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Was ist Euch geblieben.
Nase im Wind
Der Sinn des Lebens
Themenwoche:
Wie lange dauert ein Augenblick? Was ist Liebe? Was ist Unendlichkeit? Fragen, denen 3sat in einer Themenwoche zur Philosophie vom 22. bis zum 28. März nachgeht.


Gerade höre ich eine Sendung. Es viel die Aussage; die Menschen versuchen eine Ordnung zu schaffen – Sie ist eine Künstliche.

Seid aufrichtig miteinander wenn ihr wollt das von euch etwas bleibt.
Ideologien (Idiotien) werden erdacht, nach denen sich andere ausrichten sollen obwohl es dem natürlichen, nicht-beeinflussbaren Verlauf widerspricht, und sich immer wieder bestätigte. Manche ergeben sich dem in der Hoffnung, jemand würde das Leben für sie richten u. einrichten.
Ich bin ein intuitiver Mensch der Handlungen u. Aussagen anderer in sich aufnimmt, sich seine Gedanken dazu macht und für sich entscheidet wie er selber sich in einer entsprechenden Situation verhalten würde.

Oftmals werden keine Fragen gestellt, selbst wenn unübersehbar ist das Aussagen nicht verstanden wurden. Wie sehen Fragen aus wenn sie gestellt werden.
In den vergangenen Jahren stellte ich in meinem Umfeld fest, dass Fragen-stellen an andre und an sich selbst abgenommen hat oder nie entwickelt war. Wenn Fragen gestellt werden, dann Löscher in den Bauch die kein verständiger - verantwortungsvoller Mensch beantworten kann. Diese Art von Fragen dienen oftmals nur dazu eine Patentlösung für den Moment zu erhalten, anstatt aus den Antworten, über sich selbst reflektierend Verstehen zu wollen.


Ich gebe am liebsten Kurzantworten. Wenn sich daraus weitere Fragen ergeben, gibt’s entsprechende Antworten dazu. Manchmal wird eine Rechtfertigung meiner Aussagen gefordert, mit der sie dann nicht umgehen können; sind entweder nicht zufrieden damit, signalisieren verdeckt oder gelegentlich offene Anfeindung, oder nehmen mich einfach nicht ernst – ignorieren mich.
Meinem Erkennen bzw. Wahrnehmen, kratze deren Ängste u. heimliche Unsicherheit, an. Meine Eltern sind ein Extrembeispiel für mich, derer die sich in dieser Hinsicht angegriffen fühlen. Meine Eltern sind darin Profis, unfair und scharf zurück zuschlagen. Da ich mich wehrte war ich Seelenverletzungen nahezu Permanent Jahrzehntelang ausgesetzt.

Ich kreide ihnen zwar ihr Verhalten längst nicht mehr an weil ich weiß das sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten versuchten das beste für uns Kindern zu tun. Ging natürlich weitgehend daneben. Auch wenn ich ihnen nicht mehr Vorwürfe zu ihren Unzulänglichkeiten mache, so hat sich mein abgeflaute Empfinden einer möglichen Familiäre Bindung „nicht“ erhalten können. Absolute Klarheit darüber habe ich jetzt da meine Mutter im letzten Jahr verstorben ist.

Zunächst bekam ich ein schlechtes Gewissen da mir ihr Bemühen bewusst ist. Andererseits ist mir ebenso bewusst, dass es logischerweise mit hoher Wahrscheinlichkeit so kommen musste. Mitgefühl, ja das habe ich für sie.
Ich kann nur hoffen, dass zukünftig Eltern genug „echtes“ Selbstvertrauen haben um ihren Kindern Antwort stehen zu können, trotz innerer Ängste u. Vorbehalt.
Meine Geschwister glauben (oder wollen glauben), dass sie dieses übliche Familiäre Empfinden zu den Eltern hätten. Deren Verhalten spricht eine andere Sprache. Vielleicht verspüren sie ein wenig von diesem Gefühl. Viel kann es nicht sein.

Wie verzweifelt müsste meine Mutter jetzt sein, könnte sie hier lesen was von ihr, ihrem anderen Aufopfern für uns (in dem Sinne, für uns abgeschuftet zu haben damit wir vernünftig zu Essen hatten), für sie in uns Kindern von ihr übrig gebleben ist.

Jonny Wink
Bearbeitet von Nase im Wind am 26.03.2010 00:46
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Andreas
Hallo Jonny,

was gut gemeint ist, muss noch lange nicht gut sein. Dies bekam ich mal zu hören. Genau dies ist das Problem überfürsorglicher Eltern. Dies stellt ein Extrem in die eine Richtung dar. Das andere Extrem in die andere Richtung stellen Eltern dar, die ihre Kinder total vernachlässigen und sich selbst überlassen. Beides sind sogenannte "Extreme". Diese "Extreme" sind nie gut, besser wäre auch wiedermal in diesem Zusammenhang der "goldene Mittelweg". Nun sind wir Menschen noch lange nicht perfekt, und werden es wohl auch nie sein, von daher machen wir alle früher oder später Fehler. Aber ich finde es sehr gut und auch weise von dir, deinen Eltern nicht mehr böse zu sein, denn sie taten es in einer guten Absicht. Es heißt zwar "Dummheit schützt vor Strafe nicht.", aber seine Eltern wegen einer guten Absicht zu bestrafen, das lohnt nicht.

Ich habe auch oft genug Streitigkeiten mit meinen Eltern, aber im Endeffekt kann man dadurch auch nichts mehr ungeschehen machen. Ich für mich, habe den Weg des Abstands gewählt. Das heißt nicht, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern abgebrochen habe. Es heißt lediglich, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern massiv verringert habe. Ein Abbruch des Kontaktes zu seinen Eltern, kann unter Umständen schwere Folgen mit sich ziehen, besonders dann, wenn man Geschwister hat, die einem Selbst sehr viel bedeuten und denen die Eltern auch viel bedeuten. Dies ist bei mir der Fall. Daher habe ich diesen Weg gewählt.

Welchen Weg jeder geht, muss allerdings auch jeder für sich entscheiden.

Liebe Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
admin schrieb:
Hallo Jonny,
was gut gemeint ist, muss noch lange nicht gut sein.
Welchen Weg jeder geht, muss allerdings auch jeder für sich entscheiden.

Liebe Grüße
Andreas


Hallo Andreas
Gut Gesprochen. ist so wie du es hier aussagst. Es ist jedenfalls kein gutes Gefühl keine Anfangswurzel zu verspüren die auf irgendeine markante Prägung oder Herkunft verweist.
Vor der Frage, wie das Verhältnis zu meinen Geschwistern wäre wenn ich mich von meiner Mutter komplett zurück zöge, stand ich auch mal. Von diesem Einfluss macht ich mich frei, konnte mich aber nicht entscheiden ob es für mich der richtige "Schnitt" gewesen wäre.

Ich wollte in meinem Text aber auch aufzeigen wie Trennung oder Abgetrenntsein sich äußern kann. Was verloren geht, für den Einen oder den Anderen der Beteiligten.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 02.04.2010 16:11
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Kopftelefon
Hallo Andreas und Jonny,

ich hatte mal eine ähnliche Plage. Bis ich zwei Bücher gelesen habe, oder drei, und festgestellt habe, das meine Eltern auch Probleme mit Kindheitstraumen, Ängsten und Erziehung hatten. Daraus folgt natürlich das Verhalten in ihrem Leben. Manchmal haben Kinder und auch noch Erwachsene Probleme mit dem Verhalten ihrer Eltern. Man kann oft ein Verhalten nicht verstehen und ist verletzt. Man führt das Verhalten immer auf sich zurück. Möglicherweise ist das falsch. Durch negative Erlebnisse in der Kindheit, entstehen oft Verhaltensmuster, die auf diese Erlebnisse zurückzuführen sind. Und man kann es oft nicht ändern.

Das muß man sich mal klarmachen, wo das Verhalten herkommt. Viele waren noch Kinder, und es war Krieg. Die Ängste konnten nicht verarbeitet werden, und in Problemsituationen kommen möglicherweise auch falsche Ängste zum Vorschein. Oder Scheidungen in jungen Jahren, setzen oft schwere Verletzungen.

Dann brauchte ich natürlich auch ein Buch, damit ich die Verhaltensweisen, mit denen ich nicht einverstanden war, verzeihen konnte. Deswegen verzeihen, weil auch Eltern psychische Defekte haben, und nicht nur ich.

Ein Buch heißt, "Die Kunst zu Verzeihen", von Luskin, das andere "Vom Sinn der Angst" von Verena Kast, und noch eines über "Gefühle verstehen". Und natürlich auch noch ein paar andere.

Man fühlt sich leichter. Die Eltern haben Fehler gemacht. Nobody ist perfekt. Die Fehler kann ich verzeihen. Das dauert natürlich ein wenig Zeit.

Gruß,
Micky

Mein Lieblingsspruch:
Die größere Herausvorderung ist es, jemanden nicht zu verletzen.
 
Nase im Wind
Kopftelefon schrieb:
Hallo Andreas und Jonny,
Man fühlt sich leichter. Die Eltern haben Fehler gemacht. Nobody ist perfekt. Die Fehler kann ich verzeihen. Das dauert natürlich ein wenig Zeit.


Hallo Micky

Die Kinder werden fast immer Opfer von Eltern die auf Grund ihrer Generationsgeschichte zu Opfern wurden. Die Tatsache, dass es nicht auf alle Eltern und nicht jedes deren Kinder zutrifft wirft die Frage auf welche Faktoren spielen eine Rolle dabei.
Verziehen im Sinne des Verstehens habe ich meinen Eltern. Verzeihen ist wichtig um sich Abkoppeln vom Geschehenen und somit einen eigenen Neuanfang zu beginnen.
Unabhängig vom kleinen oder großen Verständnis kann ein Auseinanderleben das statt fand, nicht wieder repariert werden wenn kein Wandel von Seiten der Eltern oder manchmal auch Geschwister u. anderen engen Verwandten, einsetzt – Der Zusammenhalt u. Bezug bleibt verloren. Dass wollte ich mit meiner Aussage beschreiben.

Die Hauptfrage von den Angehörigen und den Betroffenen ist doch die gleiche – Was kann ich da tun?
Manches Verhalten kann und muss niemand tolerieren bzw. ertragen. Anderes wiederum ist nur eine Eigenheit (ob Krankheitsbedingt oder nicht), die durchaus tolerierbar ist. Überreaktion hat mit Unwissenheit zu tun. Dies hat ebenso auch Auswirkung auf die eigene Entscheidung ganz eigene Wege zu gehen ohne schlechtes Gewissen haben, jemanden zurück zu lassen dessen Verhalten für mich nicht akzeptierbar ist.
Angst vor den Entzug der Gunst weiterer Angehöriger oder übertriebenes Mitleid etc. hindert einem sich rechtzeitig abzusetzen oder konseqent sein, um der eigenen Gesundheit willen. Am Ende verbleibt weniger Verbundenheit zur Person u. anderer Verwandten. Oder wie bei mir, gar keine emotionale Eltern-Kind-Verbindung, und gesundheitlich geschädigt.

Ich glaube, es bleibt mehr von der Verbindung übrig für mich selbst wenn ich mich zurück ziehe, falls ich der eigenen Überzeugung bin dass es besser für mich wäre.
Ich würde jemanden höchstens sagen; in dieser Situation werde ich vermutlich „so oder so“ handeln. Über die Entscheidungen des Einzelnen habe ich nicht zu urteilen und schon gar nicht zu ver-urteilen.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 13.04.2010 16:00
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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