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Wie soll man reagieren....
Tochter
Moin,
ich habe versucht mich hier einzulesen und es tut schon gut zu lesen, dass man nicht alleine ist.

Meine Mutter ist spätschizophren seit ca. 22 Jahren.
Sie ist der Meinung, dass mein Vater ihre Gedanken, ihren Körper beeinflussen kann und somit ist ein normales Leben nicht möglich.
Auch andere Menschen, die sich länger in ihrem Umfeld aufhalten werden zur Bedrohung. Das sie dadurch schon mehrfach umgezogen ist - dieses Problem kennt ihr hier sicherlich.

Anfang des Jahres eskalierte es und meine Mutter kam gar nicht mehr zur Ruhe. Die körperlichen Beschwerden (die durch meinen Vater oder die Frau, die über ihnen wohnt) eingegeben werden nahmen zu...
Mit viel gutem Zureden und einem gemeinsamen Besuch bei ihrer Psychologin ist sie vor 2 Wochen in die Psychiatrie gegangen. Dort fühlt sie sich wohl, gut aufgehoben und verstanden. Auch ich bin ganz begeistert von der Station.

Nun aber meine Frage... Ihre Wahrnehmung ist immer noch gestört und immer noch beschuldigt sie meinen Vater und beschimpft ihn (war gestern auf 1. Urlaub ). Kann man mit Medikamenten überhaupt erreichen, dass diese Symptome nicht mehr auftreten?
Mein Vater weiß nicht mehr weiter... und auch ich bin mit meinem Latein am Ende. Er selber ist auch schon nur noch ein Nervenbündel, hat gesundheitliche Probleme....
Wie soll er sich verhalten, wenn er ständig der Schuldige ist, böse beschimpft wird usw. usf. ...

Habt ihr Ratschläge?

Grüße von einer Tochter
 
Nase im Wind
Tochter schrieb:
Moin,
Meine Mutter ist spätschizophren seit ca. 22 Jahren.

Mein Vater weiß nicht mehr weiter... und auch ich bin mit meinem Latein am Ende. Er selber ist auch schon nur noch ein Nervenbündel, hat gesundheitliche Probleme....
Wie soll er sich verhalten, wenn er ständig der Schuldige ist, böse beschimpft wird usw. usf. ...

Habt ihr Ratschläge?

Grüße von einer Tochter


Hllo
Zunächst; 22 Jahre psychotisch oder nur 3 Monate, ist gleichermaßen nichts ungewönliches. Auch nicht eine Wiederholung nach langer Zeit.

Für euch selbst könnt ihr etwas tun, und solltet es unbedingt, so wie du es beschreibst. Da hilft eher Gesprächs- oder Angehörigengruppen.
Langzeiteinnahme von Medikamenten erfordert einen gelegentlichen wechsel der Preparate. Oder sie müssen vorübergehend verringert werden, dazu wird zumeist ein Klinilaufendhalt nötig (heißt dann acu Medikation einstellen). Abgesehen von Nebenwirkungen der Psychopharmaka wäre meine Frage, wie ist der Zustand ohne Medikamente. Manche können aus nicht-erklärlichen Gründen, aber auch aus vermutlichen Gründen nicht ohne auskommen. Bei den meisten wird eine Dämpfung erreicht (ist aber auch nicht das Wahre im Leben).
Nun weiss ich nicht wie die Schwankungen bei deiner Mutter ist. z.B periodische Zeitspanne des gefestigten Zustandes.
Bei der Frage, ob Medis überhaupt helfen betreffend deiner Mutter, kommt der Gedanke ob dieser Arzt aufmerksam genug ist um anzeichen eventuell von Veränderungen zu erkennen? Ist sie häufig genug dort? Besucht sie Gruppen u. oder andere Ablenkungen, in einer beruhigten Pfase?
Wie ginge es mit einer Einzelfallhilfe oder betreutes Einzelwohnen wo jemand kommt und mit ihr etwes unternimmt bzw. auch sich unterhält mit ihr? "Ich meine hiermit aber nicht gesetzliche Bereuer, der wäre dafür unbrauchbar.


Dauernd Umziehen:
Wenn die Mieter euch rausdrängen, gibt es vielleicht keinen anderen Weg. Ansonsten, probiert mal, euch dem zu verweigern, anstatt durch Umzugsflucht einen Kreislauf der Panik im Gang zu halten. Es ist doch wohl besser, es kommt kurzfristig soweit dass eine häufigere Klinikeinweisung hilfreicher sein kann.
So weh mir es hier auch tut darauf zu verweisen als Psychiatriebetroffener (Ich war auch Angehöriger einer Betroffenen, meiner damaligen Frau).


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PDF-Datei -Leitfaden zum runterladen.
Ein 40-seitiger Leitfaden des Icarus Projects und des Freedom Centers, zweier Betroffenen-Gruppen aus den USA, versammelt vielfältige Informationen und die wichtigsten Lehren über das Reduzieren und Absetzen von Psychopharmaka inklusive

Informationen über Mood Stabilizern, anti-psychotische Arzneimittel, Anti-Depressiva, Beruhigungsmittel, die damit verbundenen Gefahren als auch Nutzen, Wege zum Wohlbefinden, Psychopharmaka-Entzug, Informationen für Leute, die ihre Medikamente weiterhin nehmen wollen, einen ausführlichen Abschnitt von Hilfsquellen und vieles mehr

Hauptseite:
http://www.paranu...seite=news

Direkt zur Downloadseite:
http://theicarusp...hopharmaka

dort der Downloadlink:
http://theicarusp...Online.pdf

Tipp, beim angelankten Downloadlink; mit rechter Maustaste drauf, "Ziel speichern unter"
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Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 25.03.2010 09:21
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Tochter
Moin,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

Zunächst; 22 Jahre psychotisch oder nur 3 Monate, ist gleichermaßen nichts ungewönliches. Auch nicht eine Wiederholung nach langer Zeit.

Ja klar - damit wollte ich nur erklären, warum wir echt nicht mehr können...

Für euch selbst könnt ihr etwas tun, und solltet es unbedingt, so wie du es beschreibst. Da hilft eher Gesprächs- oder Angehörigengruppen.

Das haben wir schon versucht und sicherlich hilft es, mal alles "loszuwerden", zu hören, dass auch andere ähnliche oder sogar noch schlimmere Probleme mit ihren erkrankten Angehörigen haben, doch nach den ganzen Jahren holt der Alltag einen einfach immer wieder ein und man selber ist eben nur noch ein Nervenbündel... und der Körper zeigt deutlich, dass das Maß voll ist. Man hat einfach keine Lebensqualität mehr... weder meine Mutter, noch mein Vater.

Langzeiteinnahme von Medikamenten erfordert einen gelegentlichen wechsel der Preparate.

Meine Mutter bekommt schon seit mehr als 15 Jahren Risperdal (durchgängig).

Oder sie müssen vorübergehend verringert werden, dazu wird zumeist ein Klinilaufendhalt nötig (heißt dann acu Medikation einstellen).

Eben - ich dachte auch, dass in der Klinik eine Neueinstellung erfolgt, aber sie bekommt die gleichen Medis... ein Mittel ist dazugekommen, zeigt aber eigentlich nicht wirklich Wirkung, leider.

Abgesehen von Nebenwirkungen der Psychopharmaka wäre meine Frage, wie ist der Zustand ohne Medikamente.

Das weiß ich nicht, weil meine Mutter seit 20 Jahren Psychopharmaka bekommt. Noch nie wurden diese abgesetzt, weil sie eigentlich auch nie wirklich Symptomfrei gewesen ist.

Manche können aus nicht-erklärlichen Gründen, aber auch aus vermutlichen Gründen nicht ohne auskommen. Bei den meisten wird eine Dämpfung erreicht (ist aber auch nicht das Wahre im Leben).

Ganz genau... es ist nicht das Wahre. Ach meine Mutter leidet. Sie spricht sehr offen darüber, wie sie ihre Krankheit erlebt, was naütrlich auch gut ist und uns vielleicht auch so lange hat durchhalten lassen?

Nun weiss ich nicht wie die Schwankungen bei deiner Mutter ist. z.B periodische Zeitspanne des gefestigten Zustandes.

Ich kenne eigentlich keinen wirklich gefestigten Zustand...

Bei der Frage, ob Medis überhaupt helfen betreffend deiner Mutter, kommt der Gedanke ob dieser Arzt aufmerksam genug ist um anzeichen eventuell von Veränderungen zu erkennen? Ist sie häufig genug dort? Besucht sie Gruppen u. oder andere Ablenkungen, in einer beruhigten Pfase?

Sie ist nach 20 Jahren erstmalig wieder im KH. Sie hat sich immer dagegen gewehrt. Darum bin ich ja so froh, dass sie nun den Schritt gewagt hat und sie sich auf wohl auf Station fühlt. Nur - ich sehe keinen wirklichen Erfolg. Sie ist sicherlich erst einmal etwas ruhiger und entspannter geworden, doch es fängt bereits an, dass ihre Zimmernachbarin sie beeinflussen will. Ich habe es auch dem Stationspsychologen mitgeteilt, in der Hoffnung, dass sie merken, die Medis helfen nicht wirklich.

Wie ginge es mit einer Einzelfallhilfe oder betreutes Einzelwohnen wo jemand kommt und mit ihr etwes unternimmt bzw. auch sich unterhält mit ihr? "Ich meine hiermit aber nicht gesetzliche Bereuer, der wäre dafür unbrauchbar.

Das lehnt sie komplett ab.

Vielen Dank auch für die Links, das werde ich mir in Ruhe durchlesen.

Ich muss gestehen, so langsam gebe ich die Hoffnung auf, dass meine Eltern ihr Rentendasein genießen können. Frown
Ich habe so sehr auf das KH und eine gute Medieinstellung gehofft.

Dauernd Umziehen:
Wenn die Mieter euch rausdrängen, gibt es vielleicht keinen anderen Weg. Ansonsten, probiert mal, euch dem zu verweigern, anstatt durch Umzugsflucht einen Kreislauf der Panik im Gang zu halten. Es ist doch wohl besser, es kommt kurzfristig soweit dass eine häufigere Klinikeinweisung hilfreicher sein kann.

Ja, ich hoffe auch sehr, dass meine Mutter jetzt öfter ins KH geht, wenn es eskaliert.... einfach, damit sie "raus kommt" und sie sich wieder beruhigen kann.

So weh mir es hier auch tut darauf zu verweisen als Psychiatriebetroffener (Ich war auch Angehöriger einer Betroffenen, meiner damaligen Frau).

Klar tut es weh, doch wie soll man sonst helfen...??? Es ist ja auch irgendwann mal eine finanzielle Frage...

Viele Grüße!
 
Nase im Wind
Tochter schrieb:
Moin,

Vielen Dank auch für die Links, das werde ich mir in Ruhe durchlesen.
Ich muss gestehen, so langsam gebe ich die Hoffnung auf, dass meine Eltern ihr Rentendasein genießen können. Frown
Ich habe so sehr auf das KH und eine gute Medieinstellung gehofft.


Hallo
Ohne Experte zu sei, habe ich schon den Gedanken andere Psychopharmaka zu versuchen, falls ähnliche vorhanden, einen Versuch wert ist. Ja, dass würde ich unterstreichen.

So viel Jahre auf Medikation; Einige schaffen trotzdem davon wegzukommen. Man kann jedoch nicht vom eiinem auf den anderen Betroffenen schließen. Muss jedenfalls ein großer Wille desjenigen sein. Ich persönlich würde langfristige reduzierung in Betracht ziehen. Dazu braucht man zumindest einen augeschlossenen Arzt oder als unterstüzender einiges Wissen angeeignet haben.
Mit der Wirkungseise der Psychodrogen kenne ich mich nicht so sehr aus (ist auch lange her), und ich von vorn herein, Allein, alles getan habe diese Dinger loszuwerden. Meine Situation war aber auch nicht so brenzlich. Würde es mir aber zutrauen jemanden den ich gut kenne, dabei unterstützen zu können.

Diese Situation ist besonders Schwierig, oder verzwickt. Als jemand von Außen kann ich nur vorsichtig mitüberlegen.
Einen Punkt den ich immermal anspreche wenns sichergibt; Manchmal muss eine Klare Grenze aufgezeigt werden. Wenn sie sich garnicht eingrigt und euch persönlich etws Unterstellt, dann auch mal wirklich die mieinung sagen. Das könnt nur ihr abschätzen. Mit Smthadschuhen zu jeder Zeit bringt sie nicht zur Besinnung. Damit gibt es eine Chance.

Ich verstehe die Befürchtung, dass noch mehr Vertrauen ihrerseits verloren geht. Nur, auch ihr könnt nicht immer alles so hin nehmen. Es ist gut zur gegebenen Zeit ein Klares Wort zu reden. "Psychisch erkrankt sein" ist kein Freibrief. Es nützt wenig ihr ihre Wahrheit ausreden zu wollen. Das verfestigt die Vorstellung. Seid wie ihr seid, wenn Wut eich zu groß ist muss es gsagt werden. Ich halte nicht viel von vorwürfe machen, aber in der Wut dar man das auch mal.

Es hört sich wie ein Experiment an, ist eigentlich auch eines; Wenn das eine nicht hilft, mus gelegentlich eine andere herangehensweise her. Den Ausgang kann keiner vorhersagen. Methoden kann ich natürlich nicht empfehlen, höchsten eventuelle Möglichkeiten oder Warianten.

Wenn nichts helfen sollte, könnt ihr sie nur lassen. Notfalls Konsquenzen (auch schmerzhafte) ziehen. Vieleicht auch ein unfreiwilliger Klinikaufenthalt. Abrenzen muss sein, "bei aller Liebe - oder gerade deshalb".

Eines sollt ins Blut übergehen, auch zum eigenen Schutz der Nerven;
die Wahrheit des Anderen wirklich als seine Überzeugung zu akzeptieren. Das mitunter schwehrste ist, möglichst Unterstellungen oder Ähnliches nicht sich zu sehr zu Herzen nehmen. In ihrem Zustand ist dies keine persönliche Sache - Von ihrer Seite allerdings vermutlich schon.

Unabhängig von eurem Mitbetroffen seiens, muss sie ein Stück ihrer Überzugung leben können. Es ist eine Welt in der sie lebt, und in der sie sich auskennt. Für mich nehme ich inanspruch ein Recht darauf zu haben leiden zu dürfen (Meinerseits steckt dahinter die Chanze, daran zu wachsen).

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 26.03.2010 07:09
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Tochter
Hi,
entschuldige bitte, dass ich erst heute antworte, doch ich bin einfach nicht dazu gekommen.

Schizofred schrieb:
Ohne Experte zu sei, habe ich schon den Gedanken andere Psychopharmaka zu versuchen, falls ähnliche vorhanden, einen Versuch wert ist. Ja, dass würde ich unterstreichen.

Ich denke auch, es wäre einen Versuch wert... na mal schauen, was die Ärzte im KH jetzt machen. Angesprochen habe ich das Thema und auch begründet. Sie wollten das klären....

So viel Jahre auf Medikation; Einige schaffen trotzdem davon wegzukommen. Man kann jedoch nicht vom eiinem auf den anderen Betroffenen schließen. Muss jedenfalls ein großer Wille desjenigen sein. Ich persönlich würde langfristige reduzierung in Betracht ziehen. Dazu braucht man zumindest einen augeschlossenen Arzt oder als unterstüzender einiges Wissen angeeignet haben.

Meine Mutter ist eine sehr willensstarke Frau - ich traue es ihr zu.

Diese Situation ist besonders Schwierig, oder verzwickt. Als jemand von Außen kann ich nur vorsichtig mitüberlegen.
Einen Punkt den ich immermal anspreche wenns sichergibt; Manchmal muss eine Klare Grenze aufgezeigt werden. Wenn sie sich garnicht eingrigt und euch persönlich etws Unterstellt, dann auch mal wirklich die mieinung sagen. Das könnt nur ihr abschätzen. Mit Smthadschuhen zu jeder Zeit bringt sie nicht zur Besinnung. Damit gibt es eine Chance.

Genau das meine ich - man hat irgendwie ständig Angst, etwas falsch zu machen, nur womit hilft man ihr mehr?

Ich verstehe die Befürchtung, dass noch mehr Vertrauen ihrerseits verloren geht. Nur, auch ihr könnt nicht immer alles so hin nehmen. Es ist gut zur gegebenen Zeit ein Klares Wort zu reden. "Psychisch erkrankt sein" ist kein Freibrief. Es nützt wenig ihr ihre Wahrheit ausreden zu wollen. Das verfestigt die Vorstellung. Seid wie ihr seid, wenn Wut eich zu groß ist muss es gsagt werden. Ich halte nicht viel von vorwürfe machen, aber in der Wut dar man das auch mal.

Danke!
Ich habe auch die Befürchtung, wenn man immer "ja" sagt, dann wird ihre "Welt" ja noch realer...
Manchmal erträgt man die Beschimpfungen wirklich nicht mehr und dann eskalieren auch mal Situationen - ist wohl menschlich.

Es hört sich wie ein Experiment an, ist eigentlich auch eines; Wenn das eine nicht hilft, mus gelegentlich eine andere herangehensweise her. Den Ausgang kann keiner vorhersagen. Methoden kann ich natürlich nicht empfehlen, höchsten eventuelle Möglichkeiten oder Warianten.

Ja klar - doch ich bin einfach dankbar für jede ehrliche Meinung. Was dann bei uns paßt, da muss ich natürlich schauen. Ein Erfahrungsaustausch kann einem auch wieder Kraft geben.

Eines sollt ins Blut übergehen, auch zum eigenen Schutz der Nerven;
die Wahrheit des Anderen wirklich als seine Überzeugung zu akzeptieren. Das mitunter schwehrste ist, möglichst Unterstellungen oder Ähnliches nicht sich zu sehr zu Herzen nehmen. In ihrem Zustand ist dies keine persönliche Sache - Von ihrer Seite allerdings vermutlich schon

Das ist eben sehr, sehr, sehr, sehr schwer... und manchmal tut es sooo weh...
Sie sagt uns ja auch, sie möchte das nicht sagen, aber es kommt halt so aus ihr raus.

Unabhängig von eurem Mitbetroffen seiens, muss sie ein Stück ihrer Überzugung leben können. Es ist eine Welt in der sie lebt, und in der sie sich auskennt. Für mich nehme ich inanspruch ein Recht darauf zu haben leiden zu dürfen (Meinerseits steckt dahinter die Chanze, daran zu wachsen).

Alles klar, danke!
So habe ich es noch nicht gesehen.

Wünsche eine schöne Woche!
Viele Grüße!
 
Nase im Wind
Tochter schrieb:
Meine Mutter ist eine sehr willensstarke Frau - ich traue es ihr zu.

Genau das meine ich - man hat irgendwie ständig Angst, etwas falsch zu machen, nur womit hilft man ihr mehr?

Danke!
Ich habe auch die Befürchtung, wenn man immer "ja" sagt, dann wird ihre "Welt" ja noch realer...
Manchmal erträgt man die Beschimpfungen wirklich nicht mehr und dann eskalieren auch mal Situationen - ist wohl menschlich.

Das ist eben sehr, sehr, sehr, sehr schwer... und manchmal tut es sooo weh...
Sie sagt uns ja auch, sie möchte das nicht sagen, aber es kommt halt so aus ihr raus.

Alles klar, danke!
So habe ich es noch nicht gesehen.

Wünsche eine schöne Woche!
Viele Grüße!


Hallo,
O' je, meine entdeckten Schreibfehler sind mir ein bisschen peinlich. Wenn ich so am Thema bin vergesse ich diese zu korrigieren.
Im Forum müssen/ sollten wir uns nicht unter irgendwelchen Zeitdruck oder ähnlichem setzen. Ich antworte auch nicht immer sofort weil ich z.B manchmal zu-viel Abwechslung brauche. Aber ich verliere nichts aus den Augen.

Ich bedanke mich meinerseits. Mir geht es längst nicht mehr nur um Dirktbetroffene. Angehörige Betroffener werden immer noch zu sehr Allein und Außen-vor gelassen von Seiten der Ärzte oder Behördlich (es gibt kleine Fortschritte). Andererseits ergibt sich für einige eine Umstellung, da die Rechte u. Möglichkeiten Betroffener etwas gestärkt (endlich) worden sind.
Abgesehen von meinem Mitgefühl für jeden in der Situation, dass in meinen Worten seltener konkret zum Ausdruck kommt, soll für alle etwas herauskommen - das geht nur gemeinsam.


Wenn deine Mutter in Akutphasen Psychopharmaka nimmt, dann hat sie zumindest im Hinterkopf eine Vorstellung davon dass mit ihr selber etwas los ist. Wie du es beschreibst, erkennt sie also zwischendurch dass sie zu weit geht bzw. euch unrecht tut. Für euch ein wenig Erleichterung, und allgemein sehe ich darin eine Chance ins Hier und Jetzt zu kommen.

Am eigenen Leid wachsen, ist leicht gesagt; da geht's um den Sinn während dessen Erlebnisse u. Erfahrungen intern zu verarbeiten - diese haben einen Anteil der Situation. Das Muss man nicht bis in den Kern hinterfragen. Und nicht jeder gewinnt bewusst etwas aus seinem Leid für sich.
Meine Frau war ansprechbar während sie sich im Stimmen hören böser Nachbarn hinein steigerte. Sie begann dann zurück zu schümpfen. Bis zu einem Grad ließ ich sie, dann griff ich ein. Ich fragte sie mal ob ich sie da herausholen solle. Sie wollte es. Wenn es nicht so wäre hätte ich sie aber nicht tiefer hineingleiten lassen.

Ich glaube, ich hatte nicht oder nicht klar erwähnt dass du und dein Vater auch für euch selbst Luftveränderungen (sich etwas Gutes tun) verschaffen solltet soweit möglich. Deine Mutter lehnt Betreuungs- u. od. Gesprächsunterstützung ab. Ist ihr Recht - auch nach Rechtslage. Auf manche möglichen oder sicheren unliebsamen Überraschungen kann man sich einlassen.

Für meinen Onkel lag die Situation etwas anders. Er hätte seine Frau (Demenz erkrankt) nicht allein lassen können wegen verschiedener Gefahren. Auf den Gedanken sich Unterstützung zu holen um Bekannte wieder treffen zu können, kam er erst später.

Ich glaube, der Arzt hat keine leichte Entscheidung zu treffen falls die Medikation nicht nur umgestellt wird, sondern diese auch zu reduzieren versucht. Dies kommt weniger den Klinikärzten zu. Wäre aber ein Schritt in die richtige und Notwendige Richtung zum Umdenken.
Bei deiner Beschreibung des Verhaltens deiner Mutter, könnte meiner Ansicht nach, Medikation, entsprechend der jetzigen Gesetzeslage grundsätzlich "nicht" zwangs--angeordnet werden.


Nebenbei erwähnt aus meiner Betroffenen Sicht und aus Betroffenheit:
In Betroffenengruppen kommt immer wieder zu Tage, wie sehr Ärzte sich schwer tun, einige sogar vehement sich verweigern eine Reduzierung zu unterstützen oder beraten. Ein häufiges u. üblich angeführtes Argument für Medikation ist; Medikation diene der Nachltigkeit - einem späteren neuausbruch zu verhindern oder abzuschwächen.
Dies bleibt bisher zu "100 %" Glaube u. Spekulation. Für mich Klar, und unterstützend kommen diese Aussagen von verantwortungsbewussten Fachleuten die diese Behauptungen nicht weiterhin mittragen wollen.
Offizielle Statistiken gibt es nicht die im Einzelfall berechtigte Vermutung zur nachhaltigen Wirkung belegen könnten.

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Tochter
Moin und hallo,
so, nun finde ich endlich Zeit zum Antworten! Smile

Wenn deine Mutter in Akutphasen Psychopharmaka nimmt, dann hat sie zumindest im Hinterkopf eine Vorstellung davon dass mit ihr selber etwas los ist. Wie du es beschreibst, erkennt sie also zwischendurch dass sie zu weit geht bzw. euch unrecht tut. Für euch ein wenig Erleichterung, und allgemein sehe ich darin eine Chance ins Hier und Jetzt zu kommen.

Meine Mutter nimmt IMMER Psychopharmaka, seit 20 Jahren... in relativ geringer Dosis.
Sie weiß, dass sie krank ist, sie weiß, was sie sagt, aber sie sagt, sie kann es nicht verhindern... es muss einfach raus... Was soll man da machen, wie soll man reagieren?
Für uns ist das keine Erleichterung.

Inzwischen ist meine Mutter aus dem KH, die Medis sind gleich geblieben... und es fängt bereits alles wieder von vorne an. Ich muss gestehen, ich gebe jetzt auf, denn ich kann nicht mehr. Auch wir Gesunden haben ein Recht auf unser Leben, oder sehe ich das falsch?
Ich hatte sie gebeten, noch im KH zu bleiben bzw. danach an den Therapien der Tagesklinik teilzunehmen... sie braucht das nicht.

Meine Frau war ansprechbar während sie sich im Stimmen hören böser Nachbarn hinein steigerte. Sie begann dann zurück zu schümpfen. Bis zu einem Grad ließ ich sie, dann griff ich ein. Ich fragte sie mal ob ich sie da herausholen solle. Sie wollte es. Wenn es nicht so wäre hätte ich sie aber nicht tiefer hineingleiten lassen.

Wir können unsere Mutter, wenn es nicht eskaliert, auch "zurückholen"... nur - es kostet so viel Kraft und Nerven!!!

Bei deiner Beschreibung des Verhaltens deiner Mutter, könnte meiner Ansicht nach, Medikation, entsprechend der jetzigen Gesetzeslage grundsätzlich "nicht" zwangs--angeordnet werden.

Nein, meine Mutter ist ja soweit klar... sie ist weder für sich, noch für andere eine Gefahr... das hören wir seit Jahren!!

Ich möchte mich für deine Zeilen bedanken, sie haben mir Denkanstösse gegeben und mir auch geholfen.
Meiner Mutter kann man leider nicht helfen... dessen bin ich mir inzwischen bewußt - so hart, wie das klingen mag.
Ich habe auch eine Familie und die braucht mich.

Bis dann!
 
Nase im Wind
Tochter schrieb:
Moin und hallo,
Ich möchte mich für deine Zeilen bedanken, sie haben mir Denkanstösse gegeben und mir auch geholfen.
Meiner Mutter kann man leider nicht helfen... dessen bin ich mir inzwischen bewußt - so hart, wie das klingen mag.
Ich habe auch eine Familie und die braucht mich.
Bis dann!


Der Lebenspartner ist besonders in einer Zwickmühle. Muss aber auch wie jeder, mit seinen Entscheidungen leben. Es ist seine Entscheidung und geht nur ihn etwas an, soll nicht heißen das er allein damit bleiben muss. Garantiert ist es schwierig für ihn - "so, oder so". Für dich auch als Kind der Mutter auf der du keinen Einfluss hast - es laufen lassen musst wo du nicht viel tun kannst.

Lebe Du dein Leben, schau nach vorn und besinne dich auf das was du brauchst. Es ist egal ob jemand weiß was er tut und nicht verändern kann oder es nicht weiß, die Auswirkungen sind die gleichen. Wann immer du den Wunsch hast sie zu sehen oder wie es ihr geht, besuche sie. Ist's dir zu viel mit ihr, gehst du.
Sie muss mit sich und der Welt umgehen nach ihren Vorstellungen, und du brauchst "dein Umfeld". Wenn du sie erlebst und verärgert bist, oder anderes, sage es ihr. Mögliche Beteuerungen und Wunsch sich ändern zu wollen sind noch keine Taten. Ein gewisses entgegenkommen kannst du verlangen, ansonsten muss sie sehen wie sie Klar kommt mit dem was sich für sie ergibt.

Kein Besserwisser kann dir sagen was du zu tun hast. Gern wird gesagt; "ich in deiner Lage würde es so oder so machen". Niemand kann in deiner Lage sein, denn er müsste Du sein.

Bei allem Mitgefühl für meine Mutter („nur noch“ Mitgefühl).
Ich bin nicht umsonst vom Idealisten zum Individualisten mutiert. Mein Schutz vor meiner unverständigen Mutter war ein gewisser innerlicher und äußerlicher Abstand. Hätte ich mich z.B wie mein jüngerer Bruder darauf eingelassen jedes mal anzurufen wenn ich Zu-hause angekommen bin, säße ich damit in der Falle. Sie hätte es bei jeder Gelegenheit erwartet und mächtig genervt.
Als Kind kann man sich kaum wären, ich musste es lange Zeit mit ihr aushalten - und, es lernen müssen auszuhalten. Anderenfalls hätte ich mich heute, wahrscheinlich nicht in diesem wunderbaren Forum mit anderen austauschen können. Bin mir sicher, ich wäre Dauergast in der Psychiatrie geworden. Mein älterer Bruder, hat die Mutter nicht überlebt. Shock

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 07.04.2010 15:51
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Tochter
Hi Jonny,
es tut gut, deine Zeilen zu lesen, endlich fühle ich mich mal nicht schuldig, wenn ich auch mein Leben leben möchte... und nicht immer im Hinterkopf meine Mutter und ihre Probleme habe. Danke!

Ich habe ihr geholfen und unterstützt, wo ich konnte und sie hat jetzt auf halber Strecke wieder den Rückwärtsgang eingelegt... benötigt keine Betreuung, keine Therapie oder anderes.
Okay - sie hat sich entschieden und ich habe ganz klar gesagt, was ich davon halte.... seitdem ist Funkstille.

Ich genieße es!

Mit meinem Vater habe ich auch alles besprochen, er versteht und unterstützt meine Entscheidung. Das tut sehr gut!

Bis dann!
Die Tochter
 
Nase im Wind
Tochter schrieb:
Hi Jonny,
es tut gut, deine Zeilen zu lesen, endlich fühle ich mich mal nicht schuldig, wenn ich auch mein Leben leben möchte... und nicht immer im Hinterkopf meine Mutter und ihre Probleme habe. Danke!
Okay - sie hat sich entschieden und ich habe ganz klar gesagt, was ich davon halte.... seitdem ist Funkstille.

Ich genieße es!
Mit meinem Vater habe ich auch alles besprochen, er versteht und unterstützt meine Entscheidung. Das tut sehr gut!

Bis dann!
Die Tochter


Es tut mir gut zu lesen, dass ich vielleicht selbst etwas beitragen konnte,
gerade jetzt wo ich mich abfinden muss meinen Sohn möglicherweise nie mehr wiedersehen zu können.
Er ist jetzt in einem Kinderheim gelandet. Da er sehr unter dem Einfluss seiner psychisch kranken Mutter steht hat er wohl Angst vor mir, was aber nicht der Realität entspricht.
In diesem Heim hat es eher eine Chance seinen eigenen Weg zu gehen.
In den nächsten Tagen werde ich Klar zum Ausdruck bringen, dass ich nicht versuchen werde irgendeinen Kontakt zu ihm herstellen werde solange er es nicht möchte. Lebe hat manchmal seinen Preis, doch den zahle lieber als einem Menschen den Weg zu verspeeren.


Es ist auch schön zu lesen das hier die Angehörigen untereinander sich Austauschen. Gleichgesinnte die aktuell in ähnlicher Situation stecken können vermitteln das nicht nur wenige in einer solchen Situation sind, und einiges mehr.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 20.04.2010 23:57
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
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