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Hier einmal die ersten Seiten aus meinem Tagebuch!
JKMM
Hallo zusammen,

ich selbst leide ebenfalls unter Schizophrenie. Seit geraumer zeit, etwa 1 Woche schreibe ich meine Erlebnisse auf, denn mit einer Gesprächtherapie sollte ich nach meinem Psychiater etwa 1,5 Jahre warten bis die Medikamente richtig wirken. Wen es interessiert hier mal ein paar Auszuüge.

01.08.2010

Mein Tagebuch über meine Psychose


Heute früh wurde ich wieder wach,natürlich mit Stimmen. Das schlimme daran ist,
daß diese Stimmen alles kommentieren was ich tue. Wenn ich auf´s WC gehe z.B.,
dann sagen sie mir genau was ich gerade tue! Auch habe ich vorgestern zu mir selbst
im Bad gesagt dass ich nicht mehr kann, nicht mehr will und eine Stimme sagte zu mir:
"Johannes,nicht nur drüber reden, tu es!" Ich soll mich umbringen, soll mich selbst
zermardern. Manchmal würde ich es gerne umsetzten, aber dann erinnere ich mich an
die paar Menschen um mich herum, die mich lieben und denen ich das nicht zumuten
möchte. Es sit schwer, wirklich sehr schwer. zudem fühle ich mich unter ständiger
beobachtung, dauernd glaube ich mir schaut jemand über die Schulter, auch in diesem
Moment. Auf das raten meines Vaters und einer guten Freundin, schreibe ich nun dieses
Tagebuch. Es war wohl mein eigener Vorschlag und beide befanden ihn für gut, deshalb
mache ich das jetzt auch. Ich werde sogar die Stimmen beim Namen nennen, so wie
ich alles wahrnehme. Sollte ich dies alles nicht überleben, dann hat die Nachwelt
wenigstens eine Dokumentation über meine Krankheit. Dennoch, ich selbst schaffe es
kaum mir einzugestehen dass ich krank bin,denn alles fühlt sich so unheimlich real an.
Deshlab ist es mir wichtig, alles genauso wiederzugeben so wie ich es vernehme!

"Als ich eben in Facebook meiner Freundin geschrieben habe, dass ich ihr vielleicht
mal schicke was ich schreibe, da sagten die Stimmen dass sie das verhindern müssen,
das ich nichts davon schicken darf!" Dennoch werde ich genau das tun, ich werde
die Mesnchen in meinem Leben daran teilhaben lassen wenn sie es möchten! ich wehre
mich gegen die Stimmen, solange wie ich kraft habe dies zu tun!
Die Stimmen setzen alles daran mich an Dingen zu hindern die im Grunde gut für mich
wären und ich kann einfach immernoch nicht glauben dass ich tatsächlich so sehr
halluziniere. Die Tabletten die ich nehmen muss "Risperidon" haben meiner Ansicht
nach nur eine mäßige Wirkung, wenn überhaupt.

Gerade höre ich wieder sprechen. "Wenns an die Namen geht,dann überfahren wir ihn!"
Sie sagen wenn ich es jemand weitersage, aber genau deshalb schreibe ich auch alles
auf. Ich hatte ja sogar solche Angst, das ich einer guten Freundin schonmal ein paar
Namen gegeben habe, falls mir etwas passiert. Das schöne ist zu wissen, dass sie diese
E-mails aufbewahrt,alleine der tatsache wegen, dass ich mich so sicherer fühle, sollte mir
tatsächlich etwas wiederfahren was ich auch hier umschreibe.

Eben als ich baden war, da sagten die Stimmen, dass ich alle Leute mit reinziehe und
daß wenn mir was passiert das alle dran sind, auch wenn ich mich selbst umbringen
würde! Sie sagen Dinge die ich nicht wiederholen kann und will, weil es einfach zu
krass ist. Aber eines ist sicher, wenn es mich mal nicht mehr gibt, dann sind diese
Aufzeichnungen nicht umsonst gewesen. Vielleicht kann ich so jemand anderem
helfen, wenn nicht schon mir selbst...

Wieder höre ich wie die Stimmen reden, das mich hogehen lassen. Sie wollen mich in
einiger Zeit in die Luft blasen, mit Gas. Ich soll angeblich heim kommen, das Licht
anmachen und dann bumm! Ich verstehe die Zusammenhänge einfach nicht mehr, was
mein Kopf da zusammenspinnt. Wenn man den Stimmen glauben soll werde ich definitiv
bald tot sein, sie helfen nach dabei. Ich ertrage dieses gerede nicht mehr und würde mir
wünschen das alles mit einem Schlag vorbei ist, dennoch versuche ich mich dagegen
zu wehren. Von einem ***** reden sie und das sie da jemanden beauftragen wollen.
Ich versteh das alles nicht und ehrlich gesagt will ich es auch nicht mehr verstehen. Sollte
doch alles real sein, dann gab es schon mehr als einmal die Chance mit mir zu reden.
Auch der Herr ***** hätte reden können, den ich übrigens vor etwa 14 Tagen gesehen habe,
wie diesen ***** von früher, den hab ich auch gesehen und der war wohl sehr real da!
Beide kommen aus Worms und wenn mir was passiert, dann soll wenigstens die Polizei
erstmal wissen wo sie forschen können, wieso und warum. Mir ist schon fast bewusst
dass ich das alles nicht überleben werde, ich muss mich nur noch damit abfinden!
In die geschlossene werde ich auf keinen Fall gehen, denn dann glaubt mir niemals
jemand mehr ein Wort, zudem gehöre ich nicht dahin, ich bin kein Geist, noch nicht!
Im Moment schläft ***** und ich weiss eigentlich gar nicht ob sie weiss wie sehr ich
sie liebe und dass ich ihr das niemals antuen würde sie zu betrügen oder sie mit einem
Knall zu verlassen. Ja, ich liebe sie so sehr, auch wenn es oftmals nicht so scheint,
aber ich würde sie nie hintergehen mit einer anderen! Egal wie hübsch eine Frau auch ist,
ich habe meinen Deckel in ihr gefunden 100%. Ich wünsche ich könnte nur 1 Sekunde in
ihr Herz schauen um zu fühlen ob es bei ihr genauso aussieht wie bei mir. Alleine das was
ich bis jetzt heute geschrieben habe, ist ein kleiner Teil dessen was wirklich in mir passiert
und was ich alles höre. Es ist nahezu permanent und ich frage mich ob es Technik gibt mit
der man einen Menschen so manipulieren kann? Wenn nein, dann bin ich tatsächlich sowas
von krank in meinem Kopf. Wenn nicht, dann muss man diese Schweine kriegen und dafür
an den Pranger stellen!



02.08.2010

Heute im Lehrgang hab ich mich eigentlich wohlgefühlt. Irgendwie bilde ich mir auch ein,
dass die Stimmen wie von meinem Handy aus kommen. Ja ich weiss nicht wie, aber es
kommt mir so vor als ob es davon käme. Jedenfalls hörte ich wieder Stimmen zwischendrin,
dass mich die Bones morgen holen werden, mich verprügeln wollen und so weiter. Ich weiss
nicht woher sich mein Kopf solche Sachen zusammenspinnt, aber auch hier Zuhause ist
es manchmal kaum auszuhalten für mich. Ständig höre ich Menschen/Stimmen reden,
aber wenn ich mein Handy weiter weg lege, habe ich das Gefühl ich höre sie deutlicher.
Nun ja und beobachtet fühle ich mich auch ständig hier, auch wenn ich versuche zu begreifen
daß alles ja nur eine Einbildung ist. Es fühlt sich dennoch so real an, egal was jeder denkt.
Jedenfalls versuche ich mich zusammenzureissen auch wenn es mir schwer fällt daran zu
glauben daß ich krank bin.



04.08.2010

Heute ist mir wieder was komisches aufgefallen. Ein Mann der irgendwie täglich mit mir
in der S-Bahn heim fährt, aber irgendwie bin ich heute mit einer anderen Bahn gefahren
in der er auch war und ich hatte das Gefühl er beobachtete mich. Ich habe dann die Augen
zu gemacht und mir gesagt daß das nur in meinem Kopf passiert. Er ist ca. 170 cm groß,
grau meliertes Haar und etwas trainiert. Von Alter her dürfte er etwa ende 30 Anfang 40 sein.
Ich habe richtig Angst, denn die Stimmen sagen dass ich eh nicht mehr lange leben würde
und spätestens Silvester wäre ich eh erledigt wenn ich mir nicht vorher selbst das Leben
nehmen würde. Ich traue mich auch gar nich mit ***** drüber zu reden, ich habe
Angst daß sie mich nicht mehr versteht, was durchaus zu verstehen ist für mich. Ich könnte
auch den Mann tatsächlich näher beschreiben, er hate auch Schmuck an, aber ich will nicht
mehr, weil wenn das alles nur mein Kopf macht, dann drehe ich sonst durch, wenn nicht,
dann wird wohl alles so kommen wie ich es vernehme. Ganz ehrlich, von mir aus, ich ertrage
das sowieso alles nicht mehr, vielleicht kann ich deshalb auch die Schule so durchziehen.
Ich weiss es nicht. Kathrin beliest sich über meine Krankheit, mehr als ich, ich habe nicht
so die Gedult dazu wenn ich ehrlich bin. Ich wollte ich würde mich selbst besser verstehen.

Ich hoffe das Euch diese Erlebnisse auch etwas Einblick in mein tägliches Empfinden gibt. Es ist wie bereits gesagt ein Auszug aus dem Tagebuch.

Liebe Grüße
Bearbeitet von JKMM am 08.08.2010 08:05
 
Nase im Wind
JKMM schrieb:
Hallo zusammen,
ich selbst leide ebenfalls unter Schizophrenie. Seit geraumer zeit, etwa 1 Woche schreibe ich meine Erlebnisse auf, denn mit einer Gesprächtherapie sollte ich nach meinem Psychiater etwa 1,5 Jahre warten bis die Medikamente richtig wirken.

Liebe Grüße

Hallo JKMM
Ich hab' der Rubrik „ich stelle mich vor“ schon was geschrieben. Jetzt bin ich um so sicherer, dass du möglichst bald eine Therapie bekommen solltest. Per Fingerschnipp geht es nicht, aber 1,5 Jahre warten müssen ist unsozial von denen die das sagen.

Wenn dein Psychiater das nicht hervorhebt und nicht anzuleiern hilft, dann scheint dieser mir nicht der richtige zu sein. Es gibt noch andere. Das einzige was du verlierst ist ein rückwärtsgewandter Arzt. Dem Sozialpsychiatrischen Dienst (SPD) glaube ich nichts. Lasse sie reden.

Deine Freundin macht sich sorgen um dich, denke ich, und will dich nicht verlieren.
Bei dem was du schreibst, kann man sich sorgen machen. Und ich kann zumindest gut verstehen was du durch machst. Aber ich will dir auch sagen, dass du unheimlich was auf der Nase hast bei dem was du beschreibst. Ja gut, das Wort „was auf der Nase haben“ ist sogar unpassend Untertrieben, denn in dir stecken unglaublich viel an Fähigkeiten. Im Moment kannst du es nicht sehen, und es dir nicht vorstellen. Ich aber sehe es umso deutlicher.

Du hörst vorrangig Stimmen. Dich würde ich zu denen zählen die sich als Stimmenhörer bezeichnen. Jedes Jahr gibt es ein Stimmenhörerkongress. Da gehen nicht nur Stimmenhörer hin. Ich weiß nicht ob es in Berlin jährlich statt findet, jedenfalls nicht nur in Berlin. Guck mal im Internet unter Stimmenhörer. Vor Jahren war ich einmal dabei mit meiner damaligen Frau die auch Stimmen hört. Ich fand es sehr Informativ. Es gibt auch speziell Stimmenhörergruppen. Kongress hört sich so Formel an, ist nichts besonderes, aber durch aus besonders dass es das gibt.

Zur Psychiatrie schreibe ich hier nicht so viel weil ich in der anderen Rubrik darauf eingegangen bin. Ein Klinikaufenthalt wäre zum effektiveren bestimmen des Medikation sinnvoll. Kann auch verstehen dass eine geschlossene Station für bestimmte Zeit nötig sein könnte da Ärzte wenigstens, die mögliche vorübergehende Auswirkung verschiedener Medikamente kennen. Davon mal abgesehen sind einige von denen nicht besonders helle.
Doch geht es auch ohne einsperren. Jedenfalls sollte man sich darauf einigen können.
Du siehst, dass dein Leben in Gefahr ist. Bisher ist alles deine Entscheidung wie du mit deiner Situation umgehen willst.


Ich will mal beschreiben wie ich eine Fantasiewelt verstehe.
Signale u. Botschaften:
Grundsätzlich mache ich keinen Unterschied zwischen das was allgemein als Realität verstanden wird und der angeblich sich unterscheidenden Fantasie. Was die Mehrheit als Realität empfindet ist das oberflächlich wahrgenommene. In die Tiefe geht kaum jemand. Jedoch, wenn gerade dieses tiefer-liegende für unser weiteres Leben wichtig ist und wir ignorieren es, vielleicht weil es einem abgewöhnt wurde dies zu schätzen, dann fehlen diese kleinen aber wichtigen Erfahrungen.
Die Realität die du kanntest und z.T noch kennst war u. ist dein Leben in der Gemeinschaftswelt der großen Masse.

Jeder hat seine eigene Welt, und lebt auch in der Welt der Gemeinschaft. Um sich von der begrenzten Gemeinschaftswelt zu erholen ziehen wir uns gelegentlich kurzfristig zurück in die eigene Welt, die uns dann wohltut.
Bei dir ist es anders. Du fällst unfreiwillig in die eigene Welt die wahrscheinlich den Teil der allgemeine Welt darstellt welche du damals nicht bewusst gesehen hast und andere selber auch nicht sehen konnten oder wollten.

Dein Erleben verstehe ich als eine konzentrierte Verstärkung dessen was in der Vergangenheit „scheinbar“ keine Bedeutung hatte. Ich meine, dies sind doch alles Worte und Bilder die wir kennen, aus dem eigenen Umfeld, Film oder Liedern.

Die meisten Stimmenhörer haben böse Stimmen. Ich sehe das so; in der Vergangenheit gab es kleine Auseinandersetzungen wo man sich selbst letztlich sagt oder denkt, der soll mir doch den Buckel runter rutschen. In Wahrheit ist man ausgewichen und hat unmerklich etwas hinein-gefressen. Aber eigentlich würde man gern die Meinungsverschiedenheit klären. An das Weckhören gewöhnt man sich und dann geht das Jahre oder Jahrzehntelang so weiter. … Ist nur ein Beispiel meiner Mutmaßung.

Einige wenige haben positive Stimmen. Die gingen aber auch, den unliebsamen Begebenheiten aus dem Weg. Z.B könnte jemand regelmäßig über eine stark befahrene Straße gehen und sieht in seiner Vorstellung freie Bahn. Der kann dann von Glück sagen wenn nur wütende Autofahrer meckern, die er nicht einmal wahrnimmt. Irgendwann wird’s jemandem Auffällig.
So-etwas gibt es. Wir Alle kennen doch solche kleinen Momente wo wir weggetreten sind, aber keiner hat es gemerkt.


Ich glaube, das fängt scheinbar harmlos an wenn leichtfertig Ja gesagt wird obwohl er lieber nein gesagt hätte. Ja, ich denke, da wäre anzusetzen, zu beginnen „Nein“ zu sagen wenn man „Nein“ meint.
Sicher schadet es nicht auch mal gegen den eigenen Willen „Ja, ich stimme zu“ zu sagen, auch wenn man lieber „Nein „ sagen würde. Ganz ohne eine gewisse Diplomatie geht es nicht immer. … Manchmal kommt es aber darauf an, dass zu sagen was man meint.

Ich hatte frühzeitig erkannt, was für Persönlichkeiten oder Charaktere sich herausbilden können wenn Menschen in, für sie wichtigen Momenten stetig häufiger etwas mitmachen wo von sie nicht überzeugt sind. Schlimmstenfalls kann eine Psychose entstehen, oder vielleicht eine chronische Schuppenflechte etc. Die Psychose als Kern der Gesundheit, sehe ich als eine Chance einen anderen Lebensweg zu beginnen.

Großartig zu analysieren woher das alles kam, führt nicht unbedingt zum Ziel, obwohl es nicht schadet darüber mal zu reflektieren. In der Therapie geht es doch eigentlich mehr darum einen anderen und vorteilhafteren Weg einzuschlagen als der gewöhnte Pfad des abgekommenen Weges. Das ist zumindest meine Erfahrung.
Es hat auch wenig Sinn sich einzureden; ich habe bisher alles falsch gemacht. Alles ist ein Teil des Weges.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 08.08.2010 02:57
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
JKMM
Hallo Jonny,

vielen Dank für Deine weitere Beurteilung, es hilft doch schon ungemein, mehrere Meinungen zu hören/lesen. Wie Du auch, habe ich Dir bereits in meinem ersten Tread geantwortet. Der Bezug zur Realität fällt mir dennoch ofmals schwer, auch wenn ich es mir immer wieder selbst sage: "Es ist nur in meinem Kopf vorhanden!" Der Weg zur eigenen Genesung ist auch wie eine drehende Mühle, es knirscht und kratzt tief in mir drinnen, dennoch werde ich den Teufel tun und mich selbst aufgeben. Egal was der Psychiater sagt, ich strebe dennoch eine Therapie an und dazu muß ich sagen, daß ich beim Psychosozialen Dienst einen sehr guten Berater habe, einer der mir tatsächlich Hilft und vorallem zuhört. Er selbst hat mir dort die Gespräche angeboten und er unterstützt auch mein Vorhaben diese Schulung durchzuziehen. Also wie Du siehst, ich mache gerade auch einige gute Erfahrungen. Auf die Seite die Du vorschlägst im Netzt, auf diese werde ich jetzt mal schauen, Du hast mich Neugierig gemacht.
Vielen Lieben Dank nochmals für Deine Meinung, es hilft sehr.

Liebe Grüße Johannes
 
Nase im Wind
JKMM schrieb:
Hallo Jonny,
vielen Dank für Deine weitere Beurteilung, es hilft doch schon ungemein, mehrere Meinungen zu hören/lesen.
Der Bezug zur Realität fällt mir dennoch ofmals schwer, auch wenn ich es mir immer wieder selbst sage: "Es ist nur in meinem Kopf vorhanden!" Auf die Seite die Du vorschlägst im Netzt, auf diese werde ich jetzt mal schauen, Du hast mich Neugierig gemacht.
Vielen Lieben Dank nochmals für Deine Meinung, es hilft sehr.

Liebe Grüße Johannes

Hallo Johannes
Hi, ich bin selten einseitig. Möchte mich dehalb korrigieren. jeder SPD ist anders, wie es auch in jeder dieser Kliniken ist. Delber habe ich schlechte Erfahrungen mit dem SPD, habe aber auch einiges gute von anderen gehört. Ich bin da natürlich vorsichtig bei meiner Erfahrung dort.

Ja, lasse dich nicht unterkriegen. Denke daran das du zum Vergleich für die Orientierung deine frühern Erfahrungen hast. Ich hoffe die helfen dir zu unterscheiden wenn es mal ziemlich eng wird.

Ich hatte Mal uns Betroffenen in Kategorien eingeteilt:
Dijenigen die sich selbst helfen können (natürlich auch mit Unterstützung).

Und dijenigen die ganz auf Unterstüzung von außen angewiesen sind. Das hängt einfach davon ab wie die Konstellation des verwirrt seiens ist. Da kann man von außen viel tun um ihnen ein Stückweit die eigene Autonomie wieder zubekommen. Dies ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen.
Einen Weg dafür gibt es, nur müssen die Unterstützer noch daran arbeiten (an sich selbst).

Gruß,
Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 09.08.2010 18:22
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
JKMM
Hallo Jonny,

Du bist nicht der Erste, den ich jetzt höre, der Probleme mit dem SPD hatte. Auch ein Bekannter hat angeblich schlechtere Erfahrung damit gemacht. Aber wie Du siehst, nicht alles muss schlecht sein und wie Du selbst schon korrigiert hast, gibt es auch durchaus Positive Erfahrungen, wie meine zum Beispiel. Jedenfalls war ich gerade heute wieder bei dem SPD zum Gespräch und ich bin durchaus dankbar für die Hilfe. Auch dessen Rat, also des SPD neigt zum wechsel zur Abumlanten Stelle hier. Aber das ist eine andere Geschichte. Ich hoffe Dir selbst geht es auch soweit gut?

Liebe Grüße Johannes
Bearbeitet von JKMM am 09.08.2010 18:37
 
Nase im Wind
JKMM schrieb:
Hallo Jonny,

Du bist nicht der Erste, den ich jetzt höre, der Probleme mit dem SPD hatte. und wie Du selbst schon korrigiert hast, gibt es auch durchaus Positive Erfahrungen, wie meine zum Beispiel.
Ich hoffe Dir selbst geht es auch soweit gut?

Liebe Grüße Johannes

Hallo Johannes
Schön zu wissen, dass es auch gutes vom SPD zu berichten gibt.
Nun, richtig gut geht’s mir nicht unbedingt, ist eher was anderes.Iie Mieter-Konstellation im Wohnhaus ist alles andre als gesundheitsfördernd. Aber ich bin immer bemüht mit dem zu leben und anzunehmen, es laufen zu lassen bis ich eine Idee habe wie ich es für mich ändern kann.

Dies hier passt mehr zu deinem vorherigen Tread.
Mit Verwirrungen habe ich ewig nicht mehr zu tun. Seid meiner damaligen Vollspsychose nicht mehr. Immer das selbe erlebte ich. In einem derartigen Umstand kann man nichts dran drehen. Zum Glück konnte mir dabei offensichtlich nicht wirklich etwas passieren. Diese Psychose fand nur jeden Abend statt, allein in meiner Wohnung. Da hatte ich kein Feetback.

Mit dieser Psychose waren meine jahrzehntelangen heimlichen Neuroden weg. Ist schon beunruhigend wenn man das Gefühl hat z.B die Bäume im Park würden einem jeden Augenblick greifen. Dabei weiss man das dies nicht möglich ist - irre.

Das hätte sich irgendwann zur Katastrophe auswachsen können, es nur allein zu wissen. Ich schätze jetzt, dass ich nur für wenige Minuten weggetreten war (und innerhalb eines Augenblicks.
Dieser Ablauf wäre im so genannten richtigen Leben, nur kurz, mit dem Unterschied, dass ein Mensch solch einen Angriff nicht überlebt hätte. Aber ich war in den Händen eines Gewalt--anwenders, und das war jedes-mal ein scheinbar nicht Enden wollenen Martyrium.

Es ging nur ca. über einem halbes Jahr lang. Tagsüber konnte ich mich damit auseinandersetzen. Die Hintergründe der Vision waren für mich konkrete zurückliegende Erlebnisse. Da haben andre nicht soviel Glück ihre Hintergründe zu erkennen. Damit ist das aber noch nicht erledigt. Deshalb entstand wohl die Therapie. Ich hatte dies mit mit mir allein ausgemacht, allerdings war ich wegen Schüchternheit in einer Therapiegruppe.
In den letzten zwei Jahren konnte nur noch der Therapeut mir Hinweise liefern die mir weiter halfen.

Wie bei mir ist der hauptsächliche Auslöser für einen solchen Ausbruch, plötzliche oder langfristige Einsamkeit. Mancher würde sagen, ich war nie einsam gewesen. … Dazu kann ich nur sage das ich immer Einsam war – Gemeinsam, aber Einsam unter Menschen. Ich denke, dass viele dieses Gefühl kompensieren (absichtlich oder willkürlich) und dann davon nichts bewusst spüren. Sie glauben ihre Welt sei noch in Ordnung.


Mir fällt es einigermaßen leicht verschiedene Zusammenhänge zu sehen weil ich mich von klein auf mit all dem beschäftigte. Angespornt, zu Hinterfragen und zu recherchieren hat mich z.B der häufige Widerspruch der vielen anderen. Im Innern wusste ich, dass ich mit dem was ich sagte zumeist recht hatte. Irgendwann hatte wenigstens ich selbst die Sicherheit, ob ich richtig (richtiger) liege oder nicht.

Mit einem gewisses Maß von Einsamkeit lebe ich immer noch. Ist aber nicht mehr so unerträglich. Für mich gab es lange Zeit immer nur „Ich, und die Anderen“. Ein wenig hat dies sich aufgelöst. Ich weiß, dass ich der bin der den Kontakt zu denen aufnehmen muss die nicht so verstehen können. Das geht am besten mit Empathie, Mitgefühl, und manchmal sind Worte nicht das Verständigungskriterium.
Für mich selber, scheint es mir, kommt im Kontakt zu den meisten Menschen nicht das heraus was mir helfen würde. Jedes-mal wenn ich mich auf die Menschen einlasse - er-spüren, erkennen kann was in z.B jemanden steckt der sich nicht so ausdrücken kann oder sogar fast gar nicht, dann erfahre ich ein Geschenk das alles, so zu sagen sonst Weltliche in den Schatten stellt. Es strömt einfach in einem hinein.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 10.08.2010 20:22
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
JKMM
Hallo Jonny,
entschuldige daß ich jetzt erst schreibe, aber ich habe unter der Woche nicht so viel Zeit. Und ja, mit dem Einsam sein das kann ich absolut nachempfinden, im Grunde geht es mir seit ein paar Jahren ähnlich. Ich hab mich komplett zurückgezogen und hab so manchen Kontakt aus Angst abgebrochen. Ich fasse nur schwer Vertrauen zu fremden Personen, lasse ga meistens nicht einmal zu eine Freundschaft zu vertiefen. Aber jetzt weiss ich ja warum das so ist und warum ich mich so zurückgezogen habe. Es fältt mir aber dennoch schwer vor die Tür zu gehen, da ich in allem und jedem eine Bedrohung sehe. Ich hoffe das erledigt sich bald, das ist nämlich kein schönes Gefühl. Auch die Realität im bezug auf Emotionen verwischt noch ganz schön oft bei mir, auch das hoffe ich bessert sich bald, es zerfrisst mich nämlich. Diese Angstschübe sind auch ganz schön anstrengend, danach bin ich oftmals ausgepowert und absolut müde.
Ich finde es lobenswert daß Du Dich selbst, quasi, therapierst in dem Du analysierst. Ich slebst schaffe das nicht so gut. Täglich versuche ich beweise zu finden, daß alles doch irgendwie echt und real ist. Aber wie es so ist, einen Beweis habe ich bis heute nie gefunden, keinen wirklichen zumindest.
Es ist alles kein Zuckerschlecken, werder für Dich noch für mich. Aber ich wollte ich könnte so realistisch sein wie Du, aber leider fehlt mir dazu die Gedult, im Moment zumindest.

Liebe Grüße Johannes
 
Nase im Wind
JKMM schrieb:
Hallo Jonny,
Es fältt mir aber dennoch schwer vor die Tür zu gehen, da ich in allem und jedem eine Bedrohung sehe.
Auch die Realität im bezug auf Emotionen verwischt noch ganz schön oft bei mir,
Aber ich wollte ich könnte so realistisch sein wie Du, aber leider fehlt mir dazu die Gedult, im Moment zumindest.

Liebe Grüße Johannes

Hallo Johannes
Gelegentlich bin ich einige Tage auch nicht im Internet oder im Forum.

Notwendiger weise bin ich ein guter Beobachter geworden. Realismus nehme ich nicht all zu wichtig. Vieles kann ich gut auseinander halten, und mehr als für manchem Hilfreich wäre.
In deiner Situation kann niemand eindeutige Linien ziehen. Mir würde es damit nicht anders gehen, da bin ich mir sicher. Da kommst du durch. Bezüglich meiner damaligen Ängste glaubte ich ein schwerer Fall zu sein. Für mich war die Therapiegruppe ein überaus erfolgreicher Übungsort Durchsetzungsvermögen im Alltag zu erlangen, und ohne Ellenbogen.

An die eigenen Erfolgsrezepte kann man selbst glauben, aber nicht beweisen. Bestenfalls kann man sich in der Gruppe darüber austauschen was man selber getan hat um zum Ziel zu kommen, und jeder kann es ausprobieren.

Könnte es nicht verantworten zu behaupten, allein durchs analysieren während klarer Momente, meine vorübergehende Psychose besiegt zu haben. Das ganze ist schon komplexer. Darüber nachdenken lohnt nicht, es sei denn jemand will Therapeut werden.
Die einzige Antwort die ich dazu geben kann; ich habe Glück gehabt. Jeder hat seine weise dem zu begegnen, manchmal vielleicht zunächst nur Medikamente. Dein Erleben gibt dir Einblicke in Tiefen, die leider noch nicht zur Gesprächskultur der Gesellschaft gehören.

Die hälfte meinem Lebens glich einem sandigen großen Bombentrichter aus dem ich mich kontinuierlich heraus grub, mit der stetigen Überzeugung es eines Tages zu schaffen. Mit dieser Unermütlichkeit erklärt sich vermutlich, dass mir meine Kindheit in vielen Details bewusst geblieben ist.


Psychose;
Ob ich die Geister gerufen habe oder sie sich eingenistet haben - ich sehe diese als einen Wink darauf was ich von mir, und oder von anderen halte. Auf mich zumindest traf das zu.
Per Verstand kann ich mir sagen - Ich bin Wertvoll, Schlau, Klug, Weise, habe Fehler u. Schwächen wie jeder und sie sind mein Potential. Dem Ich überzeugt es nur, wenn ich es auch so empfinde. Fühlen werde ich das wenn ich ernsthaft daran glaube. Soweit die Theorie.
Verinnerlichtes laßt sich vielleicht nur auf gesonderten Wegen verändern. Psychose ist nur ein Teil des gesamten Weges im Leben. Dummerweise kommt dabei eine ganze Kiepe voll aus dem Inneren zusammen.


Von mir wird gesagt, er hat gute Argumente, aber sich selber kann er nicht helfen.
Jeder kann sich nur begrenzt selber helfen. Da braucht man ein Gegenüber. Lange Zeit dachte ich, mein Gegenüber wäre nur jemand mit einem gewissen Selbstverständnis u. die entsprechenden Erfahrungen, der nachvollziehen kann was in mir vorgeht. Jetzt erst weiß ich, dass ein Gegenüber eigentlich jeder sein kann.
Die Antwort liegt in mir, jedoch andre liefern ihren Teil dazu. Aber auch Menschen die einfach etwas anders machen als ich sind hilfreich. Wenn es passt übernehme ich es bzw. versuche da hinein zu wachsen. Mancher versteht zwar nicht was er tut, und doch liegt der richtig.


Kurz noch mal zum SPD. Nur eine Idee von mir. Bestimmte Vorschläge machen die nicht gern.
Die könnten dir jemanden von der Einzelfallhilfe oder dem sog. Betreuten Einzelwohnen (ist auch wie Einzelfallhilfe) vermitteln. Kostet dem SPD Geld falls jemand, nach Einkommenssatz dies nicht hat.
Wie das Uhr-zeitlich von deiner und der Einzelfallhilfe zu vereinbaren geht müsste man klären.
Das sind Kontakteinrichtungen die soetwas anbieten. Dort müsstst du dann vorbeigehen. Die würden das beim SPD beantragen. Mit dehnen kannst du nach Wunsch, was unternehmen oder dich mit dehnen bei dir oder außerhalb treffen, etwas zusammen machen oder reden. Ist unabhängig von jeglicher Therapie.
… Und diese sind „Keine gesetzlichen Betreuer“.


Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 15.08.2010 14:43
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
kafo
danke für den einblick in deine empfindungen! ich habe eine 17 jährige tochter die an schizophrenie leidet und trotz medikamenten wieder probleme hat. sie fühlt sich auch verfolgt und denkt das "die" sie holen wollen... ausserdem wenn sie sich uns öffnet dass wir mit geholt werden.
deshalb verschließt sie sich mir gegenüber total . ich würde so gerne wissen was sie fühlt und welche ängste sie hat damit ich ihr vielleicht helfen kann aber sie will nicht reden. am anfang der krankheit hat sie mir alles erzählt. ich glaub dass es ähnlich ist wie bei dir dass die stimmen ihr verbieten ihre familie einzuweihen. sie sagt wenn sie mehr distanz zu uns hat würden sie nur sie wollen..
es ist schlimm wie du , meine tochter und viele andre mit dieser erkankung allleine sind weil sie denke sie dürfen sich nicht öffnen..
dir kann ich nur empfehlen vertraue dich jemanden an dem du vertraust... ich würde mir auch sehr wünschen meine tochter würde das tun... sonst ist man doch völlig allein mit dne Ängsten und stimmen..
und umso mehr alleine man ist, desto mehr hört man dinge und stimmen weil man isoliert ist und der kopf noch mehr durchdreht..
was würdest du dir wünschen wie die leute die dich lieben damit umgehen?
ich weiß nämlich manchmal nicht was ich tun soll...
teilweise wird meine tochter richtig verletzend um mich loszuwerden damit ich nichts frage , hinterfrage ...
warum werden manche menschen so gequält?
ich hoffe dir geht es zur zeit gut oder besser...
 
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