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Psychopharmaka - Ja oder Nein oder gibt es etwas dazwischen?
Andreas
Psychopharmaka - Ja oder Nein oder gibt es etwas dazwischen?

Hallo Leute,

heute wurde ich auf einen wichtigen Teil aufmerksam gemacht, worüber es immer wieder in der "Szene" der Erfahrenen, der "Professionellen" aber auch im Bereich der Angehörigen starke Diskussionen gibt. Ich spreche vom Thema der pharmakologischen Therapie bei psychischen Störungen.

Immer wieder treffe ich auf dieses Thema, bislang aber ohne auf diesem Portal darüber einen Forenartikel verfasst zu haben. Dies möchte ich hiermit nachholen und zu einer Diskussion anregen.

Was spricht für eine pharmakologische Therapie?

Dafür spricht eine relativ rasche Verminderung der Symptome. Allerdings sollte diese Therapie eine gewisse Zeit lang durchgeführt werden, damit der Betroffene ein gewisses Maß an Stabilität erreicht. Dieser Zeitraum variiert bei jedem Betroffenen, er reicht von wenigen Jahren bis ein Leben lang.

Was spricht gegen eine pharmakologische Therapie?

Dagegen sprechen viele Dinge. Hauptsächlich aber eine verkürzte Lebenserwartung des Betroffenen durch die teils starken Nebenwirkungen der Psychopharmaka. Die verkürzte Lebenserwartung ist aber auch teils dadurch bedingt, dass die Betroffenen selbst meistens eine sehr ungesunde Lebensweise haben. So zum Beispiel rauchen viele Betroffene oder genießen regelmäßig Alkohol, ernähren sich ungesund (Fastfood, Fertigessen, übermäßiger Kaffeegenuss), haben keine ausreichende Bewegung. Dadurch sind Teilweise auch andere Krankheiten bedingt, die die Lebenserwartung drastisch reduzieren.
Ein anderer Aspekt der gegen eine psychopharmakologische Therapie spricht ist der Zustand permanenter Müdigkeit, aber auch das abgeschwächte Gefühlsleben worüber viele Betroffene klagen.

Was gibt es, das sowohl eine gute Therapie gegen die Symptome bildet, aber auch dass dafür sorgt, dass wir Betroffenen uns vom Gefühlsleben her wieder richtig gut fühlen und wieder selbstbestimmt am Leben teilnehmen können?

Aus eigener Erfahrung kann ich dafür die kognitive Verhaltenstherapie, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, empfehlen.
Seit ich mit meiner Therapie angefangen habe, haben sich sehr wichtige und grundlegende Dinge in meinem Leben verändert. So habe ich beispielsweise wesentlich mehr Abstand zu meinen Eltern erlangt, habe mich mit der Öffentlichkeit wieder angefreundet, bin zur Einsicht gekommen, dass die Gesellschaft nicht so schlecht ist, gehe mit „offenen Augen“ durch die Straßen und erkenne immer wieder und sehr häufig, dass ein gewisses Maß an Interesse der Gesellschaft an mir besteht.
Ich habe wieder angefangen ein fast „normales“ Leben zu führen, so beispielsweise kümmere ich mich wieder intensiver um meine Wohnung, ich sorge dafür, dass es mir gut geht, ich habe meine Ressourcen angefangen zu nutzen, habe neue soziale Kontakte aufgebaut und engagiere mich, neben meiner beruflichen Tätigkeit, ehrenamtlich. Weiterhin habe ich für mich die Natur entdeckt. Ich bin in der glücklichen Situation in einer Gegend zu wohnen, wo um mich herum sehr viel Natur vorhanden ist. So sind mehrere Seen inklusive Park bzw. Naturschutzgebiet in meiner direkten Umgebung zu finden. Wenn ich merke das ich beruflich oder privat zu viel Stress habe und überfordert bin, ziehe ich mich auch mal gern für kurze Zeit in die Natur zurück. So zum Beispiel habe ich an einem See eine spezielle Parkbank auf die ich mich gern setze und beobachte die Seevögel und lausche der Natur. So kam es zum Beispiel kürzlich vor, dass ich am See saß und einige „Haubentaucher“ im See schwammen. Einer von diesen „Haubentauchern“ hat mit seinem Schnabel seltsam geklappert. Dieses Klappern hörte sich wie ein Knattern an, daher habe ich diesen „Haubentaucher“ auf den Namen „Nick Knatterton“ getauft. So bietet die Natur uns Menschen nicht nur Ruhe, sondern auch Spaß. Daher ist meiner Meinung nach die Natur eine sehr große Ressource für uns Menschen, die wir wohl nicht mehr richtig zu schätzen wissen.

Weiterhin sind aber auch die schon erwähnten sozialen Kontakte und Gespräche mit anderen Menschen absolut wichtig für uns. Mit ihnen können wir Dinge besprechen, die wir sonst mit uns allein klären müssten und wahrscheinlich mehr oder weniger daran verzweifeln oder zumindest schwieriger bewerkstelligen. Daher ist es auch notwendig auf andere Menschen zugehen zu können und sich Anderen nicht zu verschließen.

Dies sind so meine Erfahrungen die ich in der letzten Zeit seit Anfang/Mitte 2008 gemacht habe.

Mit besten Wünschen und Grüßen
Andreas Liebke
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
admin schrieb:
Psychopharmaka - Ja oder Nein oder gibt es etwas dazwischen?

Dies sind so meine Erfahrungen die ich in der letzten Zeit seit Anfang/Mitte 2008 gemacht habe.

Andreas Liebke


Für psychopharmaka-Medikation sprächen die z.T unterstützende Wirksamkeit. Dagegen sprechen die z.T verherenden Nebenwirkungen.
Wegen der Nebenwirkungen (auch wenn nur die teoretische Gefahr bestünde) daef medikation unter keinen Umständen gegen den eigenen Willen verabreicht werden und nicht auf reinen Wunsch hin.

jeder hat das Recht zu bekommen ohne Psychopharmaka zu leben selbst wenn dies ein schmerzliches Leben bedeutet und sogar lieber inkauf nimmt das der dadurch sein eigenes Leben in Gefahr sieht, "wie ich z.B Meines". Es spielt keine Rolle ob jemand kompetent genug ist sich dafür zu entscheiden diese Gefahr auf sich zunehmen. Diese Entscheidung ist zu respektieren. "Ich habe das Recht auf meine weise zu scheitern".

Eine Ausnahme, dass Psy-Pharmaka eingesetzt werden können, bildet eine Momentsituation in der dies die bessere Lösung ist weil keine hilfreichere andre Möglichkeit bestehen kann. Es darf nur zum tatsächlichen Schutz des Betroffenen, und gegebenenfalls zum tatsächlichen Schutz der Beteiligten eingesetzt werden. Für diesen Fall sind sie als Medikament zu sehen, und können dann, "nur dann" allgemeingültig als Errungenschaft gewertet werden.

Aufbauende soziale Unterstützung und soziale Kontakte ist absolut vorrangig (mit oder ohne diese legalen Psy-Drogen nebenher).Damit ist nicht allein die verbale Kommunikation gemeint. Da gibt es noch anderes.

Was wird unter soziale Kontakte verstanden? ich verstehe darunter, dass Menschen auf dem ungefer gleichen Verständigungsniveau zusammenkommen. Nicht für jeden ergibt sich diese Möglichkeit im Kontaktversuch. Für mich zählt daher zunächst der wohlwollende Versuch einander zu unterstützen. Also einen wohlwollenden Versuch annnehmen. Dies ist eine gute Basis selbst zu genesen und zeigt soziale kompetenz die erforderlich ist um die Chance zu haben sein Leben wieder in den Griff zu bekommen (sich für das Wohl des anderen interessieren). Das ist keine Frage der Moral sondern des Herzens.

da mir verbale kommunikation mit kaum noch eine lösungsmöglichkeit für mein Problem bieten kann, muss ich mich auf eine andere Ebene begeben. Da geht es mehr darum den anderen einfach als Mensch wahr-u. anzunehmen. Die ist keine untere Ebend sondern eine tiefergehende. ich weiß schon lange das dies der eigentliche eg ist der mir wirklich noch helfen könnte.
die einzige andere Alternative für mich wäre, mich mit Psychpharmaka vollzudrönen oder die Welt der Lebenden (wie Menschen das so nennen) zu verlassen.
Mit den vielen persönlichen Grenzen der Menschen dieser Epoche gut umgehen zu können ist für mich schwierig, da ich bereit bin im Kontakt meine Grenzen aufzuheben aber disbezüglich kaum ein Gegenüber haben werde.
Meine Grenze liegt darin, nicht willens zu sein mein Leben auf illusioneres leben zu beschränken wie viele Menschen die anscheinend unveränderlich weitgehend auf Basis ihrer Illusionen leben. Vielleicht werde ich sehr alt oder nicht.

Eines Tagen, sobald offen und mit akzeptanz über den Tod und dem Sterben gesprochen werden kann, wird die Zahl derer die sich das Leben nehmen, sehr weit absinken. ... Ein Hoch auf da Jahr Dreitausend.

Jonny Wink
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Jule68
Hallo,

ich weiß einfach, dass mir meine Medis ermöglichen, die Probleme um mich rum besser zu ertragen, stabil zu bleiben und die Kraft zu haben, durch meine Arbeit Bestätigung zu erfahren.
Ich sehe an meinem Freund, dass er eigentlich auch Bestätigung durch eine Tätigkeit bräuchte, aber durch seine Umstände nicht in der Lage ist auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Stelle zu finden.
Wie ihr schon erwähnt sind wohltuende Sozialkontakte sehr wichtig. Dadurch, dass ich mich mit Medis zuschütte und stabil bin, bin ich in der Lage wohltuende Sozialkontakte zu halten und neue aufzubauen. Mein Freund wiederum ist durch die Umstände manchmal so schräg drauf, dass sich Leute eher zurückziehen als Beziehungen zu ihm zu pflegen. Er möchte gerne viele schöne Sozialkontakte, steht sich aber oft durch seine schräge Art selbst im Weg. Das macht mich oft sehr traurig.

Meine Erfahrungen sind, dass Medis teilweise erst ermöglichen, einen bereichernden Job auszuüben und wohltuende Sozialkontakt zu pflegen.

Liebe Grüße. Jule
 
Nase im Wind
Jule68 schrieb:
Hallo,



Meine Erfahrungen sind, dass Medis teilweise erst ermöglichen, einen bereichernden Job auszuüben und wohltuende Sozialkontakt zu pflegen.

Liebe Grüße. Jule


Hallo Jule
Da ich deien Freundnicht kenne, kann ich nur spekulieren. Vielleicht ist er jemand der von einer Therapiegruppe oder einer Selbsthilfegruppe mehr hätte. Es gibt gute Gründe Medikamente wegen verschiedener Nebenwirkungen meiden zu wollen. mancher will sich nicht dämpfen lassen. Vor- u. Nachteile abwägen - welcher Weg ist der richtige für mich?

Jonny
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Nase im Wind
Nase im Wind schrieb:
Vor- u. Nachteile abwägen - welcher Weg ist der richtige für mich?

Jonny

Meine derzeit schwierigen Lebensumstände und Bewältigen der Auswirkung ohne Medikation, bisher.
Es muss nicht immer Psychose sein um zu Psychopharmaka greifen zu müssen.


Vorwort: Wie immer rate ich weder ab noch zu, wenn es um die Entscheidung geht; Medikamente „Ja oder Nein“. Manchmal kann es sicher klug sein eine Selbsterhaltungsdosis zu nehmen. Für mich selbst jedoch immer mir Hinblick darauf, diese nach allen Regeln der Kunst möglichst wieder los zu werden bzw. abzubauen, sobald u. soweit es möglich ist.

Damals als ich zeitweilig psychotische Zustände hatte nahm ich noch keine Medikation (erst viel später wegen Schlafstörungen). Allerdings fand dieses Psychoseerleben im Verborgenen statt, und nicht durchgängig (Am Tage war alles wie immer).


Die eigene Wohnung ist als Rückzugraum gedacht. Doch das ist in diesem Haus nicht möglich.
Ca. Seid ein halbes Jahr nachdem ich im Jahr 2000 in diese Wohnung einzog bin ich immer wieder und häufig von Mietern umgeben die nichts anderes zu tun haben, sowohl am Tage als auch nachts extrem laute Musik zu hören, wobei volles auf-drehen der Bass-Lautsprecherboxen diese Lautstärke begleiten.
Mal ist es ein Mieter der unter mir einzog oder über mir, oder neben mir. Unzählige Beschwerden an die Wohnbaugesellschaft blieben ungehört. Im Gegenteil wurde mir nahe gelegt, nicht nur die Wohnung zu wechseln sondern möglichst auch die Wohnbaugesellschaft – ich bin der böse mit den Beschwerden.

Meine Erfahrungen und erlangtes Wissen haben mich bisher davor bewahrt selber durchzudrehen. Jemand der nicht gewöhnt ist ein steinigen Lebensweg gegangen zu sein, der hält das nicht aus – sicher nicht ohne Medikation.

Seit einigen Monaten wohnt jemand über mir der, wie die anderen, psychische Probleme zu haben und nichts mit sich anfangen zu können. Dieser scheint immer nur in den Kurzschlaf ein-zunicken und ist fast immer am rumpeln in der Wohnung. Sowohl Tagsüber als auch Nachts bis in den Morgenstunden ist dieser damit beschäftigt, Möbelstücke hin und her zu rücken, sie von einer Seite zur anderen zu stellen oder mit mit elefantenartigen Polter-Schritten durch die Wohnung zu fegen.

Meine einzige Chance, mein eigenes Programm zu hören und seinen Lärm in den Hintergrund zu bringen ist, selber meine Lautsprecher-boxen einzusetzen, Lautstärke und Bässe angepasst aufzudrehen, je nach dem wie laut der ist, um mich zu schützen.
Ist es ein Schutz? Nun, Ruhe bekomme ich nicht. Ich kann lediglich mit dieser Art der Gegenwehr gegen halten. Bisher habe ich die stärkeren Nerven, dennoch herrscht ein Krieg der zermürbend wirkt. Dieser Mieter scheint zwischenzeitlich immer wieder sich kurz in der Psychiatrie aufzuhalten (kann wohl gar nicht anders sein). In dieser Zeit konnte ich mich bisher regenerieren. Doch diesmal war es ein mehrwöchiger langer Kampf. Da ich derzeit wenig Aufgaben habe, bin ich ebenfalls häufig in der Wohnung, und somit der Situation voll ausgesetzt.

Jetzt ist dieser Mieter seid etwa sechs Wochen nicht in seiner Wohnung. Aber ich bin jetzt vorerst wirklich krank, denn es gelingt mir kaum mich zu entspannen und die ruhige Zeit für ausführlichen Erholungsschlaf zu nutzen. Ich bin innerlich dermaßen übermüdet, so dass ich kaum in der Lage bin in einem längeren Schlaf zu kommen.

In den ersten vier Wochen hatte sich mein Zustand nicht gebessert. Ich bin körperlich und geistig total übermüdet (Die Folgen sind einem Burnout-Syndrom ähnlich). Allmählich komme ich ein wenig wieder zumir. Ich konnte mich kaum noch konzentrieren, verstärkte Depression, und Entscheidungen treffen war ziemlich schwierig geworden. Zusätzlich ist durch meiner ohnehin empfindlicheren Emotionalität, die sich durch körperlich somatisches Unwohl-fühlen äußert, meine Entscheidungsfähigkeit bereits leicht herabgesetzt.
Das Problem ist hierbei sich aufzuraffen um Wichtiges zu erledigen und die mühsam zusammengeklaubte Frage, wie gehe ich der Reihe nach vor u. was mache ich zuerst. Ich bin so zerstreut und habe unentwegt viele Ideen zur gleichen Zeit die ich nur mit Mühe analysieren kann. - fast Erstaunlich ist, was ich noch leisten kann, aber trotzdem nicht wirklich ausreicht.


Nun, da sich mein Zustand ganz langsam zu erholen scheint denke ich, es hat sich für mich gelohnt anstatt zu Medikamenten zurückzugreifen, mich mit persönlichen Lösungswegen auseinander gesetzt zu haben. Ein bisschen Land scheint wieder in Sicht. Ich schließe eine eventuelle Medikation aber niemals aus sollte ich doch noch weiter zurückfallen weil diese Besserung gegebenenfalls nur kurz anhält. Im Moment bin ich soweit über den Berg wo ich nahe dran war mich für eine Medikation zu entscheiden.

Die meisten Menschen schmeißen schnell eine Tablette ein wen sie kurzfristig Kopfschmerzen haben. Ich habe solche Situationen mehrere tage und sogar Wochen durchgehalten und mir stattdessen intuitiv verschiedene Möglichkeiten der Kurzentspannung angeeignet. Dies hilft mir sogar in meiner jetzigen Situation, wenn auch nur sehr mäßig. Vielleicht bin ich deshalb im Augenblick, noch ohne Medikation ausgekommen.
Dennoch ist es bei mir zurzeit grenzwärtig darauf zu verzichten. Bisher bin ich zumeist gut damit gefahren etwas durchzustehen um daraus zu lernen. Es kann durchaus sein, dass es für einige keinen anderen Weg gibt als die Medikation, aber eines Tages vielleicht Möglichkeiten dass Fachleute auch für viele von ihnen neue Lösungswege in Form des Gesprächs und anders nutzen. Ich bin überzeugt, dass es solche Wege zu entdecken gibt, denn der Geist ist Grundsätzlich Ideenreich.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 19.05.2010 08:57
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Andreas
Hallo Jonny,

dass du für dich einen Lösungsweg gefunden hast finde ich toll. Ich denke aber, dass es für dich auch sehr wichtig ist, ab und an mal vor die Tür zu gehen und einen Spaziergang zu wagen. Allerdings muss ich auch ganz ehrlich sagen, dass im Moment das Wetter dabei nicht wirklich mitspielt.
Mir macht das anhaltende schlechte Wetter schon ganz schön zu schaffen. So hatte ich in den letzten Wochen das Gefühl, dass einige meiner Kolleginnen mich loswerden wollten. Dieses Empfinden habe ich eine ganze Weile ausgehalten und als es dann gar nicht mehr ging, habe ich das Gespräch mit den Kolleginnen gesucht. Wie sich dabei herausstellte, war die ganze Situation von mir vollkommen falsch wahrgenommen worden.
Da wir "Psychos" sehr empfindsame und sensible Menschen sind, sind Äußerungen, Gestiken und Mimiken der anderen Menschen uns gegenüber, die gar nicht mal böse gemeint sein müssen, schon fast so etwas wie ein Angriff auf uns.
Darübert bin ich mir nach diesem Gespräch bewusst geworden.
Und wieder mal, wie du auch schon geschrieben hast, war es das Gespräch, dass zur Lösung des Problems beigetragen hat.

Gespräche sind sehr wichtig, gerade für uns, da wir halt einige Dinge ganz anders wahrnehmen, als sie denn eigentlich gemeint waren.

In diesem Sinne,

viele Grüße
Andreas
Wir Menschen werden geboren um Fehler zu machen.
 
Web
Nase im Wind
admin schrieb:
Hallo Jonny,

dass du für dich einen Lösungsweg gefunden hast finde ich toll. Ich denke aber, dass es für dich auch sehr wichtig ist, ab und an mal vor die Tür zu gehen und einen Spaziergang zu wagen. Allerdings muss ich auch ganz ehrlich sagen, dass im Moment das Wetter dabei nicht wirklich mitspielt.

viele Grüße
Andreas

Hallo Andreas
Gefundene Lösungswege gelten eigentlich nur für die Aktuelle Situation, aber sind ein Teil dessen das zukünftig erneut verhelfen können Situationen zu meistern.

Ich bin nicht gerade wetterfühlig, trotzdem geht mir dieses unerwartet miese aprilartige Wetter, ausgerechnet im Mai, schon echt auf die Nerven. Das hat aber kaum Auswirkung auf meinen Wunsch raus zugehen oder zuhaue zu bleiben. die wenigen sonnigen Tage in letzter Zeit genieße ich von der Wohnung aus. hinaus getrieben hat es mich aber nicht. So ist es mit meinen depressiven Phasen.
Wenn ich aber draußen bin will ich draußen sein, und dabei ist mir das Wetter fast egal.
Ich weiß dieses an der frischen Luft zu sein, nur zu schätzen wenn ich vor die Tür gegangen bin. Dazu muss ich mich erst mühsam entscheiden. Leider brauche ich meistens einen Zielanlaufpunkt wo ich wirklich hingehen will. Das macht es für mich schwieriger vor die Tür gehen zu wollen.


Gespräche führen, sogar um den Preis einer unangenehmen Bestätigung, finde ich wichtig.
Die Grund-Reaktionen auf mein offenes Ansprechen einer Situation hat dazu geführt aus diesen Verein auszutreten. Bisher bin ich der Ansicht das dies richtig war. Ich habe für mich mehr Klarheit gewonnen.
Es zeigte sich, dass ich mit dem Mut sich der Umsetzung der aus der Satzung resultierenden Aufgaben anzunähern, weitgehend allein da stand.
Auch einige derer die sich mit den Themen auseinandersetzten sind dort ausgetreten, wie jetzt auch ich.
Nun ja, das geht bei einigen dort leider um einiges zu langsam für mich. Ich langweile mich ungern dort wo die Quelle für Neues ist, aber nicht genutzt wird.

Ich halte es für erforderlich Kollegen auf den eigenen Eindruck von ihnen anzusprechen wie du es tust. Dann hat man die Chance die Situation neu zu sehen. manche haben sich auf ihren Arbeitsplatz fest gebissen und scheuen die Konsequenzen die sie selber zu treffen haben falls deren Eindruck richtig wäre. Und das ist viel schädlicher.


Möchte noch auf die Kernfrage des Threads eingehen.
Ich bekräftige den Gedanken, nach allen Seiten offen bleiben; Es kam mal anderen Orts zur Aussage der Befürchtung, nicht äußern zu dürfen Psychopharmaka zu nehmen. Der Eindruck ist sicher übertrieben aber es ist gut so etwas auszusprechen.
Diese Befürchtung kann ich mir gut vorstellen da die Organisation Irren-Offensive lautstark massiv und einseitig gegen Psychopharmaka wettert, und leider andere die ohne solche Medis nicht auskommen, schräg ansehen.

Ja, es gibt und sollte immer etwas dazwischen geben. Wie sonst könnte in Erwägung gezogen werden im Notfall auf Psychopharmaka zurückgreifen zu können oder auf den Gedanken kommen darauf hinzuarbeiten Psychopharmaka abbauen zu wollen. Medikamente jeder Art dürfen nur als Notlösung gesehen werden, egal wie erfolgreich sie gelegentlich sind oder scheinen.
... Des Menschen-Wille ist sein Himmelreich.

Ich denke, dass in uns ein positives Erfahrungs-Vorwissen steckt, dass wieder aktiviert oder hervorgeholt werden kann. Bevor wir mit einer Chaotischen Welt oder z.B mit verunsicherten Eltern konfrontiert wurden war die Welt noch in Ordnung da von uns noch nichts verlangt wurde das dem natürlichen sozialen Zusammenleben extrem widersprach.

Eines Tages werden neue Konzepte gefunden werden wodurch auch Menschen im Gespräch besser erreicht werden an die bisher schwerer heran zu kommen ist damit sie mehr neue Möglichkeiten für sich entdecken und eher von den Psychopharmaka loskommen können. Davon bin ich überzeugt, und erscheint mir logisch - die Lösung ist in und verankert.
Wir sagen, niemand weiß warum einige nicht von den Medis loskommen können. Eigentlich gibt es eine ganze Menge Wissen, für dessen Umsetzung, um zu neuen Konzepten zu kommen, leider keine Zeit und kein Geld bereit gestellt wird. Jedes Gespräch ist Grundweg sinnvoll.

Jonny
Bearbeitet von Nase im Wind am 19.05.2010 21:16
Ein Liebender Mensch ist ein Glücklicher Mensch
 
Valentina
Ich bin sehr für eine medikamentöse Behandlung von Schizophrenie, es handelt sich schließlich nicht um eine Depression oder Verhaltensstörung, welche man therapieren kann. Meiner Meinung nach zumindest. Auch wenn das Gefühlsleben abnimmt, ist es doch besser, als das permanente Stimmenhören und die Unruhe und Anspannung, welche die Schizophrenie zumindest bei mir ausgelöst hat. Diesbezüglich wollte ich sowieso mal fragen, ob Ihr auch von Unruhe betroffen seid. Die kognitive Verhaltenstherapie ist sicher ein Beitrag, aber allein mit dieser Therapie ist einem Schizophrenen nicht geholfen, denke ich. Es müsste eine Kombination von Therapien sein. Ich muss dazu auch sagen, dass ich während meinen Psychosen permanent Stimmen höre, und auch deswegen für eine medikamentöse Therapie bin.
Bearbeitet von Valentina am 25.02.2016 10:32
 
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