Thema ansehen
 Thema drucken
Frage wg. Sauberkeit.....
sushi607
ich hab dieses Forum heute gefunden und habe auch schon eine Frage. Mein Mann ist schizophren und depressiv, wobei ich gelesen habe, dass diese beiden Krankheiten oft miteinander verbunden sind. Nun habe ich eine Frage.

Da mein Mann Frührentner ist, sollte er eigentlich den Haushalt machen während ich ganztags arbeiten gehe. Zu einem gewissen Grad tut er das auch, also er macht das Bett in der Früh und räumt die Küche auf, mal mehr mal weniger (oft beschränkt es sich auf's Spülmaschine einräumen und ausräumen) und das war's dann auch schon. Ich erwarte ja gar nicht, dass er Fenster putzt oder Großputz veranstaltet, da ist er halt auch "typisch Mann", der den Dreck nicht sieht. Aber wir haben immer wieder denselben Streit über die Sauberkeit. Er kehrt nicht, er staubt die Möbel nicht ab, alles wird halbherzig verrichtet und schreit nach "ich hab keinen Bock das zu machen". Die Wäsche liegt oft noch in der Maschine und wenn ich mal nicht da bin, weil ich auf die Enkel aufpasse, tagelang usw. Ich frage mich nun, ist das krankheitsbedingt oder nur weil er keinen Bock hat, weil stundenlang am Computer sitzen und mit Leuten IRC chatten wichtiger ist, oder kann er nicht, weil es ihm zuviel ist und er eigentlich nur eben schlafen, essen und am Computer sitzen kann? Ich möchte ihm helfen, aber ich weiß wirklich nicht, wie ich das Problem anpacken soll, damit er seine Arbeit zu Hause macht. Ich hab's schon mit "Belohnungen" probiert, wenn Du das Haus sauber aufräumst bekommst Du extra Taschengeld, aber ich bin ja nicht seine Mama und außerdem ist er erwachsen, das war dann doch zu blöd und hat nicht funktioniert. Ich hab mir schon gedacht, mach ich es selber, dann ist es sauber, das dauert maximal 1.5 Stunden (kleine Wohnung) und ich muss mich nicht ärgern, aber dann hat er sich "schlecht" gefühlt, also hab ich's ihn wieder machen lassen... ich weiß echt nicht wie ich das Problem anpacken soll, damit es zu beiderseitiger Zufriedenheit gelöst ist, wobei ich noch bemerken möchte, dass ich wirklich keinen Putzfimmel habe, aber ein oder zwei mal die Woche staubsaugen, kehren und das Bad putzen sollte doch drin sein... ich bin total frustriert, um ehrlich zu sein.
 
Andreas
Hallo Sushi,

das Problem deines Mannes kenne ich von mir ganz gut. Ich hab mir zur Problemlösung einen Aufgabenplan am Computer angelegt, wo ich entsprechende Haushaltsaufgaben geplant habe und der Computer mich dran erinnerte. Das einzige Problem was dann noch bleibt ist, die Disziplin sich an den Plan zu halten. Das funktioniert z.B. für Windows mit Microsoft Outlook (kostenpflichtig) oder für Linux mit Evolution (kostenlos) ganz gut. Vielleicht suchst du im Internet mal nach einem kostenlosen Termin und Aufgabenplaner.

Ich denke, da dein Mann viel am Rechner sitzt, dass er da ganz einfach die Zeit vergisst. Das passiert recht schnell, da das Chaten schnell wichtiger wird, als die Hausarbeit.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
sushi607
Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Antwort. Das mit dem Aufgabenplan haben wir schon durchexerziert. Hat nicht geholfen. Vielleicht sind es ja auch die vielen Medikamente.
 
Nase im Wind
sushi607 schrieb:

Hallo Andreas,

vielen Dank für Deine Antwort. Das mit dem Aufgabenplan haben wir schon durchexerziert. Hat nicht geholfen. Vielleicht sind es ja auch die vielen Medikamente.


Hallo Sushi
Wie sich der schizophrene Anteil auswirkt wäre vielleicht anzusehen. Depression ist ganz schön hartneckig, besonders dann, falls der schiziphrene Anteil zusätzlich eine Besserung beeinträchtigt.

Die eigentlich Lösung hast du ja gennant, selber tun oder jemand anderes, das dein Mann nicht tut oder zeitweilig vernachlässigt. Er brauch zwar eine Aufgabe wie jeder, jedoch innerhalb seines Rahmens oder Grenze der Möglichkeit.
Die Arbeitsteilung hat sich verschoben. Einiges erscheint ihm wohl nicht mehr so wichtig oder nimmt es nicht so wahr, dieses problem kann man nicht immer Rational angehen - es ist wie es ist. Soll hier nicht heißen das es nicht verändert werden könnte, aber hier bringts vielleicht nur die Zeit.

Ihr solltet einen Weg der Verständigung darüber finden, damit er nicht das Gefühl bekommt das du stets hinter ihm herräumst bzw. er alles was er macht nie gut ist. Damalige Maßtäbe funktionieren nicht.

Medikamente können, gerade wenn sie dempfend wirken diverse Formen von Depression auslösen oder verstärken, oder das Gefühl der Trägheit usw. macht vielleicht depressiv.
Falls dein man nicht mit weniger Medikation auskommt, wird diese Situation möglicherweis so bleiben. Aktivitäten in Gruppengemeinschaften, Geselligkeit unter gleichgesinnten Betroffenen, wie es Kontakt-Einrichtungen anbieten könnte manches bewirken.


Mir stellt sich die Frage; was hatte ihn mal interessiert, was würde ihn interessieren - was braucht er selbst / in wie weit oder wie könnte es bewerkstelligt werden. Darauf ließe sich dann eventuell aufbauen.
Ich hoffe, der Arzt ist aufgeschlossen genug falls er mit-einbezogen wird.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Springe ins Forum:
 
Werbung
cleverALLNET