einer gezielten Psychotherapie ganz gut zu kontrollieren sind. Zur Not sollte auch immer ein Bedarfsmedikament beim Patienten vorhanden sein um im Notfall sofort auf Symptome reagieren zu können. Sehr wichtig ist, wenn Symptome auftreten nicht lange warten und beobachten was passiert sondern sofort handeln, sei es nun die zusätzliche Einnahme des Bedarfsmedikamentes oder halt der unverzügliche Gang zum behandelnden Arzt oder Therapeuten, auf jeden Fall darf der Patient nicht warten und muss sofort handeln. Dazu sind regelmäßige Gespräche mit dem behandelnden Arzt oder Therapeuten, sowie ein gutes Vertrauensverhältnis, eine Behandlung auf gleicher "Augenhöhe" und absolute Ehrlichkeit beiderseits sehr von Vorteil. Ob ein Bedarfsmedikament dem Patienten verschrieben wird entscheidet jedoch der behandelnde Arzt. Wenn der Patient sehr gut mit seiner Krankheit und deren Symptomen klar kommt und genau weiss wie er zu handeln hat, dann sollte der Verschreibung nichts im Wege stehen, auch ein gut funktionierendes Umfeld (Familie, Freunde oder Kollegen) wirkt sich positiv aus.
Die weit verbreitete Meinung in der Bevölkerung, dass Schizophrenie gleichbedeutend sei mit einer Persönlichkeitsspaltung trifft absolut nicht zu. Schizophrenie bedeutet lediglich soviel wie eine verschobene Wahrnehmung der Realität zu haben - verrückt (von verrücken, quasi die Dinge aus einer anderen Perspektive betrachten). Ein Beispiel, nehmen wir mal an auf einem Dach ist eine normale Dachantenne zu sehen, für einen gesunden Menschen eigentlich kein Problem, nur ein schizophren erkrankter Mensch sieht darin einen Sendemast von Agenten und glaubt beobachtet zu werden. Weitere Symptome können Halluzinationen sein, akustische Halluzinationen (Stimmen hören), Geruchshalluzinationen ("Ich rieche Gas, soll ich vergast werden?") oder optische Halluzinationen ("Ich sehe Fratzen die mir übel mitspielen."). Ein weiteres Symptom der Schizophrenie ist Angst oder gar Panik aus heiterem Himmel und das vertraute Personen auf einmal gegen einen sind und eventuell einem nach dem Leben trachten (Verfolgungswahn).
Daraus resultiert in sehr vielen Fällen ein sozialer Rückzug, Lustlosigkeit, Arbeitsverlust und die Abschottung vom gewohnten Umfeld. Selbst gewohnte Geräusche können einen verwirren und Angst machen. Meist bleibt die Schizophrenie mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre unbehandelt, was eine Behandlung negativ beeinflusst, da dann meist eine Krankheitseinsicht fehlt und eine Heilung nahezu unmöglich ist. Aber wir sind alle keine Ärzte und woher sollen wir wissen was los ist, denn nicht jeder kennt sich in der psychiatrischen oder psychologischen Medizin aus.
Andreas Liebke
Zwangsbehandlungen – Bundesverfassungsgericht zwingt Ärzte zu unterlassener Hilfeleistung
Zwangsbehandlungen – Bundesverfassungsgericht zwingt Ärzte zu unterlassener Hilfeleistung
Dr. Thomas Nesseler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) warnt vor den Konsequenzen des Urteils des Bundesverfassungsgerichts vom 23.03.2011 zur Zwangsbehandlung im Maßregelvollzug. Die Rigorosität des Gesetzes zwingt Ärzte zu unterlassener Hilfeleistung und verhindert unterstützende Hilfsangebote für Menschen mit Eigen- oder Fremdgefährdung.
Der zweite Senat des Bundesverfassungsgerichts hat im Beschluss vom 23.03.2011 (2 BvR 882/09) die Zwangsbehandlung mit Antipsychotika bei behandlungsunwilligen, krankheitsuneinsichtigen Patienten im psychiatrischen Maßregelvollzug als schwerwiegenden Eingriff in das Grundrecht aus Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG bewertet und im Einzelfall an strengste Anforderungen geknüpft.
Antipsychotika können die Aktivität endogener Retroviren beim Menschen verstärken
Antipsychotika können die Aktivität endogener Retroviren beim Menschen verstärken
Susanne Eichacker
Kommunikation
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
16.01.2012 09:42
Prof. Dr. Christine Leib-Mösch, Institut für Virologie, Helmholtz Zentrum München
Prof. Dr. Christine Leib-Mösch, Institut für Virologie, Helmholtz Zentrum München
Neuherberg, 16.01.2012. Die Aktivität humaner endogener Retroviren (HERVs) in Gehirnzellen von Patienten mit Schizophrenie oder bipolaren Erkrankungen kann durch die Behandlung mit antipsychotischen Medikamenten verstärkt werden. Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München zeigen in der aktuellen Ausgabe des Fachjournals PLoS ONE, dass Medikamente wie Valproinsäure wahrscheinlich über epigenetische Veränderungen im Genom die HERV Expression beeinflussen.
Die medikamentöse Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen* kann die Aktivität natürlich im menschlichen Genom vorhandener humaner endogener Retroviren (HERVs)* stimulieren. Das beschreibt Olivia Diem aus dem Wissenschaftler-Team um Prof. Christine Leib-Mösch vom Institut für Virologie am Helmholtz Zentrum München in einer aktuellen Publikation im Fachjournal PLoS ONE. Eine erhöhte Expression verschiedener HERV Gruppen wurde bei Schizophrenie bereits mehrfach beschrieben und mit der Erkrankung assoziiert – dass diese Stimulation teilweise durch die Medikation der Patienten verursacht werden kann, zeigt das Team des Helmholtz Zentrums erstmalig. Der Einfluss der Medikamente, den die Wissenschaftler auf epigenetische Effekte* zurückführen, erstreckt sich jedoch nicht auf alle HERV Typen.
Behandlung von ADHS von Vorurteilen befreien
Dipl. oec. troph. Hildegard Debertin
Pressestelle
Stiftung Kindergesundheit
12.01.2012 10:53
Die Entwicklung ist beunruhigend: Immer mehr Kinder zeigen bereits in den ersten Schulklassen psychische Auffälligkeiten mit Symptomen von Konzentrationsstörungen und motorischer Hyperaktivität. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Die Stiftung Kindergesundheit fordert ganzheitliche Therapien, die je nach Situation des Kindes sowohl die medikamentöse Behandlung als auch psychoedukative und psychotherapeutische Maßnahmen umfassen.
Nach einer Ende 2011 veröffentlichten Untersuchung aus Bayern zeigen bei der Einschulung 13 Prozent der Jungen und acht Prozent der Mädchen Symptome von Konzentrationsstörungen und motorischer Hyperaktivität. In der vierten Klasse sind 18,8 Prozent der Jungen und 9,6 Prozent der Mädchen betroffen.
Burnout-Prävention: Einzelbehandlung ist Symptomkosmetik
Burnout-Prävention: Einzelbehandlung ist Symptomkosmetik
Bernhard Schorn
Geschäftsstelle
Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V.
10.01.2012 12:31
„Humane Arbeit und Burnout-Prävention“ – unter diesem Titel hat eine neue Fachgruppe der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) ihre Arbeit aufgenommen. Ziel der Gruppe ist eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Phänomen Burnout im systemischen Kontext, die Reflexion des eigenen (auch beraterischen) Handelns und der Aufbau von Kooperationen mit interessierten Einzelpersonen und Organisationen.
„Über Burnout lesen wir täglich in den Medien. Das Phänomen wird aber zumeist als Folge individueller Hochleistungen oder als individuelles Scheitern beschrieben. Das ist zu kurz gedacht“, erklärt Carsten Hennig, systemischer Coach und Berater in Frankfurt und Leiter der Fachgruppe.
ADHS-Studie am Dresdner Uniklinikum: Physiotherapie statt Psychopille?
ADHS-Studie am Dresdner Uniklinikum: Physiotherapie statt Psychopille?
Holger Ostermeyer
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
05.01.2012 10:35
In einer Vergleichsstudie wollen Ärzte und Wissenschaftler der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden erstmals die Wirksamkeit unterschiedlicher Formen der Behandlung bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und motorischen Defiziten erforschen. In der groß angelegten Untersuchung werden die Effekte einer Physiotherapie mit der Gabe eines Medikaments oder eines Elterntrainings verglichen.
Mit der Einschulung spitzt sich oft die Situation zu: Ohnehin hyperaktive oder impulsive Kinder können sich nicht in den Ablauf des Unterrichts integrieren. Sie träumen vor sich hin oder stören. Sie haben auch Schwierigkeiten, sich über eine längere Zeit zu konzentrieren und still zu sitzen. Bei Eltern und auch Lehrern drängt sich meist schon im ersten Schuljahr die Vermutung auf, dass die zappeligen, unausgeglichenen Kinder unter einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden könnten. Bei einem Drittel – so die Erfahrung der ADHS-Spezialisten der Kinder- und Jugendpsychiatrie des Uniklinikums – bestätigt sich dieser Verdacht. Die Frage nach einer erfolgversprechenden Therapie löst oft große Kontroversen aus: Der Wirkstoff Methylphenidat, der unter anderem im Medikament „Ritalin“ enthalten ist, wird oft von Ärzten verschrieben, stößt als Psychostimulanzie jedoch auf die Skepsis von Eltern und auch einigen Medizinern.
Studie der Freien Universität Berlin: Mobbing ist ein Gruppenphänomen
Studie der Freien Universität Berlin: Mobbing ist ein Gruppenphänomen
Carsten Wette
Presse und Kommunikation
Freie Universität Berlin
28.12.2011 15:45
Mobbing ist einer Studie von Organisationspsychologen der Freien Universität Berlin zufolge ein Gruppenphänomen. Wie Jens Eisermann und Elisabetta De Costanzo vom Arbeitsbereich Wirtschafts- und Sozialpsychologie der Universität erstmals empirisch belegten, beruht die Wahrnehmung von Mobbing nicht allein auf der subjektiven Einschätzung einzelner Personen; es tritt in betroffenen Abteilungen objektivierbar gehäuft auf. Die Ergebnisse wurden von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin herausgegeben.
Eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Mobbing spielt den weiteren Ergebnissen zufolge der Führungsstil von Vorgesetzten. So trete das Phänomen seltener in Abteilungen auf, in denen sich die Führungskräfte gesprächsbereit zeigten und Mitarbeitern bei den für sie relevanten Entscheidungen ein Mitspracherecht hätten. In diesen Abteilungen sei zudem die allgemeine Arbeitszufriedenheit höher.
Wie unser Verhalten Spuren im Gehirn hinterlässt
Heike Sacher, Biozentrum
Kommunikation & Marketing
Universität Basel
27.12.2011 08:41
Nervenzellverbindungen im Kleinhirn der Maus: Synapsen (grün), gebildet auf einer Purkinjezelle (rot), abgebildet mit hochauflösender Mikroskopie.
Foto: Universität Basel/Dr. Stéphane Baudouin
Lern- und Verhaltensprozesse beeinflussen und verändern das Netzwerk der Nervenzellen im Gehirn. Die Forschungsgruppe von Prof. Peter Scheiffele am Biozentrum der Universität Basel hat nun einen Mechanismus identifiziert, mit dem Nervenzellen ihre Verbindungen anpassen können. Die in der Fachzeitschrift «Cell» veröffentlichten Ergebnisse gewähren Einblicken in grundlegende Vorgänge der neuronalen Netzwerkbildung und können auch Erkenntnisse für neuronale Erkrankungen wie Autismus oder Schizophrenie liefern.
Die Gruppe des Neurobiologen Prof. Peter Scheiffele konnte einen neuen Mechanismus aufklären, wie Nervenzellen (Neuronen) abhängig von neuronalen Signalen den Aufbau ihres Netzwerks im Gehirn verändern. Die Ergebnisse zeigen, wie sich neuronale Aktivität während der Entwicklung des Nervensystems oder bei Lernprozessen direkt auf die Art der Verbindungen im Nervensystem auswirken kann.