Thema ansehen
 Thema drucken
Was ist nur los mit meinem EX-Freund?
ve80
Hallo zusammen!
Ich möchte hier meine Geschichte schreiben, in der Hoffnung, einige Antworten auf meine Fragen zu finden und einfach um von Angehörigen und Beroffenen Meinungen hierzu zu lesen:

Ende 2009 lernte ich meinen jetzigen Ex-Freund kennen. Wir sind beide um die 30 Jahre alt. Wir verbrachten 2 tolle Monate miteinander, haben viel unternommen, viel geredet, gelacht usw. Es war alles toll. Er sagte mir täglich, wie toll alles ist, wie sehr er mich liebt, daß er mich nie mehr verlieren möchte. Was mir in der Zeit schon auf viel, daß er von Anfang an ständig äußerte, daß er Angst habe, ich könne die Beziehung plötzlich nicht mehr wollen, wozu es aber meinerseits gar keinen Anlaß gab. Außerdem hatte er von Anfang an sexuelle Probleme, womit wir aber dann gut klar kamen. Plötzlich nach 2 Monaten wurde er komisch, er war früh abends ständig sehr müde, war gereizt, hatte Kopfschmerzen, verschob unsere Treffen, konnte mich nicht mehr ansehen usw. Wir verbrachten noch ein Wochenende zusammen und montags schrieb er mir dann eine email, er könne die Beziehung nicht mehr weiter führen, da das verliebte Gefühl seit einigen Tagen weg wäre. Wir telefonierten dann und er sagte mir, er könne mir keine Antwort geben, warum es so wäre, seine Gefühle wären weg. Ich fühlte mich wie mit einem Hammer vor den Kopf geschlagen und konnte das gar nicht glaube, vor allem, weil gar nichts negatives vorgefallen war. Ich erfuhr allerdings in den 2 Monaten, daß er viele Schulden hat und eine gescheiterte Ehe, die nur ein paar Monate hielt, weil angeblich die Frau so schlimm war. Auch erzählte er mir, daß er sich gestört habe, daß ständig jemand um ihn herum war in seiner Wohnung, er gerne mal alleine sein wollte, machen können was er will, weggehen wie und wann er will usw.




Nun ja, nach der besagten email hatten wir weiterhin Kontakt per sms, ich habe ihm auch einen Brief mit meinen Gedanken geschrieben, eine Woche später trafen wir uns wieder und noch ein paar weiter Male, es sah so aus, als wenn wir es wieder versuchen wollten. Er war allerdings komisch, alles was er sagte, war irgendwie negativ ausgedrückt, er konnte keinen Blickkontakt halten, sein Gesicht war sehr angeschwollen, seine Augen komisch usw. Nach der Woche erledigte sich das mit uns wieder, da ich fragte, wie es weiter geht, er wurde wütend und meinte, ich solle davon aufhören, er könne mir keine Antworten geben, ich wäre ein so toller Mensch, aber seine Gefühle wären nun mal nicht ausreichend. Nach dem Tag schrieb er mir fast drei Monate sms (alle 2 Tage), er konnte einfach den Kontakt nicht ganz abbrechen. Sehen wollte er mich aber nicht, tel. auch nicht. Er schrieb dann ,daß er in den Seilen hängt, Freßattacken hätte, nur noch schläft, keine Interessen mehr hat, ihm alles egal sei, er es nicht zum Frisör schafft usw. Er schrieb, er wisse nicht, was er denkt, was er will und fühlt, er merke nur, daß er mich mehr und mehr vermissen würde. Am April trafen wir uns wieder und kamen dann auch nach einigen Tagen wieder zusammen. Plötzlich ging es ihm wohl wieder gut, er fuhr viel Fahrrad (vorher nicht), wir hatten wieder Spaß zusammen ,er erzählte mir wie sehr er mich doch liebt, er hätte aus Fairness mit mir Schluß gemacht, da er ja ständig Phasen bekomme, wo er dann quasi einen Vogel hat und nicht mehr weiß, was er macht, bzw. ihm alles egal sei. Ich solle ihm das glauben, was er mir in guten Zeiten sagt.

Das Ganze ging 2 Monaten wieder gut, dann der Absturz, binnen ein paar Tagen - ein Wechsel von ich liebe Dich so so sehr, ich will Dich nie mehr verlieren - auf ich hab dich lieb und drück Dich! Er wollte mich kaum noch sehen, kaum telefonieren, verabredete sich lieber mit Kumpels, war aber eifersüchtig, machte mir Vorwürfe, ich würde ihm ein schlechtes Gewissen einreden wollen, ihn runterziehen am Telefon (allein nur durch das Gespräch) usw. Er redete nach außen schlecht über unsere Beziehung, ich wäre ja so lieb, er hätte mich nicht verdient, aber wir passen nicht zusammen. Gründe, die er nannte, waren, daß wir mal ein unterschiedliches Möbelstück gut gefunden haben etc (banale Dinge). Er hat sich nicht mehr interessiert, wo ich hingehe und mit wem, wann wir uns sehen können usw. Er sah auch wieder komisch aus, hat wohl getrunken und auch gekifft, wie man mir erzählte. Seit einem Jahr ist er auch Raucher und mittlerweile auch schon Kettenraucher. Ich sprach ihn sofort auf sein verändertes Verhalten an, für mich war es, als wenn er eine 2. Persönlichkeit hatte. ER meinte, er wäre sich plötzlich wieder unsicher mit uns aber wir sollten so weiter machen wie bisher. 2 Monate ging das so weiter, ich fühlte mich sehr in die Ecke geschoben und habe das auch immer wieder angesprochen. Dann wollte er mich gar nicht mehr sehen, er könne das nicht mehr im Móment, fühle sich ganz schlecht usw.

Es war wieder so eine Depri-Phase. Séine Eltern wissen das und machen sich große Sorgen. Auch vor ihnen verschließt er sich. ER kann kaum über Gefühle sprechen in den Phasen und regt sich dann auf. Nun acht Wochen hat er mich hingehalten, nur täglich sms geschickt, was ich mache, wie es mir geht usw. Vor drei Wochen, habe ich ihn dann gefragt, was nun ist, da meinte er, für ihn würde es nun nach langen Überlegungen nicht mehr weiter gehen, er dachte erst, es würde nochmal was, aber er könne mir die Liebe wie zu Anfang nichr meht geben, ich hätte was Besseres verdient, er dankte mir für alles was ich für ihn getan habe. Ich schrieb ihm eine lange mail mit dem, was ich gedacht habe über all die Zeit und Dinge, er weiß, daß er psychisch krank ist - sieht es aber nicht ein. Seit einigen Wochen geht er 1x die Woche zum Psychologen. Nach meiner email schrieb er mir nochmal ,er hätte sich die mail einige Male durchgelesen, diese wäre so toll und hätte ihn wieder so nachdenklich gemacht. Ihm ginge es schlecht. 2 Tage später tauchte er nun bei meiner Freundin auf, als ich auch da war. Er saß dann neben mir, sprach aber nicht mit mir, sondern beobachtete mich nur immer wieder. Nachher erzählte er noch meiner Freundin, er wisse nicht, ob das alles richtig war, aber wenigstens würde ich nun nicht mehr in der Luft hängen, er denke ja so oft an mich, aber er wolle es ja doch nicht mehr, würde sich vor meiner Familie schämen, er wäre sich selbst eh egal usw. Seiner Familie hatte er noch nicht erzählt, daß er Schluß gemacht hat. Das ist nun 2 Wochen her, diese Woche habe ich nochmal eine mail geschrieben, wie es ihm geht. Er meinte dann aber, ich solle es gut sein lassen, seine Entscheidung steht, er hätte mir damals wie jetzt auch gesagt, daß er die Liebe nicht mehr geben könne. Er ist nun sogar wieder im Internet angemeldet um eine neue Beziehung zu suchen.


Ich könnte noch endlos weiter schreiben. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, um welches Krankheitsbild es sich handelt, Depressionen, Bipolare Störung, Schizophrenie? Die Beziehungen werden alle wieder hingeschmissen, dann die ganzen Symtome des Schlecht-Fühlens, er hatte ständig Alpträume, daß man ihn umbringt, ist morgens früh aufgewacht, hat nur noch gegessen, hatte Minderwertigkeitskomplexe - war dann aber auf der anderen Seite auch gereizt und aggressig.


Ist das typisch für Schizophrene - solche Phasen - einige Wochen geht es demjenigen super - Gefühle sind da - alles ist toll - Unternehmungen werden gemacht und dann keine Gefühle mehr, alles ist egal, alles ist negativ usw?
Freue mich auf Antworten.....
Bearbeitet von ve80 am 01.11.2010 14:08
 
Nase im Wind
ve80 schrieb:
Hallo zusammen!
Ich möchte hier meine Geschichte schreiben, in der Hoffnung, einige Antworten auf meine Fragen zu finden und einfach um von Angehörigen und Beroffenen Meinungen hierzu zu lesen:

Ist das typisch für Schizophrene - solche Phasen - einige Wochen geht es demjenigen super - Gefühle sind da - alles ist toll - Unternehmungen werden gemacht und dann keine Gefühle mehr, alles ist egal, alles ist negativ usw?
Freue mich auf Antworten.....


Hallo ve80
Ich denke, dein Freund hatte bereits einige Zeit lang etwas geahnt und glaubte, es legt sich wieder. Das Hätte ja so auch tatsächlich verlaufen können.
Dieses Verhalten ist, schon eines der möglichen typischen Handlungsweisen, Überlegungen die nicht schlüssig sind, feste Überzeugung wärend der Phasen oder den, sich daraus resultirenden Entscheidungen, während der lichten Momente einer gewissen Klarheit.
Regelmäßige ausufernde oder Gefaren in sich birgende Aggression ist eher die Ausnahme.

In Klaren Mommenten kann es sein, dass er einiges versucht um dich davon zu überzeugen sich von ihm fern zuhalten, um dich zu schützen. In den verwirrten Phasen ist verschiedenes möglich, je nachdem welches Bild er in seinem Zustand sich zusammenreimt. Oft kommt man erst mit der Zeit dahinter was gemeint oder wirklich gewollt ist. Die Aussagen entsprechend interpretieren ist ungewohnt.

Du musst dir vorstellen, seine Welt die nicht mehr in Ordnung ist, diese ist plözlich eine andere, und die Persönlichkeit kann sich verändern – zumindest während dieser Phase der Verwirrung. Sein Gefühlsleben ist wohl durcheinander und er hat ein anderes Erleben. Seine Wahrnehmung von sich selbst oder der Umwelt hat einen neuen Stellenwert.
Er selber muss erst einiges für sich verstehen was da passiert.

Der behandelnde Arzt, oder wer denjenigen gut kennt und die Lage einschätzen kann, können eventuell eine Warscheinlichkeitsprognose wagen, wie lange der jeweilige Zustand anhalten könnte oder in welcher Richtung sich dieser auswirkt. Die Hand dafür kann keiner ins Feuer legen. Manchmal geht gar keine Pronose, was aber nicht bedeutet das nicht alles wieder nach kürzerer Zeit in die Bahnen kommen kann. Diese Zeit bis zur Genesung ist aber oftmals schon länger als im allgemeinen die Einschätzung ist.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
ntux
Hallo ve80,
obwohl mich zunächst die Länge des Textes etwas abgeschreckt hat möchte ich zunächst gerne mit einer Frage antworten. Und zwar würde ich gerne wissen was Du für Dich selbst gerne möchtest. Willst Du gerne besser verstehen um verarbeiten zu können oder möchtest Du wieder zurück in die Beziehung?
Also prinzipiell finde ich das schwierig in Kategorien und Diagnosen zu denken. Ich würde einzelne Dinge ganz konkret benennen die schwierig für Dich sind wie z.B. die Selbstzweifel oder die Stimmungsschwankungen. Das kenne ich von mir selbst sehr gut. Und das belastet eine Beziehung extrem. Für Betroffene wie mich gibt es im Prinzip nur einen Weg der sinnvoll ist: einen Psychiater finden der sich interessiert und kümmert. Gut eingestellt werden auf Medikamente. Zusätzliche therapeutische Gespräche zur Stütze. Konsequentes umbauen des sozialen Umfeldes damit negativer Stress reduziert wird.


Patrick
 
Springe ins Forum:
 
Werbung
cleverALLNET