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Sind Schizophreniekranke gefährlich?
Oft werden psychisch Kranke und insbesondere Schizophreniekranke von der Öffentlichkeit auch heute noch als unberechenbar, fremdartig und gefährlich eingeschätzt. Diese Einstellung hat sich in den vergangenen zwanzig Jahren zwar etwas abgemildert, aber sie ist nie ganz verschwunden. Verstärkt wurde die Angst vor psychisch Kranken in Deutschland vor allem durch die Attentate auf die Politiker Oskar Lafontaine und Wolfgang Schäuble im Jahr 1990.
Betrachtet man die wissenschaftliche Literatur zu diesem Thema, insbesondere die Umfangreiche Untersuchung der Psychiater Wolfgang Böker und Heinz Häfner aus dem Jahr 1973, ist die Angst vor psychisch Kranken insgesamt unberechtigt. Eine gewisse Vorsicht gegenüber Schizophreniekranken mit schweren Symptomen der akuten Krankheit ist allerdings immer angebracht.
Nur sehr wenige Schizophreniekranke werden gewalttätig. So geht von ausreichend behandelten Patienten keine Gefahr aus. Gewalttaten kommen fast nur bei unbehandelten oder unzureichend behandelten Patienten vor, bei denen schwere Wahnsymptome über längere Zeit bestehen. Wenn diese Patienten Angst haben und sich bedroht fühlen, wenn Stimmen ihnen befehlen, sich oder anderen etwas anzutun, muss mit gefährlichen Reaktionen gerechnet werden. Dann ist es erforderlich, dass die betreffenden Patienten möglichst schnell eine Behandlung erhalten, notfalls auch gegen ihren Willen (Zwangseinweisung in eine psychiatrische Klinik).

Quelle:

Hexal-Ratgeber Gesundheit
Psychosen

ISBN 3-576-10775-4
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