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Ein wenig von mir =)
Adlerauge
Hallo da draußen,

ich bin schon länger auf der Suche nach Leuten, mit denen ich mich austauschen kann und jetzt, wo ich es wohl am nötigsten habe, bin ich auf dieses Forum gestoßen.

Ich bin 21 Jahre alt, vor zwei Jahren äußerte mein ehemaliger Psychiater den Verdacht auf eine schizoaffektive Psychose und behandelte mich mit 1,5mg Risperidon. 2009 nahm ich an einer Psychoedukation teil, bei der ich sagen kann, dass sie mir wirklich etwas gebracht hat.
Seit bald einem Jahr nehme ich keine Tabletten mehr, zugegebenermaßen ohne Absprache, da ich recht fluchtartig zu meinem Verlobten zog. Es ging mir auch gut, bis etwa zum Februar. Nun suche ich hier einen passenden Arzt, wobei sich das als schwieriger herausstellt als gedacht.
So wurde mir gestern von einem Arzt gesagt, dass ich, da ich schon relativ lange Ängste (teilweise durch Halluzinationen) habe, längst hätte lernen müssen, dass diese Ängste unbegründet sind. Sprich: Ich bin selber schuld daran, krank zu sein...

Ich hoffe, hier Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben/machen und mit denen man offen über Gedanken und Gefühle reden kann, da dies in meinem Freundeskreis leider nicht möglich ist.

Abgesehen davon würde ich mich freuen, wenn mir jemand sagen könnte, wohin ich mich wenden kann, da ich nur noch für wenige Tage Tabletten habe, allerdings lange auf einen Termin bei einem Facharzt warten müsste. Kann ich mich im Notfall auch an ein Krankenhaus wenden?
(Warum wird ein Herzinfarkt sofort behandelt, aber auf die Behandlung eines Schubes muss man trotz Dringlichkeit 2 Monate warten?)

Danke fürs Lesen und wer Fragen hat, kann diese gerne stellen =)
Ein schönes Wochenende!
 
Andreas
Hallo Adlerauge,

wenn deine Tabletten nur noch für wenige Tage reichen, denke ich, sollte es auch möglich sein, dass du sie dir von deinem Hausarzt erstmal verschreiben lässt. Immerhin handelt es sich bei dir um einen Dringlichkeitsfall.

Das Problem mit den langen Wartezeiten bei Erstanmeldungen bei Psychiatern oder Neurologen, ist darin begründet, dass es zu wenige Studenten gibt, die sich für dieses Gebiet entscheiden. Ich habe auch schon mit meiner Ärztin darüber gesprochen. Sie meinte zu mir, dass selbst unter Medizinstudenten, diejenigen schräg angeschaut werden, die sich für den Bereich Psychiatrie entscheiden.

Scheinbar ist dieses medizinische Gebiet nach wie vor mit riesigen Vorurteilen, selbst unter Medizinstudenten, verbunden.

Was den Vorwurf angeht, dass du selber Schuld daran bist, dass es dir schlecht geht. So halte ich diesen für absolut unangebracht, von demjenigen der ihn geäußert hat. Dieser Mensch, Mediziner, hat von seinem Fach scheinbar keine Ahnung und es fehlt ihm an Verständnis und Empathie. Vielleicht ist dieser Mensch, Mediziner, in seinem Fach fehl am Platz.

Viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
letzte Hoffnung
Hallo Adlerauge,

selbstverständlich kannst du dich jederzeit auch an eine psychiatrischen Klinik wenden.
Ich kenne zwar nur eine, dort gibt es aber eine Ambulanz in welcher man in der Regel auch schnell Termine bekommt.
Außerdem gibt auch an Wochenenden immer eine Notdienst.
Ich würde auch mal prüfen ob es eine Klinik in deiner nähe gibt welche eine Ambulante Betreuung anbietet.

Viele Grüße

Letzte Hoffnung
 
Nase im Wind
Adlerauge schrieb:
Hallo da draußen,
Ich bin 21 Jahre alt,

wurde mir gestern von einem Arzt gesagt, dass ich, da ich schon relativ lange Ängste (teilweise durch Halluzinationen) habe, längst hätte lernen müssen, dass diese Ängste unbegründet sind. Sprich: Ich bin selber schuld daran, krank zu sein...

Ich hoffe, hier Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben/machen und mit denen man offen über Gedanken und Gefühle reden kann, da dies in meinem Freundeskreis leider nicht möglich ist.


Hallo Adlerauge
Dein Nutzername passt zu dir. Du gehst aufmerksam durchs leben. Lass' dir bloß nichts einreden.

Dieser vermeintliche Arzt aus der Steinzeit hat seine Lizenz wohl gekauft, und ist außerdem ein inkompetenter u. aufgeblasener Ignorant. Der war wohl einstmals ein verwirrter u. gestrandeter Philosoph.
Kein wissender verständiger Mensch würde daran Glauben, dass es eine Zeitvorgabe fürs bewältigen von Traumata gibt. Mit Ärzten muss man Tacheles reden - damit habe ich jedenfalls gute Erfahrungen gemacht. Und wenn dieser dabei nicht mithalten kann ist der un-geeignet.

Ich benutze dieses Wort "unbegründet" manchmal, aber erkläre dann was wirklich gemeint ist. Das Vorhandensein dieser Ängste liegt in den Ursachen des Erlebten begründet, und hat als Folge daraus eine begründete (reale) Relevanz.

Akademisch gesehen; "unbegründete" Ängste sind konditionierte Ängste die man entwickelt hat. Also nicht die natürliche Flucht- /Angriffsreaktion. Insofern stimmt das mit der Bezeichnung.
Hat aber nichts mit verschulden der Situation zu tun, obwohl man selber irgendwie dran beteiligt ist. Deshalb gibt es z.B Gesprächstherapie u. Austausch. Gespräche allein bringen nicht für jeden einen Erfolg, und nicht jeder muss Medikamente nehmen um mit seinem Erleben, leben zu können. Ich will hier aber keinen Floh ins Ohr setzen.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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