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Angehörige
Kathi
Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Kathi und mein Freund leidet an einer paranoiden Schizophrenie.

Kurz zu unserer Geschichte:

Wir sind seid circa 2Jahren ein Paar, und ich hätte nie gedacht dass er an einer psychischen Krankheit leidet.
Seitdem wir zusammen sind hat er mir immer erzählt, dass er "gestalkt" wurde und wird.
Natürlich habe ich ihm geglaubt und nicht daran gedacht dass es sich vielleicht nur in seinem Kopf abspielt.
Vor einem Monat jedoch, hat er mich total ängstlich angeschaut und mich gefragt ob ich mit seinen "Stalkern"
zusammen arbeite, er dachte ich würde von unsere Wohnung aus mit "denen" kommunizieren um ihn fertig zumachen.
Ab diesen Moment war es mir klar und ich habe es ihm auch direkt gesagt, dass er "krank" ist.
Die Tage danach waren die Hölle, er hat mich jede Nacht mehrmals geweckt, weil er dachte es wären Leute in unserer
Wohnung oder "sie" würden gleich kommen.
Er hatte panische Angst und auch ich wußte nicht genau wie soll ich damit umgehen, wie kann ich ihm helfen!?
In der Woche darauf haben wir Ärzte aufgesucht und uns in der Psychiatrie beraten lassen, die Psychiaterin dort hat dann eine paranoide Schizophrenie festgestellt, wollte ihn aber nicht behandeln, nur wenn er sich in die geschlossene
einweisen läßt.
Das haben wir nicht getan, darin wäre er kaputt gegangen, ich hab mich 2Wochen krankschreiben lassen um für ihn da zusein.
Am darauffolgenden Tag war es extrem, er hatte meines Erachtens nach einen Nervenzusammenbruch, ich habe ihn mit der Telefonseelsorge telefonieren lassen und habe in der Zeit alle Psychiater und Ärzte abtelefoniert.
Zum Glück gab´s noch einen der uns einen Termin gegeben hat, nur musste ihn bis dahin geholfen werden, also waren wir noch am selben Tag beim Hausarzt der ihm vorerst Risperidon verschrieb.

Im Moment geht es, jedoch weiß ich nicht immer wie ich ihm noch helfen kann bzw was ich für ihn tun kann, der Psychiater sagte uns er solle erstmal die nächsten 18Monate nur Medikamente nehmen, aber reicht das aus?

Ich hoffe ihr könnt mir einwenig helfen, auch vielleicht um ihn zu helfen.


Danke dass ihr mir zugehört habt und liebe Grüße Kathi
 
Melanie
hallo kathi,

mein ex freund leidet auch an schizophrenie und ich musste auch mit ansehen wie schlecht es ihm ging. er ist dann in die klinik weil er meinte dass seine medikamente neu eingestellt werden müssten. in der klinik hatte er einen geregelten tagesablauf, was sehr wichtig ist! er hatte arztgespräche und einen betreuer mit dem er immer reden konnte! er war 4 wochen dort und danach ging es ihm besser. ich dachte auch immer ich kann ihm helfen, aber es reicht leider nicht wenn man nur für jemanden da ist und sich "aufopfert"! er braucht hilfe und so schlimm ist es nicht in der klinik. das personal ist doch darauf spezialisiert und hilft wo es nur kann. und du kannst als angehörige auch mehr über seine krankheit und ihn erfahren. mein ex freund war 6 mal in der klinik, manchmal half es ihm und manchmal ging es ihm danach schlechter. aber jetzt, ging es ihm bis gestern echt super. leider leiden schizophrenie kranke unter stimmungsschwankungen und sind sehr egoistisch! aber um deinem freund zu helfen, solltest du vielleicht doch nochmal darüber nachdenken ihm einen klinikaufenthalt vorzuschlagen, ihr könnt euch doch einfach mal in ner klinik informieren, damit die angst nicht so groß ist. es schadet nicht sich hilfe zu holen und nur mit medikamenten allein, schafft man das nicht! ich spreche aus erfahrung.

hoff ich konnt ein bisschen helfen...melanie
 
Kathi
Hallo Melanie und erstmals vielen Dank.

Ein Klinikaufenthalt der nur über die geschlossene geht kommt nicht in Frage, wir haben schon darüber gesprochen
sobald die ambulanten Psychiater wieder da sind, wird er dort mit einer ambulanten Therapie beginnen, bis dahin hat er ja Kontakt zu einem alternativ Psychiater und zum psychosozialen Dienst.
Sollte es sich nach der ambulanten Therapie überhaupt nicht bessern, hat er wenigstens die Möglichkeit von der ambulanten in die offene Psychiatrie zugehen, aber glaube mir, in der geschlossenen würde er kaputt gehen, auch wenn es nur 2Tagen wären.
Einen geregelten Tagesablauf hat er, er hat jetzt eine neue Ausbildung angefangen und schafft das auch sehr gut.
Nur dass er krank ist und dies zuakzeptieren fällt ihm noch schwer und da weiß ich eben nicht wie soll ich ihm helfen.
Deshalb haben wir uns hier angemeldet, einmal dass er sich mal austauschen kann und mit anderen Erfahrungen austauschen kann und zum anderen dass auch ich mich mal austauschen kann, weil für mich ist es eine ganz neue Situation und ja ich bin ehrlich, sie ist nicht einfach.

Ich danke dir
 
Melanie
mein ex freund wollte auch lange nicht akzeptieren dass er krank ist. auch wenn sich das jetzt blöd anhört, aber ich habe ihm gesagt dass er etwas besonderes ist und die krankheit ihn ausmacht. und ich habe ihm gesagt dass es wohl so sein soll, er ist krank und ich bin diejenige die ihm hilft! nur wegen der krankheit ist er ja kein schlechter mensch und er kann ja nichts dafür wenn sein kopf verrückt spielt oder er schlecht drauf ist. es bringt nichts wenn er sich sagt dass er nicht krank ist. es ist wichtig dass dein freund weiß, dass du für ihn da bist und ihn so nimmst wie er ist. das ist alles nicht immer leicht, aber die krankheit ist ja nicht immer "da"!
vielleicht solltest du dir ein buch kaufen über schizophrenie. habe ich auch gemacht und mich mit dem thema befasst! sei froh dass dein freund eine ausbildung hat. meiner hat nach 11 wochen abgebrochen und das war im jahr 2006! seitdem hat er nichts mehr gearbeitet, er bekommt sogar rente! er kann nicht arbeiten weil es ihn überfordert! schwer zu verstehen aber er hatte richtig angst davor. er hat es mit einem praktikum versucht, aber nach einem tag ist er dort nicht mehr hin.
zeig deinem freund dass du für ihn da bist und die krankheit zu besiegen ist. ein bekannter von mir war tief in einer psychose. durch kämpfen und medikamente hat er es geschafft. heute studiert er sogar und hat eine eigene wohnung. was vor einigen jahren undenkbar gewesen ist.
 
Kathi
über das Thema Schizophrenie habe ich in den letzten 4Wochen sehr,sehr viel gelesen, ich habe das komplette Program durch und im Moment lese ich ein Buch darüber.
Ich belse mich täglich über das Thema und alles mögliche, nur ich denke eben auch mein Freund muss einwenig in Kontakt kommen mit Menschen den es genauso bzw ähnlich geht.

Nur mein Problem bin im Grunde nicht ich und wie ich damit umgehen kann, sondern wie bekomme ich ihn dazu sich mehr mit seiner Krankheit auseinander zusetzen.

Ich meine ich kann doch nicht abwarten bis in 18Monate bis der Psychiater eine gescheite Therapie beginnt.
Irgendwie muss es doch auch Chats oder sonst was vernünftiges geben, wo er sich austauschen kann.
 
Nase im Wind
Kathi schrieb:
Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Kathi und mein Freund leidet an einer paranoiden Schizophrenie.

Kurz zu unserer Geschichte:

Wir sind seid circa 2Jahren ein Paar, und ich hätte nie gedacht dass er an einer psychischen Krankheit leidet.

Im Moment geht es, jedoch weiß ich nicht immer wie ich ihm noch helfen kann bzw was ich für ihn tun kann, der Psychiater sagte uns er solle erstmal die nächsten 18Monate nur Medikamente nehmen, aber reicht das aus?

Ich hoffe ihr könnt mir einwenig helfen, auch vielleicht um ihn zu helfen.
Danke dass ihr mir zugehört habt und liebe Grüße Kathi


Hallo Kathi u. Melanie
Ich finde euch Klasse wie ihr mit der Situation umgeht.
18 Monate nur Medikamente ist eine wahre Notlösung und reicht nicht. Als ich zu einem Psychiater ging, hatte der im Hinterzimmer eine Therapiegruppe mit einem Therapeuten. Das wird wohl eine Ausnahme sein.
Vielleicht wäre eine Selbsthilfegruppe zunächst eine Unterstützung.
In Berlin z.B bei der Organisation „BOP&P“ http://www.bpe-on...e/bopp.htm
Da muss man such nicht vorher anmelden. Es könnte jedoch unter bestimmten Umständen mal ausfallen, was aber selten ist.

Mal zu bemerken; in kurzer Zeit kann man einen groben, auch recht guten Überblick über eine solche Störung (unter anderem auch der Teil der als Schizophrenie bezeichnet wird) haben wenn man pfiffig ist. Da man nicht von einem auf alle schließen kann dauert es etwas länger da hinein zu spüren.

Die bestimmende restriktive Haltung des Arztes ist aus meiner Sicht unannehmbar. In einer Soteria-Klinik wäre es anders – „ganz anders“. Gibt es leider, z.B in Berlin, noch nicht.
Mein Vorteil war, dass ich nie Gedanken-verwirrt war und jedem Arzt unmissverständlich klar machen kann was ich für sinnvoll erachte in meiner jeweiligen Situation – da rede ich Tacheles ohne Blatt vor dem Mund, natürlich möglichst sachlich bleiben dabei.
Hätte ich sofort Klartext gesprochen, würde ich damals nicht die gesamte erste Woche in die geschlossene sein müssen. Ich war freiwillig dort.

Die Psychiatrie kenne als Betroffener von Innen. Begeistert bin ich von der herkömmlichen Psychiatrie nicht, jedoch ist diese manchmal das einzige was vorerst hilfreich sein kann, nicht für jeden. Die Ärzte dort wollen zumeist in die geschlossene unterbringen, das ist mir zu pauschal. Allerdings besteht man diese auch. Der Arzt sollte sich die Mühe machen diesen Sinn zu erläutern. Für manche ist es möglicherweise besser.
Es gibt auch Kompromisse wie die Behandlungsvereinbarung; So könnte mit dem Arzt vereinbart werden, dass derjenige sich zu bestimmten Zeiten dort meldet oder in einer Krisensituation sich dort sofort hin begibt. Das geht nicht mit jedem der Betroffenen. Jedenfalls wäre dies finanziell gesehen ein vollständige Inanspruchnahme, da immer ein Bett reserviert ist.

Ich sehe keinen Grund für die Geschlossene wenn der jeweilige Betroffene sich mit seiner Situation, der seiner Fantasien sich soweit arrangieren kann und die Waage hält. Natürlich ist auch noch der Angehörige der etwas entlastet ist wenn es wirklich schwierig wird. Aber geschlossene, abklären ob es überhaupt sein muss. Wenn es richtig Akut wird, besteht vielleicht keine andere Wahl Un-Willens in eine Klinik einzufahren. Aber dann gibt es immer noch die Behandlungsvereinbarung – der Arzt wird dies dann vermutlich nicht eher nicht von sich aus vorschlagen (ist eine ungeheuerliche Arroganz). Es ist aber besser wenn ein Angehöriger des Vertrauens zur Behandlungsvereinbarung dabei ist.
Auf eine Behandlungsvereinbarung kann man bestehen, ist jetzt offiziell. Ob es einigermaßen passt, wird sich zeigen.

Jonny Wink
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Kathi
Hallo Jonny,

als Erstes vielen lieben Dank Smile
Wir haben in den ersten 2 Wochen alles möglich getan...
Ich hab mir den Mund fusselig geredet und die Finger wund telefoniert bis ich endlich all die Informationen hatte, die ich brauchte und die vorallem meinen Freund auch helfen!
Was heutzutage nicht immer ganz einfach ist, wir leben zwar in einer Großstadt nur hatte doch tatsächlich von insgesamt 35Psychiatern nur einer uns einen Termin in schneller Zeit gegeben, er ist nicht die beste Wahl doch immerhin ist da vorerst einer.
Deshalb werde ich auch sobald die Psychiater aus der ambulanten Pflege wieder da sind,haben komischer Weise beide zur selben Zeit Urlaub, einen Termin vereinbaren, weil ich eben auch denken 18Monate nur Medikamente kann ja nicht ganz richtig sein.
Ich denke dass mein Freund in soweit momentan erstmal "stabil" ist, er ist 35Jahre und hat diese Erkrankung wahrscheinlich schon seid 7Jahren, von daher weiß ich dass er sich damit "abfinden" kann.
Nur war es die letzten 7Jahre eben so, dass er dachte er wird "gestalkt" und jetzt muss er erkennen, dass es sich um Halluzinationen handelt, ich denke das ist das schwierige daran.
Nicht die Tatsache dass er Stimmen hört, sondern die Tatsache dass er eine Krankheit hat.
Ich bin schon froh, dass er mir vertraut und auch was das betrifft auf mich hört.
Wir waren ja in der Psychiatrie und haben uns beraten lassen, und die Psychiaterin sagte ja, sollte es schlimmer werden kann er sich jederzeit melden und wird aufgenommen.
Aber ich versuche alles um diesen Weg zu umgehen, ich habe die Kraft um ihn zuhelfen nur ist halt meine Hilfe begrenzt, deshalb bin ich froh dass wir uns beide hier angemeldet haben und auch von euch Hilfe bekommen.
Weil das ist auch enorm wichtig für ihn.

Also nochmals vielen lieben Dank Jonny Grin


Liebe Grüße Kathi
 
Nase im Wind
Kathi schrieb:
Hallo Jonny,
als Erstes vielen lieben Dank Smile

Nicht die Tatsache dass er Stimmen hört, sondern die Tatsache dass er eine Krankheit hat.
Ich bin schon froh, dass er mir vertraut und auch was das betrifft auf mich hört.

, ich habe die Kraft um ihn zuhelfen nur ist halt meine Hilfe begrenzt, deshalb bin ich froh dass wir uns beide hier angemeldet haben und auch von euch Hilfe bekommen.
Weil das ist auch enorm wichtig für ihn.

Also nochmals vielen lieben Dank Jonny Grin
Liebe Grüße Kathi


Hallo Kathi
Aber nichts geht über Leute mit dehnen dein Freund zusammen sitzt die sich gegenseitig direkt austauschen können.

Das kann ich mir vorstellen mehr Angst vor dem Begriff Psychich-Krank zu haben als vor den Auswirkungen. So nach dem üblichen verfälchten und veralteten Wissen. Da sagt man sich; ich bin jetzt verrück, in dem Sinne, nicht mehr normal zu sein.
Das stimmt natürlich nicht. Erstmal ist es grundsätzlich eine Erkrankung wie jede andere, was ja schonmal Normal ist, zum anderen ist es einfach nur eine Ver-rückung aus der Mitte die bereits länger nicht vorhanden war aber damals noch nicht so spürbar.

Dieses Problem Unnormal zu sein, lässt sich also bereits beseitigen.
Die organisierten u. wehrhaften Betroffenen haben einige Ärzte zum Umdenken gebracht. Und es geht noch weiter. In der Bevölkerung ist das alles lange noch nicht rum, deshalb ist es gut einige Gleichgesinnte zu kennen.

Ich lebte Jahrzehntelang heimlich mit Neurosen. Mit meiner kürzerfristigen Psychose verlor ich all diese. Damals hörte ich niemals von sowas wie Psychich-Krank. Vielleicht hätte ich auch befürchtungen ich sei verrückt.

Das Gehirn ist ein Organ vie jedes andere. Wir Menschen glauben überschätzender weise doch tatsächlich daran, dass der Verstand allein uns zum Menschen macht. nein, wir fühlen auch, so wie andere Tiere.
Unsere tierischen Anteile ermöglichten uns zum Menschen zu werden. Es wäre wieder zu lernen dieses in uns zu schätzen.

Einen guten Vergleich sehe ich zum Burnaut-Syndrom, den stetig mehrere bekommen weil sie meinen keine andere Wahl zu haben sich für den Arbeitgeber zu überfordern. Dort sind die Signale aber recht einfach nachzufollziehen.

So mancher lebt ganz selbstverständlich mit einem verschobenen Verständnis im alltäglichen Zusammenleben. es sind nunmal sehr viele daher erscheint dies als das normale. Und keinem von ihnen fällt es auf.

Die bekommen unter anderem vielleicht keine Psychose. gefahr besteht wenn deren Umfeld sich derart ändert, dass sie sich mit ihren wiedersprüchlichen Vorstellungen nicht mehr der Gemeinschaft zugehörig fühlen oder sogar gemieden werden.
Ist wohl eher Theorie, kann in ferner Zukunft die neue Ursache sein. Aber aus dem gewohnten leben herausgerissen in einem fremden Land leben zu müssen, könnte dazu führen.


Ach ja, Ärzte sprechen von einem veränderten Chemiehaushalt im Kopf. Das stimmt zwar soweit, aber wenn ich wütend bin dann lässt sich ebenfalls eine außergewöhnliche Veränderung messen.

Dank zurück, für das was wir im Forum erfahren durften.
Jonny Wink
Bearbeitet von Nase im Wind am 09.08.2010 03:37
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Kathi
Hallo Jonny,

alleine die Tatsache, dass mein Freund mit seiner Krankheit nicht alleine ist, sondern es mehr als 40Mio. Menschen ebenfalls so oder so ähnlich geht hilft denk ich schon ein wenig.

Und wie du schon sagtest, dass Problem ist unsere Gesellschaft und die Öffentlichkeit die nur bedingt über diese Krankheit berichtet, bzw gar nicht.

Wenn man nicht selber betroffen ist, oder einen Angehörigen hat oder einen das Thema einfach interessiert, glaubt man leider erstmal den Medien, und diese teilen nur sehr wenig mit.

Dass aber eine psychische Krankheit zu den häufigsten Krankenhausaufenthalten gehört wird nicht Preis gegeben, dass sie genauso häufig auftreten kann wie Alkoholismus oder Depressionen wird einfach verschwiegen.
Meiner Meinung nach ist dies sehr traurig, aber da zählt anscheinend einfach die Masse, leider !!!

Der Psychiater hat es am Anfang auch einfach "nett" umschrieben, von wegen eine Stoffwechselerkrankung des Gehirns, die biochemischen Prozesse wären gestört.
Das mag ja richtig sein, und vielleicht soll das dem Patienten auch helfen, weil er nicht direkt mit der unverblühmten Wahrheit konfrontiert wird, aber da wären wir wieder beim Thema: die Öffentlichkeit stellt es einfach falsch da!!!

Ich bin schon sehr froh, dass mein Freund seine Umschulung begonnen hat und sogar zu den Besten gehört, ich denke für viele ist dies sehr schwierig, aber er ist stark und ich denke er weiß auch damit er mich hat.

Sich mit dem Krankheitsbild auseinanderzusetzen ist,denk ich, für Angehörige meisten einfacher als für den Betroffenen selbst, was auch verständlich ist.

Ich bin froh, dass es dieses Forum hier gibt und man sich austauschen kann.

Also vielen lieben Dank an alle die das hier ermöglichen und ganz besonderen Dank an dich Jonny Grin


Liebe Grüße Kathi
 
Nase im Wind
Kathi schrieb:
Hallo Jonny,

alleine die Tatsache, dass mein Freund mit seiner Krankheit nicht alleine ist, sondern es mehr als 40Mio. Menschen ebenfalls so oder so ähnlich geht hilft denk ich schon ein wenig.

Ich bin schon sehr froh, dass mein Freund seine Umschulung begonnen hat und sogar zu den Besten gehört, ich denke für viele ist dies sehr schwierig, aber er ist stark und ich denke er weiß auch damit er mich hat.
Grin

Liebe Grüße Kathi

Hallo Kathi
Dein Freund ist ein Schwerarbeiter, wie auch die Betroffenen welche nicht mehr so über sich reflektieren können. Und nebenbei eine Ausbildung machen ist eine Menge. Unter den Betroffenen sind verdammt kluge Köpfe. Ich sehe gelegentlich ziemlich blass dagegen aus. Aber da habe ich meine eigenen Potentiale.

Ich finde es beruhigend, wie viele Betroffene aktiv sind und in den letzten Jahren, auch politisch, mehr be- u. erwirkt haben als es sonst jemand ahnt. Das weiß ich weil ich selbst in einer der Organisationen war.
Egal wie man es dreht, die Gesellschaft braucht uns dringend. Und jemanden wie dich - die Einblick in diese Materie gewinnen können.
Du hast einen Zugang; trotzdem sehen wir von den Erfahrenen es, dass muss für dich selbst merkwürdig klingen, immer noch als eine der selteneren Leistungen.

Das Lied der Halbgötter in Weiß. Die Leier mit dem Stoffwechsel hängt uns Betroffenen zum Halse heraus. Für einige wenige mag das ausreichen. Doch viele wollen verstehen was mit ihnen ist. Die heimlichtuerei ist weniger Rücksichtnahme als Angst vor den bereits anstehenden neuen Wegen, die sie früher oder später gehen müssen. Die wissen, dass sich seid einiger Zeit um sie herum etwas tut.
Mir hat ein alter hase der psychiatrie-Erfahrenen gesagt, wenn man dem psychiater was von Soteria erzählt wird der zugänglicher. Na, dass gillt wohl nicht für die Stockfische. … Zu Soteria gibt es auch eine Seite im Netz.

Von Seiten der Betroffenen wird auch Aufklärung betrieben, soweit die Kräfte reichen. Z.B gibt es immer Mal Schulprojekte. Die Schüler sind hoch motiviert und fasziniert wenn sie nach einiger Ungeduld dann erfahren, dass die leibhaftigen Schizophrenen vor ihnen Sitzen. Die organisierten Angehörigen haben solche Projekte auch im Päckl.


Eigentlich sieht es bisher eher so aus, dass die Angehörigen in der Mehrzahl viel ratloser sind als die Betroffenen selbst. Viele haben ein altes festes Bild. Was Psychoseseminare sind ist kaum bekannt, und nicht alle Kliniken bieten Angehörigen-Gruppen an.
Meine damalige Frau ist bereits als Jugendliche erkrankt, hatte sogar noch ein Fachabitur gemacht und arbeitete noch ein paar Jährchen im Büro. Leider ist sie offensichtlich dauerhaft in ihrer Situation gefangen. Damit gehört sie zu den Ausnahmen im Vergleich zu den vielen denen es trifft. Das was zur Horrorvision aufgebauscht wird sind seltene Ausprägungen.

Hoffentlich habe ich jetzt nicht zu dick aufgetragen. In meinem Kopf hat sich einiges angesammelt und reich wohl fürs ganze Leben eines Menschen.

Ich wünsch dir viel Kraft, und dass für euch alles gut wird. Smile
Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Kathi
Hallo Jonny,

als Erstes: zu dick auftragen kann man bei diesem Thema nicht, zumal ich sehr wissbegierig bin und gerne alles erfahre ob sich nun speziell um das Krankheitsbild meines Freundes handelt oder allgemein um psychische Erkrankungen.
Also keine Sorge mich kannst du mit Informationen gar nicht überfluten, so mal ich es auch immer sehr interessant finde wie es in den Köpfen anderer Menschen aussieht.

Also immer raus damit Wink

Das was man im Leben erlebt passt Meistens auf keine Kuhhaut, zumal es Menschen gibt die auch mit 25Jahren schon weit aus mehr erlbet haben, als Menschen mit 60Jahren.
Das kommt halt immer ganz auf die Erfahrungen die man im Leben sammelt an.

Ich finde es super hier viele Informationen und Gedankenaustäusche zubekommen.

Zum Thema Ärzte: hmmmmm.....
Ich denke dass sie selber noch nicht ganz wissen woher diese ganzen Formen der psychischen Erkrankungen kommen,
von daher speisen sie einen einfach mit Fachgesimple ab und erwarten dass man es einfach so hinnimmt.
Was sehr schade ist, denn würde es solche Foren wie hier nicht geben, wäre man ganz schön am Ar***.

So Jonny ich hoffe wir lesen wieder voneinander und danke für deine Hilfe.
Stehe dir auch gerne nur zum quatschen zur Verfügung Grin

Gibts hier eigentlich sowas wie TS 3?


Liebe Grüße und alles Gute Kathi
 
Andreas
Hallo Kathi,

Team Speak 3 gibt es glaube ich für dieses System hier nicht.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Andreas
Vielleicht aber lässt sich ein Messenger-System installieren, nur halt nicht Team Speak. Wink

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
admin schrieb:
Vielleicht aber lässt sich ein Messenger-System installieren, nur halt nicht Team Speak. Wink

Viele Grüße
Andreas


Hallo Andreas
Es zeigt sich wiedermal, dass freeware-Produckte die Zukunft sein werden. Zumindest sind diese Programmierer darauf bedacht eines Tages kompatibilität herzustellen.
Team Speak ist komerziell ausgerichtet, wenn auch frei nutzbar. Unterstützt aber nicht die freien Übertragungsprotokolle.
Ich hatte über Skipe mal eine Konferenzschaltung der Vorständler von BOP&P.
Ich arbeite ja zu 99% nur noch unter Linux. Leider scheint Skipe auf Opensuse nicht zu laufen. Ist jedenfalls nicht im Installationspaket von Yast, bisher.
Eigentlich wil ich bei Skipe bleiben, und bin dort angemeldet.

Wäre Traumhaft wenn jeder seine Software nutzen könnte, diese untereinander kompatibl wären. Vorallem sich nicht bei jedem Anbieter anmelden müssen um über ein anderes System zu Kommunizieren.

Oder noch fazinierender, man würde innnerhalb des jeweiligen Forums das eigene programm starten und sogleich nur innerhalb des Forums present sein. ... Oh man, der Weg in die Fernkommunation ohne Umwege ist wohl noch weit. Frown

Ich werde sogleich versuchen mich bischen mehr über die Linux-Telefonie-Software zu informieren.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 10.08.2010 22:11
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Kathi
Hey Andreas und Jonny Smile

danke dass ihr euch damit so auseinandersetzt.

Ich persönlich würde es nämlich echt toll finden, wenn man sich auch live unterhalten oder zumindestens chatten könnte.
Ich weiß dass es hier eine Chatfunktion gibt, aber jemanden zu erreichen ist manchmal nicht ganz einfach.

Was ich auch weiß, ist dass Skype z.B. bei mir auf´n Rechner nicht läuft bzw meinen Rechner total zum laggen bringt.

Und zum Thema Teamspeak, vielleicht gibt es ja Anbieter die einen eigenen TS sponsern würden, weil das hier eine vernünftige Funktion ist die auch hilft.

Ich danke euch Smile

Liebe Grüße und alles Gute Kathi
 
Kathi
Huhu zusammen,

mein Freund war am Donnerstag beim Psychiater, weil er mit den Medikamenten nicht zufrieden ist, da sie nicht die Wirkung erzielen die er sich wünscht.
Er nimmt im Moment 5mg Risperidon am Tag, aber seine Symptome werden nicht wirklich besser.
So jetzt war er beim Psychiater, leider ohne mich weil ich arbeiten musste, und der meinte nur zu ihm dann solle er mit der Dosis runtergehen, auf 4mg am Tag!!!

Kann mir vielleicht von euch jemand erklären wo die Logik des Arztes dahinter steckt????
Mein Freund hatte leider beim Psychiater nicht die Nerven dafür, weil der ihn wieder einfach nur abspeißte.

Ich meine wenn ich bei 5mg nicht die Leistung habe die ich gerne hätte, welchen Sinn macht es dann die Dosis zuminimieren????

Vielleicht bin ich auch zu blöd, aber ich verstehe es einfach nicht.

Hoffe ihr könnt mir das erklären.

Ps.: Mein Freund nimmt trotzdem weiterhin 5mg.


Liebe Grüße Kathi
 
Nase im Wind
Kathi schrieb:
Huhu zusammen,

mein Freund war am Donnerstag beim Psychiater, weil er mit den Medikamenten nicht zufrieden ist, da sie nicht die Wirkung erzielen die er sich wünscht.
Er nimmt im Moment 5mg Risperidon am Tag, aber seine Symptome werden nicht wirklich besser.
So jetzt war er beim Psychiater, leider ohne mich weil ich arbeiten musste, und der meinte nur zu ihm dann solle er mit der Dosis runtergehen, auf 4mg am Tag!!!

Ps.: Mein Freund nimmt trotzdem weiterhin 5mg.


Liebe Grüße Kathi

Hallo Kathi
In der Wirkungsweise der einzelnen Medis bin ich nicht ganz firm, ist jetzt auch nicht so der Punkt. Der Arzt kennt diese aber schon soweit. Seine Entscheidung kann ich nachvollziehen. Der hat ggf. einiges zu berücksichtigen. Unter anderem könnte der Allgemeinzustand und Wirkungsweise des Medikamentes, ein Teil seiner Entscheidung sein.

Manche Medikamente er zielen bei höherer Dosierung keinen besseren Effekt, oder bei bestimmten Symptomen. Dennoch kann es das richtige Medikament sein oder werden. Das ist bisher vermutlich noch lange nicht entgültig. Die Art verändernden Wikung ist auch nicht in kurzer Zeit abschätzbar.
Da die Wirksamkeit bei jedem anders sein kann braucht die Einstellung Zeit.

Was ich aber nicht hoffe; manche brauchen speziel ein ganz bestimmtes Medikament, dass möglicherweise zwar nicht alle Symptome beseitigt aber nicht höher sein darf weil andre Regionen sonst mehr beeinflusst werden als es verantwortet werden kann.

Der scheint doch, so hoffe ich, ein verantwortungsvoller zu sein. Sei nicht verwundert falls beim nächstenmal die Dosis eventuell wieder höher ausfällt. Spätestens dann würden mir trotsdem Fragen an ihn auf den Nägeln brennen.

Das Einstellen auf das am passenste Medikament kann so senibel sein, wie solch eine Erkrankung sich auswirken kann.

Wenn dein Freund weiterhin selbst die vorherige Dosis beibehält, sollte der Arzt es beim nächsten Besuch besser wissen. Das Einstellen auf die richtigen Medis verzögert sich natürlich wenn sich durch das eigenmächtige Beibehalten der Dosis nichts ändert.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 16.08.2010 01:10
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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