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Vernetzung von Angehörigen
Sonnenschein
Mein 27-jähriger Sohn ist seit 8 Jahren an Schizophrenie erkrankt, seit einer akuten Phase aber stabil.
Er leidet sehr unter den Nebenwirkungen der Tabletten, ist immer müde und kaum in der Lage etwas
Sinnvolles mit seiner Freizeit anzufangen. Da ich voll berufstätig bin, lebt er in einer Wohngruppe. Die
Situation dort ist aber kaum erträglich, da eine Betreuung/Aktivierung seitens der "Betreuer" nicht statt-
findet. Die Situation ähnelt eine Altenheim, die Bewohner werden beköstigt,aber vorhandene Ressourcen
werden nicht genutzt.
Ich suche deshalb dringend eine betreutes Wohnheim für junge Erwachsene, die therapeutische Begleitung und Aktivierung an-
bieten oder einfach ein wenig Lebensfreude vermitteln. Wir wohnen im Raum Düsseldorf-Mettmann.
Außerdem hoffe ich hier Mitstreiter zu finden, die auch auf politischer Ebene für ihre psychisch behinderten
Angehörigen Verbesserungen durchsetzen wollen.
Liebe Grüße
Sonnenschein
 
Nase im Wind
Sonnenschein schrieb:
Mein 27-jähriger Sohn ist seit 8 Jahren an Schizophrenie erkrankt, seit einer akuten Phase aber stabil. Er leidet sehr unter den Nebenwirkungen der Tabletten, ist immer müde und kaum in der Lage etwas Sinnvolles mit seiner Freizeit anzufangen. Da ich voll berufstätig bin, lebt er in einer Wohngruppe.
Die Situation dort ist aber kaum erträglich, da eine Betreuung/Aktivierung seitens der "Betreuer" nicht statt-findet. Die Situation ähnelt eine Altenheim, die Bewohner werden beköstigt,aber vorhandene Ressourcen werden nicht genutzt.

Liebe Grüße
Sonnenschein


Hallo Sonnenschein
Dein Nutzername gefällt mit weil es mich daran erinnert, dass ich durch die zu bewältigende steinige Lebenszeit zwar eine innerliche Depression herumschleppe aber neben her ebenso ein innerlich sonniges Gemüt mir bewahrt habe.

Um Möglichkeiten zu nutzen ist informieren unumgänglich. In jeder Stadt ist es anders. Ich lebe in Berlin. Das www, bleibt wohl die erste Anlaufstelle um Adressen zu entdecken wo man sich hinwenden kann. Die eigentlichen Tipps u. Hinweise kommen eher nicht von Behörden.

Wenn dein Sohn allein zu den sog. Kontakt- u. Beratungsstellen geht hat er mehr Abwechslung und Förderung.
Betreutes Einzelwohnen (nicht, gesetzliche Betreuer) sind für privat wohnende da. Für Heimbewohner?, vermute ich nicht.
Dein Sohn ist "erst" 27. Die Notwendigkeit oder Art der Medikation bei deinem Sohn kann ich nicht beurteilen jedoch denke ich, ein etweiiges Gepräch mit einem aufgeschlossenen Arzt sollte stattfinden und ausgelotet werden ob die Dosis oder Medikament/e hilfreich u. erforderlich sind. Wie kooperativ werden die dortigen Betreuer wohl sein?


Die Stiefkinder in psychiatrische Wohnheime.
Diese Wohnheime oder psychiatrische Wohn-WG genannt sind sehr unterschiedlich. Wie du beschrieben hast, spiegelt die meisten wider, sind katastrophal was fördern und ausbauen der eigenen Ressourcen Betroffener betrifft. Es herrscht ein gewisser Gemeinschafts-, u. quasi Bastelarbeitszwang sowie teilweise entwürdigendes Erziehen auf veralteter pädagogischer Grundlage. Dort ist es schwer etwas in Gang zu setzen. Das ist wie Dauerpsychiatrie.
Mein bisheriger Eindruck, es ist gewollt das die Betroffenen dort gehorsam, Medikamenten- u. Arzt-Compliance (Regelkonform) bleiben. Für gewöhnlich gehen alle eines Wohnheimes zu dem selben Arzt. … Es gibt schon auch Andere WWGs wo positive Ansätze anlaufen. Vielleicht gibt es zwei Arten von Wohn-WGs.


Angehörigen- sowie Betroffenenorganisationen gibt es bereits die sich um Verbesserung im Lebens-, Klinik-, Heim- u. WG-Bereichen einsetzen. Die haben allerdings ihre eigene Homepage, und wenn man Glück hat wie bei den Betroffenenorganisationen, dann haben sie wenigstens eine Mailingliste als eine Art von Forum.

Unter anderem ist es das Ziel der Organisierten, die Bevölkerung zu erreichen. Ohne Frage ist viel u. vieles zu tun.
Die Angehörigen arbeiten wie du, da ist Zeit für die aktiv Engagierten knapp. Geld erhalten Organisationen nur für konkrete Projekte die umgesetzt werden, u. für Angebote wie Selbsthilfegruppen od. ähnliches.


Klingt nicht unbedingt ermutigend, aber ich sehe dennoch Hoffnung.
Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Sonnenschein
Danke für Deine ausführliche Darstellung . Könntest Du mir die Internetadressen der erwähnten Elterngruppen
mitteilen. Das wäre sicher ein Ansatzpunkt.
LG
Sonnenschein
 
Nase im Wind
Sonnenschein schrieb:
Danke für Deine ausführliche Darstellung . Könntest Du mir die Internetadressen der erwähnten Elterngruppen
mitteilen. Das wäre sicher ein Ansatzpunkt.
LG
Sonnenschein


Hallo Sonnenschein
Ich wäre überfordert, da ich selber einiges an Adressen nachleen müsste. Bin derzeit auch nicht so Fit das zu schaffen.

Hier ist auch ein Weblink, habe ich noch nicht näher erforscht. Damit fange ich jetzt gleich an.
In Berlin sitzt Sekis, Unterstützung u. Beratung für Gruppen die sich bilden wollen, und anderes http://www.sekis.de
Die haben vielleicht auch Links zu anderen Bereichen außererhalb Berlins. Einen Versuch drauf zu gehen ist es wert.
In Ratheusern sind diverse Flyer ausgelegt. Manchmal ist was dabei was interessant sein könnte..

Ich weiß mehr darüber was in Berlin statt findet. Es ist vieles im netz. Am besten machst du es wie ich, per Suchbegriffe in der Suchleiste um verschiedene Seiten zu endtecken.
Unter Angehörige psychisch Kranker, oder APK, psychisch Erkrankt oder ähnliches ergibt schon Treffer, trozdem ist es nicht leicht auf Anhieb die passende zu erwischen. Aber das Web ist voll von Infos, und von einzelnen dieser Homepages kommt man oft auf viele Verzweigungen zu anderen Seiten.
Die Betrofeneorganisationen haben auch teilweise zu Angehörigenseiten verlinkt.
Ich habe etliche Internetseiten in meinem Browser gespeichert, würde mich sonst viel durchklicken müssen.

Mit der Zeit weiß man welche der Begriffe eher die relevanteren Treffer anzeigen. ich hab gestern etwas gesurft und in deiner Stadt was enddeckt. In wie weit einiges in deiner Region gut erreichbar und brauchbar ist?


Gehe doch bei guter Gelegenheit mal, gemütlich bei einer der Einrichtungen vorbei. Mit verschiedenen Hinweisen dort kann man schon was anfangen. Wer nicht im Tel.-Buch steht ist wohl im Internet vertreten.

Einige der Kontakt- u. Beratungstellen bieten außer Anlaufstelle für Zusammenkunft von Beroffenen, ebenfalls Wohn-WGs und Betreutes Einzelwohnen. Immer mehr müssen flexibler werden um Konkurrenzfähig zu bleiben, da in der Vergangenheit, bsonders die Betroffenenbewegung mit ihren Fordrungen, z.B soetwas ins Rollen brachten.

Ich hoffe es ist eine kleine Weiterhilfe zur Orientierung möglicher Angebote.
Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Sonnenschein
Herzlichen Dank. Ich hoffe, es geht Dir bald besser und wir können dann wieder mal mailen.
Alles Liebe
Sonnenschein
 
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