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Beziehung zerstört durch die Krankheit!?
Kate
Hallo
Vielleicht haben ein paar schon meine Geschichte gelesen.
Mein Freund ist letztes Jahr Februar in die Klinik gekommen, wegen Schizophrenie.
Es ist einfach nicht besser geworden. Das letzte mal als wir uns getroffen haben, das war ende november, ich hab ihn in der Klinik besucht, haben wir noch ein paar schöne Stunden miteinander verbracht. An diesem Tag ging es ihm ausnahmsweise mal gut, keine Stimmen, keine Bedenken.
Wir waren in der stadt gewesen und uns super verstanden. Er hatte auch wieder Zukunftspläne gemacht und sagte mir er sei so glücklich und das nächste Jahr (2012) wird ganz toll werden.
Tja kurz bevor er abends wieder in die Klinik musste, fing es wieder an, das er Stimmen hörte. Abends rief er mich noch an, von wegen, gute nacht und so. Und er hörte sich eigentlich "normal" an. Ich dachte es wäre an mir vorbeigegangen, das es wieder schlimm wird. Falsch gedacht.
Wir wollten uns viell. am Wochenende treffen. Er wollte Bescheid sagen. Da ich keine SMS oder Anruf von ihm erhielt, schickte ich eine Sms.
Darauf bekam ich nur ein "Lass mich in Ruhe!"
Tja da hatte uns wieder das Stimmen hören und Wahnvorstellungen haben eingeholt. Von ihm persönlich hörte ich dann gar nix mehr.
Ich hatte am Montag drauf mit seinem Vater telefoniert, der mir sagte, das ich ihn in Ruhe lassen sollte und ich dominant und frecht wäre??????
Ich hab die Welt nicht mehr verstanden und wußte gar nicht was los ist. Darauf bekam ich noch einen Brief seiner Eltern die mir darin sagten, das ich und die Beziehung meinem Freund nicht gut täte und ich ihn nicht mehr anrufen oder persönlich sprechen sollte.

Seitdem hab ich meinen Freund nur noch einmal gesehen. Zwischenzeitlich habe ich erfahren, das seine Mutter ihn aus der Klinik und nach Hause geholt hat. Bis vor kurzem war er wohl bei seinen Eltern. Jetzt ist er wieder zuhause. Ich traf ihn in der Stadt. Er hat nur Hallo gesagt und antwortete mir auf die Frage wie es ihm geht: Es geht so. Er sah auch total schlecht aus. Wie ein Zombie, keine Gefühlsregung, kein Lächeln, nix. Ein komplett anderer Mensch! Nicht mehr so lebenslustig und fröhlich wie ich ihn mal kennengelernt habe.
Offenbar denkt er immer noch das ich das "Böse" bin und ihm nicht gut tun würde. Da frage ich mich doch ob die Behandlung in irgendeiner Form gewirkt hat. Er wohnt zwar wieder allein zuhause aber er kommt mir so vor als wenn es ihm noch schlechter geht, als wie er in der Klinik war.

Wir sind wohl getrennt, persönlich oder in einer anderen Form hat er mir das nie gesagt und hat sowieso kein Wort mehr mit mir gesprochen, von jetzt auf gleich. Einfach so. Ich habe diesen Menschen sehr geliebt und ich habe in der ganzen Zeit , als er in der Klinik war, zu ihm gehalten, ihm Mut gemacht, ihm versucht eine schöne Zeit zu bereiten, als ich ihn besuchte. Wie kann das alles sein? Er tut so als wenn ich irgendjemand wäre, den er flüchtig kennt. Ganz davon abgesehen, das wir alles geteilt haben, sogar zusammen gewohnt haben und er mir immer gesagt hat, das er mich liebt und mir vertraut (wenn es ihm gut ging).

Ändert sich dieser Zustand nochmal oder ist das verloren, wird er nochmal der Mensch werden, den ich mal kennengelernt habe und der er war als es ihm gut ging oder bleibt er jetzt in dieser Vorstellung, das ich das "Böse" bin, das man meiden muß?????????
Müßte es ihm nicht wieder super gut gehen, seitdem er mich nicht mehr sieht, nach seiner Denkweise, das ich böse bin, dann bin ich weg und es geht ihm immer noch nicht wirklich besser? Müßte nicht irgendwann mal die Logik bei ihm durchkommen, das ich nicht schlecht bin, sondern ihm nur gutes will.?

Ja ich weiß das war viel. Musste mir das aber mal von der Seele schreiben ;-)
 
agrafis 007
Guten Tag Kate


ich glaube das dein freund sich dir gegenüber irgendwann wieder nähern wird er befindet sich warscheinlich in einer phase die erst heilen muss er ist sich im unklaren und lässt sich gerade hängen gib ihm zeit und wenn er sich seiner gefühle klar ist dann klappts auch wieder .
und ich nehm mal an er hat sich nicht getraut mit dir zu reden weil er sich seiner gefühle nicht sicher ist und hat das über seine eltern geäussert

mit freundlichem gruss agrafis


alles wird gut wenn mann leben will Smile
 
Kate
Seine Eltern sind plötzlich der Meinung gewesen, das ich nicht gut für ihn bin. Warum? Keine Ahnung. Sie tun so, als wenn ich Schuld an seiner Krankheit wäre. Obwohl er diese schon seit 10 Jahren hat.
Seine Eltern haben mir auch öfters gesagt, das er nicht "beziehungsfähig" sei. Da bin ich natürlich ganz anderer Meinung. Er ist ein sehr liebevoller und toller Mensch gewesen, der Selbständig war und ganz viele Zukunftspläne hatte und sehr wohl beziehungsfähig.
Seitdem die Krankheit wieder ausgebrochen ist, letztes Jahr, war er nur noch ganz selten so und ist immer mehr in eine Phase des Aufgebens und "hat eh alles keinen Sinn mehr" gewesen.

Es ist einfach nur "Scheiße" wenn der Mann der einen und den man geliebt hat, denkt, man sei schlecht für ihn!
 
Andreas
Hallo Kate,

ich kenne solch ein Verhalten, wie es dein Freund aktuell hat, auch von mir.

Bei mir ist es dann oft so, dass ich durch viele verschiedene negative Ereignisse schon von Grund auf schlecht gelaunt bin.
Da fehlt dann nur noch ein kleiner Funke und ich bin total mies drauf und denke mir "keiner mag mich, alle halten mich für schlecht, oder die sollen mich alle nur in Ruhe lassen".

Da kehre ich schnell jeden über einen Kamm.

Bei mir ist es wahrscheinlich noch ein überbleibsel aus meiner Kindheit und meinem kindlichen Verhalten.
Da bin ich dann trotzig und kann niemanden so richtig gut leiden. Weil, es sind ja eh alle blöd, nur ich nicht. Smile

Lass deinem Freund Zeit wieder zu sich zu finden und sich zu erholen.

Wenn bei deinem Freund das Stimmenhören zu seinen Problemen gehört, so ist es nicht leicht diese Erfahrungen aus dem Kopf zu streichen.
Meiner Meinung nach liegt das Stimmenhören ursächlich in einem schlecht ausgeprägten Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Dies hat entsprechende Ursachen meistens im kindlichen Alter.
Überfürsorgliche Eltern, oder negative Erfahrungen die der Betroffene gemacht hat und nicht wirklich erlebte dass er selber etwas auf die Beine stellen konnte.
Vielleicht auch ein zu hoher Anspruch an ihn selbst, von anderen ausgelöst oder von ihm selbst auferlegt.

Vielleicht fehlt es deinem Freund auch noch etwas an Gelassenheit und die Dinge nicht so eng sehen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Kate
@andreas
Ja, seine Mutter ist die Größte für ihn. Sein Vater eigentlich auch.
Ich hab aber selber schon live erlebt, wie sein Vater zu ihm sagte, das er Zitat "nix hat, nix kann und nie was sein wird!" Sozusagen ist er eine Enttäuschung für seinen Vater.
Fand ich persönlich nicht sehr nett, aber mein Freund ignoriert solche Aussagen grundsätzlich. Er lässt nichts an seine Eltern kommen. Die sind perfekt in seiner Welt. Dazu hat er auch nie was gesagt, das es ihn verletzt oder so, da heißt es dann nur, seine Eltern sind sarkastisch ;-)

Ja klar, ich werde ihm Zeit lassen. Und ich hoffe sehr, das er irgendwann mal wieder mit mir spricht Smile
 
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