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sohn ist krank
sabineph
Guten Morgen, ich möchte mich zuerst mal vorstellen.
Ich bin Mutter von einem 23 jährigen Sohn bei dem vor ca. 6 Jahren Schizophrenie festgestellt wurde. Er lebt im Normalfall ganz gut mit der Krankheit aber hat grosse Probleme im Berufsleben. Er hat jetzt die 5.Stelle hingeschmissen/bekommen da er sich laufend "verdrückt".Er aber meint, dass er sich immer angestrengt hat und die Vorgesetzten lügen oder übertreiben. Die Arbeitgeber sagen halt er wäre stinkfaul. Ich bin der Meinung, dass er ein normales Berusleben nicht ausüben kann, da er dem Stress nicht gewachsen ist.
Er meint nur die Jobs waren nicht das Richtige.
Was kann ich tun.?????
Ich mache mich total fertig und bin so ziemlich am Ende. Alles leidet unter dieser Situation. Es dreht sich nur noch um meinen Sohn und wie es weitergeht. Ich kann bald nicht mehr.
Im Moment ist er in einer Therapie für Spielsüchtige.....das kam dann ja auch noch dazu. Wie kann/soll das weitergehen?
Ich bräuchte selbst bald therapeutische Hilfe, da ich selbst diesem Druck nicht mehr standhalten kann.
Wem geht es ähnlich und kann mir evtl. ein paar Tipps geben???
Wäre wirklich dankbar.
Bearbeitet von sabineph am 26.02.2012 09:58
 
Andreas
Guten Morgen Sabineph,

vielleicht wäre es ganz gut für deinen Sohn, wenn er erst einmal in einer Beschäftigungstagesstätte oder einem Zuverdienst anfangen würde leichte Arbeiten auszuführen.
Vielleicht gäbe es auch noch die Möglichkeit in einem Berufsförderungswerk zu testen in welchem Bereich deines Sohnes seine Stärken liegen und was er dann auch beruflich ausüben könnte.

Setze dich mal mit seinem Rentenversicherungsträger oder Arbeitsvermittler in Verbindung und bespreche mit demjenigen die Situation deines Sohnes und welche Möglichkeiten es gibt.
Wenn dein Sohn die Diagnose Schizophrenie hat, müsste er wahrscheinlich auch einen Reha-Berater beim Jobcenter haben.
Was vielleicht auch noch eine Möglichkeit für deinen Sohn wäre, ist eine unterstützte Beschäftigung (UB) in Anspruch zu nehmen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
sabineph
Zuerst einmal vielen Dank für die schnelle Antwort.
Das grösste Problem, und auch ein typisches Symptom von dieser Krankheit, ist es diese auch anzunehmen .
Davon ist er ja noch weit entfernt. Er war auch schon in einem ATZ - Arbeitstherapiezentrum- aber richtig was gebracht hat es anscheinend nicht. Er meint ja noch, dass er ein "normales" Arbeitsleben durchhalten kann.
Sollte man es darauf ankommen lassen, und ihn dann noch ca. 3-4 mal auffallen lassen? Ich möchte ihn auch nicht "krankreden". Dauert es noch eine Zeit bis ein Betroffener sich das selbst eingesteht, dass er einfach nicht den normalen Anforderungen gerecht werden kann?
Sein Therapeut meinte zu mir es gäbe halt noch den wEG ihm 50% Behinderung ausstellen zu lassen und dann halt über diese Schiene einen Job in einem dafür geeigneten Betrieb unterzubekommen.
Kann man dann ein "normales" selbständiges Leben führen?
Fragen über Fragen.
Es zerreisst mich einfach ihn so leiden zu sehen.
Soll ich ihn ganz allein mal machen lassen?
 
sabineph
Aber das mit dem Reha-Berater ist eine super Idee. Darauf bin ich noch gar nicht gekommen.
 
Andreas
Einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen wäre aus meiner Perspektive ganz gut und angebracht. Dadurch würden sich auch Möglichkeiten der Unterstützung bei der Arbeitsplatzfindung bieten.
Sollte dein Sohn einen Grad der Behinderung von 50 bescheinigt bekommen kann er sich durch einen Integrationsfachdienst auf den ersten Arbeitsmarkt vermitteln lassen.
Diese Integrationsfachdienste würde auch ein Profil mit seinen Fähigkeiten erstellen und dann entsprechend vermitteln.
Um aber auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können, sollte dein Sohn schon eine gewisse Stabilität erreicht haben.

So lange das noch nicht der Fall ist, wäre für deinen Sohn vielleicht auch eine Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe ratsam. Selbsthilfegruppen haben auch einen stabilisierenden Character und wirken sich langfristig positiv auf den Verlauf aus. Wichtig ist dafür aber auch seitens deines Sohnes eine Einsicht und auch der freie Wille an einer Selbsthilfegruppe teilnehmen zu wollen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
sabineph
Was genau ist denn ein erster Arbeitsmarkt?
Gibt es da Unterschiede?
Wie du merkst habe ich mich da noch nicht so genau schlau gemacht.
Aber nochmals Danke für deine Hilfe. Bin dadurch wirklich schon ein bisschen aus meinen tiefen Loch vom Wochenende etwas rausgekommen. Wink
 
Andreas
Hallo Sabineph,

der erste Arbeitsmarkt ist der ganz allgemeine Arbeitsmarkt in dem man ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis hat.
Als zweiten Arbeitsmarkt bezeichnet man Tätigkeiten in Behindertenwerkstätten oder die ABM-Maßnahmen der Arbeitsagenturen/Jobcentren. Dann gibt es aber auch noch den Zuverdienst, wo man ca. 1,50€/Stunde verdient.

Gut das ich dir etwas helfen konnte, das freut mich zu lesen. Smile

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
[quote]sabineph schrieb:


Ich bin Mutter von einem 23 jährigen Sohn bei dem vor ca. 6 Jahren Schizophrenie festgestellt wurde. Er lebt im Normalfall ganz gut mit der Krankheit aber hat grosse Probleme im Berufsleben.
Ich mache mich total fertig und bin so ziemlich am Ende. Alles leidet unter dieser Situation. Es dreht sich nur noch um meinen Sohn und wie es weitergeht. Ich kann bald nicht mehr.
Im Moment ist er in einer Therapie für Spielsüchtige.....das kam dann ja auch noch dazu. Wie kann/soll das weitergehen?
Ich bräuchte selbst bald therapeutische Hilfe, da ich selbst diesem Druck nicht mehr standhalten kann.
/quote]

Spielsucht ist ja noch ein Thema für sich.
Der Therapeut wird sicher damit befasst sein ob Spielsucht hinzu kam oder als Teil der Schizophrenen Phase auftritt. Vielleicht kannst du mit deinem Sohn das Einteilen des Geldes vereinbaren, falls es zu arg mit dem verprassen ist. In wie weit es über seinen Kopf hinweg eingeteilt werden kann oder sinnvoll ist wäre eine gedankliche Option.
Sucht ist immer eine besondere Situation. Heikel wird es wenn er sich dafür Geld borgt.
Wenn der familienhaushalt es erlaubt ist es vielleicht besser ihn sein geld ausgeben zu lassen - kommt dann darauf an wo hin dies ihn führt.

6 Jahre, gerade wenn es relativ durchgehend verläuft ist eventuell nicht unbedingt lang um für sich seine Situation anzunehmen oder dies zu glauben, zumal er immerhin versucht hat einer Arbeit nachzugehen um ein Leben zu führen wie andre. Eine unzufridene Zeit, denke ich, mit häufiger wechselnd von Hoffnungen, Zweifel, Misserfolgen - aus seiner Sicht.
Verwirrtheitsphasen machen es viel schwieriger eine Linie für sich zu finden. Wenn seine Welt für ihn vorher relativ in Ordnung war ist es nicht leicht sich mit der veänderten Lebenssituation zu arrrangieren. Für die Familie gillt das gleiche.

Als angehörige solltet ihr auch für euch was tun, denn es kann auch für ihn nicht gut sein wenn du die Situation deines Sohnes schwehrer nimmst als er selbst.

Jonny Wink
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