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Ein Einblick in mein Selbstbild
Mephisto
Hi,

ich stelle mich mal vor ich bin männlich, 22 Jahre alt studiere bis dato Philosophie. Ich bin mir unsicher, ich weiß nicht in wie weit ich psychisch krank bin und in wie weit meine Gedanken normal sind oder nicht.

Ich fang einfach mal an, ich habe schätzungsweise das erste mal mit 15 ein Bild im Kopf gehabt, welches ich nicht kontrollieren konnte, litt meiner Meinung nach an Depressionen, habe wiederholt therapien abgebrochen, weil ich der ansicht war sie könnten mir nicht helfen und da ich mich selbst aufgrund meines damaligen labilen Umfeldes selbst in Psychische krankheiten eingelesen habe, konnten sie mir meist nicht neues erzählen.

Ich habe irgendwann angefangen zu kiffen, und andere Sachen auszuprobieren und bin nun seit 3 Monaten clean, trinke weder noch nehme ich andere Dinge zu mir.

Das nur insgesamt als Randinfo.

Wie soll ich den rest beschreiben, ich bin meist ruhe los, habe selten momente in denen ich entspannt bin, viele Menschen überfordern mich und ich habe das Gefühl es würden zu viele Informationen an mich gelangen, meisten geht es mir zwar ganz gut aber nie so richtig , also ich bin nicht traurig oder ähnliches ich bin nur dauerhaft gestresst und innerlich unruhig und angespannt, ich habe häufig das Gefühl andere Leute würde mich kritisieren, oder über mich reden oder anstarren, zudem denke ich manchmal Menschen würden sich gegen mich verschwören oder meine Freundin ginge mir Fremd.

Hin und wieder bekomme ich Kopfschmerzen und einen Art druck im Kopf, ich habe mir Zeit weise eingeredet das ich ein psychopath sei, aber auch nur aus dem Grund das ich, dachte das würde mir helfen, weil psychopathen ja keine Gefühle haben, ich sehe zudem viele Dinge als Andeutung für ein großes ding an, vllt sollte ich dazu sagen das ich mich sehr stark selbstreflektiere und nur am grübeln bin schon seit jahren.

Ich habe Zeitweise gedacht ich sei auserwählt, für irgendetwas und ich hasse irgendwie jeden Menschen weil ich das Gefühl habe sie seien alle dumm und würden sich nur mit banalitäten beschäftigen, wenn meine Freundin mir nicht zurück schreibt und mir nicht sagt was sie wann und wie tut, werde ich nervös, habe das Gefühl sie würde mir Fremd gehen oder sterben.

Grundsätzlich komme ich seitdem ich mit den Drogen aufgehört habe zwar besser mit allem zurecht und mir gelingt meist gegen diese Gedanken und Gefühle zu steuern aber nicht immer.

Zeitweise werde ich agressiv wenn eine Kleinigkeit nicht so läuft wie ich mir das vorstelle, weil ich dann sofort das Gefühl habe der ganze tag sei hinüber und alles sei schlecht.
Ich schwanke zwischen gut und böse, in einem Moment liebe ich eine Person im nächsten will ich sie nie wieder sehen.
Manchmal denke ich ich habe keine gefühle und ich sei ein fluch für jeden im nächsten denke ich die menschen könnten ohne mich nicht leben.

Ich brauche ständig Ablenkung und kann nicht gut alleine sein, weil die Gedanken und Gefühle dann überhand nehmen .

Zudem denke ich irgendwie die ganze welt würde sich um mich drehen und ich sehe mich selbst als unglaublich un/wichtig an es sei denn ich erreiche mehr als jeder andere und ich habe das Gefühl ich muss das, ich sehe alle dinge die ich schaffe als selbstverständlich an. Einige zeit habe ich "gottes zeichen" warhgenommen.

Hin und wieder habe ich Schübe, wenn ich das so nennen kann, in denen ich äußerst Konzentriert, kreativ und reflexfähig bin.

Ich denke zwar das ich irgendwie eine Therapie brauche, aber mich schrecken da so viele dinge ab, ich denke z.b. die Therapeuten wollen mich manipulieren und zum Systemopfer machen, zu einer Marionette, welche dem System dient, genauso habe ich angst davor das ich an den Falschen gerate oder das die Leute mich nicht ernst nehmen.

ich weiß nicht, einerseits finde ich diese Sachen gut, weil sie mich ja irgendwie zu etwas besonderem machen , voralledem diese "Schübe" sind einerseits gut anderer seits schlecht, anderer seits machen sie mir nach wie vor angst , teilweise habe ich sogar persöhnlicheiten aus filmen übernommen, irgendwie weil ich dachte ich sei diese Person... grade fühle ich mich als "normal" allerdings nicht so normal wie ich mal wahr .. keine Ahnung.

Ich will eigentlich eine Diagnose und das mir jemand sagt wie ich damit insgesamt umgehen soll, weil ich selbst meist nicht richtig einschätzen kann was richtig für mich ist, allerdings will ich keine Medikamente nehmen und bei der Therapie naja bin ich eben zwiespältig.

ist sehr viel ich weiß, ich hoffe es findet trotzdem jemand die Zeit es zu lesen, kann sein das ich evtl noch einige dinge vergessen habe.

MFG a unknown player
Bearbeitet von Mephisto am 10.04.2015 22:17
 
Rose1902
Hallo Mephisto,
ich finde es prima, dass du den Mut aufgebracht hast, dich in diesem Forum umzusehen und dich mit deinen Symptomen vorzustellen. Ich antworte jetzt einfach mal darauf, obwohl ich sicher nicht der richtige Ansprechpartner für dich bin. Aber nichts ist frustrierender als gar nichts zu hören.
Ich bin leider nur Angehörige. Mein Sohn leidet unter ähnlichen Symptomen, aber ich denke schon, dass du hier richtig bist und dir auch Betroffene dabei helfen können, eine Antwort auf deine Frage zu finden. Deine Ängste eine Therapie zu beginnen, kennen glaub ich auch viele Betroffene. Aber das du dich hier angemeldet hast ist schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, du kannst dich mit einigen Mitgliedern hier austauschen und wünsche dir für den weiteren Weg viel Glück.
Rose1902 Wink
 
Andreas
Hallo Mephisto,

in Situationen in denen ich mich gestresst fühlte habe ich oftmals Spaziergänge in meiner Umgebung in Parks und an Seen unternommen. Dabei hatte ich regelmäßig Musik auf meinen Ohren und meine Kamera dabei. Meine Spaziergänge in der Natur haben mir oft geholfen zu entspannen und meine Mitte wiederzufinden.

Was eine Therapie angeht, mir hatte damals meine psychologische Verhaltenstherapie sehr geholfen. Sie ging von 2007 bis 2009. Mein Therapeut hatte relativ leichtes Spiel mit mir, da ich ihm von meinen Problemen erzählte und während desen mir schon die Lösung durch den Kopf ging, die ich ihm im Anschluss präsentierte. Dadurch hatte sich nach ca. 1 Jahr Therapie etwas in mir getan und ich fing an mich zu entwickeln und habe in meinem Wohlbefinden massive Fortschritte gemacht. Zu dem hatte ich parallel auch noch angefangen meine Ernährung umzustellen, so dass ich auch mit mir selber wesentlich zufriedener war.
Parallel mit dem Beginn der Therapie bagann ich auch eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. Auch dies wirkte sich positiv auf mich aus.

Eine Therapie mit dem Wunsch oder der Vorstellung zu beginnen, dass der Therapeut hilft oder einen selbst wieder gesund macht ist eher kontraproduktiv. Am besten ist es, wenn man die Therapie recht locker angeht ohne einen gewissen Druck sich selbst, aber auch dem Therapeuten gegenüber. Wichtig bei einer Therapie ist aber auch, dass man sich beim Therapeuten wohl fühlt. Die Chemie muss halt einfach stimmen, ansonsten klappt das auch nicht wirklich.

So lange du deine Gedanken noch gut kontrollieren kannst und immer wieder aus deinem Gedankenwirrwar hinaus findest sind wahrscheinlich Gespräche die besser Alternative gegenüber Medikamenten.

Auch was deine anderen Gedanken angeht, dass deine Freundin fremd geht oder ähnliches, da wäre auch mehr Gelassenheit wichtig, und dabei unterstützen dich vielleicht auch wieder Spaziergänge in der Natur. Denn die Natur wirkt allgemein sehr beruhigend auf uns Menschen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
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Mephisto
Vielen dank für eure Antworten haben mir schon etwas geholfen Smile
 
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