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Vorstellung
Trust
Halloo erstmal an alle hier.

Ich bin männlich und 18 Jahre alt und erst durch die Drogen ist bei mir die Schizophrenie richtig ausgebrochen, ich bin noch komplett am Anfang, weil ich lebe damit erst seit 4 Monaten.
Ich bin hier, um Erfahrungen von anderen zu lesen oder um auch ein bisschen Hilfe zu bekommen, weil ich versteh einfach nicht wie das Leben von einen Tag auf den anderen, so verdammt schwer werden kann?
Alles ist auf einmal schwer, Freunde gehen, die Partnerin auch nurnoch "gestresst" durch meine Stimmungen und Schilderungen der Erkrankung. Selbst der Gang zum Arzt fällt mir schwer, ich war zweimal beim Arzt gewesen, nur die wollten mich in die stationäre Bahandlung schicken - nur das will ich nicht. Weil, ich hatte jeweils an 2 Tagen (der 4 Monate), richtige Ausbrüche der Krankheit, sprich Halluzinationen (akustisch und optisch), Paranoias und den ganzen Kram, das war wirklich schlimm für mich, da ich mir das ganze Umfeld (die Menschen etc.) alles nur vorgestellt hatte und das sich alle gegen mich verschwört hatten, war in diesen Tagen für mich so logisch.
Aber an manchen Tagen gehts mir auch relativ gut, da habe ich nur leichte Symptome, bzw. nur die, die immer bleiben. Die zwischenmenschlichen Probleme, wie angst vor neuen Kontakten, Unwohlsein bei einer Gruppen von Menschen (+ die dazugehörige Nervosität). Ich hatte schon immer mit meiner Schüchternheit zu kämpfen, aber so wie es jetzt ist, ist es einfach unnormal. Früher war ich jedes Wochenende weg, jetzt nicht mehr so, ich sitz eher zu Hause, aus der angst ich könnte neue Leute kennenlernen!!!!

Aber was mich außer den wiederkehrenden leichten Stimmen und Paras am meisten stört. Ist es, dass ich ab den einen Tag sehr schlimme defizite in der Sprache habe, in der Aussprache und auch in der Gestaltung der Sätze...
Das verstärkt, dass ich außer zu meiner Freundin und meinen Eltern, mit keinen richtig rede.

Soo, das wars erstmal zu mir.
Grüße !! :]
 
Andreas
Hallo Trust,

der Wechsel zwischen einem halbwegs gesunden Dasein und dem der verschobenen Wahrnehmung ist meistens ein Anzeichen der frühen Krankheit. Daher ist es für dich um so wichtiger regelmäßig deinen Arzt zu besuchen und deine Medikamente zu nehmen. Um aber auf die richtigen Medikamente eingestellt zu werden, ist es besser dies stationär in einer psychiatrischen Klinik durchführen zu lassen. Es kann bei der medikamentösen Einstellung passieren, dass du einen akuten Schub bekommst und dann vielleicht dadurch die Behandlung oder Einstellung abbrichst. Dies wäre eher contraproduktiv. Zumal es so ist, dass du bei einer stationären Einstellung auf das richtige Medikament unter permanenter Beobachtung stehst und die Ärzte schnell reagieren können. Dies ist bei einer ambulanten Einstellung nur schwer möglich, da dies durch einen niedergelassenen Facharzt passieren würde und diese sind leider sehr ausgebucht.
Ein anderer positiver Nebeneffekt einer stationären Behandlung könnte sein, dass du zum Einen einen Tapetenwechsel hast und mal aus deiner Wohnung rauskommst, zum Anderen triffst du dort andere Menschen. Vielleicht auch Menschen, die in irgend einer Form organisiert sind. In Selbsthilfegruppen oder -vereinen.
Aus eigener Erfahrung weiß ich aber auch, dass eine stationäre Behandlung alles andere als angenehm ist. Ich vergleiche dies gern mit einem Höllenritt. Dies hat aber auch einen Vorteil, und zwar den, dass man diese Erfahrung nicht gern ein zweites Mal machen möchte und daher disziplinierter mit sich umgeht. Auch lernt man dadurch schnell ein selbstreflektierendes Verhalten anzunehmen. Immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, "Dies möchte ich nicht noch einmal erleben müssen." In manchen Fällen, oder oftmals, ist es so, dass eine so genannte Schocktherapie am besten hilft. Es ist zwar eine sehr harte Methode, aber die wirksamste.

Wenn du dann auf das richtige Medikament eingestellt bist, ist es meiner Meinung und Erfahrung nach sehr gut für dich, dir zum Einen eine Selbsthilfegruppe zu suchen und zum Anderen eine Therapie zu beginnen. Bei beiden Sachen wirst du nicht auf Anhieb Erfolg sprüren, zumal Selbsthilfegruppen keinen Ersatz für eine Therapie bieten können. Die Beiden ergänzen sich aber recht gut und in der Selbsthilfegruppe lernst du wieder neue Menschen kennen, die dich sehr gut verstehen können, da sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben wie du.

Ein anderer Anlaufpunkt könnte für dich auch ein "Psychoseseminar" in deiner Umgebung sein. Dort treffen Betroffene, Angehörige und professionelle Mitarbeiter aus der Psychiatrie zusammen und versuchen Erklärungen und Verständigung zu erreichen.

So viel dazu von mir. Wink

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Julchen
Hallo Trust=)

Ich kann gut Nachempfinden wie du dich fühlst und was du alles durchmachen musst ich bin 2 Jahre älter als du und habe die Krankheit nach meinem 18 Geburtstag bekommen.

Ich frage mich auch genau wie du wie das Leben von dem einen auf dem anderen Tag so schwer werden kann .. Freunde waren so schnell weg wie sie kamen.. für die Beziehung gab es in der Zeit keine Chancen da die Schizophrenie besser gesagt die Psychose in der ich mich befand mich sehr in den Abgrund gerissen hat das ich nicht mehr klar denken konnte.

Das wichtigste was du jetzt machen musst ist das du dir helfen lässt und auf die Ärzte hörst, glaub mir du wirst es ihnen danken früher oder später.

Ich konnte nämlich nicht entscheiden ob ich in stationäre Behandlung kommen möchte oder nicht ich konnte 3 Tage nicht schlafen habe sehr stark halluziniert dachte der ist böse und der ich dachte es wären überall Kameras und vieles mehr..
Bis meine Eltern merkten irgendwas stimmt mit ihr nicht (also mit mir)bis ich dann den richtigen Ausbruch einer Psychose Erleben musste das ich fast aus dem Fenster gesprungen bin oder nicht fast sondern ich wäre gesprungen frag mich nicht wie das passieren konnte ich bin selbst noch davon geschockt..
vor allem was eine Psychose alles ausrichten kann.. naja jedenfalls um nicht weiter um den heißen Brei zu reden wurde ich von meinen Eltern ins Auto gezerrt und die sind mit mir ins Krankenhaus gefahren ich konnte in der Zeit nicht realisieren was gerade passiert ist wo sie mit mir hin fahren aber letztendlich wurde ich in die Psychiatrie gebracht es hat seine Zeit gedauert mich wieder hinzubiegen da die Psychose bei mir sehr ausgeprägt war..

Aber dir wird in der Stationären Behandlung richtig geholfen
Und das brauchst du dringend Trust wenn du wieder Gesund werden möchtest nehme den Rat deines Arztes an und lasse dich behandeln es ist doch nur zum guten dass du langsam wieder aufwärts gehst und nicht abwärts du wirst im Krankenhaus Therapien haben nach einer Zeit sowas wie Kunsttherapie, Ergotherapie, Musiktherapie du kommst dort auch raus in einer spaziergruppe was sehr wichtig ist du hast dort eine Tagesstruktur und vor allem bist du nicht der einzige der ein Problem hat und da liegst du nicht allein zu Hause und bist in deinen Gedanken verfallen.. und machst nichts mehr …dort wird dir einfach geholfen und ich kann dir sagen das ich vom Krankenhaus nur Positives mitgenommen habe ich habe mich dort sogar sehr wohlgefühlt es ist immer jemand da eine Pfleger oder eine Pflegerin und wenn sie dich soweit wieder aufgeputscht haben gibt es sogar ein Psychose Seminar für Betroffene und Familie wo besprochen wird wie man mit der Krankheit umgehen kann und noch viel mehr nach dem Stationären gibt es eine Tagesklinik wo man hingehen kann auch nach der stationären Behandlung dort ist es auch strukturiert und dort muss man von 8:00 bis 16Shocko Uhr hin dort gibt es Therapien die wichtigste ist die ARBEITSTHERAPIE wo du dann dich langsam wieder orientieren kannst und deine Belastung für den ganzen Tag aufgebaut wird man macht dort sogar auch kleine Ausflüge und natürlich gibt es hinzu immer Frühstück zusammen und Mittagessen ein ruhe Raum zum ausruhen gibt es auch und so weiter..Wink Also es gibt viele Hilfsangebote die viele auch dankend annehmen und du brauchst nach der Stationären keine Angst haben das es nicht weiter geht mit hilfe du wirst begleitet bis du dich wieder im Griff hast und das mit dem Sozialen und mit dem reden da wird dir auch geholfen.

So ich glaube ich habe zu viel geschrieben sorryWink ich wollte dir eigentlich noch mehr schreiben weil ich dich sehr gut verstehen kann mit allem was du schreibst weil es bei mir genauso ist aber ich glaube das mit der Behandlung ist erst mal am wichtigsten dir das nahezubringen.
Vielleicht kann ich dir eine kleine Hilfe sein mit der du Reden kannst ich wünsche dir jedenfalls nur das Beste und es geht nicht zurück sondern voran wenn man es will…
Ganz Liebe Grüße
Julchen

Smile
 
Trust
Vielen Dank an euch beide !!
Ich werde wohl den Ratschlag annehmen und in eine Psychiatrie gehen. Auch allein, weil es im Moment auch jeden Tag schlechter mit mir wird. /:
Nur ich hoffe, dass ich durch den Aufenthalt in der Psychiatrie, nicht meine Ausbildung verliere, weil die ist sehr wichtig für mich (da nehme ich auch den Stress in kauf).

Und Julchen, wenn es bei dir so ähnlich war oder ist, dann nehme ich den Vorschlag mit dir zu reden gerne an!! :]

Grüßee :]
Bearbeitet von Trust am 13.08.2010 22:40
 
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