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Kein Mensch ist bisher in der Lage festzustellen ob Schizofrenie eine Krankheit ist.
Nase im Wind
Ich bin überzeugt, dass die Trennung zwischen Realität und Fantasie eines Tages per wissen aufgehoben wird.
Als bisherigen Notbehelf benutze ich das Wort Fantasie. Ich sehe also alles als Fantasie (bzw. Einbildung) an, was ich tue u. was ich erlebe. Alles Fantasie und doch wahr. Natürlich ist somit alles Wahrheit was ich wahrnehme.
Ich gehe sogar noch weiter, danach ist alles was ich in leblos und lebendig einteile einfach nur fließende Energie. Die Welt ist irgendwie durch irgendeine form der Übertragung elektrischer Übertragung miteinander verbunden.
Mehr dazu ein andermal sobald ich den Kopf genügend frei habe.

Kein Mensch ist bisher in der Lage festzustellen ob Schizofrenie eine Krankheit ist. Ich nehme mal den weit verbreiteten Begriff der Realität (als Wirklichkeit bezeichnet).

Beispiel eines möglichen Erlebnisses:
Also, jemand wird real verfolgt aus Gründen die nur der Verfolger kennt aber ich habe erkannt, dass dieser mir nichts Gutes will, dies kann ja alles Mögliche sein. Ich habe Angst und fliehe, doch der ist sehr Hartnäckig und weiß offenbar viel über mich um mich immer wieder leicht aufzuspüren. Vielleicht sind es auch mehrere. Dann schließlich ist er überzeug oder wird überzeugt eine falsche Wahrnehmung zu haben, will heißen er der verfolgte ist psychisch gestört und bekommt von nun an Wahrnehmungsdämpfende Medikamente. Nach einer Weile nimmt der seine Verfolger nicht mehr wahr, fühlt sich sicher und beruhigt sich zusätzlich. Dann kommt ein Tag an dem bin ich so fit oder die Dosis des Medikamentes wirkt nicht mehr wie vorher. Jetzt entdecke ich meine Verfolger wieder und sie sind mir plötzlich sehr nahe, weil, sie haben sich gemütlich herangeroppt, denn ich habe sie nicht mehr sehen können.
Dann flüchte ich eiligst, entkomme und rette mich in der Klinik. Da kommen die nicht an mich heran, doch ich glaube es ist nur Einbildung dass jemand hinter mir her ist und ich bin nur in der Klinik um mich für höhere Dosis neu einstellen zu lassen. Ich werde ruhiger und die Medis tun ihr teil dazu. Nach der Entlassung mit einer Bonbongtüte voll legaler Drogen und voll gepumpt mit dem Gleichen Mitteln die ich als tägliche Kaltverpflegung mitbekommen habe. Dann stehen sie vor mir, zunächst denke ich jetzt haben sie mich doch da fällt mir ein, dass alles passiert in meinem Kopf und ich lade nach, eine Psychopille einzunehmen die recht schnell wirkt.
Nun schnappen sie mich und ich sage mir es ist nur in meinem Kopf und die Medis brauch eine Weilchen um zu wirken. Anstandslos lasse ich mich in ein Auto verfrachten, denn es juckt mich nicht besonders und alles ist nebelhaft durch das Medikament. Ich habe später den Eindruck dass ich vergewaltigt werde, glaube aber das ist in meinem Kopf. Nächsten Tag wache ich auf in einem Busch hinter einer Brücke, habe dass Gefühl tatsächlich missbraucht worden zu sein. Da nun keiner in meiner Nähe ist denke ich das habe ich mir nur eingebildet, will mich trotzdem untersuchen lasen, denn ich habe Schmerzen im Sitzbereich. Die behandelnden Ärzte sagen mir dass mit mir mehr passiert ist als unsanft auf den Hosenboden gefallen zu sein. Sie gehen davon aus, ich sei vergewaltigt worden, denn die Art der Verletzungen sprechen dafür.

Ich erzähle dies dem Arzt in der Psychiatrie die mich seit der Entlassung ambulant betreuen. Sie sagen mir, dass die Befunde der Untersuchung stimmen, aber diese Täter könnten mich aufgegabelt haben und hätten die Situation ausgenutzt, dass ich dort im Gebüsch schlafend lag. Auch wenn sie vorher den Eindruck hatten dass Ihre Verfolger, die nur in Ihrer Fantasie existieren Sie entführt haben, so muss das eine nichts mit dem anderen zu tun haben. Ihre Verfolger sind ihre Fantasie, die Vergewaltigung war real.

Fazit:
Ich kann mich nun entscheiden weiterhin diese Dämmenden Pillen zu nehmen oder es vorerst ohne versuchen. Vielleicht tauchen diese bekannten Verfolger wieder auf, und ich glaube meine Psychose bricht wieder aus, nehme wieder Medikamente Es könnte auch sein, diese bekannten Gesichter der Verfolger sind Menschen die in der Nähe leben und ich treffe fortan immer wieder auf sie, nur haben sie nichts mehr im Sinn mit mir, denn sie haben erreicht was sie wollten und sind auf der Suche nach neuen Opfern. Ich aber habe die Vorstellung die sind in meinem Kopf. Selbst wenn ich die anspräche und die sind Real vorhanden, so könnte es tatsächlich sein dass die unbescholltene Bürger sind und ich mir die Verfolgung nur einbildete.
Es wird für mich nicht herauszubekommen sein ob die mir an den Kragen wollten oder bereits waren, oder ob die mir nur so schienen als würden die etwas von mir gewollt haben.
Vielleicht hatte mich niemand verschleppt und ich war wirklich im Gebüsch hinter der Brücke eingeschlafen, weil die Psychopharmaka mich so müde machten. Dann müsste ich damit rechnen, dass es andere waren die mich vergewaltigten.

Schizofrenie begreife ich nicht als Krankheit sondern als eine Fähigkeit mehr zu erkennen als zu verarbeitbar ist bzw. meine Fähigkeit ist nicht ausgereift genug um die tieferen Eindrücke mir ausreichend erklären zu können. Wir alle nehmen mehr auf als wir wahrnehmen. Dies ist beider Fähigkeit tiefer zu sehen (Fähigkeit Schizofrenie) als die meisten Menschen. Vielleicht ist dieser Mensch auf seine für ihn unerklärlichen weise offenen für Tiefergehende Eindrücke.

Nachdem ich meine damalige rundum Gehemmtheit weitgehend abbaute und spontaner sein konnte, auch zuversichtlicher/ gelassener dreinschaute vielen mir die Menschen um mich herum deutlicher auf. Ich erkannte, dass sehr viele eher deprimiert oder wenigstens mit gedrückter Stimmung durch die Gegend laufen. Aus Angst sicherlich, gucken sie Misstrauisch, herabwürdigend/ hochnäsig/ arrogant auftretend, oder überspielen ihre Ängste mit einer Reaktion bzw. Verhalten die in Jugendkreisen fälschlicher Weise als cool bezeichnet wird.
Viele Ängste werden so gut versteckt, dass ihr wahres ich manchmal nur erahnt werden kann oder einfach nur von jemandem aufgefangen wird der Empathie besitzt. Jener ist sich aber nicht sicher ob er richtig liegt, sein Verstand sagt nein und sein Gefühl sagt ja.

Die andere Seite bei einer Fülle solchen Erkennens ist, derartig viele Details, vielleicht wahre Eindrücke der aufgefangenen Herabwürdigungen zu filtern. Ich muss mich stark abgrenzen um nicht irgendwann zu glauben es gelte alles mir persönlich. Und selbst wenn, so muss ich mir den Schuh nicht anziehen, denn was ein andrer von mir denkt, und was ich von mir selbst denke muss nicht identisch sein. Auch wenn ich zu dem Schluss komme, dass da etwas dran ist was jemand möglicherweise von mir denkt dann kann ich immer noch sagen, ist ja kein Wunder bei dem Umfeld. Und ich kann an mich arbeiten falls ich nicht so bleiben möchte. Jeden falls sehe ich keinen logischen oder vernünftigen Grund mich nicht so zu akzeptieren wie ich jetzt gerade zu dieser Zeit bin oder wer ich bin. Da kann ich hinauswachsen, aber nur wenn ich mich möglichst weitgehend annehme wie ich bin. Niemand ist besser oder schlechter als ich selbst es bin.

Als Mensch habe ich den Eindruck, jede meiner Handlungen selbst entschieden zu haben oder jemand würde mich zu einer Entscheidung gedrängt haben bzw. habe mich drängen lasen. Es kann aber auch sein das wir alle nichts entschieden und alles im kausalen Zusammenhang automatisch abläuft. Dazu habe ich eine Botschaft; Vielleicht kann ich nichts beeinflussen, doch wenn ich es nicht versuche wird sich an meiner Situation nichts verändern.

Jonny F.
 
Andreas
Hallo Jonny,

dein Beispiel zeigt offen, was für eine Wirkung Psychopharmaka haben können. Man muß aber auch dazu sagen, dass genau das Problem der Reizüberflutung des Gehirns bei schizophrenen Patienten ihr eigentliches Problem ist. Was deine These angeht, dass kein Mensch genau weiss ob Schizophrenie eine Krankheit ist oder nicht, da bin ich der Meinung, dass die Schizophrenie eher eine Störung ist, als eine Krankheit. Denn eine Krankheit hat man, aber schizophren ist man. Man lebt praktisch schizophren. Ich habe hier vor kurzem einen Artikel darüber bereitgestellt, in dem eine Betroffene genau das aussagt.

MfG
Andreas
 
Web
Nase im Wind
admin schrieb:
Denn eine Krankheit hat man, aber schizophren ist man. Man lebt praktisch schizophren.

MfG
Andreas


Mit dem Begriff "Störung" kann ich gut leben bis mir etwas Besseres einfällt. Zufrieden bin ich mit diesem Kompromiss allerdings nicht. Der unterschied, ob ich etwas "habe" oder "bin" könnte an Bedeutung gewinnen und macht per definition den unterschied aus ob Schizophrenie als Krankheit verstanden wird.
Ich sehe eine Störung lieber als Auslöser eines natürlichen Verschleißprozess. Eine Schraube die locker ist kann repariert werden. Das ist dann ein vorübergehender Verwirtheitszustand, hat in keinster weise etwas mit Krankheit zu tun.

Eine "Störung" kann leicht als eine "Krankheit" definiert werden. Es ist eine frage der Einstellung. Und zwar dann wenn die Arbeit an mir zur Lösung meines Problems geringer bewertet wird als die Arbeit auf dem Arbeitsmarkt. Meine Erfahrung der persönlichen Problemlösung kann andere verhelfen schneller mit sich wieder Klar werden um auf dem Arbeitsmarkt zu bleiben.

Jemand könnte dagegenhalten wollen der meint dass ich während einer Krise nichts zum Wohl der Gemeinschaft beitrage. Dass aber tue ich, hängt jedoch nicht von mir ab sondern von denen die versuchen etwas daraus zu lernen. Es ist zu bedenken, was ignoriert wird breitet sich aus.
Wer nicht sensibel ist gerät in keine Krise, ist ebenso nicht kreativ genug um den sich verändernden Herausforderungen der fließenden Zeitepoche, "auf längere Sicht", " etwas entgegen setzen zu können.

Jegliche Problemstellung stellt eine Krisensituation dar. Sich das Leben erleichtern ist gleichbedeutend mit überleben. Sich das Leben einfacher machen indem man mit Scheuklappen herumläuft führt zum Gegenteiligen.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
music
Hallo zusammen,

ich habe auch oft darüber nachgedacht und ich bin eigentlich nicht vollständig davon überzeugt, dass Schizophrenie eine Krankheit ist. Es ist aber sehr wohl so, dass man anders denkt und sich auch anders verhält als andere Menschen. Nur wenn ich einen Menschen als "normal" bezeichnen sollte, wer wäre "normaler" als ich?

viele Grüße
music
 
Nase im Wind
music schrieb:
Hallo zusammen,

ich habe auch oft darüber nachgedacht und ich bin eigentlich nicht vollständig davon überzeugt, dass Schizophrenie eine Krankheit ist. Es ist aber sehr wohl so, dass man anders denkt und sich auch anders verhält als andere Menschen. Nur wenn ich einen Menschen als "normal" bezeichnen sollte, wer wäre "normaler" als ich?

viele Grüße
music


Hallo music
Als Normal gilt üblicher weise das was die große Mehrheit als Normal (natürlich) versteht. Mich überzeugt dies nicht.
Aber ich muss auch akzeptieren, dass eine Glaubensgemeinschaft (die das "gleiche" sehen (niemals ist es "dasselbe"Wink, auch entsprechend entscheiden ["müssen"] und werden.

Wenn jemand eine Tischdecke als grün-farbend sieht, aber ich diese für mich als rot identifiziere akzeptiere ich, dass der andere ebenso recht haben kann wie ich selbst. ... Unser eigenes Gehirn lässt jedem sehen was für uns wichtig ist bzw. wir sehen wollen (müssen).

Wie löse ich einen kleinen Konflikt wenn ich mit jemanden zusammen lebe und jeder will eine rote Decke auf den Tich aber beide sehen eine andere Farbe? Nichts leichter als daß; jeder sucht für sich aus und wir haben dann zwei Decken die abwechselnd drauf gelegt werden. Wer nun seine zuerst drauf legt sollte in einer zivilisiert-sozialen Gemeinschaft leicht zu regeln sein.

Jede Farbe hat bis zu einem gewissen Grad für uns alle eine bestimmte gemeinsame Wirkung. Ein Psychologe der mit jemanden einen Test machen will müsste sich darauf einstellen falls der Probant eine andere Farbe sieht als der Psychologe.
Wenn dieser Psychologe borniert darauf beharrt dass die Farbe welche er sieht für alle gillt, dann wird der Test nicht funktionieren.

Ich bin ebenfalls auch dieser Auffassung, "Schizophren ist man nicht, sondern Schizophrenie hat man", und zwar jeder der ein Konflikt für sich zu lösen hat (sich mit der Wahl von Entscheidung auseinander setzt) um eine Entscheidung treffen zu können.
Das was explizit als Schizophren bezeichnet wird ist nichts anderes als sehr viele Gedanken sortieren, die nur als besonders durcheinander zu sein, "erscheinen".

Wenn mein Umfeld (Eltern usw.) mir kein Vorbld sind, mir in der Entwicklungsphase nicht leiten können, dann muss ich meinen Weg alleine finden indem ich über einen längeren Zeitraum intensiv lerne auseinander zu halten was gerennt gehört und zusammenhängendes als zusammengehörig zu erkennen - ich sammle also unzählige Eindrücke und versuche Erdahrungen einzuordnen ohne hilfreiche Anleitung von außen.
Die Fülle unsortierter Gedanken ist die Summe dessen was ich zu verarbeiten habe - das jeder zu verarbeiten hat in seinem leben.

Die Verursacher haben mich schlicht allein gelassen mit allen Eindrücken die mir begegnen. Wer diese explizit bezeichnete Schizophrenie hat, war vorher unverrückbar auf einen falschen Weg gewandelt der ihn immer weiter den Bezug von sich selbst bzw. zugleich von den anderen abbrachte, hat dies nun gestoppt, das heißt, nochmal gründlich alles bisherige überprüft, neu überdenkt.
So etwas gesundes, wie seinen eigenen Weg zu überprüfen kann nicht krank sein (anderenfalls ist Entwicklungsfähigkeit die zum überleben erforderlich ist, krank). Für mich ist es eine unstreitbare Logik.

Wenn ich auf dem falschen (für mich nicht hilfreichen) Weg bin oder fast nemals auf den richtigen war, gab es dafür Verursacher die mich quasi verwarlosen liesen (keine oder falsche Leitbilder sind - quasi Kranke).
Um mal aufzuräumen mit "falch und richtig"; falsch ist für mich dass was nicht hifreich ist, dies korrigieren wir Lebewesen auf die eine oder andere Art.
Es wird ja gesagt, es gibt kein Falsch oder Richtig. Im erweiterten Sinne stimmt das, aber für uns Lebewesen die Orientierung brauchen, müssen für sich zwischen Falsch und Richtig unterscheiden, und tun dies soweit sie gegenwärtig dazu fähig sind.

Wärend ich viel zu verarbeiten habe kann ich nicht einem sog. Beruf nachgehen. Trotzdem gehe ich somit einem Beruf nach der mir und anderen kein Geld einbringt, bin kreativ, ja produktiv für die Zukunft - also ich philosophiere bis ich Klarheit habe und trage entscheidend dazu bei für Lernfähige, dass diese zukünftig sich nicht so intensiv und lange mit ihrer jeweiligen Situation auseinandersetzen müssen und damit Gesellschaft, Wirtschft, Zusammenleben sich entwickeln kann - unser aller Überleben sichert.
Ich arbeite also hart daran für mich und gesellschaftliche Gesamtprobleme für die Zukunft zu verringern. Dafür sollte man würdig bezahlt werden anstatt als krank abgestempelt zu werden.

Jonny Cool
Bearbeitet von Nase im Wind am 31.01.2011 12:25
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Andreas
Hallo Jonny,

deinen Ausführungen ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen. Smile) Das hast du sehr treffend und meiner Meinung nach korrekt formuliert.

Meinen Glückwunsch zu deinem Text und deinen Ansichten. Smile

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Petra
Smile
 
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