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Tyrannei durch Kranke
Herbert
Meine Schwester leidet an Schizophrenie. Und mit ihr leiden alle in ihrer Umgebung.
Meine Schwester (50) ist verheiratet, hat 3 erwachsene Kinder und lebt getrennt von ihrem Mann im Elternhaus, das ihr zu einem viertel gehört. Meine Mutter (82), die mit meinem Vater dieses Haus erbaute, ist ausgezogen, weil sie das ständige Schreien und die Gewaltausbrüche ihrer Tochter nicht mehr ertrug. Das nächste Nachbarhaus ist 120 m weit weg, und doch empfindet man das nächtliche Geschrei meiner Schwester als unzumutbar.
Nimmt sie eine Zeit lang regelmässig ihre Medikamente oder holt sich ihre Haldol-Spritze, ist sie ein anderer Mensch. Doch ist das selten der Fall, meist nur, wenn sie nach Vandalenaktionen (Türen zertrümmern, Gefährdung anderer, wenn sie Gegenstände wie Flaschen, Kaffemaschine, Bügelladen aus dem Fenster wirft) zwangseingewiesen wird. Dann ist sie auch schnell wieder heraussen, da nach spätestens 3 Tagen eine Richterin kommt, die ihr die Freiheit wieder verschafft. Wohl, weil sie ja die arme schmächtige und mittlerweile ja medikamentenversorgte und somit zahme Frau nicht anders erleben musste.
Leider gibt es laut Aussage ihres Arztes keine Möglichkeit, sie zu zwingen, sich regelmässig behandeln zu lassen. Meist geschieht das nur, wenn wir uns nicht mehr anders zu helfen wissen, als wieder mal die Polizei zu rufen, die mittels Amtsarzt die Einweisung veranlasst. Dann bleiben uns wenige Tage, wo wir nicht mit wurfgeschossen aus dem Obergeschoss und beinahe ständigem Geschrei (Beschimpfungen übelster Art) rechnen müssen.

Das war der Versuch einer Beschreibung, wie Menschen in der Umgebung einer an Schizophrenie erkrankten Frau mitleiden, ohne eine Möglichkeit die Situation verbessern zu können (Ausser Flucht durch Aufgabe des Hauses).

Herbert
 
Andreas
Hallo Herbert,

ich möchte hier nichts schönreden oder sonst der gleichen. Fehlendes Einsehen der Patienten, dass mit ihnen selber etwas nicht stimmt oder zu später Behandlungsbeginn sind oft die Vorläufer solchen Verhaltens. Fremdgefährdung oder anderes Verhalten, das störend empfunden wird ist mit Sicherheit nicht gerade sehr angenehm. Allerdings trifft dieses Verhalten nicht nur auf "Kranke" Menschen zu, sondern nimmt leider immer mehr "Gestalt" an und verbreitet sich rasent schnell. Ein Grund dafür mag vielleicht der ständig wachsende gesellschaftliche Druck sein, immer perfekt funktionieren zu müssen. Es ist heute leider eine "Schande" wenn man sich dazu bekennt ein "schwacher" Mensch zu sein. Schwäche wird heute nicht mehr toleriert, wer schwach ist, geht definitiv den "Bach" runter. Ich weiss auch nicht wie deine Schwester ihre Kindheit erlebt hat oder was dabei alles passiert ist. Sicher ist aber, dass psychische Störungen unter anderem auch im sozialen Umfeld ihren Ursprung haben. Vielleicht sollte an diesem Punkt mal angesetzt werden. Selbstverständlich ist es für deine Schwester, aber auch für euch wichtig, das deine Schwester damit anfängt erst einmal wieder ihre Medikamente einzunehmen. Damit ist aber noch lange nicht alles erledigt. Ein weiterer Punkt wäre vielleicht eine Therapie. Wenn dieses Therapie Erfolg zeigt, wird deine Schwester mit Sicherheit gestärkt dadurch wieder neu "aufatmen" können. Aber auch dies wird für euch Konsequenzen haben. Mit einer Therapie gehen unweigerlich enorme Veränderungen von statten die Auswirkungen auf eure gesamte Familie haben werden. Dies sind meine Erfahrungen die ich bisher gemacht habe. Es ist aber auch ein gewisses Maß an selbstkritischem Verhalten der Angehörigen notwendig. Psychisch "Krank" ist man nicht unbedingt von Geburt an, es spielen eine ganze Reihe an Dingen eine große Rolle. So zum Beispiel, soziales Umfeld, Umwelteinflüsse, genetische Ursachen und eventuelle Krankheiten die einmal eine Rolle gespielt haben können. Bei psychischen Störungen geht man von "multifaktoriellen Ursachen" aus, dass heißt, dass es eine ganze Reihe an Ursachen gibt die ungünstig zusammen wirken und auftreten. Psychische Störungen kommen definitiv nicht von "ungefähr". In diesem Sinne dir und deiner Familie noch alles Gute und viel Kraft, aber auch etwas Einsichtigkeit.

Schöne Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
Herbert schrieb:
Meine Schwester leidet an Schizophrenie. Und mit ihr leiden alle in ihrer Umgebung.

Herbert


Zur Therapie zwingen geht nicht. Hätte keinen Zweck wenn sie nicht den Willen bzw. in der Lage ist aus ihrem Dilemma zu lernen. Oftmals lernen Angehörige ebenfalls nicht zu.

Da ich nicht nur Psychiatrie-Erfahrener bin sondern ein Mensch dessen Herz und Verstand funktioniert, habe ich ebenso Mitgefühl mit euch als mitbetroffene Angehörige die mit jemanden umgehen müssen der in seiner Not, nur noch an sich selbst denken kann und zugleich Aggressiv ist.
Warum schreibe ich das? Wer verzweifelt sich im Kreise dreht kann nur noch seinen eigenen Schmerz sehen. Doch manche (eher wenige) sind dann sehr aggressiv und einige gewalttätig.

In der Psychiatrie will man die Patienten möglichst schnell wieder loswerden damit sie prahlen können was sie für sie getan haben und wie erfolgreich sie angeblich sind. Dann bekommt die Klinik die Psychodrogen noch billiger um Geld einzueimsen anstatt hilfreiche zu sein. Die Ärzte sehen auch nur einen sanftmütigen vor sich wenn ein Patient mit den Psy-Drogen vollgepumpt ist.

Gegen Gewalt, vom rechtlichen Standpunkt aus gesehen, kann nur etwas getan werden wenn es passiert ist und beweisbar.

Was könnt ihr tun? Ruhig bleiben und rechtzeitig (aber nicht zu früh, da sonst nichts festgestellt wird) die Zuständigen herbeirufen (wird wohl hier die Polizei sein, denke ich). Ihr als Angehörige kennt euch doch am besten, wenn es wieder los geht, gibt es Anzeichen. Dann ist es bald wieder soweit (ist bei jedem anders).
Es sieht vorerst so aus, dass der einzige Weg, die Einweisung bleibt. Stellt euch darauf ein das es immer so weiter geht, derzeit jedenfalls (nicht übermäßig dramatisieren). Nur rechtzeitig handeln. An der Situation ist wohl erstmal nichts zu rütteln.

Was ihr noch tun könnt ist, eine Beratung aufsuchen. Dann könnte es auch zusätzliche oder andere Wege geben. Wichtig ist es, dass ganze für euch selbst zu verstehen um besser damit umgehen zu können. Das hilft zumindest euch, nervliche Belastungen geringer zu halten.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Nase im Wind
Hallo Hilfesuchender
Ich möchte versuchen, auf trockne sachliche Ebene darzulegen, zur der Grundproblematik u. das Dilemma der Ärzte oder der Kliniken, Psychiatrischer Dienst, u. anderes.
Aus Sicht der Ärzte gehöre ich, im Gesamtrahmen gesehen, zu den psychisch Betroffenen, und bewege mich in diesem Betroffenenkreis.


Falls jemand einen Menschen erschlägt in seinem „“einmaligen“ Verwirrtheitszustand (Ausnahmezustand) „u. dies im Zusammenhang eines „Affektes“ handelte, und nach eingehender Untersuchung die Experten zu dem Schuss kommen, dass eine Wiederholung derartigen Handelns quasi unwahrscheinlich ist, „dann gibt s nichts gerechteres als diesen sein leben weiterhin unbehelligt führen zu lassen“.
Das sagt mir mein Gerechtigkeitssinn, unabhängig von meinen Rachegefühlen oder Wut. Für jemanden der so etwas miterleben musste ist es sicher schwierig genügend Abstand zu haben, wenn dieser Täter keine weiteren Konsequenzen für seine Tat tragen muss.


Wenn ein psychisch Betroffener z.B gewalttätig oder sehr Aggressiv ist der, aus der gemeinsamen Wohnung nicht herauszubekommen ist, oder im öffentlichen Raum eine Gefahr für die Angehörigen darstellt, dem man nichts nachweisen kann oder nicht ausreichende erkennbar Indizien vorliegen, so gibt es nur einschränkende u. begrenzte Optionen sich zu schützen.
Die gesetzliche Lage sieht vor, jedem der Familienmitglieder davor zu schützen, dass andere Mitglieder einen hinausdrängen können den sie loswerden wollen, mit Hilfe von Behauptungen. Somit ist es Sinnvoll, dass nahezu erdrückende Hinweise erbracht werden müssen.
Auf der anderen Seite ist es entsprechend schwierig Angehörige vor jemanden zu schützen dem man, als außen-stehender der nicht direkt Zeuge war, nichts erkennbares ansieht oder nur vage vermuten/ spekulieren kann.

Jetzt könnte man sagen, warum muss immer erst was schreckliches passieren. Nun, das muss es nicht immer, aber zumeist ist es kaum möglich dies zu verhindern. Da kann man nur hoffen, dass etwas passiert und der angegriffene glimpflich davon kam aber dann wenigstens Beweise existieren.
Selbst erfahrene Psychiater können kaum solch eine Gefahr aus einem merkwürdigen Verhalten heraus erkennen wenn er das beschriebene oder ähnliches verhalten nicht direkt miterlebt.

In einer solchen Situation kann man sich leider nur, entweder entscheiden mit dieser Situation zu leben (das Risiko eingehen), was die meisten in einem Fall von potenzieller Gefahr kaum psychisch gesund bleibend überstehen. Oder man tut alles, sich selber aus der Schusslinie zu ziehen – also, z.B bedauerlicherweise selber ausziehen u. gegebenenfalls sogar die Stadt zu verlassen. Andere Optionen gibt es dabei nicht.
Das ist kein Trost, aber andere Gesetzeskonforme Möglichkeiten sind da nicht drin.
Ein Alptraum ist es allemal, und die Lebensqualität reduziert sich sehr, und von der seelischen Belastung kaum zuschweigen.


Umgekehrt überwiegend, müssen friedliche psychisch Betroffene unter ihren Angehörigen leiden (wenn auch keine Absicht dieser Angehörigen, dahinter steckt) anstatt hilfreiche Unterstützung von ihnen zu bekommen.


Ich selbst möchte die gestörten gewissenlosen lärmenden Mieter um mich herum auch gern raus haben. Nur ist es schwer denen was nachzuweisen wenn die Polizei die ich rufe, fast immer zu spät eintrifft. Mir bleibt die Wahl auszuziehen oder das alles weiter zu erleben.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Nase im Wind
Hallo hilfesuchender
Bei deiner ersten Beschreibung konnte ich leider nicht viel anderes antworten oder drauf eingehen, denke ich. Aber du bestätigst dies ja soweit. Und eine Gefahr ist immer noch aktuell. Ich sehe hier schon eine Vernachlässigung der Aufgaben von behördlicher Seite.
Ich gehe natürlich davon aus, dass ihr ihm helfen wollt. Das ist zugleich nebenbei auch ein gewisser Schutz für alle. Klar, so was wie Rachegefühle oder ähnliche würde ich niemanden unterstellen. Es sind einfach gelegentlich so Gefühle die auf-flackern können und haben so keine Bedeutung.Sie können wie auch Wut, verzweifelte Momenten leichter ertragen helfen. Daran ist nichts unschickliches.


Einfacher etwas in die Wege zu leiten wäre, wenn er im psychiatrischen Bereich bereits Auffälligkeiten zeigte und registriert ist. Leider ist oft einige Überzeugungsarbeit zu betreiben, bis die Zuständigen schnallen was auf den Spiel steht. Ihr habt sicher schon verschiedenes versucht.
Außer, sich an medizinische u. behördliche Stellen wenden, sind Angehörigenorganisationen mit ihren Angeboten eine weitere Möglichkeit. Die bieten Infoabende, Tipps oder Hinweise wie man eher zu seinem Recht kommen könnte u. anderes mehr. Mitunter auch, wie man vorgehehen kann z.B beim SPD oder mit der bestehenden Situation umgeht.

So wie eure Lage sich darstellt, glaube ich, sollte es eigentlich einen Arzt, geben oder z.B beim Sozial psychiatrischen Dienst (SPD) jemanden geben der sich näher damit befasst. Da muss allerdings erstmal eine aktuelle Situation entstehen oder die Hinweise erdrückend überzeugend wirken. Es wäre also hilfreich, schleichende sich anbahnende Symptome zu registrieren, dann zum Telefon greifen.

Bei einer Befürchtung von Gewalt ist wohl die Polizei der erste Weg, und vielleicht zusätzlich weitere Telefonate. Besser noch, mal beim SPD vorsprechen und erneut erörtern. Die muss man manchmal nerven um Gehör zu finden Mit detaillierterer Situationsbeschreibung im Gepäck ist die Chance größer das die sich mehr befassen. Besser zu früh und ein-wenig öfter die Polizei rufen, als zu spät etwas unternehmen. Muss man bisschen einschätzen.
Sein durchschnittliches Verhalten u. Verlauf oder diverse Reaktionen auf bestimmte Ereignisse, denen mitteilen kann eine Einschätzung u. vielleicht eine psychiatrische Untersuchung ermöglichen. Je mehr Familienmitglieder oder andere dies bestätigen, um so besser. Aussagen von Nachbarn kann recht wirksam sein.


Ob ihr zufiel getan habt oder an falscher Stelle um ihn zu schützen wo nicht angebracht ist oder das richtige getan habt, nur eben ohne wirklichen Erfolg, kann ich nicht beurteilen. Hat auch wenig Sinn mögliche erkannte Fehler der Vergangenheit sich selbst Vorzuwerfen oder zu sagen, hätte ich blos ... . Dann eher, sich diese gewonnenen Erfahrungen zu nutze machen.

Jedenfalls ist niemand vorbereitet und es dauert einige Zeit bis diverse Vermutungen oder Verdachtsmomente sich einstellen das sich eine Erkrankung dahinter verbirgt.
Erkennbare Signale gibt es lange vorher, doch kaum jemand kann sie deuten um rechtzeitig zu erkennen.
Jedenfalls, bei jeweiligen bestimmten Situationen, wegen einer Diagnose „Krank“, zu bestimmten Momenten mit Samthandschuhen anfassen und ihm Narrenfreiheit zu gewähren wäre eine gefährliche Fehleinschätzung.
Bezeichnet man einem psychisch Betroffenen als, zu behütenden armen Kranken, dann wird er zu Recht ärgerlich.

Was man fast nie verhindern kann, ist eine Einlassung aus einer Klinik, voll gepumpt mit Psychopharmaka, als gemäßigt u. besänftigt entlassen, auch wenn bekannt ist, dass sich einiges wahrscheinlich wiederholen wird.
Die Entscheidung, jemanden zu entlassen trotz eines gewissen Maßes von Wahrscheinlichkeiten von Risiken, könnte ich verstehen wenn so jemand wenigstens ausreichend lange in der Klinik bliebe und verschiedene Therapieangebote durchlaufen hat.

Leider geht es den Klinik-Betreibern nur um finanzielle gewinne durch schnelle Entlassung mit Medikamenten, die dort preiswert eingekauft wurden. ... Das macht mich wütend.
Ehe jemand in die Forensische landet, ist bis dahin bereits einiges geschähen. So etwas überhaupt anzuordnen ist, meine ich, wirklich eine sehr schwierige Abwägung.

Einige wenige Ärzte u. Andere kommen allmählich dahinter, dass sie nicht allein mit medizinischem Wissen- Methoden- u. Verständnis zum Ziel gelangen können. Dies zu begreifen steckt noch in den Kinderschuhen.
Der minimalste Schutz für Angehörigen wäre, deren Aussagen ernst zu nehmen und mal vorbeikommen, sich einige male ein Bild machen.

Die effektivste Möglichkeit sehe ich in einem Zusammenschluss mit-betroffener Angehöriger. Anders kommt man schwer durch mit seinen Argumenten. bei psychisch betroffenen spricht man, von Prevention. Ich bin absolut de Meinung, dass die Angehörigen unbedingt auch mitberücksichtigt werden müssen.
Die Schwierigkeit einer abzuwägenden Entscheidung bleibt allerdings im Einzelfall immer bestehen. Da haben Gesetzte stets ihre Grenze.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Michaela
Hallo;
ih bin hier auch Neuling. Meine Mutter hat mich so fast das ganze Leben Tiranisiert, obwohl sie nichts dafür kann.Heutzutage ist sie zu Alt dazu (87.J.) und wird regelmässig Verarztet. Therapie kam bei ihr nie im Frage, weil seitdem sie Erkrankt ist (ca. 37.J.) hat sie nie das Bewusstsein ihrer Krankheit Einsehen können. Ich habe ein Zwangskind statt einer Mutter gehabt und bin immer noch für alles was sie betrifft Verantwortlich. Ich sorge für alles Notwendig aber würde sehr gerne alles Definitiv los werden!Sie bekommt eine Monatliche Haldol Spritze.Ich habe mir eine Angehörigen Gruppe gesucht für Schizofrenie-Kranke um mich Austauschen zu können und auch etwas "Luft" zu machen, auch natürlich bei Anderen ein Ohr zu geben, gibt es aber bei mir leider nicht. Ich hoffe hier richtig zu sein.
LG;
Michaela.
 
Nase im Wind
Hallo Hilfesuchender,

Ich möchte hiermit erst einmal mein Beileid aussprechen.


Dein Bruder wollte natürlich Abschied nehmen.
Der Psychologin kann man vielleicht keinen Vorwurf machen. Glaube aber auch, dass ihr nicht ganz Wohl dabei war zuzustimmen. In wie weit es aus ihrer Sicht gerade noch verantwortbar war hängt z.T von ihren momentanen Eindruck u. vom Gesamtbild ab das sie von ihm hat, den Fakten die bestätigt sind.
Dein Bruder hat sicher nicht den Aufruhr geplant. Aber, sich Rückhalt ermöglichen durch die psychiatrische Versorgung, sich diesen zu sichern könnte man im weiteren Sinne als eine Täuschung werten. Darin war er vermutlich berechnend.

Das äußerliche Auftreten deines Bruders zwecks Kleidung würde ich ihm nicht nachtragen. Manchmal ist die Garderobe nicht alles. Mehr war ihm nicht möglich als wenigstens dort zu sein.
Wenn ich mich zurück erinnere als ich zur Beerdigung meines älteren Bruders, nicht ganz pünktlich ankam und unter Alkohol stand, überkommt mich auch etwas die Scham. Dennoch sehe ich meine damalige persönliche Verfassung. Dieser Bruder hat mir wirklich was bedeutet.


Ich lese für mich heraus, dass die Betreuerin vermutlich eine, zumindest, entferntere verwandte ist? Weil du schreibst; deren (also, ihre?) Kinder, und diese sind eure Nichten. Aber ich glaube, es ist hierbei nicht so wichtig ob ich diesen Abschnitt nun richtig interpretiere.
Was zu tun ist liegt wohl auf der Hand. Ich denke auch das du das richtige tust. Etwas in der Art oder dasselbe wäre ebenso mein Vorgehen, zwecks Wohn-Unterbringung/ Lebensraum zuweisen lassen. … Das bisher, kann einfach nicht so weiter laufen. Dein Bruder selbst, kommt dabei auch nicht zu einer Form von Ruhe.

Es kommt gut an, dem Gericht und anderen zu vermitteln, „auch sein Wohl“ im Auge zu haben, mit dem was ihr auf den Weg bringen wollt bzw. müsst.

Zweifelsfrei muss endlich was in die Gänge kommen in der Richtung, bzügl. Wohnbereich. Da scheint diese Betreuerin interessenbedingt befangen zu sein. Ich würde auch drauf bestehen das sie da entsprechend angemessen, der beschriebenen Situation, unbedingt tätig werden muss. Seine gesetzliche Betreuerin, könnte sie sehr wahrscheinlich trotzdem bleiben. Das ist sogar oft üblich.


Falls man ihr, bezüglich ihres Betreuungs-Auftrages keine Ungereimtheiten zur Last gelegen kann, könnte es schwierig werden sie auszuwechseln. Wenn er die behalten will, bleibt sie vermutlich. Ihre mögliche oder tatsächliche finanzielle Verstrickung sollte mit dem Amtsrichter besprochen werden. So kommt mehr Gewissheit in die Verhältnisse.

Dein Bruder kann da wohl tatsächlich nichts für sein Verhalten. Betroffene sind, egal welcher Ausrichtung, viel cleverer als allgemein eingeschätzt wird. Niemals unterschätzen.
Ich gehe doch mal davon aus, dass er nicht länger in dieser Klinik bleiben wollte bzw. dies nur zur Übernachtung war. Ist schon was seltenes, kann je nach eigener Schilderung und Einschätzung so vereinbart worden sein mit dem Aufnahmearzt.

Der „genaue“ Betreuungsumfang dieser speziellen Betreuung durch seine „Amts“-Betreuerin müsste zunächst geklärt werden. Schon dafür wäre es das wert sich beim Amtsgericht näher darüber zu erkundigen.
Für mich stellt sich erstmal die eine Frage; ob sie gemäß ihres Auftrages berechtigt war einfach sich zu verdrücken. Falls ja, so verständigt man sich doch mit den Angehörigen vorher. Ansonsten würde ich das als Pflichtverletzung, auch im juristischem Sinne interpretieren. Ob man damit durchkommt?
Ich denke, du hast den passenden Eindruck von ihr. Erscheint mir auch nicht ganz koscher ihr ganzes Handeln.

Wenn sie ihn in Kenntnis darüber gesetzt hat, dass ihm die Polizei drohe falls er über die Strenge schlägt, so weiß sicher nicht nur sie über seine affektiven Unberechenbarkeit und Gewaltpotential gut Bescheid, sondern wird sicher von ihr bereits niedergeschrieben worden sein oder sie hat auch von „offizieller Seite Kenntnis“ davon.

Diese Begrifflichkeit dir gegenüber; „Er möchte das nicht so gerne“, oder so ähnlich, das ist in meinen Augen auffällig. Jedenfalls dann, wenn sie dies „nicht“ in seinem Beisein so ausdrückt. Man kann da nur noch auf eine manipulierende Art achten. Diese Frau genauer beobachten wäre so mein Art sie abzuleuchten. Also ich meine, man achte auf ihre Aussagen.
Und ich frage mich, ist ihr allgemeines Verhalten u. Handeln, entsprechend dessen was sie über ihren zu betreuenden Schützling weiß, im richtigen Verhältnis. So etwas geht mir dabei durch den Kopf.


Ich will die Betreuerin nicht als gieriges Monster hinstellen, jedenfalls wirft es einen Schatten wenn sie Geld aus seinem privaten Konto erhält. Sie scheint dieser speziellen Aufgabe jedenfalls nicht recht gewachsen zu sein.
Ich möchte aber doch anmerken das ich die Lage nur aus der Ferne beurteile. Falls der Eindruck so ist, den ich auch von Außen habe, würde ich selbst, keine mögliche Verzögerungstaktik dieser Betreuerin akzeptieren und meinerseits meinen eigenen Bericht an den Amtsrichter, und an wen eben sonst noch möglich ist, senden. Auch ein Gesprächswunsch unterbreiten. Es sollte ja wohl gestattet sein, Punkte eines Misstrauens oder Zweifels darzulegen.


Mein Bruder ist bei allen Zusammenkünften ur-peinlich. Er muss immer auf sich aufmerksam machen in dem er an allem, aber auch wirklich an allem was zu bemäkelt hat. Das tut er lautstark genug, so dass es jeder im Raum mitbekommt.
Der machte leider auch bei einem Essen, zum Anlass der Beerdigung unsrer Mutter im letzten Jahr, keinen Unterschied. Da ist es besonders peinlich. Im Innern schäme ich mich heute noch. Berechtigte Kritik versteht er nicht, wird höchstens noch deutlicher. Na gut, Gewaltausbruch müssen wir nicht fürchten, und ich hoffe, dass dies so bleibt.

Bei All den Ereignissen wünsche ich euch ruhige Momente zur Besinnlichkeit.
Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Michaela
Hallo Hilfesuchender;

ich kenne mich nicht in dem Gesetzgebungen aus aber nach Deinen Beschreibungen scheint Dein kranker Bruder nicht für sich selber alleine Sorgen zu können, vielleicht ist es der Fall durch dem Rechtsanwalt seine Vormundschaft zu Beantragen, da könnte der Vormund innerhalb des Hauses die Bestimmungen und auch die Hausordnung die mit ihn zu tun hat erstmal Regeln.

Ich "drücke ganz Stark die "Daumen"" das die Situation sich schnell Verbessert!!Wink
Michaela.
Nicht immer ist es Möglich sich in die Rolle des Anderen zu tun.
 
Nase im Wind
Hallo
ich war jetzt ein weilchen sozusagen hier außerhaus gewesen. Die letzen zwei monate vor jahresende abverlangt viel Aktivität.

Ich denke auch, jetzt wo alles in die Wege geleitet und in der Schwebe ist, sich emotional mehr herauszuziehen und mehr aus der Ferne beobachten, sonst verliert ihr noch eure gesundheit. Leicht gesagt, weiß ich. Aber es geht. Möglichst selber mit einem gewissen Abstand einfach nur dran bleiben.

Es ist offensichtlich die harte Tou erforderlich. Anwalt ist wohl erstmal das Einige u. das Beste in der Angelegenheit.
Das ist ja ein unglaublicher Vorgang der da abläuft. kann mir nicht recht vorstellen das das Psy-krankengesetzt diese macht hat, wenn auch viel Macht. Was passiert da bloß?

Wenn ein Testament vorliegt, z.B das besagt, dass Haus gehör allen, dann kann man es nur verkaufen falls keine Zustimmung der Anderen Begünstigten anspruch auf das Haus erheben. So würde ich meine Rechte verstehen. Das Testamentsrecht außerkraft setzen, um jemanden damit angäblich psyche Stabilität zu sichern, erscheint mir überaus wiedersinnig. Da stinkt doch gewaltig etwas.

Ich hoffe, euer Anwalt ist beweglich in seinem tun. Ich reime mir zusammen, dass möglicherweise noch mehrere im Spiel sind als nur diese Betreuerin. Diesen Eindruck gewinne ich.


Auch ich drücke beide Daumen. Last euch nicht entmutigen.
Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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