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Neu und neugierig
Rahel
Hallo miteinander!

Ich bin auf der Suche nach Gleichgesinnten und Leidensgenossen.

Ich bin einundreissig Jahre alt und habe nach dem Studium eine Reise nach Berlin gemacht. Dort hatte ich leider einen schizophrenen Schub. Ich war nur für kurze Zeit in einer Klinik, deshalb habe ich auch keinen Kontakt mit anderen Schizophrenen knüpfen können. Ich interessiere mich aber sehr für solche Menschen. Ich bin dann in die Schweiz zurück gekehrt. Seither versuche ich wieder ins normale Leben zurückzugelangen, was mir bei der Negativsymptomatik sehr schwer fällt. Ich nehme an, Ihr kennt das Phänomen der Negativsymptomatik sehr gut und könnt mir vielleicht weiter helfen. Wie den Tag gestalten, wie lange dauert diese Antriebslosigkeit, was sind Eure beruflichen Möglichkeiten undundund. Wie Ihr seht und muss ich gestehen, bin ich sehr neugierig.
Liebe Grüsse und in der Hoffnung auf gute Gespräche.
Rahel
 
Andreas
Hallo Rahel,

das Thema "Antriebslosigkeit" war erst letzten Samstag unter anderem auch Thema in unserer Selbsthilfegruppe.

Ich hatte zu diesem Thema kommentiert, dass der Antrieb und die Lust am Tun erst beim Tun selber kommt.

Mir fällt es z.B. sehr schwer mich aufzuraffen und mich um meine Wohnung zu kümmern. Wenn ich aber erst einmal mit meiner Hausarbeit angefangen hab, kann ich fast nicht mehr aufhören. Egal ob es um das abwaschen des Geschirrs geht oder ums Staubsaugen, oder was auch immer.

Was mir eine ganze Weile dabei geholfen hatte, war ein "Aufgabenplan". Dann und dann zu der und der Uhrzeit hab ich das und das zu erledigen.

Die Kunst besteht dabei lediglich darin sich nur noch diszipliniert an diesen Plan zu halten. Aber das ist schonmal einfacher als ohne solch einen Plan sich zu etwas aufzuraffen.
Der Gedanke an solch einen Plan kam mir übrigens bei meiner Verhaltenstherapie.

Was ich auch aufgrund meiner Therapie begonnen habe waren meine Spaziergänge. Nur hab ich diese im letzten Jahr sehr vernachlässigt, dafür lebe ich seit letztem Jahr in einer Partnerschaft.
Irgendwas ist ja immer. Smile

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Rahel
Vielen Dank für die Ratschläge. Ich glaube, das mit dem Tagesplan ist eine gute Idee. Ich werde vielleicht ab Herbst eine Ausbildung beginnen und dann bin ich dann schon froh, wenn ich wieder was einsatzfähig bin. Ich hoffe das ist nicht zuviel, so eine Vollzeitausbildung. Wie schätzt Ihr das ein? Ich hatte meine Psychose vor einem halben Jahr, wie lange dauert so eine Regenerationsphase?
Liebe Grüsse und danke für die Antworten im Voraus.
Rahel
 
Andreas
Hallo Rahel,

so pauschal lässt sich deine Frage nach der Regenerierung nicht beantworten.
Am besten ist es, wenn du auf deinen Körper und deine Seele hörst. Wenn es dir von der Befindlichkeit her gut geht und du auch fit bist um längere Zeit dich konzentrieren zu können, dann sollte einer Vollzeitausbildung nichts im Weg stehen.

Vielleicht probierst du dich mal aus, in dem du dir ganz gezielt Aufgaben stellst, bei denen du dich längere Zeit konzentrieren musst. Das kann das lesen eines Buches sein oder das malen eines Bildes oder wofür auch immer du dich interessierst.
Training vor Beginn einer Ausbildung und nach einer psychischen Ausnahmesituation ist vielleicht gar nicht so schlecht. Dann kannst du dich und deine Leistungsfähigkeit am besten einschätzen.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Rahel
Hallo Admin

Vielen Dank für den guten Rat! Ich werde also meine Konzentration regelrecht einüben bevor ich mich an die Ausbildung mache. Ich studiere auch noch Journalismus im Fernstudium, aber momentan fällt mir gerade die Konzentration schwer. Wenn ich da langsam wieder einsteige, kann ich das als gute Übung nutzen. Malen tue ich auch fast täglich. Aber sonst ist mit mir leider noch nicht viel anzufangen. Jedenfalls danke!
Liebe Grüsse
Rahel
 
Rahel
Hallo Fetchingfeast

Ich habe jahrelang, bevor die akute Psychose ausbrach in zwei Welten gelebt. In der wirklichen und in einer Wahnwelt. Das war einerseits aufregend und andererseits beängstigend. Inzwischen bin nüchterner denn je und alles was mir esoterisch oder spirituell vorkommt, erscheint mir psychotisch.
Jedenfalls ist die Psychose für das Gehirn eine enorme Belastung, weshalb man nach dem Höheflug erst mal unten durch muss - was die Leistungsfähigkeit angeht.
Ich leide nicht mehr unter den positiven Symptomen, wie Wahngedanken oder Stimmen, aber ich leide unter der Negativsymptomatik, das heisst Konzentrationsstörungen, Antriebslosigkeit, Affektverflachung usw.

Liebe Grüsse
Rahel
 
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