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Denkstörungen
ntux
wenn mein alltägliches Leben alle 3-18 Monate von einer Lebenskrise unterbrochen wird, dann habe ich mit jedem Mal das Gefühl als wären Dinge verloren gegangen, die ich mal gelernt und gewußt habe.
Ganz speziell im Bereich Informatik macht sich das auf sehr schmerzliche Art und Weise bemerkbar, weil ich zwar einerseits im Glauben bin ich könne so manches, denn immerhin habe ich mich jahrelang damit beschäftigt. Aber wenn ich gezielt auf Wissen zugreifen will ist es oft als wenn ich auf Watte beiße. Je mehr ich mich anstrenge desto weiter driften die Gedanken ab.
Jetzt war ich noch nie wirklich gut was z.B. das programmieren betrifft. Aber gerade an dem Beispiel sehe ich deutlich, wie meine Denkleistung über die Jahre abnimmt. Gleichzeitig scheint sich mein Gefühl für Emotionen und Sprache zu erweitern. So bewertet z.B. mein Umfeld bestimmte Briefe die ich schreibe als außerordentlich gut gelungden. Wie diese Briefe allerdings zustande kommen ist wieder eine Geschichte für sich. Vor allem die Barriere zwischen Gedanken und dem was dann tatsächlich auf Papier steht ist enorm.

Kennt jemand diese Schwierigkeiten?


Patrick
 
Andreas
Hallo Patrick,

Konzentrationsschwierigkeiten, oder wie du sie nennst, Denkstörungen, sind vollkommen normal und nehmen mit zunehmendem Alter bei jedem Menschen zu.

Zudem kann ich dir in diesem Bezug nur den Hinweis geben, dass man nicht alles wissen muss, man muss nur wissen, wo es geschrieben steht. Smile

Meiner Erfahrung nach ist es auch besser, nicht permanent auf alle Fehler, die man so macht, zu streng zu achten und sich dadurch auch noch in eine gedankliche "Negativspirale" hinein zu manövrieren.

Geh die Dinge locker an und hab "Mut zur Lücke". Dies war ein Spruch meines Taxiausbilders Anfang der 90er Jahre. Wink

In diesem Sinne, schlaf gut und sei herzlich willkommen hier Smile

Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
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ntux
Guten Morgen Andreas,

da hast Du mir bereits ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, noch bevor ich meinen ersten Kaffee hatte. Lieben Dank!


admin schrieb:
Geh die Dinge locker an und hab "Mut zur Lücke".


Schon, aber ... ich kann ja nicht den ganzen Tag nur Filme schauen, lesen und spazieren gehen. Ich würde gerne auch was produktives tun. Dabei scheint sich mein Gehirn vor dem schützen zu wollen, was ich gerne tun will. Das ist doch komisch! Smile

Zu tief in die Negativspirale gehe ich dabei nicht, denn ich habe bei den Google Tech Talks ein paar interessante Videos zum Thema Neuro-Plastizität gesehen. Nach neuen Erkenntnissen zufolge kann sich das Gehirn in gewissem Sinne selbst heilen, wenn verschiedene Bedingungen erfüllt sind. In diese Richtung würde ich gerne weiter vordringen...


Patrick
 
Andreas
Hallo Patrick,

du hattest in deinem ersten Beitrag hier geschrieben, dass du gern programmierst. Mir geht es da nicht anders und habe mir in diesem Zusammenhang Bücher gekauft. Dies heißt aber auch bei mir nicht, dass ich nur noch am programmieren bin, dazu fehlt mir leider der Antrieb. Was mir dabei helfen würde wären, Aufträge die an mich herangetragen werden. Dadurch hätte ich einen gewissen Druck von außen dies erledigen zu müssen. Diesen Druck kann ich mir selber nicht geben.

Ansonsten habe ich nicht den Anspruch an mich, dass ich die Programm-Codes fließend aus dem Ärmel schütteln kann, denn dafür habe ich die Bücher, in denen ich nachschlagen kann welches Befehle und so weiter, ich für was schreiben muss.

Manchmal sind Bücher auch nicht unbedingt notwendig, da Vieles schon im Netz zu finden ist. In diesem Zusammenhang trifft dann der Spruch "Warum das Rad neu erfinden?" ganz gut zu.

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Was das Thema "Neuroplastizität angeht ist es ja so, dass in unserem Gehirn permanent neue Nervenzellen entstehen und andere abgebaut werden.

Mit jeder neuen Information, die wir aufnehmen und dabei etwas lernen, entstehen neue Zellen, die dann diese Informationen speichern können. Auf der anderen Seite werden aber auch Zellen abgebaut mit Informationen, die wir nicht mehr benötigen, das ist dann das Phänomen des Vergessens.

Dadurch ist in unserem Gehirn permanent "Bewegung".

Und genau dies findet z.B. bei der Demenzerkrankung nicht mehr statt.

Liebe Grüße
Andreas
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