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Keine Krankheitseinsicht
Tiko
Hallo,

lange habe ich überlegt hier die Frage der Fragen zu stellen. Die Frage die mit Sicherheit ganz viele hier sich auch schon gestellt haben.
WAS kann man tun, wenn das Kind keine KRANKHEITSEINSICHT hat und an Schizophrenie erkrankt ist?
Ich weiß: NICHTS. Jeder hat ein Recht auf Krankheit.
Eigentlich fehlt mir Kraft einen Text zu verfassen. Eventuell hat aber unter den vielen Betroffenen hier jemand einen Rat.
Ich werde versuchen mich so kurz wie möglich zu halten und dabei auf die momentane Situation zu beschränken.

Mein Sohn, 27 Jahre, ist an Schizophrenie erkrankt. Er bekommt EU-Rente und Sozialhilfeaufstockung. Er hat seit November wieder einen Betreuer. Den auch nur durch meinen Kampf, denn er hatte bereits seine Wohnungskündigung. Entschuldigung, ich wollte nicht abschweifen.
Im Juni 2014 bekam er seine letzte Depotspritze und ist seit der Zeit ohne Medikamente und war nicht wieder beim Arzt. Sein psychischer Zustand verschlechtert sich fast wöchentlich. Ich habe das Gefühl er ist schon lange ganz weit weg. Manchmal kann ich ihn nicht einmal mehr sehen ohne sofort Tränen in den Augen zu haben.
Ein Gutachten vom letzten Jahr bestätigt, dass er seinen Willen nicht frei äußern kann. Seine fehlende Krankheitseinsicht verbunden mit der Verschlechterung seines Zustandes ist natürlich eine Gefahr, dass die Krankheit chronisch wird.
Weiterhin hat er sehr stark abgenommen. Bereits zu Beginn der Betreuung am 19.11.2014 hatte er sehr viel abgenommen. Dies teilten wir dem Betreuer sofort mit. Seine Antwort: „Ich werde das beobachten.“ Er beobachtet noch heute. Mein Sohn hat von ca. 17.11.2014 bis Mitte Februar 2015 unter der Betreuung weitere 8 kg abgenommen.
Dem Betreuer war das unter seiner Beobachtung nicht aufgefallen. Wir teilten es ihm also mit, dass er weiter abgenommen hat und es seit der Betreuung 8 kg sind.


Weiter hat mein Sohn eine Fußverletzung
Ca. am 10.12.2014 humpelte mein Sohn stark. Er sagte, dass er umgeknickt wäre. Im Verlauf am 20.12.2014 sprang er nur noch auf einem Bein. Seit dem 28.12.2014 springt er nicht mehr. Jedoch tritt er mit dem Fuß überhaupt nicht auf. Er humpelt und belastet den Fuß nur auf der Außenkante.

Der Betreuer sagt uns immer, dass er nichts machen kann. Ja, ich weiß und ich kenne es, dass jeder ein KRANK sein darf.
Sieht jemand hier eine Möglichkeit wie ich meinen Sohn zu einem Arzt bringen könnte?
Die Lage wird wirklich immer schlimmer.

Viele Grüße Tiko
 
Tiko
Hallo

auf der Seite http://www.bgt-ev...dlagen.pdf

hab ich was über Zwangsbehandlung gefunden. Ja klingt hart das Wort Zwangsbehandlung. Ist auch nicht mein Traum. Sehr es aber als einzige Möglichkeit.

Hat jemand Erfahrung damit?


Ziff. 3: Zulässig ist die Maßnahme nur, soweit diese erforderlich ist, um einen dro-henden gesundheitlichen Schaden abzuwenden. Erforderlich ist hier ein Vergleich des Status quo einschließlich im weiteren Verlauf der Erkrankung ohne Behandlung und dem erhofften Zustand nach einer Behandlung. Auf Grund des bisherigen Ver-laufs der Erkrankung von Frau F kann nicht damit gerechnet werden, dass eine Selbstheilung eintritt. Vielmehr ist zu befürchten, dass sich der Zustand verschlech-tert, die Verzweiflung der Betroffenen über die Uneinsichtigkeit ihrer Umwelt größer wird. Weiter ist zu befürchten, dass sich die Behandlungsdauer verlängert oder die Behandelbarkeit der Erkrankung durch die zunehmende Dauer sinkt, also die Er-krankung chronisch wird. Eine Behandlung hingegen eröffnet die Chance auf Besse-rung, Rückkehr in ein von Krankheit unbeeinflusstes Leben. Der schwere gesundheitliche Schaden besteht somit in der zu befürchtenden Verschlechterung des Zustan-des bis hin zur Chronifizierung.

Ein Auszug


Tiko
 
Rose1902
Hallo Tiko,
in eurem Fall würde ich auch sagen, dass der Tatbestand der Eigengefährdung gegeben ist. Darüber würde ich mit dem Betreuer noch mal sprechen. Zur Not hast du auch die Möglichkeit das Amtsgericht oder die begutachtenden Psychologen selbst anzuschreiben.

Allerdings solltest du nicht aus den Augen verlieren, was eine Zwangsbehandlung für deinen Sohn bedeuten würde. So ein Zwangsaufenthalt mit evtl. Zwangstherapie bedeutet für die Betroffenen immer Angst , Bedrohung, Verzweiflung. Mein Sohn hat den Aufenthalt als Hölle empfunden und behandelt worden ist er trotzdem nicht, da er sich erfolgreich mit Widerspruch dagegen gewehrt hat. Aber trotzdem war er 5 Wochen in der Geschlossenen und das war wirklich nicht schön.

Vielleicht hast du ja auch die Möglichkeit deinen Sohn irgendwie an seine Krankheit heranzuführen, Interesse dafür zu entwickeln oder auch mal von anderen zu erzählen, denen es ähnlich geht wie ihm. Oft hilft auch einfach zuhören, um Vertrauen zu gewinnen. Wenn allerdings gar nichts wirkt, muss man manchmal auch den leidvollen Weg gehen.

Wie auch immer, ich wünsch euch viel Glück und natürlich Kraft.
Lieben Gruss, Rose1902
 
Tiko
Hier der Link, der andere funktionier nicht


http://www.bgt-ev...dlagen.pdf

Tiko
 
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