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Krankheitsbild und Arbeit
Kaja
Hallo, zusammen,

ich hoffe, dass mein Beitrag hier richtig aufgehoben ist.
Es sind nämlich eigentlich 2 Probleme, die mich sehr belasten und wozu ich gern Meinungen lesen würde.

Also:
seit meiner Psychose ist bei mir folgendes:
Ich spüre meine Gedanken kaum noch, d.h. nehme sie kaum noch wahr und habe große Probleme mit
gedanklichen Prozessen.
Als ich meinen letzten größeren Schub hatte (Stimmen hören), wurde dies noch schlimmer. Zudem bin
ich mir auch nicht sicher, ob dies zum Krankheitsbild gehört oder / und eine Nebenwirkung meines
Medikamentes ist (Solian).

Dazu kommt, dass ich mir kaum noch Dinge merken kann und große Probleme mit der Merkfähigkeit habe.

Diese Symptome (Probleme) erschweren mir meine Tätigkeit auf Arbeit.
Ich sitze im Büro, arbeite z.T. am Computer und habe viel mit Dateneingabe zu tun.
Wie oft merke ich, dass ich "Gedanken regelrecht verliere".

Ich habe bereits eine Abmahnung erhalten, weil ich Probleme hatte.
Nun bin ich nach einem längerem Klinikaufenthalt auf Arbeit in der Wiedereingliederung,
hab aber eben große Schwierigkeiten. Fehler sind mir bereits unterlaufen und ich habe Angst,
dass sie mir bald eine Kündigung ausstellen.

Nun würde ich erstens erst mal gern von euch wissen, wer ähnliche Probleme hat, nämlich dieses
"Gedanken nicht mehr wahrnehmen können", Vergesslichkeit, Gedächtnisprobleme und Probleme mit
dem Denken und wie kommt ihr klar damit und geht damit um - falls das auch anderen genauso geht.

Zweitens:
was mach ich mit meiner Arbeit. Versuche ich weiter meine Arbeit so zu verrichten, mit diesen Schwierigkeiten
oder gäbe es da noch andere Lösungen?

Ich bin sehr verzweifelt und weiss einfach nicht weiter.

Danke für Antworten und Ratschläge.

Katrin
Wandel ist im Leben die einzigste Konstante!
 
Andreas
Hallo Katrin,

für deine berufliche Situation kannst du dir einen in deiner Nähe befindlichen Integrationsfachdienst suchen.
Diese Fachdienste arbeiten nach Zuständigkeiten, bei dir ginge die Zuständigkeit nach deinem Arbeitsort.

Die Kolleginnen und Kollegen sind dir behilflich mit deinen Problemen am Arbeitsplatz klarzukommen und vermitteln auch zwischen Dir und deinem Arbeitgeber.

Weiterhin beraten Sie aber auch deinen Arbeitgeber welche Möglichkeiten er hat, staatliche Fördermittel zu beantragen.

Wichtig ist nur, dass du einen Grad der Schwerbehinderung hast von mindestens 50. Sollte dieser bei 30 oder 40 liegen solltest du bei deiner Arbeitsagentur eine Gleichstellung beantragen.

Ansonsten kann der Integrationsfachdienst (IFD) nichts für dich machen. Eine anerkannte Schwerbehinderung ist leider Grundvorraussetzung für die Tätigkeit eines IFDs.

So viel zu deinem beruflichen Problem.
Was deine Konzentrationsschwäche angeht, so können dir vielleicht verschiedene Therapien behilflich sein.

Da gäbe es eine Ergotherapie. Dabei lernst du dich wieder auf das wesentliche zu konzentrieren.
Weiterhin kann dir vielleicht auch noch eine Verhaltenstherapie behilflich sein.

Was dir aber auch weiterhelfen kann sind kleine Programme fürs Smartphone, den Computer oder die Konsole. So genannte "Gehirnjogging"-Apps oder -Programme.

Kürzlich gab es eine Meldung vom Spektrum der Wissenschaft wo es um "Neuronale Plastizität" ging.
http://www.spektr...rn/1206033

Es gibt also Möglichkeiten das Gehirn und die damit verbundene Konzentrationsfähigkeit zu trainieren.

Viele Grüße
Andreas

P.S.
Ich verliere mich bei meiner Arbeit im Büro auch gern mal in meinen Gedanken und starre dabei auf meinen Monitor und nehme von meiner Umgebung nichts mehr wahr.
Allerdings habe ich auch nur einen Mini-Job und stehe nicht unter diesem Leistungsdruck. Wink
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Kaja
Hallo
und erst einmal Danke für eure Antworten.

Also, ich habe einen Grad der Behinderung: 30.
Demnach kann ich einen Antrag auf Gleichstellung bei der Arbeitsagentur stellen.
Was nützt mir denn eine Gleichstellung bzw. wobei kann/könnte mir dies helfen?

Zu meinem Medikament:
Ich nehme 200 mg Solian. Das ist an und für sich eigentlich keine zu hohe Dosis.
Trotzdem bemerke ich meine Gedankenwelt oft kaum, wie gesagt: "verliere" Gedanken
richtig, wenn ich überhaupt Gedanken wahrnehmen kann. Es fühlt sich wirklich alles
wie gedämpft an.

Ich bin mir immer nie sicher, ist dies nun Krankheitsbild oder Nebenwirkung.
Fakt ist, dass es eben so ist und mich unglaublich belastet und ich mich oft frage, wie ich
meine Arbeit so überhaupt noch bewältigen kann.
Dazu kommt noch dieses extreme Vergesslichkeit; mir Dinge (Namen, Daten und mehr) kaum
merken können.

Liebe Grüße,
Katrin
Wandel ist im Leben die einzigste Konstante!
 
Bluemchen
Hallo Katrin,

das mit den Gedanken - Krankheit oder Medikament- lässt sich glaube ich nicht eindeutig beantworten. Im Schub können viele oder keine Gedanken da sein. Ich habe ein Medikament mit dem ich "normal" denken kann, das konnte ich mit Zyprexa nicht, Für andere Betroffene ist Zyprexa das non plus ultra. Meiner Meinung nach gibt es da keine allgemeingültige Regel. ich hatte einen Mailfreund, der war mit Solian hochzufrieden. Sprich mit Deinem Artzt über das Ganze. Medikamente absetzen nun ja... ich kann kaum was dagegensagen, denn ich war selber lange so dumm, es zu tun. Mit jedem Schub wurde aber die Krankheit schlimmer. Seit ich die Mediakemente regelmässig nehme hatte ich keinen grossen Schub mehr und es hat sich im Laufe der Jahre meine Situation eher zum Besseren gewendet.

Mit eiem Schwerbehinderungsgrad von 50 % oder eben einer Gleichstellung erhältst du gestzlich 5 Tage mehr Urlaub im Jahr, du geniesst zudem einen besonderen Kündigungsschutz. Der integratiomsfachdienst steht dir dann bei Problemen mit dem Arbeitgeber zur Seite.

herzliche Grüße
 
Kaja
Das Medikament absetzen möchte ich auf keinen Fall, weil ich auch denke, dass ich dann wieder Schübe haben werde und das möchte ich schon vermeiden.
So bin ich relativ zufrieden mit dem Solian und 200 mg sind noch relativ niedrig dosiert.

Ich hatte bereits Risperdal, Zyprexa und Seroquel pro long - die Nebenwirkungen waren so schlimm, dass ich
diese Mittel nicht nehmen weiter nehmen konnte.

Dagegen geht es noch mit dem Solian.

Bis eben auf genannte Symptome, die aber unter den bereits versuchten Medikamenten noch schlimmer waren,
denn da konnte ich gar nicht mehr richtig denken, hatte Wortfindungsstörungen und einiges mehr.
Wandel ist im Leben die einzigste Konstante!
 
Andreas
Hallo Kaja,

um auf deine Frage zu antworten, was dir eine Gleichstellung bringt.

Wenn du gleichgestellt bist mit einem Menschen, der einen Grad der Behinderung von 50 hat, kannst du für deine beruflichen Probleme einen Integrationsfachdienst einschalten, der zwischen dir und deinem Arbeitgeber vermittelt. Weiterhin hat dein Arbeitgeber auch die Möglichkeit für dich vom Staat Zuschüsse zu beantragen, was widerum deinen Arbeitsplatz sichert.

Lieber Gruß
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Kaja
Danke für die Antwort!

War heute beim Arbeitsamt und muss jetzt den Antrag auf Gleichstellung
ausfüllen und zurücksenden.
Wandel ist im Leben die einzigste Konstante!
 
Kaja
Hm. Also, meine Gleichstellung habe ich nun erhalten.

Jetzt ist es bei mir folgend:
Der Arbeitgeber hat ein Gespräche mit mir geführt.
In meinem alten Beruf als Sekretärin/Schreibkraft können sie mich aus mich nicht mehr einstellen.
(Konzentrationsmangel, o.g. Probleme mit dem Denken, Probleme mit der Merkfähigkeit)
Ich kann meine Arbeit nicht mehr wie früher verrichten.

Momentan bin ich im Wachdienst eingesetzt, muss nun aber leider mit Runterstufung Gehalt rechnen.

Nun meint der Arbeitgeber, ich soll EU-Rente beantragen.
Das möchte ich aber eigentlich nicht. Noch arbeite ich ja auf meinem Posten im Wachdienst.

Und: ich solle auf jeden Fall das Integrationsamt hinzuziehen.

Wißt ihr, in welcher Weise dir mir helfen können und ob dir mir auch raten können, grad bzgl. EU-Rente.
Ich weiß nicht, ob das gut wäre, wenn ich die beantrage.

Ich bin völlig durcheinander und weiß nicht so recht wie nun weiter.

Was kann das Integrationsamt für einen tun? Können die mir gescheite Beratung geben?

Danke im Vorfeld fürs antworten.
Wandel ist im Leben die einzigste Konstante!
 
Andreas
Hallo Kaja,

das Integrationsamt ist die übergeordnete Stelle eines integrationsfachdienstes (IFDs). Das Integrationsamt muss eine Kündigung zustimmen, da du jetzt einem schwerbehinderten Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50 gleichgestellt bist.

Vielleicht kann dir aber auch ein IFD bei den Verhandlungen zwischen dir und deinem Arbeitgeber helfen. Das kann aber auch das Integrationsamt. Dein Arbeitgeber hat zum Beispiel die Möglichkeit einen Minderleistungsausgleich in Form eines Lohnkostenzuschusses (LKZ) beim Integrationsamt zu beantragen. Das dient zur Sicherung deines Arbeitsplatzes.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
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