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Ich bin Angehörige eines 28 jährigen Sohnes der eine schizophrene Psychose aufweist
Rose1902
Hallo, ich bin Mutter eines 28 jährigen jungen Mannes, der seit ca. 3 Jahren an einer schizophrenen Psychose leidet. Für mich fing alles ganz plötzlich an. Die damalige Freundin meines Sohnes rief mich im August 2012 besorgt an und erzählte mir, dass sich mein Sohn seit ca. 14 Tagen sehr sonderbar verhielte. Er hinge nur noch am PC und verfolge ständig im Fernsehen die Neuigkeiten bei N24. Er rede viel dummes Zeug, war islamfeindlich und würde ständig über Autos mit Verbrennungsmotoren reden und dass diese extrem die Umwelt schädigen. Ausserdem höre er Stimmen auf dem Dachboden und würde mit dem Besenstiel die ganze Nacht am Bett stehen und sie bewachen. Sie würde das nicht mehr lange aushalten.
Ich war völlig geschockt und habe die beiden sofort zu mir eingeladen, um mich vom Gesundheitszustand meines Sohnes zu überzeugen. Er stand völlig neben sich, war sehr unruhig und nervös. Er schimpfte über islamische Mitbürger. Die wären böse und würden die Weltherrschaft an sich reissen. ausserdem würden Sie ihn kaputt machen wollen und sein Leben ruinieren. Er sprach von einer Öllobby und davon, dass alle Autos mit Verbrennungsmotoren durch Elektroautos ausgetauscht werden müssen. Dabei lief er ständig hin und her, sein Puls raste. Seine Freundin erzählte, dass er nachts nicht mehr schlafen könne. Ich erzählte meinem Sohn, dass das alles nicht normal sei und das er dringend einen Arzt aufsuchen müsse. Er erzählte er bräuche keinen Arzt, sondern jemanden der ihm glaubt. Trotzdem war er verunsichert und liess sich zu einem Arztbesuch bei meinem Hausarzt überreden. Vor der Praxis machte er jedoch Halt, als ein Tankfahrzeug der Stadtwerke durch die Strasse fuhr und meinte dann, er könne auf keinen Fall in die Praxis gehen, da dort grade Gas eingefüllt worden wäre und das Haus vergiftet würde. Als ich versuchte, ihn mit seiner Freundin gemeinsam unterzuhaken und ihm versicherte, dass er gefahrlos hineingehen könne, riss er sich los und rannte vor uns davon.

Seidem habe ich ihn nicht mehr zu einem Arztbesuch überreden können. Mein Hausarzt erzählte mir, er zeige Symptome einer schizophrenen Psychose und gab mir die Kontaktdaten des psychiatr. Dienstes unserer Stadt. Dieser setzte sich mit meinem Sohn in Verbindung, konnte ihn allerdings auch nicht zu einem Arztbesuch oder den Besuch der Dienststelle überreden. Man sagte mir, da könne man nichts machen. Er wäre nicht einsichtig und ich sollte weiter versuchen, ihn zu überreden. Ich versuchte dies in der kommenden Zeit immer und immer wieder, aber seine Haltung Ärzten gegenüber wurde immer ablehnender. Inzwischen hat sich seine Psychose verschlimmert. Er leidet unter Verfolgungswahn, Wahnvorstellungen insbesondere über den Islam und die Zahl 7, die in seinem Leben eine grosse Rolle spielt. Die Zahl 7 bedeutet, dass sich Dinge für ihn immer und immer wiederholen, er sich also in einer Art Schleife befindet und einige Dinge immer und immer wieder neu erlebt. Er setzt diese Zahl auch aus anderen Zahlen und Buchstaben zusammen, z,B. 3+4 oder 12 -5. Buchstaben werden durch ihren Sitz im Alphabet addiert oder subtrahiert. Ausserdem sagt er auf der Suche nach einer Arbeitsstelle immer wieder hier war ich schon mal, das hab ich schon mal erlebt. Seit mein Vater am 12.12.2012 an Krebs verstorben ist, hat er kein Vertrauen mehr zu Ärzten. Die wollen einen nur vergiften, sagt er. Meinen Opa haben sie auch vergiftet mit der Chemotherapie. Auch meine Mutter ist inzwischen für ihn böse. Sie hat angeblich meinen Vater getötet,denn er war ihn noch mal besuchen kurz bevor er starb und da hatte er grade das berühmte Aufblühen kurz vor dem Tod. Mein Sohn konnte das aber nicht verstehen. Den Tod meiner Schwester, die an plötzlichem Herzinfarkt verstarb und den Tod meines Grossvaters, der dement war, gehen für ihn auf das Konto meiner Mutter. Deshalb hat er auch Ihren Dackel, mit dem er ein inniges Verhältnis hatte, einfach mitgenommen und nicht wieder rausgegeben auch nicht mit der Polizei. Er sagte, sie behandelt ihn nicht richtig und bei ihr geht er ein.

Auf Anraten meiner Cousine habe ich dann ein Betreuungsverfahren eingeleitet, damit meinem Sohn endlich geholfen wird. Mein Sohn hat damals fast ein halbes Jahr nicht mit mir gesprochen, was mir sehr weh getan hat und das Verfahren sehr erschwert hat, da man mich nicht mehr informiert hat, weil mein Sohn das nicht wollte. Er hat jetzt einen Betreuer, den er allerdings ablehnt und überhaupt nicht akzeptiert. Im Zuge dieses Verfahrens ist er dann eingewiesen worden in die Geschlossene. Allerdings hat man ihn dort nur gefangen gehalten, da er sich nicht behandeln lassen wollte. Er bekam auch keine Gesprächs- oder Beschäftigungstherapie, das sei angeblich zu früh. Da er sehr aggressiv auftrat, lautstark beschimpfte und sich beschwerte, hat man ihn direkt in der 1. Nacht fixiert und die ganze Nacht so liegen lassen. Für meinen Sohn war das die Hölle, denn er hatte die Vorstellung, dass dieser Raum nach Urin roch, die Fenster waen zu und der Raum überhitzte sich stark. in seiner Vorstellung bekam er kaum Luft und keiner kümmerte sich um ihn. Er wollte sogar ein Grinsen auf dem Gesicht des Pflegers gesehen haben. Mein Sohn empfang mich dann weinend und sagte, er müsse sofort hier raus, man könne ihn nicht einen Tag länger da behalten. Er gehöre nicht hier her und man würde ihn nur foltern. Gegen den Beschluss des Amtsgerichtes konnte er allerdings nichts tun und der sagte, dass er ca. 13 Wochen dort bleiben sollte. Als er wenig später wieder im Zimmer eingesperrt wurde wegen lautstarker Proteste habe ich den Betreuer benachrichtigt und den Stationsarzt gesprochen. Danach ist sowas nicht mehr passiert. Mein Sohn empfand die nächsten Wochen allerdings als Qual, da man ihm auch handyund Laptop abgenommen hatte, da er nach aussen Dinge preisgab und die Polizei anrief. Er schrieb eine 13 Seiten lange Beschwerde, bat mich sie für ihn abzutippen und zur Post zu geben. Der Betreuer sah die Beschwerde, meinte es wären viele persönl. Gedanken drin, sagte aber sonst nichts dazu. Ich schickte sie ans Amtsgericht. Dieses lehnte sie ab, gab sie aber ans Landgericht weiter. Das Landgericht gab der Beschwerde statt, sagte es gäbe zwar Handlungsbedarf, aber man könne ihn ohne Beschluss zur Zwangsmedikation, der beantragt war, nicht länger festhalten.
Nun ist mein Sohn entlassen worden, ohne mir Bescheid zu sagen. Als ich ihn besuchen wollte war er schon gegangen nach über 5 Wochen Aufenthalt. Ich war entsetzt, gabelte meinen Sohn unterwegs zu seiner Wohnung auf. Da wohnt er nun mit einem Mädchen, welches er in der Geschlossenen kennenlernte. Sie ist magersüchtig, hat Borderline, aufgeritzte Arme und zieht sich manchmal Kokain durch die Nase. Sie hat keinen festen Wohnsitz, sagt ständig, dass sie sich umbringen will. Mein Sohn hat sie kurzerhand bei sich aufgenommen. Er hat übrigens auch grad einen Entzug von Cannabis hinter sich, mit dem er sich selbst heilen wollte. Nun bin ich völlig verzweifelt. Der Betreuer weiss auch nicht weiter. Kann mir jemand einen Tip geben?
Da er durch die 5 Wochen Geschlossene mit seiner Krankheit mehr als sonst konfrontiert wurde und auch gezwungen war, sich damit auseinanderzusetzen hoffe ich, dass er in Sachen Krankheitseinsicht ein Stückchen weitergekommen ist. Da er nicht mehr dahin zurück möchte, hatte er kurzzeitig geäussert, dass er dem entgehen kann, wenn er sich selbst freiwillig in Behandlung begibt. Nur Angebote meinerseits hat er direkt abgelehnt. Vielleicht ist er aber trotzdem ein wenig zum Nachdenken gekommen. Als ich ihn heute besuchen wollte, sagte er mir: " nicht heute, das nervt jetzt nur. Ich muss mich jetzt erst mal erholen.
Jetzt frag ich mich. Soll ich ihm die Zeit geben oder soll ich am Ball bleiben solange er etwas nachdenklich ist? Ausserdem male ich mir die schlimmsten Sachen aus wegen dem obdachlosen Mädchen, junge Frau (22 Jahre ). Hoffe, sie hat kein Kokain mit in die Wohnung geschmuggelt oder es ihm vielleicht angeboten. Normal ist er strikt dagegen und versucht ihr das abzugewöhnen. Aber ist er zur Zeit nicht zu instabil und verliert er dadurch vielleicht gleich seinen Wohnsitz, es läuft eh grad ne Räumungsklage wegen aggressiven Auftretens gegen die Nachbarn. Was würdet ihr mir raten????
Bearbeitet von Rose1902 am 26.02.2015 23:35
 
Rose1902
hallo,
inzwischen hab ich mich mit seinem Betreuer geeinigt, dass wir meinem Sohn ca. 2 Wochen Zeit geben, sich mit dem Thema Therapie durch Medikamente, evt. Unterbringung zu beschäftigen, bzw. selbst tätig zu werden und einen geeigneten Arzt aufzusuchen. Danach wird der nächste Unterbringungsantrag gestellt, der dann keine Formfehler mehr aufweisen wird mit einer Behandlung eher angefangen werden darf. Ich hoffe, dass er diese Chance wahrnimmt. Für ihn wäre das natürlich am besten.
LG Rose1902
 
Rose1902
...und wieder eine Änderung. Ein neues Gutachten sagt, dass seine Psychose sehr ernst zu nehmen ist und er sich kurz vor einer Chronifizierung der Krankheit befindet. Deshalb soll er möglichst zeitnah behandelt werden. Ausserdem heisst es, dass das Mittel Risperol, hoffe es ist so richtig, als Depotspritze gegeben werden soll. Wegen der Gefahr einer posttraumatischen Depression nach der Zwangsbehandlung soll er wieder in die Geschlossene eingewiesen werden. Der Betreuer meinte allerdings, er könnte die Klinik frei wählen, wenn er dort aufgenommen werden kann.
Hab das heute meinem Sohn erzählt und sah das blanke Entsetzen und Verzweiflung in seinen Augen. Er wurde dann wütend auf den Betreuer und meinte, er sei ein Schwein ihm so was noch mal anzutun. Ich hatte die kleine Chance, dass er freiwillig eine Therapie bei einem Arzt seiner Wahl beginnt, ohne Zwang. Aber nun sagt der Betreuer wär das zu gefährlich. Ich denke allerdings, dass er erst in der Klinik und mit der Zwangsmedikation der Gefahr einer solchen Depression ausgesetzt ist.
Wie seht ihr das? Hat jemand Erfahrung mit diesem Medikament, oder ist nach Medikation schon mal in so eine Depression gefallen? Es wär toll, wenn sich jemand melden würde. Weiss echt nicht, was ich davon halten soll. Frown
 
Andreas
Hallo Rose,

Risperdal Consta auf Depot bekomme ich auch. Anfänglich mit 50 mg , 2 Jahre später mit 37,5 mg und weitere 2 Jahre später mit 25 mg. Normaler Weise wird das Depot alle 14 Tage verabreicht, seit 2 Jahren bin ich mit meiner Ärztin so verblieben dass ich das Depot alle 3 Wochen erhalte. Demnächst werden wir dann wieder auf Tabletten umsteigen, täglich 1 mg Risperdal.

Die posttraumatische Depression, oder postpsychotische Depression, tritt oft auf. Auch für mich war mein Psychiatrie-Aufenthalt 2000 ein Höllenritt, den ich nicht noch einmal erleben möchte. Bislang ist mir das auch gut gelungen.

Deinen Sohn zwangsweise zu medikamentieren oder zu therapieren wird sehr wohl posttraumatische Störungen verursachen, da dieses Verhalten seitens des Betreuers und auch der Ärzte für deinen Sohn als sehr bedrohlich angesehen wird. Auch du machst dich bei deinem Sohn nicht gerade beliebt.

Aus Sicht der Angehörigen ist es in solchen Fällen besser deinem Sohn zwar Unterstützung anzubieten, aber dein Sohn sollte auf dich zukommen. Bis es so weit ist, ist es für dich besser, deinen Sohn machen zu lassen, auch wenn das heißt, dass dein Sohn erst einmal in ein tiefes Loch fällt.
Es ist gerade für Angehörige immer schwer zu ertragen den eigenen Sohn fallen zu lassen. Aber wichtig ist es, wie ich schon schrieb, beim "Aufstehen" wieder behilflich zu sein, so weit es gewünscht ist.

Was die momentane Situation deines Sohnes angeht, was seine Mitbewohnerin und die Räumungsklage angeht, so kann eventuell sein Betreuer für ihn etwas bewirken. Zumindest im Zusammenhang mit der Räumungsklage. Was seine Mitbewohnerin angeht, so ist das Sache deines Sohnes, was jeder zu akzeptieren hat, da es seine Entscheidung war sich die junge Frau in die Wohnung zu holen. Auch dein Sohn ist es, der mit den Konsequenzen klar kommen muss.

Ein Psychose zu durchleben ist auch ein Lernprozess, den es gilt zu meistern. Für alle Beteiligten.

Du könntest dir eventuell auch eine Gruppe für Angehörige psychisch Kranker in deiner Nähe suchen. Der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker hat auch einzelne Landesverbände. Diese bieten regelmäßige Treffen an. Dort könntest du dir auch Hinweise und Tipps holen, wie du dich verhalten kannst.
Den Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker findest du im Netz unter: http://www.psychi...
Dort findest du auch die einzelnen Landesverbände.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Rose1902
Hallo Andreas,
vielen Dank für deine Antwort. Ich habe auch schon darüber nachgedacht meinen Sohn einfach machen zu lassen. Du hast Recht, es ist sein Leben und er muss mit den Konsequenzen zurecht kommen. Deshalb hatte ich mich auch entschlossen, mich im Moment nicht einzumischen und ihm Zeit zu geben.
Nun ist es aber der Betreuer, der Druck macht. Er wird morgen einen neuen Unterbringungsantrag stellen und bat mich dies meinem Sohn auszurichten, da dieser den Betreuer hasst und sich das Verhältnis zu ihm durch die Zwangseinweisung nicht grade gebessert hat. An der entsetzten Reaktion meines Sohnes hab ich gemerkt, dass dies wieder die Hölle für ihn bedeuten würde. Wenngleich er sich auch die Klinik aussuchen darf, sofern er dort aufgenommen wird. Ich versuche ihm natürlich zu helfen, aber da seine Krankheitseinsicht immer noch fehlt, ist das fast unmöglich. Optimal wäre natürlich, wenn er selbst Rat beim Psychologen sucht. Nur drängen kann und will ich ihn nicht dazu. das würde auch unser Verhältnis negativ beeinflussen. Die Möglichkeit wäre da, da der Arzt mit dem ich gemeinsam eine Herzgruppe leite mir angeboten hat, dass mein Sohn jederzeit zu ihm gehen könnte, ohne die üblichen 2-3 Monate Wartzeit.
Sollte er sich nun entschliessen doch zum Arzt zu gehen und eine ambulante Therapie anzustreben, sagte der Betreuer wäre dies aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen kaum möglich und ausserdem sei die Gefahr bei einer Depression Suizidgedanken zu entwickeln zu gross. Also müsste er sowieso in eine Klinik.
Mein Sohn erwartet nun Hilfe von mir. Er hatte schon in der Klinik gesagt: Du hast dieses Betreuungsverfahren beantragt, du kannst es auch beenden und mich hier rausholen. Das kann ich natürlich nicht, denn das hat sich inzwischen verselbstständigt und ich werde nicht mal über alles informiert. Nur versteht er das nicht.
Er hat mir das letzte Mal auch Texte mitgegeben, die sein Leben in der Klinik beschreiben und Widersprüche mit der Bitte sie abzutippen, zu verbreiten oder zum Amtsgericht zu schicken. Das kann ich natürlich nicht tun, auch wenn er mich ständig fragt, ob ich auch alles weitergegeben habe. Wenn ich sage, nein, das kann ich nicht tun, dann will er mich nicht mehr sehen und schickt mich weg.
Meine Frage ist nun. Sind die Nebenwirkungen wirklich so gross und bedenklich, dass er wirklich wieder in diese Hölle zurückmuss? Oder wäre eine ambulante Behandlung denkbar? Sicher müsste das ein Facharzt entscheiden, oder?Na ja, zunächst nochmal vielen Dank fürs Antworten und die Tips mit der Angehörigengruppe. Leider sind die speziell für Schizophrenie sehr selten, weshalb ich in diesem Forum bin. LG Rose1902
 
Rose1902
hallo phil,
vielen Dank für deine Antwort. Ich sehe das auch so und möchte meinem Sohn eine erneute zwangsweise Einweisung in eine Klinik ersparen. Allerdings hängt das zum großen Teil auch von ihm ab. Solange er noch keine Krankheitseinsicht hat und nicht bereit ist, sich von einem Psychologen zumindest mal beraten zu lassen, befürchte ich, gibt es keinen anderen Ausweg. Im Übrigen hat er einen Betreuer, der die Entscheidungen für ihn trifft. Ich kann ihm nur mit Rat und Tat zur Seite stehen. Hab ihm zumindest angeboten, dass er diese Woche einen Psychologen aufsuchen kann, der sich für ihn Zeit nimmt und ihn beraten könnte.
Nochmal vielen Dank auch für deine guten Wünsche, die Kraft werden wir brauchen.
lieben Gruss, Rose1902 Smile
 
Andreas
Hallo Rose,

wenn alle Stricke reißen ist manchmal ein Klinkaufenthalt unumgänglich. So unangenehm es für die Beteiligten auch sein mag.

So wie du die Situation deines Sohnes beschreibst, wäre vielleicht eine zeitlich befristete medikamentöse Therapie deines Sohnes, bis er sich stabilisiert hat, auch nützlich. Wenn dein Sohn sich dann stabilisiert hat, kann man die Dosis langsam und Stückweise auf ein Mindestmaß reduzieren, im optimalen Fall aber auch komplett ausschleichen.

Es gab schon viele Fälle, in denen dem Betroffenen negative Verläufe prognostiziert wurden, die sich dann aber so weit stabilisierten, dass sie komplett von den Medikamenten wegkamen. Es gibt auch Beispiele, in denen die Betroffenen dann selber sogar eine psychlogische Ausbildung absolvierten und auch als Psychologen beruflich tätig sind (Arnhild Lauveng - "Und morgen bin ich ein Löwe" (Buch)).

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
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Rose1902
Lieber Andreas,
vielen Dank für deine Antwort. Deine Worte machen Mut und helfen dabei alles nicht ganz so ausweglos zu sehen. Ich glaube auch, dass mein Sohn vielleicht doch den unbequemen Weg gehen muss. Er war grade bei mir und hat mir erzählt, dass er mit dem Betreuer gesprochen hat. So wie er es sah, hat der Betreuer versucht mit ihm zu schachern. Nach dem Motto wenn du freiwillig eine Behandlung beim Facharzt anstrebst, weise ich dich nicht in die Klinik ein. Auf meine Frage, was er dazu gesagt hat, meinte er nur:" wieso soll ich mich behandeln lassen, wo ich doch gar nicht krank bin?" Ja, da ist sie wieder völlig hin, die Krankheitseinsicht. Wie schade Frown
Dann kann ich wohl nichts mehr tun. Aber ich hoffe, dass alles einen guten Ausgang findet. Zumindest sind die Chancen gegeben meinen die Fachärzte.

Nochmal vielen Dank und liebe Grüße
Rose1902
 
Andreas
Hallo Anspannung,

in Berlin könnte dir vielleicht der Angehörigenverband weiterhelfen. Du findest Informationen unter http://apk-berlin...seite.html

Ansonsten bleibt mir nur, dir viel Kraft mit deinem Sohn zu wünschen. Er kann, wenn er möchte auch gern mal zur Selbsthilfegruppe gehen. Jeden ersten und dritten Samstag im Monat trifft sich die Selbsthilfegruppe von BOP&P e.V. (http://www.bopp-e...) in der Grunewaldstr. 82, in 10823 Berlin-Schöneberg, Nähe U-Bahnhof Eisenacherstr., Ausgang Akazienstr., in den Räumen der BIP (Beschwerde und Informationsstelle Psychiatrie in Berlin). Der Beginn ist jeweils um 14 Uhr, das Ende ist gegen 15:30 Uhr.

Viele Grüße
Andreas
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