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Krank?!
Seeler11
Hallo Community,
persönlich halte ich nichts von Facebook und Co. aber ich bin vor ca. 3 Jahren mit einer alten Schulkollegin aus der Grundschule dort in Kontakt getreten.
Fast 30 Jahre hatten wir uns nicht gesehen. Je länger die Mails wurden desto mehr wurde mir bewusst das einiges im argen liegt.
Ihre Ehe war kaputt, Vater krank und Tochter hatte Schizophrenie und war in einer Klinik.
So haben wir uns wieder getroffen, wurden Freunde und aus der Freundschaft eine Affäre. Beide sind wir mitte 40.
Persönlich sind mir einige Dinge aufgefallen die mir erst später bewusst wurden.
Der Mann war böse, Tochter ist krank durch seine Familie. Sie machte mit ihm nach 25 Ehejahren als er in Kur war telefonisch Schluss! Sie persönlich hatte ein sehr stark ausgeprägtes Helfersyndrom das heißt zum Bsp. das sie mir den Mund beim essen abwischen wollte oder meine Küche putzen wollte etc....gut Menschen sind verschieden dachte ich mir.

Merkwürdige Familie dachte ich mir nur: Mann war in Therapie was aber nichts nutzte und die Ehe war kaputt, jüngste Tochter Schizophren, Freund von ihr leidet unter Angstzuständen, älteste Tochter in Therapie und auch ihr Freund schien mir nicht "normal" vom erzählen.
Tolle Frau war meine Meinung wie sie die Familie umschützt und mich liebt.

Ich lernte ihren Ex Mann kennen der vollkommen "normal" war und die Welt nicht verstanden hatte. Ihr jüngste Tochter machte einen aufgeweckten Eindruck und die älteste sowieso.

Ich bin ein eigenständig denkender und lenkender Mensch und brauche keine Ersatzmutter und so scheiterte unsere Beziehung zum Jahresende. Sie scheiterte nicht sondern sie meldete sich nicht mehr!!!

Sie hatte Gründe vorgeschoben die man immer finden kann.

Mir ist es so vorgekommen das sie gar nicht wollte das ihre Familienmitglieder "gesund" sind. Auch mir wollte sie Realitätsverlust unterstellen und ihr Highlight war meine Kiefer Op und ihre Pflege.
Meine Pakete von Ebay an ihre Adresse enthielten plötzlich Drogen, auch hätte ich auf ihrem PC einen Keylogger installiert um ihre Passwörter zu hacken. 2 Aktenordner mit all meinen Mails, Gedichten (legte sie besonderen Wert drauf) etc. waren fein säuberlich ausgedruckt in Ordnern aufbewahrt. Die Mails waren aber alle von ihr nicht gewollt am Ende usw.usw.usw.

Gibt es die Möglichkeit eine Schizophrenie so zu kaschieren das man anderen Menschen einredet das sie krank sind? Sie sogar krank erzieht?
Sie ist sehr attraktiv, überall beliebt, hilft jedem und arbeitet an einer Schule.

War im Dezember wirklich der Verzweiflung nahe und habe die Welt nicht mehr verstanden. Sie hat mich des Stalkings über 3 Jahre ausgerufen!
Knallhart kalkulierender Mensch, Egomane, Krank...Fragen über Fragen!

Mir geht es um erster Linie um ihre beiden Töchter, um deren Haus das bald weg ist wenn sie weiter so agiert und natürlich liebe ich sie immer noch!
 
Andreas
Hallo Seeler,

das was du schilderst ist sehr typisch für eine paranoide Schizophrenie.
Der Betroffene selbst empfindet sich selbst nicht als krank, vielmehr geht der oder die Betroffene davon aus, dass die Welt um Ihn/Sie herum sich zum schlechten verändert hat.
Der/die Betroffene fühlt sich kriminellen Mächten ausgesetzt und das gesamte Programm, was du ja schon beschrieben hast.
Es ist aber keine böse Absicht des Betroffenen, es ist seine Wahrnehmung, die ihm/ihr einen Streich spielt.

Versuche mal einem gesunden Menschen klarzumachen das er krank ist. Wink

Es ist hauptsächlich die Wahrnehmung des Umfeldes was maßgeblich bei einer Schizophrenie aus der Bahn gefallen ist.
Auf der anderen Seite kann man aber auch so argumentieren, dass gesunde Menschen sich ein Bild nur direkt von vorn ansehen, wobei schizophrene Menschen auch mal das Bild in die Hand nehmen und es sich von der Rückseite oder aus einer anderen Perspektive betrachten.

Im Endeffekt ist es ja auch immer so, dass man das versteht, was man selbst verstehen möchte. Und genau darin liegt bei einer paranoiden Schizophrenie das Problem. Man fühlt sich permanent gefährdet, verfolgt und was weiß ich nicht noch alles. Plötzlich ist jeder gegen einen selbst und möchte einem selbst vielleicht auch noch ans Leben.
Der/die Betroffene befindet sich in einem permanenten Angstzustand, wodurch der gesamte Organismus einer sehr hohen Belastung ausgesetzt ist. Oftmals ist es auch so, das der/die Betroffene nicht wirklich zur Ruhe kommt und nicht mal mehr vernünftig schlafen kann.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Seeler11
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!

Das stimmt übrigens mit dem Schlaf. Er ging teilweise gen Null. Argumente waren das sie Angst hatte das ich a) um mich schlagen könnte nachts oder Cool das ich aus dem Bett stürzen könnte.

Habe mich erst jetzt erinnert das sie mit 14 schon Antidepressiva nehmen musste die die Eltern wieder absetzten weil sie davon müde wurde. Auch viele Jahre später fragte ein Arzt vor einer Op warum in ihrer Akte Suizid gefährdet gestanden hatte.

Ihre jüngste Tochter ist ja paranoid Schizophren (hatte die Diagnose aus der Klinik gesehen).

Wie gesagt es ist meine Ex und ich konnte mir viele Dinge nicht erklären dabei. Auch heute morgen hatte sie mit ner Bekannten telefoniert und meinte das ich mich dringend ändern müsste um normal zu sein!

Aber mich macht es stutzig wie ein überall beliebter Mensch der auch seine Tochter zu Therapeuten begleitet etc. nicht dort auffällt? Sie gilt als die helfende gute Mutter!
 
Andreas
Guten Morgen Seeler,

bei deiner Ex-Partnerin scheint sich der Wahn wohl eher nicht in Richtung Verfolgungswahn und ähnliches auszurichten, vielmehr wohl eher in die Richtung, dass den Menschen um Sie herum etwas zustoßen könnte oder dass sie eventuell krank werden oder sind. Das ist ja auch eine Art des Wahns.
Nur fällt diese Art des Wahns nicht so sehr auf, da er sich ja nicht auf Sie selbst bezieht.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Seeler11
Danke dir!
Dann ist wohl das stark ausgeprägte Helfersymdrom das für mich der eigenständig ist befremdlich wirkte.

Möchte sie ja zurückgewinnen und an einigen Dingen muss ich wirklich arbeiten. An mir arbeiten werde ich auf jeden Fall und tue es schon ohne den Blick auf das "Gewinnen" zu haben.
 
Nase im Wind
Hallo Seeler

Komme mal gleich zum Punkt.
Schizophrenie ist nicht dauernd present und bei jedem anders. Ist für andere jedenfalls unvorhersehbar, es sei denn man kennt diese Situationen wo es sich Zeigt. Kann längerfristig bestehen, auch stündlich, täglich, alle par Wochen usw., aber ebenso nach Jahren wieder auftreten (mit-, wegen-, oder ohne Medikation).
Im Beruf kann man unauffällig sein bzw bleiben wenn die Situation sich dort nicht ergibt, z.B gedanklich auf die Arbeit konzentriert bleibt.
Schizophrenie ist oft viel weniger bedrohlich als es den meisten erscheint. Dennoch gibt es bei einigen auch andere Auswirkungen. Für mich ist grundsäzlich alles was oder wer meine Lebenweise, aus der eigenen perspektive heraus, unzumutbar beeinträchtigt, eine Bedrohung.

Man kann Schizophrenie auch als Erkrankung verstehen. Jedoch der Faktor des Umfeldes der Vergangenheit u. od. Gegenwart hat einen Anteil daran. Das ist noch ein langer Weg im Lernprozess der Gesellschaft.
Beschleunigen können wir nichts, auch wenn Gefühl und Glaube häufig einen anderen Eindruck vermittelt. Die eigene Einstellung ändern falls man es für erforderlich hält ist zumindest für einem selbst gut, jedoch keine Garantie das es beim Betroffenen erkennbare positive Auswirkung hat. Hat es sicher, aber wann.

So wie du schilderst, gehe ich davon aus das es eine lanjährige ziemlich verfahrene Kiste ist mit diesem Krankeitsverlauf.
Da ich mich zur Betroffenen- u. der Angehörigenriege zähle, betrachte ich von beiden Seiten. Besonders liegt mir am Herzen der Schutz/ Selbstschutz und gleichermaßen Entfaltung beider Seiten. Das funktioniert, aber geht nicht unbedingt immer in die Richtung wie man es sich wünscht.

Dank einer begonnenen Gesprächskultur zum Thema, erlangen angehörige mehr Verständnis dass es keinen rätselhaften Hintergrund gibt (das ist nicht selbstverständlich). Vernachlässigt wird noch zu sehr, dass diese sog. Erkrankten falschverstandener weise extra geschont werden weil sie, wie es heißt, eben nicht anders können.
Im Innern stecken die gesunden Anteile welche Verantwortung tragen wollen. Aus Angehörigensicht gilt für mich die Faustregel; Was mir drückend auf der Seele liegt auch auszusprechen, unabhängig vom Ergebnis.
Wie groß ist die Chance jemals zusich zu kommen wenn signalisiert wird, er/sie sei unheilbar krank.

Jonny Smile
Bearbeitet von Nase im Wind am 11.03.2012 23:38
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