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Ich persönlich komme langsam klar aber nun hängt mein Sohn durch
Reni
Liebe Forenbesucher!
Nun muß ich wohl doch erkennen, daß man dieses Dilemma nicht so leicht los wird, wie ich dachte.
1989 war ich in der Klinik mit der Diagnose schizophrene Psychose.
Nun über 20 Jahre später, ich hatte einen guten Arzt gefunden eine Reha gemacht und arbeite seit 7 Jahren auf einem geschützten Arbeitsplatz, hat es den Anschein, daß mein 2. Kind (28 ) auch nicht mehr von allein auf die Beine Kommt. (Scheidungskind, Kinderhausaufenthalt 3 Jahre, 2 Lehren abgebrochen)
Er hatte schon einen Psychiater gefunden, der ihm aber nach1/2 Jahr dann sagte, daß er bei ihm nicht mehr richtig sei. Mein Sohn hat eine Tagestherapie angefangen sie aber wegen anderer körperlicher Beschwerden,(die hat er immer wieder) beendet.
Immer wieder fängt er etwas an und bringt es nicht weiter, geschweige denn zu Ende. Außerdem sagt er von sich selber, daß er sich fühlt wie ein Hypochonder, d.h. als suche er sich immer wieder neue Krankheiten
um sich nicht mit einer Sache durchbeißen zu müssen.
Ich hatte auch schon Angst, daß er alkoholkrank ist (Vater hatte Alkoholprobleme).
Kann er denn nur in meine Fußstapfen oder die des Vaters treten?
Ich werde auch weiter eine Angehörigengruppe psychisch Kranker besuchen, aber ich bin seit 24 Jahren alleinerziehend und mein 4. Kind lebt noch bei mir- inzwischen vom Leben so erschöpft und mutlos, daß ich mir keinen Rat mehr weiß und hoffe hier Gesprächspartner zu diesen Themen und anderen zu finden.
Ich wollte noch fragen, ob es angebrachter ist mit diesem Thema unter einen anderen Rubrik zu schreiben, weil ich hier zu Hause auch nicht weg kann und Leute treffen und meine Einsamkeit schon schlimme Ausmaße annimmt und ich mir so sehr wünsche ganz normale gemeinsame Kommunikation über Kinder und auch mit anderen Leuten zu haben.
Ich glaub ich hab so viel zu sagen, aber es will niemand wissen.

Ihr habt so schöne Sprüche und ich schreibe: Wenn der Berg nicht zum Philosoph kommt, muß der Philosoph eben zum Berg gehen"
Reni
 
Andreas
Guten Morgen Reni,

prinizipiell müsste ich dafür wahrscheinlich eine Rubrik einrichten mit dem Namen "Psychose und Familie".
Wäre vielleicht mal an der Zeit. Wink

Aber ich möchte dir hier erst einmal antworten.

Kinder treten meist in die Fußstapfen beider Eltern. Es hängt wohl davon ab, welches Elternteil mehr Einfluss auf das Kind hat, wessen Fußstapfen deutlicher hervortreten.
Auf der anderen Seite geben Eltern den Kindern Gene mit, die einen gewissen Einfluss haben.

Was die Lebensweisen von Menschen angeht, so gibt es auch eine Wissenschaft mit dem Namen "Epi-Genetik". Dies ist ein noch recht junges Gebiet der Wissenschaft worauf man auch eher zufällig stieß bei Untersuchungen in Skandinavien.

Man hatte bei Untersuchungen festgestellt, dass jede zweite Generation einer Familie ähnlich Lebenssituationen führt. Lebten die Großeltern recht gut, so lebten auch deren Enkel recht gut. Lebten die Eltern recht schlecht, so auch deren Enkel. Auch was die Lebenserwartung angeht, so besteht ein Zusammenhang bei jeder zweiten Generation.

Auch was so die Eigenschaften von Menschen angeht, so hat jede zweite Generation einer Familie ähnliche Verhaltensmuster und entwickelt ähnliche Erkrankungen.

Ich kann mich noch an meinen Bio-Unterricht in der Schule erinnern, wo es um Vererbung ging. Dort hatte auch jede zweite Generation von Pflanzen ähnliche Eigenschaften.
Ich glaube es war der Herr Darwin, der die Vererbungstheorie entwickelte.

Was deine Einsamkeit angeht, denke ich, dass du bei deinem Job mit anderen Menschen in Kontakt kommst, daher ist es gut, dass du ihn hast. Dadurch können sich auch soziale Kontakte entwickeln, ebenso wie durch deine Teilnahme an der Angehörigengruppe.
Diese beiden Dinge sind für dich, aus meiner Perspektive, wichtige Orte um nicht vollends zu vereinsamen. Daher finde ich es gut, dass du deinem Job nachgehst und ebenso an der Angehörigengruppe teilnimmst.
Im privaten Bereich kann ich dich verstehen, dass du dich einsam fühlst.
Vielleicht hilft dir dabei auch ein regelmäßiger Spaziergang. Denn dabei triffst du auch auf andere Menschen und du fühlst dich vielleicht nicht mehr so allein.

Bei den Schwierigkeiten deines Sohnes, angefangenes auch durchzustehen oder zu ende zu bringen, kann ihm vielleicht eine Verhaltenstherapie helfen, auch aus dem Blickwinkel der selbst eingestandenen Hypochondrie.
Du schriebst, dass dein Sohn bei einem Psychiater war, der ist wirklich die falsche Anlaufstelle, da dein Sohn vielleicht wesentlich mehr Gesprächsbedarf hat, als es ein Psychiater leisten kann. Daher könnte ein Psychotherapeut vielleicht der bessere Anlaufpunkt sein.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Reni
Lieber Andreas,
Erstmal wirklich lieben Dank, daß du geantwortet hast.
Ich freue mich wirklich hier auf "andere außerirdische" zu treffen, da das Medium ja auch nur diese Möglichkeit bietet.
Deine Gedanken zur Darwinschen Vererbungslehre haben mich auch schon beschäftigt.
Und es ist wahrlich so, daß die "guten Gene" meines Vaters Familie (Lebendig sein und Wirken) einen anderen Einfluß auf mich haben als die meiner Mutter.(Oma Krebserkrankung dann Siuzid).
Leider könnte ich mit euch Männern lange so weiter theoretoisieren und es macht mir zugegebenermaßen auch etwas Spaß, aber es ist wohl Aufgabe meines Sohnes diesen Faden weiter zu spinnen.
Mich hier als weibliche Person weiterzuentwickeln, daß ist meine Hoffnung.
Ich weiß eben nur nicht wie ich das mit einander paaren kann, meinen Durst nach Begegnungen und trockenes Wissen auf der anderen Seite.
Mein Gefühl sagt mir, daß du jünger bist und noch viel erleben kannst.
Du hast ein kleines Kind und das ist der Motor, der dich antreibt- wahrscheinlich nach meiner Erfahrung.
Leider finde ich in diesem Forum wirklich viel zu wenige Eltern.
Leider habe ich auch die Erfahrung gemacht, daß ich mich beruflich im Rahmen der REHA weiterentwickeln wollte und man mir sagte, daß ich endverorgt sei.
Andererseits habe ich mich bei den Alleinerziehenden nach Weiterbildung erkundigt (alles was die Zeiteinteilung betrifft währe möglich und machbar) und erwähnt, daß ich psychisch krank bin und darauf
Rücksicht genommen werden muß und die Antwort war, daß ich mich dann nur um eine REHA kümmern könnte, d.h. gesundheitliche Schwierigkeiten nicht auch noch in Betracht gezogen werden können.
Womit ich da bin wo ich bin.
Ich kann also nur hoffen, daß sie mich im nächsten Jahr bei EX-IN nehmen und ich dann nach 7 Jahren Zuverdienst einen Schritt weiter komme. Das ist das berufliche.
Das persönliche ist, daß meine Mutter 6 Jahre alt war als meine Oma aus dem Leben schied.
Nach der Vererbungslehre habe ich mich da schon einige Jahre gut gehalten, denn meine großen Kinder sind schon erwachsen aber ich komme da auch immer wieder an meine Grenzen. Wie oft möchte ich den Kopf in den Sand stecken weil es eben keine Gene laut Vererbungslehre für mich gibt.
Als halber Mensch zu leben hätte ich mir auch nicht geträumt.
Leider kann ich meinem Sohn kräftemäßig überhaupt nicht weiterhelfen, er muß selber wieder aufstehen wenn er strauchelt. Das hier wird er eben wohl nicht lesen.
Trotzdem danke Reni
 
Reni
Lieber Bulandus!
Auch dir danke für die Antwort.
Klar kann man aus Fehlern lernen und für die einsame Zeit sollte man stark sein ,sie mit einem starken Selbstwertgefühl ausfüllen.
Keine Angst haben zu versagen und sich auf die Suche machen nach neuen Ufern.
Für mich ist dieses Forum eben keine Fatamorgana sondern eine reale Möglichkeit zu kommunizieren.
Dafür bin ich Andreas sehr dankbar.
Aber es wird noch viele Irrlichter geben, denen man verfällt bis man sicheren Boden unter den Füßen hat.
Es ist gut wenn du ein Ziel hast, dann bist du schon auf dem Weg. Cool

Ich darf eine kleinen Garten nutzen und habe in diesem August das 4. mal Äpfel geerntet und Saft daraus machen lassen. (91 Flaschen), ich fühle mich wie ein Großhandel.
Was Frau alles so auf die Beine stellen kann !!!
Ich wünsche dir viele gute Erlebnisse auf deinem Weg und meinem Sohn, daß er sich ein Ziel setzt.
Reni
 
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