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Ich brauche Klarheit
Petra
Hallo, ich bin seit langem wieder einmal hier gelandet, um mir mehr Klarheit zu verschaffen.
Ich bin Angehörige. Mein Sohn hat seit 20 Jahren die Diagnose Schizophrenie. Seit dieser Zeit steht er unter Betreuung.
Seit 2 Jahren verschlimmert sich sein Zustand zusehends. Er muss ständig die Einrichtungen wechseln. Er hat kein Eigentumsempfinden, nimmt alles, was ihm gefällt und verschenkt es weiter ohne Ansehen von Wert. Scheinbar haben die Dinge auch für ihn keinen Wert. Auch Geschenke bleiben nicht lange in seinem Besitz.
Wir haben als Familie einen regelmäßigen aber zeitlich weit auseinanderliegenden Kontakt. Lassen uns immer von seinen Bedürfnissen leiten. Meist ist die Besuchsdauer dann auch nicht von langer Dauer, weil es ihm, und zugegeben auch uns, dann zu stressig wird.
Vor zwei Jahren mussten wir mit ansehen, dass er in einem Ausbruch von Gewalt von der Polizei abgeholt wurde. Vorangegangen war ein Besuch unsererseits aus Anlass seines Geburtstages. Schon während des Gesprächs hatte ich den Eindruck, er würde nicht nur mit uns sondern auch mit anderen reden. Das Gespräch vermischte sich irgendwie mit unklaren Antworten, die ich nicht einordnen konnte. Wir zogen uns bewusst in eine abgelegen Ecke zum Kaffee trinken zurück. Dennoch kam ein Mitbewohner an unseren Tisch und obwohl mein Sohn ihn mehrmals aufgefordert hat, uns allein zu lassen, ging er nicht. Ich fühlte mich in dieser Situation sehr hilflos. Dann escalierte es und mein Sohn ging auf diesen Mitbewohner los. Da dieser sich in Sicherheit bringen konnte, nahm mein Sohn statt dessen einen anderen Bewohner in den Schwitzkasten und beschimpfte ihn. Der Betreuer kam in diese Situation und rief die Polizei. Das war für uns alle eine schlimme Erinnerung an die Anfangszeit mit der Diagnose.
Seither ist mein Sohn in immer kürzeren Abständen in der geschlossenen Psychiatrie.
Es scheint kein Medikament zu greifen.
Seit einiger Zeit kommt es immer häufiger vor, dass wir von den Pflegern weggeschickt werden, weil er fixiert ist. Im Januar erklärte mir mein Sohn, er hätte keinen Betreuer mehr und er würde nach Warendorf geschickt. Daraufhin suchte ich das Arztgespräch, was mich sehr schockierte. Der Arzt offerierte mir, mein Sohn wäre nicht gesellschaftsfähig aber auch noch kein Fall für die Forensik, deshalb würde er in die Obdachlosigkeit entlassen werden. Er hätte bereits alle Einrichtungen duch und es gäbe keine anderen Alternativen.
Ich werde das Gefühl nicht los, als wolle man meinen Sohn sehenden Auges zu einem Fall für die Forensik werden lassen.
In den letzten 3 Wochen ist er täglich fixiert und wird nur für 1/2 Std. zwischendurch defixiert. Ich weiß nicht, was ich davon halten und an wen ich mich wenden soll.

Ich danke jedem, der sich meinen Bericht durchliest und mir auch nur einen kleinen Lichtblick schenken kann.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es rechtens sein soll, einen Menschen, der den ganzen Tag fixiert sein muss wegen Aggressivität, ohne Betreuung zu lassen. Ich empfinde das als fremd- und selbstgefährdend.

Liebe Grüße, Petra
 
Andreas
Hallo Petra,

ich weiß nicht wo du wohnst, aber versuche mal in deiner Umgebung eine Informations- und Beschwerdestelle für Psychiatrie zu finden. In Berlin gibt es das BIP (Beschwerde- und Informationsstelle Psychiatrie).
Schon allein die Tatsache, dass dein Sohn dauerhaft fixiert wird oder ist, ist nicht gut für seine eigene Entwicklung.
Wie soll ein Mensch friedlich werden, wenn er immer wieder Gewalt und Aggressivität erfährt, was Fixierung definitiv ist.

Etwas anderes wäre es allerdings, wenn die Fixierung sein eigener Wunsch ist. Was ja auch vorkommt.

Auf der anderen Seite aber, kann die Obdachlosigkeit deines Sohnes für ihn auch eine Chance sein.
Gerade im Hinblick auf Wertschätzung.

So viel erst einmal von mir.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Petra
Hallo Andreas, ich danke Dir für Deine Antwort. Ich habe gerade einen Anruf von meinem Sohn erhalten. Heute wurde er nun in die Obdachlosigkeit entlassen. Er schien mir recht klar in seinen Aussagen. Er sagte mir, dass er heute Nacht in der U-Bahn verbringen würde und morgen einen Anlaufpunkt hätte, wo er sich vorstellen könne, um in einen anderem Stadtbezirk Berlins um eine Unterkunft zu bitten. Für mich sieht das auch nach einer Form der Wertschätzung aus. Es ist schwer, den richtigen Weg für sich zu wählen. Ich bin hin und her gerissen. Deshalb tut es mir gut, die Dinge aus Sicht betroffener zu lesen. Mein Sohn sagte mir, ich brauchte mir keine Sorgen machen. Ich habe ihn darum gebeten, sich regelmäßig zu melden.
Ein bisschen macht es mir aber auch Angst. Vor einiger Zeit hatte er mich gefragt, ob er bei mir schlafen könne. Dieser Bitte kann ich nicht nachkommen, weil ich Angst vor seinen Agressionen habe. Andererseits möchte ich gern helfen, weiß nur nicht genau, was angemessen ist. Es ist nicht leicht, den Sohn bei dieser Witterung ohne Obdach zu wissen. Beim Nachdenken darüber muss ich aufpassen, dass nicht ein "Kopfkino" in Gang gesetzt wird.
Ich weiß nicht genau, wodurch die Agressionen bei Sven ausgelöst werden. Ist es, weil er sich in die Enge getrieben sieht und keinen Ausweg findet, sich dem zu entziehen oder kann er sich nicht steuern? Im zweiten Fall sehe ich ihn als fremdgefärdend und habe Bedenken, ob die Entscheidung, ihn zu entlassen, richtig war.

Liebe Grüße, Petra
 
Petra
Hallo Doc_Holliday,
auch an Dich herzlichen Dank. Meine Frage an Dich wäre, was denkst Du, wäre eine Lösung?

Ich denke manchmal, dass sich die Aggressionen bei meinem Sohn aus den Umständen entwickeln und er dann nicht mehr steuerungsfähig ist. Welche Rolle spielen die Medikamente und was ist, wenn keins wirkt oder ist die Wirkung unklar? Das sind so viele Fragen.

Liebe Grüße, Petra
Bearbeitet von Petra am 20.02.2013 15:02
 
Andreas
Hallo Petra,

ich kann verstehen, dass du als Angehörige dir große Sorgen machst und helfen möchtest.

Nur ist es so dass Betroffene sich auch helfen lassen müssen und diese Hilfe auch annehmen müssen. Ansonsten sind sämtliche Versuche sinnlos.

Es ist oft dabei so, dass der Betroffene erst dann Hilfe annimmt, er gar nicht mehr anders kann, weil er total am Boden ist. Und genau das ist als Angehöriger so schwer zu ertragen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Petra
Hallo Andreas und Doc_Holliday,

ich danke Euch für die Antworten. Bin grad in einer für mich "Kriese". Seit mein Sohn draußen ist, habe ich in mehreren Gesprächen den Eindruck, er weiß seinen Weg. Was er sagt, klingt sehr eindeutig und nicht so, wie oft in der Klinik, hin und her, als würde er mit mehreren Personen reden.

Er hat eine Nacht bei einer Freundin (ebenfalls schizophren) geschlafen. Danach hat er mich angerufen, sie hätten sich gestritten und er rufe mich an, weil er sich durch das Gespräch mit mir beruhigen würde. Die Frage, ob ich ihm Geld geben könne habe ich verneint und ihm vorgeschlagen, mich mit ihm zu treffen, und einzukaufen.

Nun ist die Situation eingetreten, die mich in Panik versetzt. Er stand vor meiner Tür und ich war nicht da. Meine Tochter hat sich nicht getraut, ihm zu öffnen. Ich weiß nicht, wie ich ihm begegnen soll. Die Tatsache, dass man ihm in der Klinik so oft fixiert hat, macht mir Angst, er könne sich nicht unter Kontrolle haben. Andererseits wäre es unbegründet wenn er mit guten Absichten kommt, ihn nicht rein zu lassen. Dennoch weiß ich nicht, wie ich einer Wendung seiner Stimmung gewachsen bin.
Ich habe versucht, mir in der Klinik und an einem Kriesentelefon Rat zu holen. Die Schwester in der Klinik ist mir dumm gekommen und die Mitarbeiterin am Kriesentelefon konnte mir meine Angst leider auch nicht nehmen. Nun sitze ich in meiner Wohnung und meine Gedanken kreisen um den Eventuell eintretenden Fall und wie ich mich richtig verhalte. Das ist grad kein schönes Gefühl.
Andererseits möchte ich ihm helfen und würde auch gern mit ihm besprechen, was aus seiner Sicht machbar wäre.
Sven hatte mir erzählt, dass er im Frühling vielleicht in einer Villa in Frohnau wohnen kann. Ich werde irgendwie nicht schlau daraus. Man sagte mir, er hätte in Spandau alle Einrichtungen durch und man hätte nichts mehr für ihn. Das sieht mir sehr nach Kostenminimierung aus und macht mich wütend. Leider ist es auch schwer, sich ein Urteil zu bilden, wenn man nich über alle Umstände Bescheid weiß. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass S. noch nicht genug Leidensdruck hat, um sich helfen zu lassen.
Ich habe für mich erst mal entschieden, ihm einen neutralen Treffpunkt vorzuschlagen und ihn nicht in meine Wohnung zu lassen und ihm ein paar Sachen was zu essen und ein paar Adressen und Telefonnummern zu geben. Habe aus dem Internet ein paar Adressen herrausgesucht. Obwohl ich glaube, dass er das alles schon weiß. Ich möchte ihm jedenfalls kein Geld geben. Er hatte vor 4 Tagen 170 € woher und wofür auch immer die sind alle und das zieht sich durch sein Leben. Deshalb kann ich ihm kein Geld geben.

Ich bin sehr froh, dass ich Euch das hier alles so schreiben kann. Das macht das Gefühl, allein zu sein, ein wenig geringer.

Habt also vielen Dank. Ich werde jetzt versuchen, mich abzulenken.
Liebe GFrüße, Petra
 
Andreas
Hallo Petra,

ich denke mit der Villa meint er die "Villa Stöckle", das Weglaufhaus. Dort können Obdachlose Menschen mit psychiatrischem Hintergrund hin. Nur ist das ganze auch nicht so einfach wie sich dein Sohn das vielleicht vorstellt. Die Verantwortlichen sprechen oft von "niederschwelligem Zugang", aber in der Realität muss dann doch der Spd (Sozial psychiatrische Dienst) den Aufenthalt dort genemigen. Oft ist es auch so, dass niemand aufgenommen werden kann, da alle Plätze belegt sind. Wahrscheinlich hat dein Sohn dort schon mit jemandem gesprochen und den Sommer als wahrscheinlichen Einzugszeitpunkt eroiert.

Das dein Sohn keinen zugang hatte und vor verschlossener Tür stand wirst du ihm wahrscheinlich bei eurem nächsten Treffen erklären können. Je nach dem wie er reagiert kannst du dann auch spontan handeln.
Ob du Angst haben musst kann ich leider nicht beurteilen, aber so wie du dich geäußert hast, ist er im Moment recht klar. Von daher könntest du schon ein neues Treffen vereinbaren.
Dabei ist aber wichtig dass du dich an den Termin hältst, ansonsten könnte er sich schon etwas verkackalbert vorkommen.

So viel von mir und noch einen guten Abend.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
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Petra
Hallo Andreas, danke für die schnelle Antwort.

Genau das ist der Punkt. Ich werde es ihm natürlich erklären. Dennoch ist es mir unklar, was genau ihn so aggressiv mach, dass er sich dann nicht mehr steuern kann und er zu physischer Gewalt neigt. Ich bin immer dafür, mit offenen Karten zu spielen, auch wenn die Wahrheit manchmal schwer zu ertragen ist. Was ist aber, wenn er diese Warheit nicht hören will und ihn genau das wütend macht.
Rückblickend sehe ich alle von mir erlebten Übergriffe ( 1x an mir und einmal in einer Situation, bei der ich anwesend war), dass er sich entweder durch mich ungerecht behandelt sah bzw. im 2. Fall wurden eindeutig seine klar gesetzten Grenzen nicht beachtet. Wenn so etwas eintrifft, scheint seine Wut nicht unter Kontrolle zu bekommen. Damit will ich seine Ausbrüche nicht entschuldigen. Das darf nicht passieren. Ich versuche nur, die Mechanismen zu verstehen, um meine Angste relativieren zu können. In dem Punkt fühle ich mich von den sogenannten Fachleuten sehr allein gelassen. Es verunsichert mich in meinem Urteil sehr, dass sie den Ausbrüchen nichts anderes mehr entgegenzusetzen haben, als Fixation. Wenn das, wie vom Arzt vermutet, von meinem Sohn provuziert worden ist, frage ich mich auch, was veranlasst jemanden, sich fixieren zu lassen und warum glaubt er, dass er das in Freiheit nicht braucht. Da sind so viele, für mich ungeklärte Fragen, die mich verunsichern. Ich kann doch nicht jedes mal eine Psychotherapie machen (vor allem, wo das auch nicht so einfach ist) Mir reichen da Gespräche, um Klarhet zu erlangen.
Obwohl S. wider Erwarten nicht noch einmal da war, nachdem ich zu hause war, geht es mir nicht gut. Die Ungewissheit, was mit ihm ist, schafft spürbaren Druck. Andererseits weiß ich, dass er erfinderisch genug ist, um für sich zu sorgen.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag,
Petra
 
Andreas
Hallo Petra,

die Wutausbrüche deines Sohnes sind für mich nachvollziehbar. Ungerechtigkeitsempfinden und die verletzung von gesetzten Grenzen kann bei einem Menschen schon zu emtsprechenden Reaktionen führen. Klar sind entsprechend starke Reaktionen nicht der Norm entsprechend, aber bei Cholerikern tritt genau dieses Verhaltensmuster auf. Manche Menschen neigen halt zu entsprechenden Wutausbrüchen.
In solchen Fällen ist es in Gesprächen oft auch sinnvoll, wenn man merkt, dass sich dein Sohn z.B. ungerecht behandelt fühlt, dann eher einen Schritt zurück machen und nachfragen wie er die Situation einschätzt. Deinem Sohn aber auch deine Reaktion erklären, wieso weshalb oder warum du so oder so reagiertest. Weiterhin ist es halt auch wichtig seine gesetzten Grenzen zu akzeptieren. Dann sollte meiner Meinung nach ein guter Gesprächsverlauf erfolgen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
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Petra
Lieber Andreas,

vielen Dank für Deine Begleitung bis hier hin. Wenn ich Dich richtig verstehe, sind die Wutausbrüche kein Bestandteil der Erkrankung und es gilt, sie zu kanalisieren (seitens meines Sohnes) bzw. eine Streitkultur zu entwickeln, die ihn nicht in Wut versetzt (beiderseits)?
Das hieße für mich, wenn ich seine Grenzen nicht überschreite bzw. bei Verständigungsschwierigkeiten ruhig und besonnen bleibe, besteht kein Grund zur Angst.

Wir waren gestern als Familie am vereinbarten Treffpunkt. S. ist leider nicht gekommen. Das bedeutet für uns zwar Ungewissheit, lässt sich für mich aber aushalten weil ich alles getan habe, wozu ich bereit bin zu tun. Außerdem beruhigt es mich, dass es jetzt wärmer wird. . Ich versuche für mich zu klären, was kann und weiß er selbst, was ist sein Anteil an der Misere und wodurch ist er da hinein geraten, wo ist meine Grenze. Aus Erfahrung weiß ich, dass S. über sehr genaue Kenntnise vom Hilfesystem in Berlin verfügt (Wärmestuben, Kleiderkammer......) Also haben wir nur einen Pullouver mitgenommen und eine Jacke, als liebevolle Gehste. Ich glaube, dass nicht die materiellen Hilfen für S. wichtig sind, sondern, was wir tun können, ist ihm das Zugehörigkeitsgefühl zu geben. Ich weiß, ich habe alles mir mögliche getan mehr geht grad nicht. Alle Materiellen Dinge, die wir für S. leisten, würden ins Uferlose gehen, weil er sie entweder versetzt oder ich weiß es ehrlich gesagt nicht.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche und danke erst mal.
Liebe Grüße, Petra
 
Andreas
Hallo Petra,

so wie du meine Worte interpretiertest, so waren sie auch gemeint. Smile

Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft und Ausdauer bei der weiteren Begleitung deines Sohnes.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Petra
Hallo Doc_Holliday und Andreas,

ich möchte Mich nochmals ganz herzlich für die Begleitung, in einer, für mich schwierigen und unklaren Situation, bedanken.

Es hat sich inzwischen einiges getan. Die Betreuerin hat sich bei mir gemeldet und etwas mehr Licht ins Dunkel gebracht. Mein Sohn hatte sich zum wöchentlich vorgesehenen Termin nicht gemeldet, um sein Geld in Empfang zu nehmen. Statt dessen hatte sie von der Polizei aus Halle die Info, dass S. sich dort aufhält und mit kleinen Diebstählen und Schnurren nächtlich in Gewahrsam genommen wird. Seither hatte auch ich jede Nacht einen Anruf von dieser Dienststelle. Nach mehreren Versuchen des Rückrufs erreichte ich jemanden, der mich informieren konnte. Er sagte mir, Mein Sohn hätte sich in die Klinik in Halle einweisen lassen. Ich konnte auch schon mit dem behandelnden Arzt sprechen.
Gestern abend hat mein Sohn mich selbst angerufen und mir bekundet, es ginge ihm gut und ich solle mir keine Sorgen machen. Seine Stimme klang ganz klar und überhaupt nicht gedämpft. Allerdings sprach er davon, dass viele Menschen aus seiner Vergangenheit auch dort in der Klinik seien. Ich bin jedenfalls erst mal sehr beruhigt.

Herzlichen Dank, Andreas für Deine Aufmunternden Wünsche.

Ich wünsche Euch auch auf Eurem Weg weiterhin alles gute und werde hier immer mal wieder reinschauen, um neues zu erfahren.

Danke und viele Grüße, Petra
 
Stella
Hallo, bei meinem 32 Jahre alten Bruder wurde paranoide Schizophrenie gestern festgestellt.

Bin mehr als sehr traurig darüber, bin nur am weinen. Was kann ich tun , um ihm zu helfen, das er wieder der Alte wird? Kann er denn überhaupt wieder er selbst werden??

Ich selbst habe diesen Termin bei einem Psychiater vereinbart. Er ist sehr schwierig und möchte keine Hilfe annehmen. Er verneint Medikamente, Therapie einfach alles was diese Krankheit heilen könnte.

Auf mein Bitten ist er mit mir dorthin gegangen. Er weiß nicht, das er diese Krankheit hat. Ich werde versuchen mir noch zwei ärztliche Meinungen einzuholen und ihn dorthin schleppen, um einfach sicher zu sein, das es das ist , was er hat.
Ich möchte nichts falsch machen, davor hab ich Angst. Ich liebe ihn und möchte nur das es ihm gut geht.

Wie soll ich vorgehen, damit er Hilfe annehmen will?

Es ist sehr schwer ihn von etwas anderem zu überzeugen.
Er ist sehr verbissen und festgefahren in seinen Äußerungen.
Er spricht die meiste Zeit von Zahlen, Rechte und dem Staat.

Verfolgungswahn, Angstzustände, Zwänge, Abstammungswahn,
das ist das was ich beobachten konnte, er hört aber keine Stimmen.
Seit zwei Jahren geht es nun so.
Es ist aber schlimmer geworden.

Wie kann ich ihm erklären, was mit ihm los ist, das er das auch versteht???

Danke
 
Andreas
Hallo Stella,

wenn dein Bruder nicht möchte das ihm geholfen wird, kann man nicht viel machen. Zwingen kann man ihn nicht, das würde nur das Gegenteil bewirken.

Was aus meiner Sicht schon recht positiv ist, ist die Tatsache, dass dein Bruder dir vertraut und sich mit deiner Unterstützung zum Arzt bewegt hat. Das ist der erste Schritt, damit ihm vielleicht klar wird, was mit ihm los ist.

So lange dein Bruder keine Gefahr für sich selbst oder andere darstellt und er auch in keine Klinik möchte, auch keine Medikamente einnehmen möchte, würde ich ihn machen lassen.

Du hast in deinem Post geschrieben, dass du deinen Bruder liebst. Liebe heißt manchmal auch loszulassen und und auch fallen lassen und den geliebten Menschen seine Erfahrungen selber machen lassen. Dann aber auch beim "Aufstehen" wieder behilflich zu sein.

Gerade für einen nahen Angehörigen sind solche Sachen sehr schwer, weil die emotionale Nähe vorhanden ist. Aber in manchen Fällen sind diese Schritte für den Betroffenen sehr hilfreich.

Was hu halt machen kannst ist deinem Bruder deine Unterstützung anbieten, aber nicht aufzuzwingen.

Lieber Gruß
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Stella
Hallo Andreas

Danke, für Deine Zeilen.

Ja, ich stimme Dir zu, ich kann Ihn nicht zu etwas zwingen, was er nicht möchte, zumal er noch nicht erkannt hat , dass er krank geworden ist.

Ich versuche so oft ich kann bei ihn zu sein, ihn zu unterstützen, einfach da zu sein.

Ich will ihm zuhören.

Das trifft sehr zu was Du sagst, denn er bat mich auch ihn "loszulassen".

Es tut sehr weh, ihn in diesem Zustand zu sehn.

Er lehnt weiterhin alles ab.

Ich habe Angst davor, das es nur noch schlimmer wird, wenn ich nichts unternehme.

Danke, für Deinen Ratschlag.

Liebe Grüße
 
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