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Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener e.V.
Wir wollen eine andere Psychiatrie

Entstehung und Zweck

Seit 1992 den BPE (Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.), in dem sich jetzige und ehemalige Psychiatrie-PatientInnen zusammengeschlossen haben. In Berlin können wir auf eine lange Tradition der Selbsthilfebewegung Psychiatrie-Betroffener seit Anfang der 80er Jahre zurückgreifen und so entstanden im Laufe der Zeit viele unterschiedliche Gruppierungen. Im Dezember 2003 gründete sich die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Berlin. Im November 2004 wurde ein eingetragener Verein gegründet. Auf der Mitgliederversammlung im Januar 2005 wurde der Name geändert in Berliner Organisation Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener (BOP&P). Seit September 2005 sind wir anerkannte Landesorganisation des Bundesverbandes Psychiatrie-Erfahrener (BPE) e.V.
Zweck der BOP&P sind der Aufbau von Selbsthilfegruppen, Informations- und Erfahrungsaustausch, Öffentlichkeitsarbeit und die Vertretung Berliner Psychiatrie-Erfahrener und Psychiatrie-Betroffener auf allen Ebenen durch Entsendung von Delegierten.

Humanere Lebenbedingungen

Unsere Lebensbedingungen müssen humaner und die Hilfen für uns wirksamer werden. Wir fordern weniger Psychopharmaka, mehr Psychotherapien, aber auch selbst gewählte Unterstützungsmöglichkeiten auf nichtpsychiatrischer Basis und ihre Bezahlung durch die Krankekassen! Psychische Krisen und Ausnahmezustände sind nict nur medikamentös zu unterdrücken, sondern in ihrer Bedeutung wahrzunehmen, damit sie in Gesprächen u. a. verarbeitet werden können.

Wir fordern die Entwicklung sinnvoller Alternativen zur Pflege- und Betreuungsmentalität der herrkömmlichen medizinischen Psychiatrie, insbesondere auch Betroffenen kontrollierte und selbst verwaltete Projekte. Zwang und Gewalt erzeugen Angst, können aber wie Bevormundung und Verwahrung niemals Heilung bewirken und werden darum von uns abgelehnt. Wir fordern eine Psychiatrie, die von unseren Erfahrungen und von unserem Erleben im Zusammenhang mit unserer Lebensgeschichte ausgeht, die Dialog und Hilfe zur Verarbeitung der Inhalte der Krisen und Ausnahmezustände anbietet und unsere Bedürfnisse berücksichtigt. Wir wollen offen und unbefangen mit unserem Anderssein umgehen, die dadurch entstzehenden Reifungsmöglichkeiten nutzen und mehr Eigenverantwortung übernehmen.

Jeder von uns soll am gesellschaftlichen Leben und insbesondere am Erwerbsleben teilnehmen können. Niemand darf wegen seiner Psychiatrie-Erfahrung benachteiligt und diskriminiert werden.

Aufgaben und Ziele der BOP&P e.V.:

- Die Anliegen, Forderungen und Rechte der Psychiatrie-Erfahrenen in der politischen und allgemeinenÖffentlichkeit zur Geltung zu bringen. In diesem Sinne betreibt die BOP&P Lobbyarbeit für die von psychiatrischen Maßnahmen betroffenen Menschen unserer Stadt.

- Den Aufbau von Kontakt- und Informationsstellen zur Selbsthilfe zu fördern.

- Auf die gleichberechtigte Beteiligung der Psychiatrie-Erfahrenen und Psychiatrie-Betroffenen an der Planung, Entwicklung und Realisierung von Maßnahmen, Einrichtungen o. ä. im Bereich der Psychiatrie hinzuwirken.

- Wege zum Verzicht auf jegliche staatliche, "therapeutische" und psychiatrische Gewaltanwendung zu initiieren.

- Zur Verbesserung der rechtlichen, sozialen und ökonomischen Stellung und Rehabilitation von Psychiatrie PatientInnen und ehemaligen PatientInen beizutragen.

- Zum Abbau von Vorurteilen ihnen gegenüber beizutragen.

- Existenzsichernde und arbeitsfördernde Leistungen zu erwirken.

- Aufklärung und Information über Möglichkeiten, Grenzen und Risiken psychiatrischer Behandlung zu leisten.

- Möglichkeiten zur Vorbeugung psychischer Krisen zu entwickeln.

- Über die Rechte der PatientInnen zu informieren und dazu beizutragen, dass sie gewährt und wahrgenommen werden.

- Anlaufstelle für Beschwerden von ehemaligen und jetzigen PatientInnen zu sein und ihnen nötigenfalls juristische Hilfe zu vermitteln.

- Für eine großzügige Entschädigung aller durch psychiatrische Behandlung Geschädigten einzutreten.

- Interessenvertreterin zu sein für diejenigen, die durch psychiatrische Maßnahmen mundtot sind.

- Auf die längst überfällige Aufarbeitung der NS-Psychiatrie-Verbrechen hinzuwirken und die Rehabilitierung ihrer Opfer einzufordern sowie dem Wiederaufleben der Denkweise vom "lebensunwerten Leben", wie sie z. T. in der Genforschung zunehmend in den Vordergrund gerückt wird, entgegenzuwirken.

- Bei der Aufarbeitung von Verfolgung mit Hilfe der Psychiatrie aus weltanschaulichen Gründen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und der Rehabilitierung ihrer Opfer mitzuwirken.

- Für die Einrichtung von Ombudsstellen in der Psychiatrie einzutreten. Diese Ombudsleute sollen nach Möglichkeit Psychiatrie-Erfahrene sein.

Kontakt:

Postanschrift:
BOP&P e.V.
Belziger Str. 1
10823 Berlin (Schöneberg)

Internet: www.bpe-online.de/bopp.htm

E-Mail: boppev@web.de
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Thomas Riesner , 22.04.2017 16:49:03

Ich finde diesen Artikel sehr gut. Gruß Thomas Riesner

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