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ich weiß nicht was ich machen soll
netcat
Hallo zusammen, habe mich hier gerade neu angemeldet, da ich die Seite sehr gut fand und hoffe hier einige Meinungen und vorallem auch Erfahrungen zu erfahren.
Mein Freund, mit dem ich nun fast 4 Jahre zusammen bin ist Schizophren. Es hat sich erst für mich die letzten 2 Wochen richtig herausgestellt. Ich habe die Anzeichen nicht richtig deuten können und er ´hat mich "Verkannt" Er ist auf mich los, hat mich gewürgt und mich aus der Wohnung geschmissen. Er hat selber die Polizei gerufen und gemeint, dass seine Freundin entführt wurde... ich bin immernoch nicht drüber weg, aber meine Angst vor der Wohnung und ihm habe ich schon wieder überwunden. Ich versuche nun zu kämpfen... Wie sich herausgestellt hat (sogenau wusste ich das gar nicht) war er vor 10 Jahren wegen soetwas ähnlichem in Behandlung und hat dann aber die Medikamente selber abgesetzt... Ich habe ihm schon klar gemacht, dass er bitte etwas ändern soll bzw. muss er lernen mit der Krankheit zu leben, dann kann ich es auch. ich will ihn nicht unter Druck setzen, nur sage ich ihm lieber jetzt wie es ist, als wenn er dann wieder zu Hause ist. ich habe jetzte auch eingeführt, dass wir uns Briefe schreiben (ich besuche ihn natürlich auch), aber meiner Meinung nach sind Briefe auch sehr persönlich und man denkt nach, bevor man etwas aufschreibt.Momentan ist der noch auf der geschlossenen Psychiatrie, leider nun auch auf Beschluss vom Amtsgericht, da er unbedingt letzte Woche raus wollte. Er sieht es nicht ein, warum er dort bleiben muss. Er weiß zwar was passiert ist aber erinnert sich nicht. Wie sind eure Erfahrungen, dass die Betroffenen von dieser Krankheit diese Krankheit einsehen und auch lernen damit zu leben?
 
Nase im Wind
netcat schrieb:
Mein Freund, mit dem ich nun fast 4 Jahre zusammen bin ist Schizophren. Es hat sich erst für mich die letzten 2 Wochen richtig herausgestellt. Ich habe die Anzeichen nicht richtig deuten können und er ´hat mich "Verkannt" Er ist auf mich los, hat mich gewürgt und mich aus der Wohnung geschmissen. Er hat selber die Polizei gerufen und gemeint, dass seine Freundin entführt wurde... ich bin immernoch nicht drüber weg, aber meine Angst vor der Wohnung und ihm habe ich schon wieder überwunden. Ich versuche nun zu kämpfen... Wie sich herausgestellt hat (sogenau wusste ich das gar nicht) war er vor 10 Jahren wegen soetwas ähnlichem in Behandlung und hat dann aber die Medikamente selber abgesetzt... Ich habe ihm schon klar gemacht, dass er bitte etwas ändern soll bzw. muss er lernen mit der Krankheit zu leben, dann kann ich es auch. ich will ihn nicht unter Druck setzen, nur sage ich ihm lieber jetzt wie es ist, als wenn er dann wieder zu Hause ist. ich habe jetzte auch eingeführt, dass wir uns Briefe schreiben (ich besuche ihn natürlich auch), aber meiner Meinung nach sind Briefe auch sehr persönlich und man denkt nach, bevor man etwas aufschreibt.Momentan ist der noch auf der geschlossenen Psychiatrie, leider nun auch auf Beschluss vom Amtsgericht, da er unbedingt letzte Woche raus wollte. Er sieht es nicht ein, warum er dort bleiben muss. Er weiß zwar was passiert ist aber erinnert sich nicht. Wie sind eure Erfahrungen, dass die Betroffenen von dieser Krankheit diese Krankheit einsehen und auch lernen damit zu leben?

Hallo netcat
Gut das er jetzt in der Klinik verweilt, denn du hast vorerst selber die Sache zu verarbeiten. Im Moment braucht er noch Zeit um Einsicht zu erlangen. Die Ärzte kennen wohl seine Akten, und werden ihn, hoffentlich nicht zu schnell entlassen.

Meine Frau war relativ friedlich. Im laufe der Jahre denen ich selber in den kreisen von psychisch Betroffenen bewege, gab es seltene bedrohlich erscheinende Situationen. Bedrohlich wars nur einmal – da geht man in Deckung. Auch Fachleute können nicht immer unterscheiden ob jemand wirklich bedrohlich wird.

Diese Art der Auswirkung bei Psychose oder Schizophrenie kommt relativ selten vor. Aber du hast gerade mit einem davon engeren Kontakt. Einige sehen ein das sie für sich was tun müssen, andere nie. Falsche Rücksichtnahme auf ihn ist hier nicht angebracht, wie du erkannt hast.
Ob er es als Erkrankung sieht oder wenigstens als Störung einsieht, darf seine Auslegung bleiben. Dies ändert nichts an der Situation dieser Art die wieder passieren kann. Wie du deinen Freund zukünftig einschätzt kannst nur du entscheiden. Solange kein angemessenes Entgegenkommen von ihm gezeigt wird ehrlich gesagt, würde ich persönlich diesbezüglich Abstand halten was das gemeinsame Wohnen angeht. Das wäre mir sonst zu heiß.

Da eine damalige Episode deines Freundes ähnlich gelagert war, so hatte er seine Situation ziemlich unterschätzt. Außerdem ist es nicht wichtig wie lange der Zeitabstand war zwischen diesen Ereignissen.
Dein Freund mag sich jetzt vielleicht zwar schuldig fühlen. Es war richtig ihm klare zu sagen worauf es dir ankommt, er muss es begreifen. Dies als einmaligen Zufallsausrutscher zu sehen ist wohl vom Tisch. Darauf kommt es aber auch nicht an, denn es war eine übermäßig Gewalt-Reaktion. Er muss verstehen was das für dich bedeutet und was es bedeuten kann.
Wenn er sich nicht erinnern kann wird es schwieriger zu einer Einsicht zu gelangen.

Ich weiß nicht wie seine Persönlichkeit sich bisher äußerte. Falls er sonst sehr viel anders ist dann muss irgendein Trauma sehr tief in ihm sitzen, selbst wenn er es vielleicht nicht weiß. Zumeist ist es ein nachvollziehbares Erlebnis. Kann auch etwas banales sein und wäre dann allerdings viel schwieriger für ihn zu erfassen.


Das Absetzen der Medikamente muss nicht unbedingt mit einem wiederholten Aussetzer zu tun haben. Damit spräche es umso mehr dafür das in ihm was arbeitet das nicht verarbeitet wurde. In dieser Hinsicht war dieses Absetzen damals wohl eher keine gute Idee.
Hätte ich so über die Stränge geschlagen, würde ich freiwillig Medikamente einnehmen. Wenn man es selber nicht in Erinnerung hat hilft nur es auch zu glauben. Meine Freundin wäre es mir wert das ich alles versuchen würde um nicht wieder jemanden in Gefahr bringe, und da kann er viel tun um dein Vertrauen wieder zu bekommen. Eine Therapie nebenher sehe ich dringlichst für erforderlich.

Wenn jemand auf der Straße nur herum schimpft, würde ich demjenigen nicht Medikamente aufdrücken wollen, nur damit die anderen nicht zu-lernen müssen. Doch unkontrollierte Gewaltausbrüche sind was anderes.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
netcat
Vielen Dank für Deine Antwort... Also ist es eher untypisch, dass man Gewalt anwendet? Er hat damals die Medikamente abgesetzt, weil er sich wieder gesund gefühlt hat und meinte, er braucht die medikamente nicht mehr. Sein Zwillingsbruder ist auch Schizophren, ich denke, dass es vererbt ist, da seine Mutter auch unter Depressionen leidet. Aber das es mal zu soeinem Ausbruch kommt, hätte ich nie gedacht. Ich liebe ihn, aber ich muss für mich auch schauen, was ich daraus mache, denn einfach so weiter machen wie vorher, dass kann ich nicht. Er muss es einsehen, seine Medikamente nehmen und wie Du schon gesagt hast, dafür sorgen, dass soetwas nicht mehr passiert. Ich hoffe auch, dass er noch zu dem Entschluss kommt, dass er allein deswegen, was passiert ist, schon Medikamente nehmen muss und an sich arbeiten muss und natürlich auch eine Therapie darüber hinaus machen muss. Das sind auch meine Anforderungen, erst dann gibt es eine Chance für uns und ich hoffe es, dass es die gibt. Ich möchte ihn nicht verlassen, aber mir bleibt dann nichts anderes übrig. Das blöde ist nur, dass ich ihn nicht verlassen würde, weil ich ihn nicht liebe.
Für mich ist das alles noch wie ein Film, ich begreif das nicht. Da denkt man, man kennt einen Menschen und dann soetwas. Wir wollten nächstes Jahr heiraten.... ich habe viel gelesen in letzter Zeit so richtig schlau wird man da auch nicht. Ist es denn möglich mit den medikamenten wieder ein normales Leben zu führen, bzw. gibt es einen die Sicherheit, dass soetwas nei wieder passiert? Ich denke eine Sicherheit hat man nicht wirklich.... bei mir muss auch das Vertrauen erstmal wieder wachsen und ich hoffe, er zeit das gewiss im Krankenhaus durch und merkt selber, dass er wirklich Hilfe in Anspruch nehmen muss.
 
Nase im Wind
Hallo netcat
Es dauert einige Zeit sich in der Welt der psychisch Betroffenen zurecht zu-finden. Viele glauben den Ärzten zu-viel, dass die so viel wüssten. Hier und da wissen sie auch mal was.
Ich habe mich von meiner Frau getrennt obwohl ich sie Liebte. Aber da war die Einmischung von Außen der Grund für diesen Schritt. Nur, wenn man sagt man habe sich getrennt hat man das Gefühlt, andre denken, weil keine Liebe mehr da gewesen ist. Somit neige ich gelegentlich dazu kurze Erklärungen nach zu fügen.

Diese Vererbungstheorie greift zu kurz, und wird immer mehr bestritten. Klar, niemand - gar niemand weiß das wirklich. Viel wichtiger sind die möglichen Zusammenhänge von Verhaltensweisen die eine Art Vererbung darstellen können. Aus meiner Sicht liegt dort der Hase im Pfeffer.

Es ist nur natürlich seine Medikation abzusetzen wenn man meint, es sei nicht mehr notwendig. Dazu muss aber schon kommen, sich seiner damaligen Handlungen bewusst zu sein und die Hintergründe zu beleuchten. Ansonsten ist es nur die Idee einer Vorstellung auf Grund seines guten Gefühls, und ein guter Ausgang dessen, ist Zufall. Sicher war es keine Absicht dich im Ungewissen zu lassen, was aber bedeuten kann, das er nicht wirklich realisiert hat was schon Mal passierte. Für ihn war es Vergangenheit.

Ich möchte nichts über- oder unterbewertet. Nur die Augen offen halten. Ich höre auf mein Bauchgefühl da ich mich gut drauf verlassen kann, aber überlasse nicht alles dem Gefühl.
Gewaltausbrüche dieser Art sind tatsächlich in der Psychose (Psychose als Oberbegriff) nicht nur meinen Erfahrungen nach selten, auch belegt. Solch ein Übergriff ist zwar nicht verrückter als alles was so als verrückt bezeichnet wird, dennoch ist die Gefahren-“Auswirkung“ nicht zu ignorieren.

Nun, es kann ja sein, das dies einmalig bleibt. Deine Einschätzung kann dir niemand abnehmen. Wenn mir gegenüber jemand eine Drohung aus-spräche, würde ich es generell ernst nehmen (verantwortlich oder nicht), selbst wenn ich das Umsetzen einer Drohung kaum für wahrscheinlich hielte.
Diese Haltung habe ich für mich, von jemanden übernommen. Ich zolle demjenigen mein vertrauen darin, für sich selbstverantwortlich zu sein der zumindest Möglichkeiten hat seinem Leben eine Wendung zu geben. Es ist außerdem gefährlich und entwürdigend einem erkrankten, entschuldige das Wort, „Narrenfreiheit“ (du armer kranker) zu bescheinigen. So sehe ich dies.

In einem trialogischen Kreis schilderte eine angehörige Mutter von einer bedrohlichen Situation. Allerdings hat ihr Sohn sie nicht angegriffen bzw. ist nicht dazu übergegangen. Sie hatte angst aber kennt ihren Sohn der bei ihr aufwuchs soweit, und da sie den Prozess seiner psychotischen Zustände länger miterlebt hat. Sie ging das Risiko, dessen sie sich bewusst war ein, bei ihm zu bleiben bis dieser Zustand nachließ. Hätte anders ausgehen können. Dies ist also die eigene Entscheidung.

Etwas häufigere andere Form von Gewaltakt gibt es; Ausbrüche der Äußerung durch Wut. Da muss man nicht gleich in Panik geraten oder mit Vorwürfen um sich werfen. Doch auch hierbei hat jeder so seine Schmerzgrenze, die respektiere.

Bezügl. der häufigen Verharmlosung der Nebenwirkung von Psychopharmaka durch Ärzte, stehe ich kritisch gegenüber. Dein Freund hat seine Entscheidung ebenfalls zu treffen, zwischen dem was ihn wichtig ist. Es ist sicher nicht verkehrt die Einschätzung des behandelnden Arztes zu hören soweit er dir Auskunft gibt, da ihr nicht juristisch verwandt seid. Da kenne ich mich nicht aus.

Wenn psychotische Zustände zu Gewalt führen, ist eine Medikation wohl durchaus hilfreich, jedoch keine endgültige Garantie. Ob, oder in wie weit sich euer Zusammenleben oder Kontakt durch eine Medikation ändert hängt zumindest von der Wirkungsweise, und natürlich von euch selber ab.
Manche Medis wirken bei allen gleich. Medikamente können die Hoffnung sein normales oder ein relativ normales Leben zu führen. Kann man nicht pauschal für alle einheitlich prognostizieren. Mehr kann ein Arzt auch nicht dazu sagen.

Ich wünsch für euch beide das Beste.
Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 24.06.2010 14:38
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Justy
Hallo zusammen Gadu-Gadu

Heute erst habe ich im Internet nach Menschen mit gleichen Problemen/Erlebnissen gesucht, und gehofft, dass evtl. jemand eine Lösung gefunden hatte. Mir ist bewusst, dass Schizophrenie nur mit einer richtigen Therapie, Geduld und Willen geheilt werden kann.

Schon seit Jahren versuchen wir, die Kinder unsere Mutter von dem unmöglichen Verhalten unseres Stiefvaters zu beschützten – ohne Erfolg. Wie man es dreht mit gut oder böse, es funktioniert einfach nicht, obwohl er weiß, dass er die Krankheit hat sind alle betroffen nur nicht er selbst… Es verweigert diesen Gedanken.

Hier meine Geschichte:

Meine Mutter lernte Ihn kennen und es war ihr klar, dass diese Krankheit sich bereits in der Familie seit Generationen befindet. Zu damaligen Zeitpunkt, hatte man ihr wohl erzählt es betrieft den 3ten Nachkömmling in der Familie (einfach DUMM). Da er der Älteste war, hat es ihn nach damaligem Verstand nicht betroffen.

Ich kannte seine Mutter, sie wurde von allen belächelt und für nicht voll erklärt. Eine Folge von falschen Behandlungen und völlig ihre Person gleichgültige Verwandtschaft hatte das alles noch verschlimmert. Sie war eine oft anstrengende, peinliche aber auch eine sehr liebevolle Person. Ich habe mit ihr nicht gelebt, also werde ich hier auf weitere Details verzichten.

Nun wie auch immer, meine Mutter und er haben sich entschieden ein Kind zu bekommen.
Meine kleine Halbschwester hatte nach dem unglücklichen Versterben unseres Bruders einen Nervenzusammenbruch gehabt und die Familienkrankheit hatte sie eingeholt.

Sie war jedoch so gut durch die Personen zu denen sie auch vertrauen hatte zu beeinflussen, dass sie sich einer freiwilligen Therapie unterzogen hatte. Sie hatte in ihren klaren Augenblicken verstanden, dass es nur diese eine Möglichkeit gibt und sie muss dazu stehen, bevor es ihren Charakter völlig zerstört. In zwischen sind 9 Jahre vergangen, sie ist 26 Jahre alt und fällig gesund.

In der Zwischenzeit ist der Zweitältester-Bruder meines Stiefvaters an Schizophrenie erkrankt und der jüngste völlig verschont geblieben. Und es scheit als wurde es auch so bleiben, von Grundsatz aus ganz andere Charakterzüge.

Über die ganzen Jahre hatte mein Stiefvater bereits Anzeichen der Krankheit gezeigt, jedoch haben alle es einfach nur als schlechte, wechselhafte Eigenschaften bezeichnet.

Nun auch bei Ihn, wurde die Krankheit durch den plötzlichen tot unseres Bruders so start auf die Oberfläche gespült, dass ich sogar den Gedanken hatte – in jeden von uns schlummert so eine Erbkrankheit… Das jeder einfach nur so viel ertragen kann, für wie viel er fähig ist. Der einer halt mehr und der andere weniger. Obwohl man hier auch nicht von Gleichgültigkeit oder auch von Gefühllosigkeit sprechen kann. Manche Menschen scheinen einfach die Realität empfindlicher zu sehen. Das blöde ist nur, dass sie hier nur an sich denken können, der Zustand der Anderen ist ihnen völlig egal. Sie verstehen, nicht, dass auch andere, die so scheinbar stärkeren auch schwache Momente haben und vielleicht in der Ecke heulen von Demut und Schmerz. Danach gibt es einen Klaps und weiter geht’s, denn es gibt so vieles an schönen Sachen. Ich finde es so demotivierend, dass es so schwer zu erklären ist (überzeugen).

Die sensitiv beeinträchtigen Menschen nehmen alles auf sich bezogen und man kann in Falle von meinem Stiefvater nicht nur von Überempfindlichkeit sprechen, den dann hätte man einen sensiblen Menschen und er zeigt keine Gefühle im Sine – ich habe Dich jetzt mit meiner Äußerung verletzt, bitte entschuldige mich, bin wider mit meinem Temperament durchgegangen – rauszurücken. Er scheit es einfach nie zu bereuen, er befindet sich vielleicht 10 min am Tag in einem für ein zusammenleben erträglichen Zustand…

Er Läuft hin und her, sein Kopf ist vollig rot im nächten Augenblick mach er auf unschuldig – wie ein schauspieler…
Meine Mutter muss von Zuhause ständig weg, weil sie seine Beleidigungen, Beschimpfungen, Bedrohungen nicht mehr ertragen kann. Sie nimmt schon Beruhigungstropfen um einfach, während seiner Ausbrüche ruhig zu bleiben. Seine Augen stehen dann hervor, er droht ihr von schlimmsten, erzählt die ganze Familie wäre Krank und er könnte mit uns nicht mehr aushalten. Letztens hatte er sie mäßig bedrängt, sie trug blaue Flecken danach, er hatte gedroht den Hund in Stücke zu schneiden.

Seine Schizophrenie ist etwas kirchlich angehaucht. Nach dem Tot unseres Bruders hatte er geträumt, der Teufel hätten in nachts aus dem Bett geholt und in der Kirche hörte er stimmen. Für mich war klar er hatte Angst, dass man ihn evtl. die Schuld geben kann oder besser gesagt, er hatte angst, weil er sich schuldig fühlte. Nun ich glaube nämlich nicht, dass er denkt/sich drüber Gedanken macht was oder wie wir denken, denn für ihn denken wir das, wovon er überzeugt ist das wir denken. Und alles überhaupt kann und ist nur so gestaltet und lässt sich nur so für ihn erklären, und nur das alleine macht ihn so fertig, nämlich er selbst.

Ständig geht er sich von den Sünden freisprechen, selbst die Priester hatten ihn schon gesagt, dass währe nicht normal. Also es ist ihn wohl auch bewusst – böses was ich nicht verursacht habe ““ – manchmal meinte er – ihr musst ja nicht immer alles so werten was ich sage““ ?

Ich möchte nicht erwähnen, welche Worte bereits aus seinem Mund rauskammen.

Er lässt es nicht zu, wenn meine Mutter ihn sein Verhalten wieder spiegelt und erklärt, wie es ihr wehgetan hatte/wie peinlich es war/wie er die Fremden Menschen mit seiner Äußerung verletzt hatte/dass Fremder die Familie ständig fragen, was mit ihn los ist/wie sie es aushalten können. Er behauptet er ist vollkommen gesund und anderen inkl. meine Mutter,
der Medien, den Ätzten, teuflischen X und Y sind alles krankt nur er nicht. Zum Arzt wird er nicht gehen, denn sein Arzt ist sein Vater, er betet jeden Tag zu ihn und mehr braucht er nicht.

Was kann ich machen?
Ich wurde so gerne meine Mutter helfen.. Ich glaube nicht, dass sie ihn verlassen wird, obwohl wir/alle ihr geraten haben ihn zu verlassen. Das bringt sie nicht über das herz. Sie weißt, dass er alleine nicht klar kommt, dass das alles seine Krankheit ist, dass er im Tiefsten seine Bösartigkeiten spürt aber einfach nicht alleine dagegen antreten kann.

Ich habe Angst um meine Mutter… Heute war ich so wütend, dass ich ihr am Telefon gesagt habe… Das einzige was du machen kannst ist bei seinem nächsten Ausbruch einen Arzt oder besser die Polizei anzurufen. Meine Mutter darauf hin – dann nehmen sie ihn mit und werden ihn mit Medikamenten voll pumpen. Ihn ihr kommt die Horrorvorstellung, die man aus schlechten Filmen und dem 14ten Jahrhundert und der Krankenbehandlung kennt. Ich habe ich versucht zu erklären, dass es ihn am Anfang bestimmt schwer fallen wird und sie auch ein schlechtes Gewissen haben wird aber nach dem man wissen wird, was er für eine Krankheit hat auch die Richtige Behandlung (Psychopharmaka) angesetzt wird und er nach den Gesprächen mit geeigneten Ärzten vielleicht ach diese zugeben kann – dies wäre nächtlich bereits der größter Fortschritt….

So oder es bleibt, wie es ist oder es wird noch schlimmer…

Ja ich weiß, es war lang.

Herzlichen Gruß
Schöne Sommer Tage noch Gadu-Gadu
Justy
Bearbeitet von Justy am 04.07.2010 03:32
 
Nase im Wind
Justy schrieb:
Hallo zusammen Gadu-Gadu
So oder es bleibt, wie es ist oder es wird noch schlimmer…

Herzlichen Gruß
Justy


Hallo Justy
Ich finde das was du geschrieben hast nicht zu lang und du sagst darin sehr vielfältiges das, sehr wohl wahr ist. Und ich, fühle mich in meinen Ansichten bestätigt. Eigentlich hast du die Antworten schon. Diese, glaube ich aus deinem Text herauzulesen.
Eine Möglichkeit, dass eventuell ein gewisses Vererbungspotential nicht auszuschließen wäre, würde ich nie verneinen. Selbst wenn dies reine alte Behauptung sicher wär' müsste es nichts mit einem gefärdenden Krankheitsbild zu tun haben.


Aber nun zur aktuellen bereits länger anhaltende Situation.
Falls deine Mutter sich nicht von ihrem Mann trennen will weil sie unangebrachtes Mitleid hat (der arme Kranke), dann ist dies sicher nicht der richtige Weg. Es kann andere, aus ihrer Sicht, gute andere Gründe geben. Es ist natürlich ganz ihre Entscheidung die sie für sich treffen muss.
Da seid aber ihr die Kinder, macht euch sorgen und wollt nicht das die eigene Mutter deswegen noch erkrankt. Das habt ihr sicher versucht eurer Mutter nahe zu bringen.

Das du deiner Mutter gegenüber verärgert warst gehört es zu deiner Ratlosigkeit und der Sorge um sie. Man kann nicht alles unterdrücken. Deine Mutter hat vielleicht die Befürchtung, es wird noch schlimmer für sie sein, oder andere Ängst wenn sie etwas unternimmt.
Ihr solltet sie nicht zu sehr drängen. Auch für sie selbst ist es in erster Linie ihre Entscheidung was sie tut mit ihrem Leben oder ihrem Zusammenleben mit ihrem Mann. Könnte aber auch nur ein Schutzargument sein.

Wenn sie ihren Mann helfen möchte, dann sollte sie die Polizei rufen bei jedem gewalttätigen Ausbruch, selbst falls dies nicht all' zu häufig vorkommt, und so klein dieser auch sein mag. Bedrohungen, falls es sich um Gewaltandrohungen handelt oder ähnliches, dass nehme ich immer ernst, ganz gleich was das Motiv ist.
Der Polizei gleich seinen Zustand angeben und eine Einweisung in eine Klinik vorschlagen oder einem Psychiater vorzuführen bzw. begutachten lassen.

Wenn er, eurer Mutters Meinung nach verwirrt erscheint, und wie ich vermute dies öfter geschieht, sollte sie nicht scheuen sofort, „“ja, möglichst sofort“ in einer Klinik oder den Notruf anrufen.
Klar, wird er wütend auf seine Frau sein. Das muss man in Kauf nehmen wenn man jemandem helfen möchte.

Vielleicht greife ich vor, aber ich glaube nicht, bei deiner Beschreibung der Situation, dass der Höhepunkt des Levels schon erreicht ist. Aber auch so wie bisher kann es nicht der Wunsch eurer Mutter sein es zu belassen.

Das es kirchlicher Natur ist mit dem er sich einhüllt spricht auch dafür, dass es ihm irgendwie bewusst ist was er da tut. So-etwas verwerflichen kann nicht von Mir kommen, oder so ähnlich - Er möchte rein sein bzw. es nicht gewesen sein.

Wenn ihr Kinder zufällig Zeuge eines solchen Verhaltens seid könnt ihr Polizei oder Arzt auch anrufen. Vielleich habt ihr dann eine verärgerte Mutter vor euch, aber für euch gillt das selbe, ihren Zorn riskieren, wie es vermutlich auch für eure Mutter wäre wenn sie ihren Mann helfen möchte. Falls eine Einweisung gelingt, ist noch nichts ausgestanden, denke ich. Wenn ein Klinikaufenthalt sich erwirken lässt, könnt ihr, die Kinder einiges zu Protokoll geben. Lasst euch nicht vom Arzt ab-wimmeln oder üblichem Gewäsch abspeisen - da gibt es solche und solche.


Wir von den Psychiatrie-erfahrenen haben noch vieles an der Psychiatrie zu bemängeln, dennoch ist sie heute etwas ganz anderes. Wie bisher häufig, wissen viele nichts über die heutige Psychiatrie und dem dortigen Wandel. Die Qualität allerdings ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich.
Diese medikationsfreudigkeit geht uns mächtig auf den Senkel. Das betrifft eher diejenigen welche mit wenig oder ohne zu ihrem Leben zurückfinden kännten. Aber mit deinem Stifvater ist die Medikation wohl der beste Weg für den Anfang dann kann man weiter sehen.
Wenn es ganz und gar nur deinem Stiefvater beträfe, wäre es ganz seine alleinige Entscheidung wie er leben möchte. So ist es aber nicht, andre Menschen könnten in Gefahr geraten. Einschätzen könnt im Augenblick nur ihr und eure Mutter, diese Situation.


Schlechte, wechselhafte Eigenschaften nehmen nicht solch' ein Ausmaß an. Dann schon eher ein auf sich selbst bezogener mieser Charakter, wenn die Leute sein Verhalten richtig einschätzen, falls sie ihrerseits nicht mehr dahinter vermuten oder erkennen.
Auf sich bezogen wird wohl stimmen. Ist bei psychischer Erkrankung ab einem bestimmten Grad schon die Regel, und ist nicht mit einem bösen Charakterzug gleich zu setzen. Denn da gibt es verschiedene Auswirkungen.


Das mit der Sensibilität kann man auch nur breit gefächerter betrachten; Ein häufig aggressiver jugendlicher kann sehr sensibel sein, schützt seine Verlezlichkeit durch unsensibles Verhalten. Das muss auf deinem Stiefvater nicht zutreffen.
Schizophrenie kann, auch weit ausgelegt werden.
Wie auch immer, ein solches Verhalten deines Stiefvaters ist nicht zuträglich. Wenn kein entsprechendes Entgegenkommen möglich ist, wäre für mich die einzige Lösung die Trennung – zumindest des gemeinsamen Wohnens betreffend.

Die meisten wissen nach ihrem psychotischen Zustand, wenigstens zum Teil, was sie in einer solchen Phase getan haben. Da steht eventuell dann auch Scham, und Angst davor so einer zu sein. Es ist Wahrscheinlich dass er verdrängt, und somit sich selber ins unermessliche treiben kann. Er lebt schon länger in einer eigenen Welt bis auf sehr wenige Augenblicke. Solange er es bunt treiben kann wird ihm kein Licht aufgehen. Ja, er steckt in diesem sogenannten Teufelskreis. Das von mir gern erwähnte „Grenzen setzen“, ist Hilfreich, auch wenn es eine Einweisung in die Klinik sein muss. Irgendwann lässt sich eine Einweisung wohl nicht vermeiden. Deine Mutter könnte sich unverbindlich beraten lassen. Sie sollte bedenken, dass ihr Mann in einem irren Dilemma ist und könnte sich selber das Leben nehmen, falls nicht ein anderer dran kommt.
Will nichts dramatisieren aber kann es auch nicht außer Acht lassen. Keiner weiß was wirklich in ihm vor geht - keiner.

Für euch als Angehörige die das Drama erleben, könnt euch in jedem Fall nur mit euch selbst arrangieren wenn eure Mittel nicht zu einer Veränderung führt. Ihr habt dann nur die Möglichkeit es laufen zu lassen und euren Leben-weg nicht aus den Augen verlieren, weil es manchmal lange dauern kann bis Jemand der direkt betroffen davon ist, wie eure Mutter, bis sie den erforderlichen Schritt macht. Geduld ist dann erstmal das einzige. … Ich weiß, dabei auch an sich selbst zu denken ist ungewohnt, und erscheint hart.

Das hier sind meine Vorstellungen zu einer solchen Situation. Und ich stecke ja nicht in dieser.
Ich wünsche euch und eurer Mutter, dass sie den Mut oder Einsicht hat einen anderen Weg zu suchen als den des Abwartens.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 05.07.2010 05:13
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
netcat
Hallo zusammen,

mit Deinem Stiefvater das ist schon richtig besch.. wenn man das mal sagen darf, vorallem, wenn dann die Kinder auch noch betroffen sind diese Krankheit zu erben. Es ist sehr schwierig für Deine Mutter, da man ja weiß, dass dieser Mensch krank ist und diese Ausbrüche eigentlich gar nicht von ihm ausgehen. Aber es wäre trotzdem, auch zur Sicherheit für die Kinder und vorallem für Deine Mutter, dass er sich Hilfe holt und wenn es nunmal die Polizei sein muss. ich gebe ihr wirklich diesen Rat, da man nicht einschätzen kann, was noch passieren kann.
Mein Freund war nun am Wochenende das erste Mal zu Hause... aber es war nicht so schön... wir haben zwar Fußball geschaut und waren dann auch noch in der Stadt, so wie er es wollte. Danach sind wir nach Hause und er meinte auf einmal, er legt sich mal kurz hin, da er müde ist (war so gegen 19 Uhr). Nach 10 Minuten ist er wieder aufgestanden, hat alle fenster zu gemacht und meinte, dass die Leute da draussen doch über ihn reden. Er lachte und sagten er tut mir ja nichts, warum ich so schau, er willl einfach nur seine Ruhe haben und nichts hören. Er meinte sogar, dass unsere Nachbarin unten steht und über ihn redet, die war aber gar nicht zu Hause. ich habe angst bekommen... ich habe gesagt, ich schau mal kurz nach der Post und er soll sich dann halt hinlegen. Ich habe das Krankenhaus angerufen, aber was ich nur zu hören bekommen habe, war, dass sie auch nichts machen können, wenn ich mich betroht fühle, soll ich die Polizei anrufen, dann wird er wieder ins Krankenhaus gebracht. Zuerst hies es ja, dass er nur ein Tage, also von früh bis abends mal nach Hause kann... ich vertseh das nicht. Die Polizei habe ich nicht gerufen. ich habe ihm dann gesagt, dass ich gehen möchte, da ich angst habe... er konnte das natürlich nicht verstehe. ich bin dann aber gegangen, so weh wie es mir getan hat. ich habe dann bei Freunden übernachtet, die das auch alles mitbekommen haben.... Am nächsten Morgen waren immernoch alle Fenster zu gewesen, er war aber ganz normal, konnte sich aber an nichts erinnern. ich weiß nicht was er die nacht gemacht hat. Schlaftabellen bekommt er gar nicht mehr, was ich auch nicht verstehe... Wir haben dann gestern eigentlich nur geredet, er war eigentlich auch normal. Er meinte nur immer, dass er es nicht verstehen kann... dass ich doch mal mir Hilfe suchen soll, dass ich eine Psychose habe. Ich habe ihm dann auch gesagt, dass ich nicht so leben kann.... in Angst... langsam denke ich, ich dreh selber durch! Er kommt eigentlich aus Mannheim und ist vor 4 Jahren wegen mir nach Bayreuth gezogen. ich habe ihm gesagt, dass er doch bitte, wenn alles vorbei ist, erstaml nach mannheim gehen soll (er hat auch keine Arbeit derzeit, und somit nichts zu verlieren). Es tut mir sehr weh ihm aus seiner vertrauten Umgebung jetzt wegzuschicken. Zum Schluss morgen meinte er, dass er dass dann wohl machen muss, wenn ich ihm nicht mehr bei mir haben will. Was soll man dazu noch sagen. ich liebe ihn sehr und will ihn auch nicht verlieren, aber es geht nicht mehr. Ich möchte auf jeden Fall eine Auszeit haben...
ich habe auch grad den Arzt angerufen und ihm das erzählt. Sie haben gestern abend dann wohl auch die Dosierung wieder hochgesetzt. Dem arzt hat er nichts davon gesagt. Mein Freund ist der Meinung, dass er am Mittwoch nach Hause kann, weil dann der Beschluss offiziell aufgehoben ist, der Arzt meinte nur drauf, ja müssen wir jetzt mal sehen, aber es wird wahrscheinlich nicht so sein.. aber dieser Ausdruck, ja müssen wie mal sehen.... boah.... es wird ein Kampf werden, weil soeinfach geht er nicht... Ich habe auch nicht wirklich die Möglichkeit über längere zeit wohin zu gehen. ich gehe hier arbeiten und habe mein Leben, aber auch keine Familie mehr, nur Freunde wo ich gerade wirklich froh bin, dass ich die habe! Alles scheiße, ich weiß selbst nicht mehr wo vorn und hinten ist.
Bearbeitet von netcat am 05.07.2010 12:19
 
Nase im Wind
[quote]netcat schrieb:
Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 05.07.2010 14:29
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Nase im Wind
netcat schrieb:
Hallo zusammen,
.


Hallo netcat
Das jemand der psychotische Phasen hat, den Spieß umdreht, seine Angehörigen als psychotisch einstuft oder abwehrend ihnen vielleicht unterstellt, hatte ich noch nicht gehört. Kanns mir aber doch vorstellen.

Deine Ankündigung, es wird mit der Beziehung zu Ende gehen, ist für deinen Freund sicher ebenso ein Schlag.
Ich war Angehöriger einer erkrankten Frau. Zum Wohl meines Sohnes hatte ich mich getrennt. Ich sagte ihr zwar das es nicht deswegen wäre weil ich sie nicht lieben würde, denn ich liebte sie ja. Mein Sohn, damals 8-jährig, den ich vor vier Jahren zum letzten mal sah warf mir vor seine Mama nicht lieb zu haben. Da er jetzt in ein Heim ist versuche ich erneut Kontakt zu ihm zu bekommen. Da habe ich, wie es im Moment erscheint, nicht viel Chance – mein Sohn muss es wollen. Anderes würde ich ihm nicht zumuten da er zwischen den Stühlen sitzt.

Ich denke, dass es für sie leichter zu verkraften war sich einzureden dass ich sie nicht mehr wollte und sie nicht liebte. Es tut heute noch weh dass sie anscheinend nichts mit mir aus der Vergangenheit mit mir verbindet. Ich hätte es mir nie träumen lassen mich von ihr jemals zu trennen. Für mich bleibt sie ein Teil von mir, sie steckt einfach in mir.
Nicht wissen wo noch Oben und wo Unten ist, konnte ich mir nicht leisten da der Scheidungskampf los ging und es ums Kind dabei ging.
Das Gefühl war da, und ich musste aufpassen nicht kopflos über die Straße zu gehen. Aber ich musste möglichst einen Kühlen Kopf bewahren was mühsam war. Die Tatsache der ich ins Gesicht sehen musste konnte ich selber lange Zeit nicht richtig verarbeiten. Das habe ich eigentlich Heute nach 11 Jahren noch nicht, denn ich konnte nie-mehr mit ihr darüber reden. Und es wird wohl auch niemals mehr möglich sein - „nicht mit ihr“.
„Ich hätte es wohl nicht so tragen können wenn ich mich nicht, trotz allem, hätte ich mich nicht auf meine eigene Zukunft konzentriert“.


Dein Freund wird deine Ängste an dem Tag nicht nachvollziehen können oder verdrängt es. Vor-allem, dass du etwas fürchtest was möglicherweise wirklich nicht passiert wäre – zumindest wohl nicht im Moment. Es sieht so aus, dass er vorerst oder länger nicht bereit sein wird zu akzeptieren was mit ihm ist. Du musst damit rechen das deine Worte bei ihm anders ankommen, sie anders auslegt um sich zu schützen.
Ich könnte mir vorstellen dass alles ganz anders für euch aussehe, würde dein Freund, „allerdings ernsthaft natürlich“, sich und dir gegenüber eingestehen können was mit ihm ist. Je früher dies passiert desto besser auch für ihn selbst.


Der Arzt signalisiert auf üblich Art der allgem. Sprachlosen Psychiatrie, dass dein Freund als Patient vermutlich nicht Mitwirken wollen wird. Die können ihn natürlich nicht da behalten wenn der richterliche Beschluss aufgehoben wird, und er dort nicht bleiben will. Seine Nicht-Einsicht ist kein Grund ihn festzuhalten bzw. Rechts-gesetzlich nicht möglich.

Wenn du dich entscheidest dich zu trennen und er möchte nicht, könntest du ein Problem haben. In Berlin jedenfalls ist damals ein Gesetz heraus gekommen das einem polizeilich Mit-Angemeldeten Mieter der Wohnung nicht einfach gekündigt werden kann.
Meine Schwester hatte noch Glück da dieses Gesetz kurz nach dem Rauswurf dieses Freundes (ein aggressiver Alkoholiker) heraus kam. Aber bei dem sein Charakter konnten wir das nicht anders machen als ihn hinaus zu werfen.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
netcat
Hallo Jonny,
danke für Deine Antwort. ich kann mir gut vorstellen, dass es einfach noch schlimmer ist, wenn man verheiratet und auch noch Kinder hat. Für mich ist das alles schon schwer aber wenn man dann auch noch die Entscheidung für ein Kind mit tragen muss, was nun richtig oder falsch ist... eigentlich geht das gar nicht! Es ist nicht so einfach, wenn man weiß was einem anderen gut tuen würde und er sich aber nicht helfen lässt. Diese Hilflosigkeit macht mir zu schaffen. Es ist natürlich schade, dass Dein Sohn keinen Kontakt wünscht. Wie alt ist er denn? Hat er denn Kontakt zur Mutter??

Mein Freund bezieht das drauf, dass ich vielleicht auch eine Psychose habe, da ich auch schon viel mit meinen 25 Jahren erlebt habe. ich bin bei meinen Großeltern aufgewachsen, weil mein Stiefvater mich mißhandelt hat, da war ich 5 Jahre, mein Opa ist gestorben, da war ich 12. Meine Oma ist überfallen, zusammengeschlagen wurden in der Wohnung von meinem eigenen Cousen, und ich habe sie gefunden, das war 2004. 2008 ist meine Oma dann nach einem langn leidensweg gestorben, was nicht einfach war, da ich keine Familie mehr habe. ich werde mir auf jeden Fall jetzt auch mal jemanden suchen...
ich habe aber auch gelesen, dass man in einer Psychose diese krankheit auch bei anderen sucht.
Meinem Freund habe ich gesagt, dass ich ihn unendlich liebe und ihn auch nicht verlieren möchte aber so nicht leben kann. Er versteht das ganz nicht und dass es doch auch nicht so schlimm war, dass er mich gewürgt hat. Ich denke, diese Einstellung hat er nur, da er sich eigentlich an nichts erinnern kann und ja nicht ich diese Frau war... Er würde niemals eine Frau schlagen (das weiß ich auch)
ich bin froh, dass ich die Arbeit habe und so etwas abgelenkt werde. Morgen habe ich Geburtstag und habe auch einen halben Tag frei genommen, damit ich bei ihm so 2 - 3 Stunden bleiben kann.
Mir ist klar, dass der Arzt ihn nicht festhalten kann, wenn er nicht will, aber ich weiß für mich, dass ich etwas Zeit brauche. Vielleicht brauchen wir auch nur eine Pause.....
 
Justy
Hallo Jonny, hallo netcat und alle anderen Betroffenen ;-)

ich bin positiv überrascht, wie gut es tut mit Leuten zu diskutieren, Gedanken austauschen, die gleiche Gedanken und Sorgen haben …

Ich glaube nicht wirklich, das mein Stiefvater je dazu fähig ist seine Krankheit zuzugeben, dafür ist er schon ja – zu Tief eingetauscht. Sein extreme Stolz, Sturheit und die Überzeugung der Einzige zu sein, der die Wahrheit zu kennen glaubt wird im in Wege sein.

Ja mir ist es bewusst, dass alle bei dem ständigen Einreden auf unsere Mutter sich von Ihn zu trennen, der Gefahr laufen zum Schluss die Schuldigen zu sein. Es ist so oft im Leben, wenn man von Beeinflussung in der Partnerschaft und wie auch immer spricht. Ich habe ihr auch letztens alle möglichen Möglichkeiten dargestellt… Sie muss sich tatsächlich selbst entscheiden…

Das dumme ist nur, besonders ich, hatte schon seit Kindheit die Rolle der Beschützerin gehabt, so habe ich oft extreme Streitigkeiten schlichten können. Einfach mit meiner Anwesenheit und behutsamen Unterhaltung. Nun so wurde er ja aber auch die ganzen Jahre belogen. Die Krankheit wurde einfach die ganzen Jahre ignoriert !! Und so konnte diese auch wachsen… Gut ich war ja ein Kind… Das ist vielleicht auch der Grund, warum ich letztens etwas auf meine Mutter so wütend war. Es ist wirklich schlimm zuzusehen, wie eine erwachsene Frau so hilflos sein kann – über so viele Jahre?

Sie ist schon 60zig und was hat sie noch vor sich ? Nichts !! Nur trennen und Erniedrigungen. Wenn sie wenigstens noch so eine Person wäre, an der alles einfach so abrollt ? Gut dann wäre er wahrscheinlich heute nicht so weit… Ich glaube wir sind wirklich vieles schuld. Wir lassen sie viel zu lange in deren Welt verhaaren. Ja Jonny und es ist wie Du sagt = aus Angst jemanden zu verlieren, weil wir ihn/sie vielleicht trotz allem, wegen den paar schönen Minuten lieben, weil wir Angst vor Sachen, wie = vielleicht bringen sie sich um ? und ich könnte es mir nie verzeihen zu kämpfen haben ? Was der Jonny schon erwähnt hatte …

Ich weiß auch nicht, was in denen vorgeht, manchmal kommt es mir jedoch so vor als wurden wir getestet. Manchmal glaube ich er bettelt um Hilfe streitet es aber kategorisch ab. Ach übrigens von uns Kindern ist nie ein Wort von wegen Du musst zu Arzt, Du bist krank gefallen. Ich selber wurde es mich auch einfach nicht trauen, denn ich glaube er wurde es mir nie verzeihen, wäre zu triefst verletzt und wenn ich nachhause fahre, wurde er unsere Mutter die Bude heiß machen ;-(

Ja nicht nur die befinden sich in einem Teufelskreis, wir sitzen schon lange im Boot ;-(

Die Angst überträgt man auf die Kinder und wirklich netcat mache es bitte nicht… Sei stark, Du findest schon deinen Weg. Sei stark aber auch für ihn.

Ich hoffe Jonny, dass dein Sohn es verstehen wird… Die Vorstellung, dass er auch das alles miterleben muss ist schon traurig genug.

Ich danke Euch
Und wünsche alles Beste
Bis dahin Justy

PS. Dieses Abwarten macht mich kribbelig, ich habe wirklich Angst das es zu einer Explosion kommt ;-(
Bearbeitet von Justy am 06.07.2010 01:24
 
Nase im Wind
netcat schrieb:
Hallo Jonny,
danke für Deine Antwort.
Mein Freund bezieht das drauf, dass ich vielleicht auch eine Psychose habe, da ich auch schon viel mit meinen 25 Jahren erlebt habe.

ich weiß für mich, dass ich etwas Zeit brauche. Vielleicht brauchen wir auch nur eine Pause.....


Hallo netcat
Ja, dein Freund macht sich ein Reim auf dein bewegteres Leben. Es liegt für ihn nahe und macht es ihm schwerer es für seine Person sehen zu wollen.
Ich dachte schon, dass du ein Leben von diversen Erfahrungen machtest die zu verdauen sind. Nun schreibst du wie es war. Und da freue ich mich zu lesen das du einige Freunde hast auf die du dich verlassen kannst.
Würde ich die übliche Aussage machen; solche Erfahrungen hinterlassen nun mal Spuren, dann hätte ich nichts verstanden. Denn du hast mit dem Erlebten für dich etwas daraus machen können - und du bist jemand die weiß wo von sie spricht.

Dein Freund ist jetzt in einer scheinbar unüberwindlichen, und großen Notlage. Wenn er seine Veränderung nicht akzeptiert kann er nichts dagegen tun. Sein gesamtes Leben wird sich somit verändern, selbst wenn ihr zusammen bleiben würdet. Die ahnungslosen Menschen im Umfeld werden sich ihm gegenüber anders verhalten und er wird nicht sicher sein können ob er gerade in einer anderen Welt lebt oder die anderen sich anders benehmen.

Aber auch er wird früher oder später einen anderen Kreis finden wo er sein anders zu gestaltendes Leben teilen kann. Als Kind hatte ich nicht so-etwas wie eine lebendige Kinder u. Jugendzeit. Habe feststellen können, dass das vergangene nicht gehabte, nicht unbedingt als verpasstes dem späteren Leben hinderlich wäre.
Schlechte Erfahrungen die man für sich zum Guten wandelt bereichert das spätere leben auch. Auf solche Erfahrungen hätte ich gern verzichten, jedoch machen sie meine Persönlichkeit aus die ich für nichts auf der Welt eintauschen würde.


Meine Frau war bereits erkrankt als ich sie kennen lernte. Ihre Diagnose lautet „Affektive Schizophrene Psychose“. Damals ahnte ich schon das dies bei ihr dauerhaft sein würde. Ich hätte keine andre gewollt als diese. Und nur jemand wie ich konnte mit ihr eine Ehe führen. Mit dem gemeinsamen Kind wäre ebenso gut gegangen, nur leider wieder Mal die inkompetente Einmischung von außen machte es unmöglich. Nach der Trennung war mir Klar, dass sie kaum jemals wieder einen Partner haben würde.

Mein Sohn ist jetzt 12 Jahre. Seine Mama ist natürlich seine Bezugsperson, aber er ist ihr nicht mehr permanent ihrem Einfluss ausgesetzt. Da er seid einem Jahr in ein Heim ist habe ich Hoffnung das er eigenständig entscheiden wird ob er Kontakt zu mir aufnimmt. Er wir ja älter und da liegt meine eigentliche Hoffnung.
Ich bin 51 und befürchte das er sich zu spät entscheidet. Ich könnte ihm noch so viel aus der damaligen Zeit nahe bringen. Von dem Heimaufenthalt hatte nur deswegen erfahren weil die Geld für die Unterbringung von mir wollten. Damit kann ich nicht dienen, weiß jetzt wenigstens wie es meinem geht, und er weiß nun, sein Papa hat ihn nicht vergessen.
Die Heimleitung lud mich zu einem Gespräch ein, mein Brief schien Eindruck zu hinterlassen. Immerhin ließ mein Sohn einige wenige Fragen an mich übermitteln. Das werte ich als gutes Zeichen.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 06.07.2010 18:17
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Nase im Wind
Justy schrieb:
Hallo Jonny, hallo netcat und alle anderen Betroffenen ;-)

Ich glaube nicht wirklich, das mein Stiefvater je dazu fähig ist seine Krankheit zuzugeben, dafür ist er schon ja – zu Tief eingetauscht. Sein extreme Stolz, Sturheit und die Überzeugung der Einzige zu sein, der die Wahrheit zu kennen glaubt wird im in Wege sein.

Ich danke Euch
Und wünsche alles Beste
Bis dahin Justy

PS. Dieses Abwarten macht mich kribbelig, ich habe wirklich Angst das es zu einer Explosion kommt ;-(


Hallo Justy
Ich finde das Internet insgesamt als ein Segen außer die leider dunklen Winkel, und dieses Forum gefällt mir besonders. Es ist auch anders als die ich noch kenne. Schreibe hier gerne immer mal was mir selbst auf den nägeln brennt oder mir wichtig ist.
Für diejenigen die länger mit diesen Themen zu tun haben werden, ist es allerdings eher eine erweiterte Möglichkeit. Eine direkte Zusammenkunft ist dann hilfreicher. Diese gibt es zum Glück auch inzwischen häufiger.


Mal zu erst;
Du siehst das schon, dass ihr euch Alle nichts vorzuwerfen habt. Du warst ein Kind und nun erwachsen. Du und auch deine Mutter habt mit der Situation gelebt und irgendwie erscheint es dann als Normalität selbst wenn klar ist das was nicht stimmt. Ich weiß was du meinst. Klar ein Schuldgefühl kommt immer mal auf. Wenn ich das Wort „Schuld lese oder höre fühle ich mich auf den Plan gerufen. Im Psychoseseminar ist es gelegentlich ein Thema, und es ist viel Aufklärung immer noch angesagt.

Ich spreche lieber von Mitverantwortung. Das betrifft nicht dem was möglicherweise nicht getan wurde. Sondern wie mit dem was jetzt ist umgegangen wird, und es betrifft die Außen-stehenden die dazu kommen welche einen differenzierten Blick mitbringen – ist nicht häufig der Fall. Als auf der Welt gekommener bin ich ebenso für mein eignes Wohl mitverantwortlich, und entscheide daher vieviel von meiner Kraft und Zeit ich zur Verfügung stellen kann um mich selbst nicht zu gefärden.

Niemand kann mehr tun als es die gesamtsituation zulässt oder wie man diese einschätzt. Kein Außenstehender hat das Recht und das Wissen um den moralischen Zeigefinger zu heben.
Mir könnte jemand, nach alt hergebrachter Sitte u. Vorstellung vorwerfen wollen das ich, seid meine Mutter im letzten Jahr verstarb, bisher noch nicht an ihrem Grab stand. ... Der jenige weiß nichts von mir.


Ich denke, jeder der auch aggressiv oder gewalttätig wird, aus verschiedenen Gründen, ruft um Hilfe. Das gilt für alle die ihrem inneren Leid irgendwie Ausdruck verleihen. Über den üblichen Weg kommt man nicht oder kaum noch rann.

Wir beide verbinden die Zahl 60 Jahre nicht mit Alt, wo ich selber doch 51 bin. Deine Mutter kennt wohl eine andre Lebensweise und die Ansicht diesbezüglich. Egal wie sie es sieht, dass Leben geht auch für sie eine ganze Weile weiter. Schlimmer als bisher kann es eigentlich nicht kommen wenn ihr ihm die Wahrheit sagt. Ich verstehe, dass zu berücksichtigen ist wie es für eure Mutter sein könnte wenn ihr dem Stiefvater deutlich sagt wie ihr sein Verhalten seht und woher es kommt (Er selbst wird sicher nicht mehr freiwillig darauf eingehen). Und eure Mutter, wie du auch schreibst, lebt mit ihrem Mann zusammen in einer Wohnung.

So schwer es für euch ist, eure Mutter hat ein Leben gewählt bisher – ihr leben, freiwillig erscheinend oder nicht. Wenn ihr meint, jetzt greifen wir ein, dann ist es richtig, was immer auch daraus wird.
Vielleicht könnt ihr nur hoffen das sich aktuell eine Situation ereignet wo dann nur ein Gedanke zählt; zum Telefon greifen. Jetzt extra häufig in die Höhle des Löwen gehen um solch eine Gelegenheit zu erhaschen wäre zermürbend. Gelegentlich die Situation Ausloten kann nicht schaden.
Ich bin dafür sich aufs eigne Gefühl zu verlassen. Was du darauf hin tust oder lässt ist richtig, selbst wenn dein Gefühl sich irrte bzw. es einem so erscheint. Das Gefühl trifft die eigentliche Entscheidung. Auf wissenschaftliche Erkenntnisse bin ich nicht angewiesen und erwähne es nicht gern; aber hierbei ist die Tatsache dieser Macht des Gefühls, belegt.


Als Außenstehender kann ich nicht sagen wie ich handeln würde. Ich befürchte, ein Schritt wie ihr in tun möchtet wird sich irgendwann ergeben, kann jedoch lange so weitergehen.
Wenn es gelingt dem Stiefvater in eine Klinik zu bringen, „falls notwendig immer wieder“, könnte sich das Leben für jeden von euch entspannter gestalten. Manche glauben es wäre aufreibender oder ein weiterer Einbruch in die bereits familiäre Unwucht. Es ist nur ein Tausch der bisherigen Aufwendung, jedoch mit einer Aussicht auf mehr Harmonie u. Lebensqualität.
Meine Mutter zu bewegen etwas zu tun das sie nicht selber entschiede, wäre fast unmöglich. Da hinge es an uns Kindern, ob und was zu tun möglich ist.


Mir kommt es auch wie ein unseriöser psychologisch-wissenschaftlicher Test vor, dass nicht-ich das Sorgerecht für meinen Sohn bekam. Es war / ist wie ein Horrorfilm.
Aus irgendeinen Grund habe ich das Gefühl, dass mein Sohn früher Kontakt zu mir sucht als ich es mir vorstellen kann. Wird sicher noch dauern. Glauben kann ich dies noch nicht. Wann immer er sich meldet und ich noch lebe, werde ich alles mir dann noch mögliche tun um ihn in allem zu unterstützen. Diese enge Bindung zum Kind wird immer noch allein der Mutter zugestanden obwohl es offiziell widerlegt ist.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Justy
Hallo Jonny,

wie Du das alles schön beschreiben kannst. Ich finde es wirklich schade, dass dein Sohn deine Sichtweise nicht kennen lernen oder auch noch nicht verstehen kann … Wie auch? Wenn Du keine Möglichkeit hast, ihn etwas von Dir zu geben. Ich habe auch einen Sohn, wir Eltern haben uns ebenfalls getrennt, da war er ca. im Alter deines Sohnes. Ich habe/mir ist es gelungen ihn beizubringen, dass man sich selbst immer ein Bild machen muss und nicht von anderen sagen lassen „der ist schlecht, dieser dumm, und mit dem sollst überhaupt nichts zu tun haben“. Alles wurde auf die Beobachtungsgabe gelegt, und wie es sich anfühlt…

Erst als er 14 war konnte er jedoch, aus seinem freien Denken anfangen Gebrauch zu machen, vorher war es, öfters wie eine Wage oder Windfahne ;-)

Ich glaube, wenn Dein Sohn in die Pubertät kommt, wird er nach dir Suchen. Deine Nähe und deinen Verstand““. Ich bin mir sicher, dass er auch nur deshalb erstmal bei deiner Frau geblieben ist, weil sie halt die Mutter ist (alte Sitten) und weil es bis dahin die gewohnte Umgebung war und jetzt? Jetzt hat er, glaube ich die Bindung zur dir verloren – ich bin mir auch sicher, dass er selbst nicht weiß wohin ? Woher ich es weiß? `bin selbst ein Scheidungskind.

Vielleicht ist auch damals dein/eure Sohn bei deiner Frau geblieben, weil du es ihr nicht antun konntest, ihr ihn auch noch wegzunehmen, weil du sie geliebt hast/immer noch liebst, wie du sagst ? Und jetzt ist es so… ????

Unsere Mutter hasst und liebt meinen Stiefvater. Um so schwer bewegt es uns da einzugreifen. Sie ist so ein sensibler/gefühlvoller und liebevoller Mensch, dass sie in meinen Augen daran zerbrechen wurde ihn einweisen zu lassen. Das alles ist jetzt schon so eine Belastung für sie. Es wäre, wie Du sagst ein weiterer Schnitt/Bruch.

Ich muss evtl. hier mit etwas anderem versuchen ?

Ich weiß, dass diese Krankheit von einem selbst nur schlecht gestanden wird, dass sie nur offenbart wird, wenn man Vertrauen hat. Es heißt aber gleichzeitig für mich, dass er weder zu uns noch von meiner Mutter vertrauen hat. Es ist schwierig, denn er vertraut nicht mal seinem Beichtvater.. Es klingt hier vielleicht etwas lustig ;-) aber es ist Tatsache. Sollte er hier (der Beichtvater) nicht so denken wie er, wird er ebenfalls für unfähig erklärt = ist das zu glauben ? – er dreht sich alles nach seiner Nase, wie er will ! Es haben ihn ja bereits Personen, die im Bezug auf seinen Kirchlichenwahn auch eigentlich heilig sein sollten darauf angesprochen, “dass es ihn nicht gut geht - sie wurden sofort für verrückt und nicht für GOTTES unwürdig erklärt ??

Ich glaube erstmal wird hier einfach wieder mal eine Lektion erteilt werden müssen. Meine Mutter wohnte eine kurze Zeit schon bei mir. Da hatte er Angst bekommen. Sie hatte zwar verlangt, dass er in eine Therapie geht, hatte jedoch, dass alles nicht durchgezogen/durchgehalten. Es war aber schon mal ein guter Anfang – nicht das erste mal.

Ich wohne etwas außerhalb/entfernt von meinen Eltern, was auch für mein eigenes Leben manchmal nicht schlecht ist. Kann jedoch nicht immer so gut eingreifen oder etwas verursachen.

Bis dahin
Justy
Bearbeitet von Justy am 08.07.2010 01:24
 
Nase im Wind
Justy schrieb:
Hallo Jonny,
Das alles ist jetzt schon so eine Belastung für sie. Es wäre, wie Du sagst ein weiterer Schnitt/Bruch.
Ich muss evtl. hier mit etwas anderem versuchen ?

Bis dahin
Justy


Hallo Justy
Du gibst mir wieder Hoffnung daran zu glauben das ich meinen Sohn vielleicht mit 14 oder 15 jahren kontakt haben könnte. Sehr lange Zeit hatte ich diesen Glauben. Dies wäre dann in ca. drei Jahren. Mal sehen wann es soweit ist. Ja mein Sohn braucht mich und genauso eine offene Sichtweise.

Mein Kind war etwa 1,5 Jahre alt als wir uns trennten. zwar wollte ich ihr nicht das Kind nehmen, aber der zweck der Trennung war, dass ich das alleinige Sorgerecht für mein Kind haben würde weil ich sah das ein gemeinsames aufziehen unseres Sohnes nicht gut gehen konnte, so wie sie sich mir gegenüber veränderte.

Das ganze Begann als ich sie wiedermal ins Krankenhau begleitete und sie in eine andere Klinik verlegt wurde um das Kind bei sich haben zu können. War auch in Ordnung für mich. Es ist eine kristliche Klinik (Vorne hochmodern und hinten eher veraltete gestaltung).
Als ich zum nächsten Besuch kam sagte dieser Arzt nur, sie würde in ein Frauenhaus mit dem Kind gehen. Das war ein Schlag für mich, konnte es nicht begreifen. Erklären wollte der nichts, sagte dann, als ich nicht damit einverstanden war, ich würde meine Frau nicht lieben. Bis heute kenne ich den Grund nicht. Sis kamm auf mein fast betteln mit mir nach hause. danach änderte sich ihrerseits einiges. Dor in der Klinik musste sie wohl eine Adresse zu irgendeiner kristlichen Gemeinde bekommen haben. Plötzlich ging sie wieder in eine Kirchengemeind. ich ätte ja nie was dagegen gehabt, auch wennich nicht dafür bin. Nun ja, so ging dann die Ehe zu Ende.

Ich will nicht prahlen, aber meine Frau war nirgens besser aufgehoben gewesen als bei mir. Nun musste ich eine Entscheidung treffen wo ich mich von mindestens einem von zwei Menschen die ich liebte, trennen musste.


Der Religionswahn ist nicht all zu selten, jdoch zumeist mehr vorübergehend. Dein Stivvater ist ganz in sich gefangen und voll auf Selbstschutz eingestellt. Ich könnte mir vorstellen das ein Außenstehender eine Einweisung bewirkt. Eventuell jemand aus seiner Gemeinde. Will sagen, es kommt auf sein verhalten dort uund anderswo an.

Zu dieser Situation hätte ich zwar diverse Tricks im Hinterkopf die ich vermutlich selber eher nicht anwenden würde, denn bei aller Sensibilität und Gespür kann es nach hinten los gehen. Diesen würde ich auch niemanden erzählen bzw. nahelegen. Zumal ich von sowas nicht viel halte selbst wenns relativ sicher funktionierte.

Deine Mutter kann ich auch verstehen. Die Zeit wird wohl zeigen wohin es geht. mann muss auch nicht immer als erstes an Trennung denken selbst wenn sich jemand in der Familie sehr schlecht dem anderen benimmt. Jedenfall wenn es aus Verwirrung geschiet. Für beide ist es eine sehr komlizierte Situation.

Das mit dem Bruch meinte ich in positiver Hinsicht, dass entlich etwas ins Rollen käme.


Eine andere Situation; z.B Die Frau meines Onkels bekam vor ca. 6 Jahren Alsheimer. ihre Welt ist eine ganz andere. Abgesehen davon war sie immer schon ein Biest und eingebildet. 4 Jahre lang war der Teufel los. Er hat sie gepflegt, mit etwas Unterstützung von Pflegern die gelegentlich vorbei kamen. Ich hatte meine Tante erlebt als sie zuletzt bei meiner Mutter noch mit meinem Onkel zu besuch war.

Jonny Wink
Bearbeitet von Nase im Wind am 08.07.2010 06:33
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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