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Erfahrungsbericht von Andreas Liebke
Erfahrungsbericht

Hallo,

mein Name ist Andreas Liebke, ich bin selbst Betroffener und möchte Euch hier schildern wie bei mir alles begann, wie der Verlauf bei mir war und wie es mir heute geht.

Ich bin gelernter Werkzeugmacher, hab mich aber schon während meiner Ausbildung und darüber hinaus zum CNC-Programmierer weitergebildet und auch als solcher gearbeitet. Alles begann Anfang des Jahres 1999, ich war schon mehrere Jahre als Programmierer angestellt, als ein Kollege im Zuge eines Konfliktes mit meinem Arbeitgeber fristlos kündigte und eine Woche später mein zweiter Kollege einen schweren Unfall hatte. Ich war also relativ schnell und in kurzer Zeit in der Firma auf mich allein gestellt. Meine Hoffnung lag nun darin, dass mein Arbeitgeber schnell einen neuen und geeigneten Kollegen findet, welche aber vergeblich war, wie sich schnell herausstellte. Es war an mir die Firma aufrecht zu halten, die Verantwortung war sehr hoch und um die Aufträge erledigen zu können hab ich Überstunden gemacht. Ich habe teilweise bis zu 16 Stunden pro Tag und samstags sowie sonntags gearbeitet, doch es war nur ein Wunsch dadurch die Aufträge erledigen zu können. Realität war, die Aufträge stapelten sich und es wurde immer mehr und mehr und ich wusste nicht mehr wie ich alles bewältigen sollte, mir wuchs sprichwörtlich alles über den Kopf. Zum Ende des Sommers 1999 stellte dann mein Arbeitgeber doch einen neuen Kollegen ein, und es war an mir ihn einzuarbeiten, was eine zusätzliche Belastung für mich war, da ich mich ja nicht so intensiv um meine Aufträge kümmern konnte, und der neue Kollege mehr oder weniger nur ein Hilfsarbeiter war, da er die Maschinen nicht programmieren konnte, und ich ihm alles einrichten musste. Dadurch haben sich meine Überstunden auch nicht reduziert, der Druck stieg weiter an und meine Verzweiflung auch, bis zu dem Punkt, als denn dem neuen Kollegen Ende 1999 fristlos gekündigt wurde und ich wieder allein war. In der Zeit, als der neue Kollege bei uns arbeitete habe ich durch ihn eine junge Frau kennen gelernt und mich mit ihr angefreundet. Als dem neuen Kollegen gekündigt wurde traten bei mir schon seltsame Gedanken auf. Ich war davon überzeugt, dass der neue Kollege nicht mit mir arbeiten wollte und er mich nicht leiden konnte, obwohl ich mich auch mit ihm, in der Zeit als er bei uns arbeitete, angefreundet habe. Im Januar 2000 kamen mir immer mehr seltsamer Gedanken, ich trieb regelmäßig 2 mal die Woche Sport (Volleyball und Badminton). Als ich abends zum Volleyballtraining fuhr saßen meist junge Mädchen in der Sporthalle auf der Treppe, meine Gedanken als ich bei ihnen vorbei ging waren "Was wollen die von dir, warum schauen sie dich so komisch an?". Auch schon auf der Fahrt zum Training fühlte ich mich verfolgt und bin dementsprechend rasant gefahren. Ich war nun endlich im Umkleideraum und stellte fest, dass mein T-Shirt nicht sauber war und bin wieder Richtung Heimat gefahren, als ich nun die Treppe in der Sporthalle wieder hinunter ging (nur einige Minuten später) waren die jungen Mädchen weg und ich dachte mir "War das ein Empfangskomando?". Ich bin nicht direkt zu mir nach hause gefahren, ich bin erstmal, da es noch früh war, zu meiner Schwester gefahren. Bei meiner Schwester angekommen hat mich meine Nichte gefragt, ob ich einen Internetanschluss hätte. Diese Frage kam mir sehr komisch vor, zumal meine Nichte wusste, das ich einen Internetanschluss habe. Als ich dann von der Wohnung meiner Schwester zu meinem Auto ging fuhr ein anderes Auto an mir vorbei, und der Fahrer schaute mich an. Ich dachte mir nur "Oh mist, jetzt wissen "Die" wo meine Schwester wohnt.". Dementsprechend besorgt bin ich nach hause gefahren. Auf dem Parkplatz bei mir zu hause angekommen bemerkte ich ein anderes Auto, das die Lichter ausschaltete, als ich mein Auto abstellte. Meine Gedanken waren, "Mist, jetzt sind "Sie" hier und wollen mich umbringen.". Ich habe sofort mein Auto wieder gestartet und bin in ein verwinkeltes Wohngebiet gefahren, hab mich dort versteckt und einige Zeit später hab ich mich getraut wieder nach hause zu fahren. Schon am Tag, als ich in der Firma war, hörte ich eine junge Katze wie sie traurig schrie, meine Gedanken waren "Du musst die junge Katze finden und ihr unbedingt helfen.". Ich fand sie aber nicht und hatte auf einmal Schuldgefühle, meine Gedanken waren "Ich bin ein Schwein, ich bin schlecht für meine Umwelt, kein Wunder das mich niemand mag.". Ich hatte also totale Minderwertigkeitskomplexe, obwohl sie eigentlich unbegründet waren, aber sie führten mich zur Überzeugung ich hätte telepathische und telekinetische Kräfte und könnte mich nur über Gedanken mich mit der Freundin unterhalten. Bei diesen telepathischen Gesprächen sagte sie mir, dass sie in Gefahr sei, sie sei verschleppt worden von meinem neuen Kollegen, oder mein Arbeitgeber würde sie zur Prostitution zwingen. Das war dann die Zeit, Anfang Februar 2000, wo ich nicht mehr in die Firma fuhr, weil ich Angst hatte und auch davon überzeugt war, dass die Frau meines Arbeitgebers eine Hexe sei und meine Gedanken beeinflussen würde. Ich traute mich schlicht nicht mehr in die Nähe der Firma. (Auch heute noch, 2006, hab ich Probleme in die Nähe dieser Firma zu fahren.)

Am 5.2.2000 war es dann so weit, vormittags hab ich meinen Cousin angerufen, er ist Polizist, und wollte mich erkundigen wie ich vorgehen muss um eine Strafanzeige wegen einer Entführung zu stellen. Ich habe ihn leider nicht sofort erreicht, stattdessen hatte ich meine Tante am Telefon, ich habe geweint am Telefon und meine Tante fragte mich ob etwas mit meinen Eltern passiert sei, sie war im ersten Moment geschockt. Dann hab ich ihr den Sachverhalt erklärt und das ich mich nur erkundigen wollte was ich zu tun hätte um eine Strafanzeige zu stellen. Einige Zeit später rief dann mein Cousin zurück und meinte ich solle mich an mein zuständiges Polizeirevier wenden. Wieder einige Zeit später bin ich dann zu meinem Auto gegangen und wollte zum Polizeirevier, auf dem Weg zum Auto traf ich meinen Vater. Er fragte mich wo ich hin möchte, ich sagte "zur Polizei", darauf mein Vater "geh mal erst zu uns nach hause, Mutti wartet schon.". Daraufhin bin ich erstmal zu meinen Eltern gefahren und habe ihnen alles erzählt, den ganzen Sachverhalt, es muss wohl so plausibel gewesen sein, dass meine Eltern nur noch meinten "Andreas, wo bist du da hinein geraten?". Meine Eltern müssen gemerkt haben, dass ich förmlich außer mir war und haben meinen Blutdruck gemessen, welcher extrem überhöht war. Daraufhin haben sie mir eine Beruhigungstablette gegeben und ich habe mich etwas hingelegt. In dieser Zeit ist mir bewusst geworden, dass ich auf Grund meiner telepathischen Kräfte Schuld bin am Tod meines Onkels. In dieser Zeit haben meine Eltern mit einem Facharzt telefoniert und ihm alles erzählt, worauf er meinte, meine Eltern sollten versuchen mich davon zu überzeugen mich in eine Klinik (St.-Joseph-Klinik Weißensee) zu begeben. Ich stand also wieder auf, meine Eltern haben nochmals mit dem Facharzt telefoniert, sie meinten ich solle mich mal mit ihm unterhalten. Ich war während des Gespräches sehr durcheinander und ich wusste auch nicht was mit mir los war, ich habe nur noch geweint. Als das Gespräch mit dem Facharzt beendet war hab ich meinen Eltern von den Gedanken erzählt, die ich hatte, als ich lag (ich sei Schuld am Tod meines Onkels). Meinem Vater standen die Tränen in den Augen, ich habe vorher meinen Vater nie weinen gesehen. Dann meinten meine Eltern, dass meine Schwester vorbeikommen würde, ich hatte sofort Angst um sie und habe meine Schwester angerufen und gesagt, dass sie sehr vorsichtig über die Straßen gehen solle und das sie aufpassen soll, was um sie herum passiert, da "Die" ja wussten wo meine Schwester wohnt. Dann kam meine Schwester mit meinem Schwager zusammen bei meinen Eltern an, es war schon abends am 5.2.2000, ich fragte wo mein Neffe und meine Nichte sind, darauf sagte meine Schwester, sie seien allein zu hause. Meine Gedanken waren nur, dass die beiden Kinder in extremer Gefahr waren. Dann erzählte mir meine Mutter sie hätte eine Beule in der Tür an meinem Auto gesehen, dadurch dachte ich mir, das ich bei der rasanten Fahrt zum Volleyballtraining jemanden umgefahren habe und es nicht bemerkte. Plötzlich hatte ich auch noch Angst vor der Polizei. Dann fragten mich meine Eltern, ob ich ins St. Joseph Krankenhaus gehen würde, eine Klinik für Psychiatrie und Neurologie. Diese Frage habe ich positiv beantwortet, aber nicht weil ich wusste ich bin krank, ich habe mich dort einfach nur sicher gefühlt, weil ja nur meine Eltern und meine Schwester wusste wo ich bin. Auf dem Weg ins Krankenhaus habe ich meine Eltern noch gebeten mein Auto etwas von ihnen weg zu fahren, da "Die" sonst wüssten wo auch noch meine Eltern wohnen. Im Krankenhaus angekommen wurden wir darum gebeten einen Moment auf die Aufnahmeärztin zu warten. Während dessen führten Polizisten eine Frau ins Krankenhaus, ich habe sie gesehen und dachte mir nur, "Die Frau kenne ich nicht, was wollen die von mir?". Kurz darauf wurde ich von der Ärztin ins Behandlungszimmer gebeten, das war der Zeitpunkt, zudem ich mal einen klaren Blick hatte und habe ihr alles geschildert und meinte noch im nachhinein "es kommt mir alles wie Verfolgungswahn vor". Darauf fragte mich die Ärztin, ob ich mich etwas mit Psychologie auskennen würde. Mittlerweile war es 21:30 Uhr am 5.2.2000, als die Ärztin mich und meine Familie zu meiner Station brachte, wo schon ein Bett auf mich wartete. Ich wurde von den Diensthabenden Krankenschwestern in Empfang genommen und bekam irgendeine Kapsel, ich bin mir sicher, dass dabei die Schwester mir das Wort "Berg" ins Ohr geflüstert hatte. Das war für mich das Zeichen, dass meine Freundin übern Berg sei und das es ihr Gut geht. Dann zeigte mir die Schwester mein Zimmer, ich traute mich dort nicht hinein und blieb eine Weile davor stehen, die Schwester war inzwischen wieder im Schwesternzimmer. Einige Zeit später kam sie auf mich zu und fragte mich warum ich nicht im Zimmer sei, ich sagte "Ich traue mich dort nicht hinein.", dann öffnete die Schwester die Tür, schaltete das Licht ein und es lagen 2 Personen im Zimmer, es war ein 3-Bettzimmer. Ich legte mich auf das dritte Bett und tat so als ob ich schlafen würde, um nicht aufzufallen (ich schlief schon die ganze Woche vorher nicht). Ich dachte die beiden anderen im Zimmer sind Kriminalpolizisten und würden auf mich aufpassen. Als ich so lag und tat als ob ich schlafen würde hörte ich Tropfen vom Dach auf ein Blech fallen. Ich strengte meine Gedanken an und war davon überzeugt ich könne mit Kraft meiner Gedanken das fallen der Tropfen beeinflussen und tatsächlich, die Tropfen hörten auf zu fallen und ich ließ von meinen Gedanken ab, plötzlich fielen die Tropfen wieder aufs Blech. Das die Tropfen nur unregelmäßig fielen war mir nicht bewusst. Am nächsten Morgen fand ich ein Taschentuch in meiner Hosentasche, die Flecken darauf sahen aus wie Blut, ich wusste nicht wo das Taschentuch her kam und war überzeugt das mein Arbeitgeber mir einen Mord anhängen wollte, ich fing an zu weinen, war einem Zusammenbruch sehr nah, kauerte mich zu Boden, da kam ein Arzt vorbei und ich sagte ihm, das Taschentuch muss untersucht werden, von wem die Blutflecken sind, aber der Arzt ging vorbei und beachtete mich nicht. Dann haben die Schwestern mich zu sich gebeten und haben mit mir gesprochen, ich erklärte ihnen was so los ist und was ich dachte. Sie haben mich beruhigt und erklärten mir, dass das alles nicht so schlimm sei und es eine plausible Erklärung für alles gäbe. Ich bekam dann auch meine Medikamente, eine hohe Dosis Diazepam und Haloperidol, wodurch ich ruhiger wurde. Insgesamt war ich 13 Wochen auf dieser Station, 10 Wochen davon stationär und die restlichen 3 Wochen war ich Tagespatient. In dieser Zeit habe ich an verschiedenen Therapien teilgenommen, Ergotherapie, Maltherapie und Sporttherapie. Nach 4 Wochen Aufenthalt in der Klinik wollte ich nur noch nach hause, da ein ehemaliger Patient, mit dem ich in einem Zimmer war, Selbstmord beging. Ich viel in eine Depression und habe wieder angefangen zu weinen. Die Schwestern kümmerten sich rührend um mich, ich habe ja auch die meiste Zeit geschlafen und war auch sonst durch die Medikamente sehr ruhig. Mitte Februar hatte meine Schwester Geburtstag, ich habe Ausgang beantragt und er wurde mir auch genehmigt, ich musste nur um 18 Uhr wieder in der Klinik sein. Auf der Geburtstagsfeier meiner Schwester meinte sie nur, "Andreas, du bewegst dich ja wie in Zeitlupe!", mir war das so nicht bewusst, ich war aber auch sowieso ständig müde. Nach den 10 Wochen war ich dann, wie schon erwähnt, Tagespatient, das heißt so viel wie ich konnte nachmittags um 15 Uhr nach hause und musste am nächsten Morgen um 8 Uhr wieder in der Klinik sein, in der Zeit als ich in der Klinik war habe ich an den Therapien teilgenommen. Als ich dann nachmittags nach hause ging, habe ich Medikamente für den Abend mitbekommen. In der Klinik wurde ich dann auf 3mg Risperdal eingestellt, um mich stabil zu halten.

Nach den 13 Wochen Aufenthalt in der Klinik wurde ich dann entlassen, ich habe auch schon während meines Klinikaufenthaltes immer wieder gesagt, ich möchte so schnell wie möglich wieder arbeiten gehen. Ich habe mich in die Betreuung des Facharztes begeben, der meinen Eltern schon empfohlen hatte mich in die Klinik zu bringen. Mit ihm zusammen haben wir dann beschlossen mich mit Hilfe des Hamburger Modells wieder in die Arbeit einzugliedern. Während des Hamburger Modells war ich weiterhin Krankgeschrieben und bekam Krankengeld, mein Arzt fragte mich noch, ob ich 4 Stunden oder 5 Stunden arbeiten möchte, ich antwortete optimistisch "5 Stunden schaffe ich schon, das sei kein Problem.". Ich fing also wieder an zu arbeiten, was ich schon die ganze Zeit wollte. Irgendwann in dieser Zeit, wo ich am Hamburger Modell teilnahm kam mein Arbeitgeber auf mich zu und fragte mich, ob ich nicht wieder Überstunden machen könnte. Da kamen meine alten Gedanken wieder auf, ich habe das Hamburger Modell abgebrochen und mein Arbeitgeber hat mir gekündigt. Einige Monate später fuhr ich dann für 6 Wochen in eine Psychosomatische Klinik in den Schwarzwald zur Kur, vorher war ich aber noch beim Medizinischen Dienst meiner Krankenkasse, wobei festgestellt werden sollte, mich nach meinem Kuraufenthalt eventuell zu berenten. Die Kur war vorbei und ich wurde als krank entlassen. Während meiner Kur habe ich schon Pläne mit der Sozialpädagogin gemacht, eventuell eine Umschulung in Angriff zu nehmen. Sie empfahl mir einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen und mich an meinen zuständigen Sozial-Psychiatrischen Dienst zu wenden. Ich wurde am 9.1.2001 aus meiner Kurklinik entlassen, ich fragte meinen behandelnden Arzt wo hier der Sozial-Psychiatrische Dienst sei, er gab mir die Adresse und ich bin dort hingegangen. Ich erzählte ihnen von meinen Plänen eine Umschulung zu machen. Sie unterstützten meinen Entschluss und gaben mir einen Flyer von einem Bildungsträger in meiner Nähe. Ich erkundigte mich beim Bildungsträger nach den Angeboten und Voraussetzungen. Sie meinten ich brauche einen bewilligten Reha-Antrag um an den Kursen teilnehmen zu können. Also stellte ich einen Reha-Antrag bei meiner Rentenversicherung, der aber wurde abgelehnt mit der Begründung, eine Reha-Maßnahme würde für mich nicht in Frage kommen und würde mir auch nicht helfen. Glücklicherweise war ich aber beim Bildungsträger registriert worden und bekam einige Zeit später ein Angebot kostenlos an einem Kurs teilzunehmen, einzige Voraussetzung war ich musste Krankgeschrieben sein, da der Kurs vom Europäischen Sozial Fond getragen wurde. Das passte vollkommen, da ich ja noch Krankgeschrieben war. Also nahm ich am Kurs teil. Die Laufzeit des Kurses betrug 12 Wochen, während dieser Zeit hat meine Rentenversicherung mir einen Rentenantrag zugesendet, ich habe zusammen mit meinem behandelnden Arzt einen Widerspruch eingelegt, da ich ja wieder arbeiten wollte. Ich bekam von meiner Rentenversicherung daraufhin einen Brief, dass ich nicht das Recht hätte gegen die Berentung einen Widerspruch einzulegen. Dies geschah auch kurz vor meiner Aussteuerung bei meiner Krankenkasse, also stellte ich den Rentenantrag. Der Antrag wurde sehr schnell bearbeitet, nur wenige Wochen später hatte ich meinen Rentenbescheid. Meine Rente wurde rückwirkend zum 10.1.2001, also 1 Tag nach meiner Kur, bewilligt. Ich konnte jedoch den angefangenen Kurs beim Bildungsträger beenden. Auf Grund meiner Berentung habe ich mich beim Bildungsträger nach Ablauf des Kurses als Aushilfe im Sekretariat beworben. Diese Bewerbung wurde leider abgelehnt. Einige Monate später meldete sich meine damalige Kursleiterin bei mir und fragte mich, ob ich im Sekretariat aushelfen könnte, da die Kollegin krank geworden ist. Ich habe dieses Angebot natürlich dankend angenommen. Als diese Tätigkeit beendet war meldete sich einige Zeit später die Kursleiterin wieder und fragte mich ob ich nicht noch mal aushelfen könnte, auch diesmal habe ich dankend angenommen. Diesmal war die Geschäftsführerin des Bildungsträgers aus ihrem Erziehungsurlaub zurück und sie fragte mich, ob ich Lust hätte diese Tätigkeit auf Dauer auszuüben. Ich war Glücklich, endlich wieder eine Aufgabe gefunden zu haben. Ich fing im Sommer 2002, erstmal als Urlaubsvertretung, bei einem Integrationsfachdienst an, im Sekretariat zu arbeiten. Im Oktober 2002 wurde ich dann fest angestellt. Diese Tätigkeit übe ich noch heute aus.

Zum Verlauf meiner Krankheit, ich muss heute 6 mg Risperdal pro Tag einnehmen, eine sehr hohe Dosis dieses Medikamentes, aber ich hatte zu viele Symptome und sie haben sich gehäuft. Dadurch wurde meine Dosis pö a pö auf heute 6 mg heraufgesetzt. Die letzte Erhöhung der Dosis ist nun schon relativ lange her und ich gehe davon aus, dass diese Dosis die richtige ist, denn mit dieser Dosis geht es mir richtig gut, solange nichts negatives in meinem Umfeld passiert, denn dann beziehe ich nach wie vor alles auf mich und suche die Schuld bei mir, obwohl ich nichts damit zu tun habe. Dann falle ich meist in eine Depression und mir geht es nicht gut, für diese Fälle habe ich mein Bedarfsmedikament und meine jetzt behandelnde Ärztin (die Tochter des Arztes, der meine Eltern überzeugte mich in die Klinik einzuweisen) vertraut mir bei meiner Selbstmedikation.

Wer von euch die erwähnte Freundin vermisst, ich vermisse sie auch, ich habe den Kontakt zu ihr seit meinem Klinikaufenthalt abgebrochen.

05.01.2007
Vor einigen Wochen habe ich mit meiner behandelnden Ärztin besprochen meine Dosis wieder langsam herabzusetzen auf erstmal 5 mg. Sie meinte das wäre ideal und ich sollte es mal versuchen, da es mir schon eine ganze Weile sehr gut ging. Die 5 mg Risperdal habe ich 4 Wochen eingenommen und danach wieder auf 6 mg gesteigert, da ich die ganze Zeit über Einschlafschwierigkeiten hatte. Ich habe wie gewohnt um 19 Uhr abends meine Medikamente eingenommen, aber ich wurde vor 3 Uhr morgens nicht müde, obwohl ich recht früh wieder aufstand. Normalerweise wurde ich bei 6 mg Risperdal nach der Einnahme 2 Stunden später müde. Dadurch habe ich die Dosis selbständig wieder auf 6 mg erhöht, da ich spätestens um 9:30 Uhr aufstehen wollte um nicht den halben Tag zu verschlafen und den Vormittag nutzen zu können. Ich arbeite im Sekretariat des Integrationsfachdienstes nur nachmittags für einige Stunden. Die 6 mg Risperdal nehme ich schon seit einigen Tagen wieder wie gewohnt und meine Einschlafschwierigkeiten sind seitdem wieder verschwunden.

Andreas Liebke
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